Dienstag, 30. Dezember 2008

Donnerstag, 25. Dezember 2008

Freitag, 12. Dezember 2008

Reife

Ein Mann kann Jugend oder Erfahrung besitzen, doch nicht zur gleichen Zeit

Dienstag, 9. Dezember 2008

Spinnenherz


Die klitzekleine Spinne
kroch den Ausguss hoch
und
stahl sich in mein Herz.

Klein und fein
wob sie es ein
bis ich nichts mehr fühlte.

So spürte ich nicht
als ich fiel:

Ich fiel durch die Maschen
ihres Netzes.

Montag, 1. Dezember 2008

Freitag, 14. November 2008

20 000 Meilen unter dem Meer


Russisches Roulette in der Kellergrube: Blitzlichtgewitter der Mündungsfeuer. Ein Hoffen in der Regenbogenpresse. Dazwischen die Schreie, die durch den Pulverdampf dringen. Das Klagelied der Abgestumpften. Abgesang auf den guten Glauben: Die Revolution frisst ihre Kinder.
Draußen lauert die Gestapo der freiheitlichen Terrordemokratie. Notstand erzeugt Gewalt, aber nur durch Säuberung ist Erlösung zu erlangen. Stromschläge erwecken die Brutbatterien zu neuem Leben. Die Pein in den Augen der Benutzten, Verwertung mit industriellem Charakter. Ein schwarzer Himmel fällt uns auf den Kopf, Asche regnet über Hiroshima. Und ewig knallen die Stiefel der Soldaten in Reih & Glied.
Der Druck der Wassermassen über ihren Wasserköpfen hält sie stumm und klein. Lässt sie ineinander greifen wie die Zähne eines Uhrwerks.
Aber wehe, wenn der Druck genommen! Emporgeschossen wie ein Sektkorken (Beifall der NASA-Ingenieure, Hände werden vergnügt gerieben) fallen die Orden von der Uniform ab, Glanz und Glorie versinken auf dem Meeresgrund. Niemand weint ihnen eine Träne nach.
Das ist das Leid der Tiefseefische, zum ersten & letzten Mal die Sonne zu sehen, bevor sie platzen.

Donnerstag, 23. Oktober 2008

Das räumliche Modell


Dreidimensionalität erzeugt Quadratschädel. Also muss es eine vierte Dimension geben!

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Mafiapuff


Verdreckte Türen

geben den Weg frei

zu einem versifften Treppenhaus.

Über zerschrammte Stufen

steigen wir hoch

in den ersten Stock

die letzen Bruchstücke des Treppengeländers

liegen wild verstreut

als hätte eine Bombe eingeschlagen.

Eine schwarze Tür wird geöffnet

vor uns steht

eine leichtbekleidete Frau

ebenfalls in schwarz

von oben bis unten

die Augen nur teilweise geöffnet

die Sprechweise

ein langsames Flüstern

als ob es

am Drogenkonsum liegen könnte.

In der Lounge

steht ein altes Plüschsofa

auf ihm aufgereiht

wie die Hühner auf der Stange

sechs osteuropäische Frauen

still

scheu

als ob man ihnen

den Pass abgenommen hätte.

Hier sitzt die Puffmutter in ihrem Sessel

grimmig

wacht ihr Adlerauge.

Ich erfrage den Namen

der Dame meiner Wahl.

Ola heißt sie.


Sofort

keift mich die Puffmutter an

was ich da zu reden habe.

Verunsichert

folge ich Ola aufs Zimmer

wo erstmal

das finanzielle geregelt wird

20 Minuten für 60 DM

40 Minuten das doppelte.

ich wähle 20 Minuten

denn ich will hier zügig raus.

Ich sitze wartend auf dem Bett

während sie

vorne das Geld abgibt.

Spülstein

Vorhang

Spiegel

ein durchgelegenes Bett

mit hellblauen Laken

die von keiner Unschuld mehr überzeugen

ich präge mir alles ein

vielleicht

brauche ich es einmal

für eine Zeugenaussage.

Aus den Klamotten

rein ins Verderben.

