Mittwoch, 29. Dezember 2010

Feuersturm



Ich habe
das rote Glühen am Horizont gesehen
die gleißende Feuerwalze
die Schreie gegen die Trommelfelle
um Erlösung
oder wenigstens einen gnädigen Tod
während die letzte Haut
von ihren Schädeln bröckelt
dünn wie alter Pergament

Zähne die in der Hitze platzen
wie Tontauben auf dem Schießstand

krachend stürzt eine Häuserwand auf die Straße
ein letztes Aufbäumen
der Badewanne im dritten Stock
bis sie in die Tiefe stürzt
wie ein Seiltänzer
im letzten Akt

vielleicht schloss er die Augen davor
vielleicht auch nicht
stumm ging er ab
bewahrte seine Würde
bis zum letzten Augenblick.

Jetzt ist es still
ich zähle die Steine
die übrigblieben
die Schreie verstummt
die Körper verbrannt
ich bin allein
rauche eine Zigarette
die einmal mein Tod sein wird.

Das Licht geht aus
aber
ich habe es ja kommen sehen.

Dienstag, 16. November 2010

Nocturne



Was einmal menschlich war
zerblättert in meinen Händen
wie Pergament

es ist nur Papier
und es ist nicht mehr
als meine Seele

die Schrift an der Wand
hat es schon längst begriffen
die Worte unter meinen Venen
denen ich erst den Zugang schaffen muss
in diese Welt

uralte Mechanismen
was es heißt
das eiskalte Aas zu sein

meine Wut wird jemanden treffen
denn ich habe gelernt
meine Wut nicht mehr
gegen mich selbst zu richten.

Dienstag, 9. November 2010

Ausstellung Jubilare in Österreich

 

Mehr Fotos von der Ausstellung

Sehr gefreut habe ich mich über die Zusammenarbeit mit Michaela Pucher, die ein Foto zu einem meiner Texte gestaltet hat. Bei der Ausstellung ging es um Jubiläen von Künstlern, mein Beitrag war eine Hommage zu Bukowskis 90igstem. Hier nun das Gedicht:

Das Fenster

Erst gestern
habe ich gemerkt
dass die Tür
nur aufgemalt ist
und hinter den Vorhängen
keine Fenster sind
alles ist Lüge
die mich mit vier Wänden
zerquetscht.

Ich schreie & tobe
werfe mit Gegenständen
nach diesen Lügnern
um sie zu zerstören.

Sie lachen
und zeigen mir den Teppich
der auch nur
eine Täuschung ist.

Ich stürze ins Bodenlose:
Im Dunkeln des Sturzes
wirbeln Tausende Bilder um mich
keines kenne ich alle kenne ich
denn das bin ich
nur das Echo meiner Schreie
höre ich.

Samstag, 23. Oktober 2010

Wellenreiter


Und ich wünschte ich wäre wieder am Meer, wo die Wellen zusammenschlagen. Es ist leichter, wenn man sie beobachten kann. Dadurch fühlt man sich sicher. Was aus meinen Tagen herausfällt nenne ich die Gischt, so schön wie schrecklich. Jeden Tag wird es mehr, das Gebilde wie ein Luffaschwamm ausgehöhlt. Da gibt es Krater, da könntest du ganze Häuser hindurchschmeißen. Auf der anderen Seite  die Ziegelhaufen rot in der Sonne.
Die Nacht dringt in die Lücken meiner Tage, füllt sie aus wie ein Krebsgeschwür, macht selbst gesunde Zellen zu Verbündeten.  Ich schwimme in den Wellen, die Tage gleiten durch mich hindurch ohne Eindruck zu hinterlassen. Die Nacht = Geschichten aus tausendundeinem Tod zusammengeklebt, schweißgetränkt & zitternd, das Blut in meinen Händen; ballen strecken ballen strecken. Ist es mein Blut oder deins? Meine eigene Substanz, von der ich in kargen Zeiten zehre. Die letzte Reserve, saurer Geschmack von Ozon in den Lungen, bis sie implodieren. Luftballontrauben am Jahrmarktsfirmament, die traurige Kindergesichter zurücklassen.

