Montag, 26. Oktober 2009

Kontrollorgan


Denkst du
die Überwachung erfunden zu haben
stellst diesen Gedanken
bevor du
in meinen Lichtkegel trittst?

Willkommen beim Staatssicherheitsdienst
ich weiß bereits
alles über dich
schon von weitem
blättere ich in den Akten
vergleiche verschiedene Berichte
stufe dich ein
nach Gut & Böse
lange bevor deine eigene Mutter
dir die Absolution erteilte.

Du willst mir eine Geschichte erzählen
die die deine sein könnte
wenn ich es nicht besser wüsste.

Den Überraschungsmoment habe ich dir genommen;
also erzähle mir
eine Geschichte
vielleicht kann sie mich erheitern.

Sonntag, 25. Oktober 2009

Trockeneis


Unter dem Quackkonzert der Frösche
steigt kalter Nebel
meine Hosenaufschläge hoch
lähmt mich wie Treibsand
ein Schritt
und noch einer
brechen meine Beine weg
wie in Terminator,
kurz bevor die Bestie
in tausend Stücke zersplittert.

Ich bin keine Bestie
aber welches Schicksal erwartet mich?

Die trockene Kälte ist die schlimmste von allen
macht die Landschaft
blind & taub
kriecht in alle Knochen;
der Sicker-Tod.

Wie Dörrfleisch hängen wir
an den Fleischerhaken der Viehmenschen
eingereiht in Reih und Glied
wie die Sprungschiene
der Fallschirmschpringer
freier Fall in die Nichtexistenz.


Wir fallen, und nichts ist mehr
als Trockeneis.

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Freitag, 9. Oktober 2009

Roboter


Was real ist, bestimme immer noch ich! Jedenfalls solange, bis den Stimmen etwas Besseres einfällt. Carol-Ann hatte Recht: Sie sind wieder da. Meist sind sie von übellauniger Natur, treten und peitschen mich vor einem Heer grinsender Roboter. Ein Grinsen, welches ihr Zyklopenauge nicht erreicht. Die spindeldürren Ärmchen zum Arbeitergruß gereckt, der Akkord schläft nicht. Trinkt nicht. Isst nicht. Liebt nicht. Träumt nicht. Und wenn die letzte Neonröhre im Industriepark erlischt, bleibt nur ihr Grinsen in der sternenlosen Nacht.
In den Proletarierkneipen nehmen sie die besten Plätze ein, gleich neben Marx und Engels. Waren schon vor mir da, diskutierten Für und Wider, wobei sie mir den Zutritt zu ihrem Gespräch verwehrten.
Sie warten auf den Moment meiner Schwäche, wo ich ihren Sirenengesängen erliege, bis ich meine eigene Welt kaum noch wahrnehme. Die erste Fahne auf dem Mond, gehört auch schon ihnen. Dann nehmen sie die Fäden in die Hand, lassen mich singen und tanzen wie eine Marionette.
Während die Roboter feixend in ihre stählernen Klauen klatschen, wende ich meine brechenden Augen zum Himmel, graukrisseliges Testbild, aus dem die Stimmen zu mir sprechen. Sich zu den stampfenden Rhytmen eines fernen Stammes verwandeln. Das Menschenopfer ist bereit für den Opferstein. Die Auffangrinnnen links und rechts des Kopfhauptes, wie Login and -out der Kopfhörer. Für mich heißt es nur noch Logout.