Sie liegt unter mir

an die Wand gedrängt

das Gesicht abgewendet

ich fliehe fickend

sie

-Ich weiß es nicht.

Gnädig kommt endlich

mein Orgasmus

Explosion in meinem Hirn

der alles Schlechte verdrängt.


Mein Bedauern:

Ich kann mich nicht

schnell genug anziehen.

Im Nebenraum

sitzen wir zu dritt am Tisch

hastig

Zigaretten rauchend

wie Pfadfinder am Lagerfeuer

die sich eine Gruselgeschichte erzählen

die sie gemeinsam erlebt haben.

Jetzt

stiefeln brutal aussehende Zuhälter

(Menschenhändler?)

durch die Hallen der Lust

jetzt

wird die Musik lauter

vorne wird diskutiert

ob man uns vermöbeln soll

jetzt

strömen zahllos

Arbeitslosenempfänger herein

die nur

eine Abspritzbude suchen.

Freitag, 12. September 2008

Dienstag, 9. September 2008

Sextourist



Zwischen Bambusstäben
klingen
die Buschtrommeln
der jungen Mädchen
verlockende Strandrhythmen
unter
klarem Sternenhimmel.

Hulatänze
um meine Erektion
Wassernixen
Strandnymphen
kaum Haare.

Enge Spielpuppe auf Gartenveranden,
steinerner Orgasmus
in Tempelvorhöfen.

Der Wasserspeier erwacht
am Aidsdom
und sendet die Todesbotschaft
in die Welt (Familie).

Freitag, 15. August 2008

Wüst


Lonely cowboy
on his way back home
Straßenlaternen
Parkuhren, ihre nächsten Verwandten
wie Pfähle im Boden
die Köpfe der Verräter
auf ihnen aufgespießt.

Das Gefühl
dass sie mich verspotten.

Gallig amüsiert
merke ich
dass ich durch Menschen hindurch laufe
dabei nehme ich sie wahr
allerdings mehr
wie statisch aufgeladene Schemen.
Bin ich heute
über den Rand der Welt
hinausgefallen?
Fremd=körper Komet
gefallener Engel
//
ich habe den Halt Kontakt
verloren.

Die Luft von Schweiß
Pizza
Abgasen
Baustellen
Hunden
Parfümwolken
schwülwarm
jedoch zu später Stunde
bestimmt widerwärtig klamm.

Der reinste Zoo!
Ich empfinde es
als betäubend steril
weiß nicht mal warum,
lache nur
rauche nervös
meine Zigarette
gehe zügig
(fast schon Stechschritt).

Plötzlich
muss ich anhalten
der ganze Oberkörper
wird von schlimmen Krämpfen gebeutelt
das große Zittern.
In meinem Kopf
wächst eine graue Steinwüste:

Ich taumle
taste blind um mich:
Das ist doch nur
die Stadt bei Abend!

Aber ich weiß es besser.

Dienstag, 15. Juli 2008

Zellen


Ich will die Liebe nicht
die Liebe ist kalt
wie ein Eismeer
und ich bin
kein Eskimo
kein Eiszapfenträger
ich fühle mich nur so
eingesperrt

in Zellen
Zeilen
Zellen
Zeilen

nur ein Buchstabe
trennt mich von der Freiheit
und gefangen-sein
mit mir.

Zwischen den Zeilen
stehen die Zellen
die gierig
auf mich warten.
Nur einen kurzen Sprung
/
/
/
/
/
entfernt.

Springe ich in sie
(Zeilensprung)
lande ich
im feuerkalten Nichts,
schreiend.

Nein! Bitte!
Schmeißt mich nicht
in den See
des Unterbewusstseins
ich kann nicht schwimmen.

Da,
eine Zeile
rette dich
ziehe dich
an ihr hoch
schwimme weiter
gleite nicht weg
//
Sie hat Bestand
sie ist echt
du bist der Schatten
siehst du
wie blass du bist?
Glaubst du mir
wenn ich dir sage
wer von uns beiden
wirklich lebt?

Donnerstag, 26. Juni 2008

Genie & Wahnsinn

Mit der Intelligenz ist es wie mit der Technik im Auto. Je mehr man davon drin hat, desto mehr kann auch kaputt gehen.