Dienstag, 19. Oktober 2010

Geistige Gesundheit ist Glückssache

Zum Glück bin ich eine Spielernatur.

Sanduhr

Wort um Wort
fließt das Leben aus mir heraus
bis ich leer bin
stumm

kann sie nicht fassen
sie sind zu schnell
galoppieren an mir vorbei
schlagen mir die Hufe ins Kreuz
kennen keine Gnade

gerne würde ich sie ruhen lassen
doch sobald
der Stift das Papier berührt
schlägt er ein Leck in meine Seele
und ich sinke
mit Mann und Maus

ein letzter Salut
ich konnte dich nicht halten.

Montag, 18. Oktober 2010

Marionetten

Sie
sie blenden mich die Lichter
die Augen abgeschirmt
um mehr zu erkennen
das Jucken im Nacken
fuchsteufeldwild möchte man werden

Zahn in Zahn

Nicht kratzen zu können
denn das Jucken
ist unter der Haut
dort wo die Fäden wachsen

Zahn in Zahn

die Angelhaken
unter meiner Haut
Märtyrer unter Blutsströmen

Pst...
mach dir keine Sorgen
über die Hand die winkt
den Mund der lächelt
die Füße
die ewig weiterlaufen.

Fäden
die wissen was sie tun
Zahn in Zahn
greift das Räderwerk
alle meine Bewegungen
werden zur Parodie
die Hand die ins Leere greift
müde von der ewigen Wiederholung

Das Licht blendet mich
ich würde gerne wissen
wer am anderen Ende
die Fäden zieht.

Dienstag, 14. September 2010

Abschusszeugnis


Und übrig blieb allein die Stille. Den Lack abgeschlagen wie ein Blechkaninchen an der Kirmes, stand eine Frage aufrecht im Raum: Was bringt einen gerade mal Halbwüchsigen dazu, sich den Schulrucksack mit Waffen vollzustopfen und das Leben dutzender Unschuldiger auszulöschen?
Sofort griffen die Medien das Thema auf, suchten nach Sündenböcken und schnellen Erklärungen. Posthum wurden Gewaltspiele und die Familie verantwortlich gemacht; die gramgebeugten Gesichter der Eltern vor die Kamera gezerrt. Aber war es wirklich so einfach?
Drehen wir das Rad der Zeit einmal zurück. Begleiten wir Achim S. auf seinem letzten Weg, der in einem blutigen Massaker mündete. Lernen seinen durch Mobbing gezeichneten Alltag kennen.

Textprobe hier

Samstag, 11. September 2010

Zwischenhoch


Als ich dich mitnahm

wollte ich Buße tun
den Bär
ungeschoren davonkommen lassen
einmal nicht
das=Schwein sein
für das die Welt mich hält.

Du warst glücklich
dass ich nicht war
wie alle=Männer
alles in allem
eine friedvolle Nacht.

Dass ich keinen Sex wollte
ändert nicht mein Konsumverhalten;
ich hatte ledig(:lich keine Lust
alleine einzupennen
habe dir die Geborgenheit ausgesaugt
wie ein Vampir.

Auf die leer[]e {Hülle}
wartete die nächste Straßenbahn.

Du hast mir Wärme gespendet
für meine kalte Seele
zu mehr
!taugst du nicht.

Dienstag, 31. August 2010

Update

Relaunch von www.der-reich.de ist fertig. Langsam macht ein Informatikstudium Sinn. Zumindest verstehe ich, warum professionelle Webdesigner sich die Arbeitsstunden vergolden lassen ...

Freitag, 13. August 2010

Übrig=!gelassen




Ich habe aufgehört
Wörter in den Staub zu schreiben
die du nicht mehr lesen willst

diese Hallen sind leer
kein Mensch
der meine Sprache spricht
morsches Knacken im Gebälk

doch ich verharre hier
warte auf den Tag
an dem du zurückkommst

der Staub bedeckt deine Spuren
Schorfnarben, wie von einer überhatzten Flucht
du konntest es ja
nicht eilig genug haben.

Da
der erste klamme Film
auf meinen Händen
nun bin ich es
der von Staub bedeckt wird
nun bin ich es
der
alleine zurückbleibt.

Dienstag, 3. August 2010

Kreuzzüge

Im Mittelalter schickten die Regierungsoberhäupter, auf Anraten der christlichen Kirche, Militärdivisionen in das Morgenland. Vordergründig, um Westliche Glaubens - und Moralvorstellungen zu verbreiten. Mit Sicherheit aber auch mit wirtschaftlichen Interessen verknüpft.

Nun die Frage: Was ist heute anders?

Warum fällt die USA (mit Deutschland als Verbündetem) in Afghanistan, Irak, und demnächst Iran ein? Was hat sich seit damals verändert?

Hintergrund: Die USA als schöne neue Welt, Heimat und Auffangbecken des alten Europas. Wo christliche Fanatiker hingingen, die in Europa ihren Glauben nicht frei ausleben konnten.

Uralter christlicher Hassfanatismus! In God we trust. God bless America.

Freitag, 23. Juli 2010

Perforiert II


Millionen kleiner Löcher
wie die Facettenaugen von Fliegen
die auf Aas lauern
hinein:=ge!schossen
in den rostigen {Rumpf}
t:r:o:p:f:e:n:d geifernd
mit ihren Saugrüsseln.

Allein & verwundet
leichte Beute in den Gassen
kann nicht schlafen
seit Tagen
die Augen auf{gerissen
wie ein Spielautomat
r[a[t[t[e[r[n die bunten Lichter
an mir vorbei

Unterweltcasino
den letzten Zug nach Downtown
- verpasst.

Wenn
wenn die Fliegen sich erheben
dann ist es aus mit mir
ich bin eine leichte Beute
meine Füsse sind wund

über mir thronen
die
die jeden meiner Schritte verfolgen
nur das Funkeln
des Zielfernrohrs
verrät ihre Position

lauern warten
lauern warten
wie mein Herz pocht

sie kennen den Rhythmus
meiner Angst.

Astrologie


Hodenkrebs ist kein Sternzeichen!