Dienstag, 3. Juni 2008

Besessenheit


Eine Kerze hat einen durchgehenden Docht, damit man sie von beiden Seiten gleichzeitig anzünden kann.

Zeitgeist

Der Zeitgeist heißt deswegen Zeitgeist, weil er einem mit der Zeit auf den Geist geht.

Samstag, 17. Mai 2008

Neue Wohnung


Zwischen den Hochhäusern

führt mich die Maklerin

über ein wackliges Holzbrett

zur Tür

der neuen Wohnung.

Durch das Fenster

sehe ich den morschen Balkon

der sich im Wind wiegt.

Darauf sitzt die Vormieterin:

eine schemenhafte Frau

mit schwarzen Haaren.

Die Maklerin

zeigt mir das Wohnzimmer

und die Aussicht

(ich sehe den Boden nicht).

Unbemerkt vor ihren Augen

stoße ich mit dem Körper

gegen die Balkonwand.

Der Balkon wackelt

wie eine irre Wippe.

Die Maklerin redet weiter.

Ich stoße noch einmal

heftig gegen die Wand.

Der Balkon klappt

h

e

r

u

n

t

e

r

wie ein Scharnier

die Frau fällt

völlig still.


Die einzigen Geräusche sind

die endlose Litanei

der Maklerin

und das Scharnier

das quietscht

als der Balkon

wieder hochfährt.

Ich sehe nicht einmal Wolken

der Himmel ist strahlend leer.

Soll ich wirklich

hier wohnen?

Später

bin ich mit meinen Freunden hier

sie wollen den Balkon fegen

die reinste Sauerei/Unordnung.

Ich traue mich da nicht raus

ich lange nur

mit dem Besenstiel

zur Balkonkante.

Ich weiß schon nicht

wer mich alles besucht

Gesichter wechseln sich ab

am Ende liegen wir alle

saufend

auf einem cremefarbenen Doppelbett

und ich bin so zu

dass meinen Stimmbändern

nurmehr

ein schwaches Fiepen gelingt.

Ich halte den allgemeinen Pisskorb

für eine Wasserkaraffe

in der Wüste.

Meine Freunde lachen mich aus

als ich sie aussaufe.

Ich habe mir die Wüste

nur wieder eingebildet.

Ich beschimpfe sie

weil sie mich

nicht darauf hingewiesen haben.


Ich hasse Pissesaufen.

Sonntag, 13. April 2008

Odysee


Endlich

legt das Schiff

im Hafen an

die Möwen schreien

dass mir die Ohren weh tun.

Das unruhige Flattern ihrer Flügel

peitscht mein Herz

das Betreten des Schiffs

ist wie eine Flucht.

Zitternd

setze ich mich

auf einen Liegestuhl an Deck

die graue Decke

wie einen Panzer

um mich geschlagen.

Die Wolken am Himmel

lassen sich

zu ihrem Orakel von Weiß-Blau nieder.

Ich kann nicht hochsehen

wer weiß

welche Formen sie mir zeigen

es wäre schlimmer als Bleigießen

ich höre die Wolken lachen.

Wie Schatten

ziehen durchsichtige Bordgäste

an mir vorbei

sie hinterlassen einen schalen Nachgeschmack.

Faktisch

bin ich nur

allein gelassen mit der Seebrise.

Ich bilde mir

reservierte Deckstewards ein

die fadenscheinigen Kreuzfahrttouristen

schlappe Cocktails bringen

sie tragen französische Schnurrbärte

und sind britischer Abstammung.

Dabei ist es keine Kreuzfahrt

(die Stewards bekünden es

mit einem wissenden Lächeln).

Ich sehe die nachtschwarze See

die Gischt schlägt um das Schiff

die Wellen

sind nur an der Oberfläche

darunter ist der Ozean

mein Ozean.

Was liegt in diesen Tiefen?

Alles so dunkel

man möchte sich darin verlieren.

Wie tief es ist

schreckliche Ungeheuer schwimmen darin

in Panik sehe ich mich

nach Rettungsbooten um.