Dienstag, 20. Juli 2010

Interview auf meinsbh



Thomas Reich wurde 1978 in Villingen-Schwenningen geboren. Im Jugendalter besuchte er das Gymnasium am Deutenberg und ließ sich daraufhin zum Einzelhandelskaufmann ausbilden.
Gegen Ende der Schulzeit begann er erste Gedichte zu schreiben. Später kamen Romane und Kurzgeschichten hinzu. Aktuell sind elf Titel online erhältlich.
Der Selfmademan, bei dem Homepage, Bücher und Werbung aus einem Guss kommen, blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Seine Seite kann sich über mangelnden Zulauf nicht beklagen.
meinsbh.de: Wie haben Sie das Interesse am Schreiben entdeckt?
Thomas Reich: Schreiben ist ein Ventil, um Dampf abzulassen. Der Weg zu innerer Ruhe. Mich reizte der Gedanke, in verschiedene Rollen zu schlüpfen. So wie ein Theaterdarsteller mit Identitäten spielt. Je weiter von der eigenen Person entfernt, umso besser. Wenn ich so zurückblicke, war es wohl ein Prozess der Selbstfindung, wie ihn viele junge Menschen durchgehen. Oder eben auch: Sich in andere Personen besser hineindenken. Neue Sichtweisen erfahren. Durch das Spiel mit der Identität. Bei mir führte er zum Schreiben.
meinsbh.de: Was hat Sie, trotz der Ausbildung als Einzelhandelkaufmann, davon überzeugt Autor zu werden?
Thomas Reich: Eine Frage der Selbstverwirklichung. Ich wollte mein Hobby zum Beruf machen. Tagsüber habe ich einen Beruf, in dem ich tagtäglich mit Menschen in Kontakt bin. Nach Feierabend fülle ich die Seiten mit Personae, über die ich selbst bestimmen kann. Beziehungsweise Geschichten, an denen ich teilhabe. Denn nicht ich bestimme über meine Figuren, sondern meine Figuren über mich. Eine jede hat ihr Eigenleben, wirft geplante Charakterzüge über den Haufen und entwickelt sich aus eigener Energie heraus. Mir geht es beim Schreiben nicht anders als dem Leser. Ich begleite die Figuren, beobachte sie unterwegs und höre ihnen zu.
Zumal beide Perspektiven eine Gemeinsamkeit haben: Ich verkaufe Produkte. Denn ein Buch ist nichts anderes als ein Produkt, dessen Vorzüge man dem Kunden schmackhaft machen muss.
Freizeit ist ein Luxus, den ich mir nicht leisten kann. ich bin in zwei Berufswelten eingespannt.
meinsbh.de: Wann sind Sie von Beruf Autor geworden?
Thomas Reich: Ich denke mal mit Anfang zwanzig habe ich begonnen, die Schreiberei ernster zu nehmen. Was als ein nettes Hobby begann, verwandelte sich in harte Arbeit. Arbeit, die man gerne verrichtet. Solide Vorbereitung, Brainstorming & Recherchen (Gepriesen sei das Internet). Ein logischer Aufbau. Zahlreiche Korrekturlesungen, um den Rohdiamanten zu schleifen.
meinsbh.de: Was ist das Besondere an Ihren Büchern und über was schreiben Sie am liebsten?
Thomas Reich: Nun, wer meine Bücher kennt, weiß um den Umfang der Genren, in denen ich unterwegs bin. Horror lese ich selbst gerne, also schreibe ich auch am liebsten Bücher auf diesem Sektor. Momentan arbeite ich an einem Fantasyroman, für mich ein Novum. Aber neue Herausforderungen reizen mich.
Viele meiner Bücher basieren auch auf Alpträumen, die ich in Geschichten umsetze. In „Meat Me“ geht einer dieser Träume der Handlung voraus. Damals wusste ich, dass es nicht mein Traum war. Wer also hatte diese Szene geträumt? So wurde Claudio zum Puzzlespiel, das ich zusammensetzen musste. Eigentlich eine entspannte Arbeitsweise. Ich bekomme meine Ideen im Schlaf.
Andere Projekte basieren auf alltäglichen Erlebnissen/Filmen/Büchern, die aus einem neuen Blickwinkel neue Perspektiven eröffnen. Das geheime Fenster, der geheime Garten, sozusagen.
meinsbh.de: Was macht eine Geschichte bindend?
Thomas Reich: So abgedroschen es auch klingt, den Leser bei der Stange halten. Realistische Figuren schaffen, die glaubhaft rüberkommen.
Comedy bildet da einen klaren Gegenpol: Überzeichnete Stereotypen, die der Lächerlichkeit preisgegeben werden.
meinsbh.de: Versuchen Sie Ihren Lesern eine Botschaft zu übermitteln?
Thomas Reich: Die stärkste politische Botschaft dürfte aktuell der Band „Babylons letzter Wächter enthalten. Wie würden sie sich in einer theokratischen Diktatur verhalten? Wenn sie herausfinden, dass sie indirekt am Tod vieler Menschen schuld sind, und keine Möglichkeit haben, entgegenzuwirken? Gerade die Isolation, die der Wächter erfährt, treibt ihn in sich selbst zurück, um eine Lösung zu finden.
In anderen Büchern kommen die Botschaften eher leiser daher, versteckt zwischen den Zeilen. Grundsätzlich der Glaube, dass alle Menschen Masken tragen, hinter denen es gehörig bröckelt. Überlebenskämpfer in einer Ellbogen-Ethik. Manchmal zerbrechen meine Figuren auch an ihren inneren Konflikten. Wenn das passiert, überraschen sie mich selbst. Aber es ist aufgrund ihrer Geschichte folgerichtig.
meinsbh.de: Sie sind einer von vielen Autoren, sodass es sehr schwer ist viele Leser auf seine eigenen Geschichten aufmerksam zu machen. Wie vermarktet man seine Bücher am Besten?
Thomas Reich: Es gibt nicht einen Königsweg, den jeder Autor gleichermaßen betritt. Ich bin den Weg über das Internet gegangen, da die Vorteile für mich klar auf der Hand lagen: Erreichbarkeit rund um die Uhr, an jedem Ort. Die Freiheit, sein eigenes Öffentlichkeitsbild frei zu gestalten. Und natürlich auch, nicht für die Schublade arbeiten zu müssen, sondern die gesamte Bandbreite meines Schaffens präsentieren zu können.
Der eigentliche Vertrieb meiner Bücher läuft über www.lulu.com, einen Book-On-Demand-Anbieter. Zum einen nimmt mir das einen erheblichen Arbeitsaufwand ab. Zum anderen bietet es mir die nötige Transparenz. Ich kann jederzeit Bücher einstellen oder löschen, und den Preis selbst bestimmen. Theoretisch liegt es also in meiner Hand, ob ich mir einen unverschämt hohen Gewinn eintrage, oder mit dem Endpreis auf dem Teppich bleibe. Aber ich bin Kaufmann, nicht wahr? Also fahre ich eine entsprechend günstige Kalkulation, um die Buchpreise interessant zu halten.
Natürlich schließe ich nicht aus, dass ich eines Tages auch andere Vertriebswege beschreite. Wenn, dann werde ich meine Fans natürlich rechtzeitig darüber informieren. Für den Moment bin ich soweit zufrieden.
meinsbh.de: Wo haben Leser einen Zugriff auf Ihre Geschichten?
Thomas Reich: Direkt über meine Homepage http://www.der-reich.de/ . Weitere Texte, die ich als Schmankerl frei zur Verfügung stelle, finden sie unter http://www.dirtydichter.blogspot.com/. Dort gibt es auch einige Bonmots und düstere Kurzprosa.
meinsbh.de: Was hat Sie in Villingen-Schwenningen gehalten? Was gefällt Ihnen an unserer Region?
Thomas Reich: Ich mag Großstädte, solange ich dort nicht leben muss. Hier habe ich alles, was ich brauche. Wer immer auf der Flucht ist, ist nirgends zuhause. Es gibt nichts, vor dem ich davonrennen müsste.
meinsbh.de: Was sind Ihre Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Thomas Reich: Mehr Kunden, mehr Umsatz. Mehr Kapitalismus wagen. Ziele, die wohl jeder Unternehmer hat.

Dieses Interview wurde von Suzana Vrucinic im Rahmen einer Projektarbeit der Fakultät Wirtschaft der Hochschule Furtwangen am 09.12.08 per Email geführt. Im Orginal nachzulesen hier

Samstag, 17. Juli 2010

Das fremde Bett



Nächtliches Tapsen
durch endlosen Korridore
verwinkelte Schattenparadiese
auf der Suche
nach der Toilette
dieser Wohnung in der ich der Fremd{körper bin
schmerzende Zehen
auf dem Hindernisparcours.

Warum habe ich auch nicht gefragt
vorher
ich habe ja auch gefragt
ob du mit mir schlafen willst

ich war allein
und werde es bleiben
allein bis zum Morgen.

Der Morgen:{= das Grauen
die Chance verschlafen
im fahlen Licht der Dämmerung
die letzten Klamotten
die von der Schnitzeljagd blieben
zusammen=zu!suchen
die Möglichkeit
die Flucht zu ergreifen.

Donnerstag, 15. Juli 2010

Ein neues Sansibar


Der Junge steht am Ufer
Ebbe und Flut
wechseln sich ab
es gibt Nichts dazwischen.

Früher gab es da etwas
erinnert er sich
mit Tränen in den Augen
Vogelschreie
Liebesgeflüster
Beschimpfungen
zumindest so etwas
wie Leben.

Eine Möwe schreit
immer noch
doch sie verkündet nur
den Sonnenuntergang.

Der Junge zittert
als eine neue Windböe
ihn durchfährt.

Ja,
denkt er
jetzt wird es dunkel.

Mittwoch, 14. Juli 2010

Fix-Produkte


Wer kennt sie nicht, die kleinen und praktischen Helfer des Alltags, die Fixbeutel der namhaften Hersteller aller Konsorten.