Kaum habe ich eines ausgemacht

halte ich verzweifelt inne.

Wohin sollte ich denn fliehen?

Ich würde nicht weit kommen

kein sicherer Hafen weit und breit.

Ganz ruhig Junge ganz ruhig

morgen wird es hell

ein neuer Tag

ein neuer Hafen

und dort

wirst du dich finden.

Die ersten Möwen

schreien mir zu

mit der Teetasse in der Hand

begrüße ich

den neuen Tag.

Mein Auge

macht die ersten Häuser

in der Ferne aus

Ansiedlungen menschlichen Lebens,

hoffe ich.

Endlich im Hafen

stürze ich nieder

küsse den Boden

dankbar sehe ich mich um

endlich Zuhause.

Überragend

stehen weiße Bauten vor mir.

Erfreut öffne ich eine Tür

um festzustellen

dass das Haus leer ist.

Was soll das?

Verwirrt frage ich mich

ob all diese leeren Bauten

hohl sind

ohne Leben

nur die schöne Fassade.

Also begebe ich mich in die Slums

wo ein zerlumptes Volk haust

dort haben sie mich

zum Messias auserkoren.

!Das habe ich nie gewollt.

Es gibt keine Möglichkeit

seine Gedanken frei zu äußern

Freiheit gibt es nie

aus irgend einem Grund

fruchtet es nur

bei den Fanatikern.

Glühende Augen

nehmen die

wütend lodernde Flamme

am besten auf

nichts

darf ich unbedarft sagen.

Was

was ist mit mir

vor meiner Abreise

konnte ich es noch

ich habe doch die Freiheit gesucht

etwas Schönes Besseres

sonst

hätte ich das Schiff

nie betreten.

Doch auch hier

herrscht keine Freiheit

oder ist dies

die Aufgabe

die man mir aufgestempelt hat?

Bin ich also so

was ich sage

hat Konsequenzen

dabei wollte ich nie

die Haltlosen auf mich ziehen

warum soll ich sie anführen?

Wenn ich das kann

ist es vielleicht

ein Zeichen von Stärke.

Grübelnd

setze ich mich auf den Thron

den sie mir angeboten haben.

Sonntag, 23. März 2008

Luftschutzkeller

Geht nicht weg ihr Kellerasseln
habt keine Angst
ich tue euch nichts
ich bin nur das kleine Mädchen
das in den Luftschutzkeller geht
weil die Luft oben
Gift ist.

Ich höre den Papa schreien
Mama schreit auch
aber sie schreit
weil der Papa ihr Aua macht
ich höre die Mama heulen
das macht sie oft.

Rumms!

Da fliegt mein kleiner Stuhl
und geht kaputt
jetzt hat die Mama
mit dem Weinen aufgehört.
Es ist so still
ich habe Angst.

Moment

Ich höre Schritte
sie kommen zur Kellertür

Dienstag, 26. Februar 2008

Zähne


Ich beschloß

meine Zähne zu essen

(meine alten).

Kleine weiße Klinker

Milchzähne wie Murmelspiele

abgerechnet

mit den Missetätern.

In meinem Mund

lasse ich sie

gegeneinander antreten

knirschender krachender Kampf

Schachzüge

weiß

gegen

weiß.

Es ist

ein ekliges Gefühl

als hätte ich mir

die Fresse eingeschlagen

mir dreht sich

der Magen um.

Ich spucke sie

wieder aus

weil ich merke

dass ich ihnen

nicht gewachsen bin

und eher

kotzen würde.

Sonntag, 20. Januar 2008

Überarbeitet

Wo falle ich blind

wo bin ich geblieben?

Nur durch die Augen Anderer

sehe ich mich noch

und da sehe ich

ein Nervenbündel im freien Fall.

Ein lautes Lachen

zum Trotz

den Rändern der Erschöpfung

unter den Augen.

Augen?

Weit aufgerissen

mit starrem Blick ins Leere

die Gedanken weit weg

purzelnd

wild sich überschlagend

leere Euphorie

müde und weltfremd

ich drehe mich

winde mich

wirble stürzend.

Kann ich aufhören?