Gegenfrage: Wer erinnert sich, wie man ohne diese eine schmackhafte Mahlzeit hinbekommt?

Warum zahlen wir horrende Beträge für einen Beutel industriell zusammengemischten Dreck?

Back to basic in der Küche:

- Alles was angebraten wird, entwickelt einen schmackhaften Fond, der Grundlage für eine Sauce sein kann. Mit Wasser oder Wein aufgießen, Kräuter und Gewürze drüber und fertig. Eventuell mit Mehl andicken.

- Für Überbackenes empfehle saure oder süße Sahne, Gewürze, etwas Brühe.

Gesünder, natürlicher, leckerer & auch billiger.

Dienstag, 13. Juli 2010

Kellergeschichten

Sieben Jahre sind nun vergangen, seit Christoffer zum ersten Mal in Erscheinung trat. Mit Kellergeschichten findet die Reihe ihren würdigen Abschluss.


Serienmörder Christoffer ist nur knapp seinen Verfolgern entkommen. Durchnässt bis auf die Knochen steht er am Ufer und lässt seinen Blick über den Horizont streifen. Berlin heißt sein neues Ziel… wo er sich ein neues Leben aufbauen will.
Zwischen ihm und dem Bunker, der zum feuchten Traum eines jeden Foltermeisters werden könnte, steht nur die alte Witwe Beerbaum. Während Christoffer mit brutalen Videoclips zum Internetguru avanciert, bricht die Liebe in sein Leben ein, und stellt alles auf den Kopf. Gelingt es seiner Frau Maja, ihn zu bekehren?

Textprobe hier

Blutzoll



Auf vielfachen Wunsch... die Fortsetzung von Christoffer:

Dank Doktor Sommerbergs Fehleinschätzung gelingt Serienmörder Christoffer die Flucht aus dem Gefängnis. Die Welt ist für ihn ein Schlachthaus. Mit unglaublicher Brutalität setzt er diesen Traum in die Realität um.
Gelingt es Doktor Sommerberg, ihn aufzuhalten oder lässt er sich auf ein gefährliches Katz- und Mauspiel ein?

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Christoffer


Man muss keine Emotionen spüren, um welche zu zeigen. Christoffers Seelenleben gleicht einem harten Block aus Eis, der von tiefen Furchen und Rissen durchzogen ist. Enttäuscht vom Leben entwirft er sein eigenes Wertesystem: er nimmt sich, was er braucht... und wehe dem, der sich ihm in den Weg stellt...
Christoffer ist der nette Nachbar von nebenan, ein freundlicher Arbeitskollege... und gnadenloser Serienmörder.

Textprobe hier

Lügenkarussell


Wer zu oft vor der Routine flieht, wird eben diese finden. Spätestens, wenn die Flucht zur Routine wird. Saula hat diesen Punkt lange überschritten.
Einst hörte sie auf den Namen Paula. Hing in einer langweiligen Ehe fest, doch Langeweile besaß keinen Vorsatz. Einmal nur, hatte sie sich gesagt. Schön, wenn es dabei geblieben wäre.
Nun die ungewollte Schwangerschaft, und die Ungewissheit über den möglichen Kindsvater. Konnte sie die Scherben ihres Lebens wieder zu einem Stück zusammenfügen?

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Lass mich dein Raubtier sein


Kai und Anna sind die wahren Kinder der Talkshowgeneration. Gespuckt und getreten wird auch dann noch, wenn der Gegner am Boden liegt. Ihre Liebe ist ein Krieg, in dem jede Position ständig neu erobert werden muss.



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Zweitwesen


Wer bist du in einem zweiten Leben?

Hayden Wood bekommt ein Angebot, das er nicht abschlagen kann: Eine geheime Regierungsorganisation will ihn als Agenten in Second Life einschleusen. Doch die friedvolle Welt der Avatare entpuppt sich schnell als ein Netzwerk düsterer Machenschaften. Hayden gerät immer tiefer in einen Strudel aus Lügen, Verrat und illegalen Waffen-geschäften. Gelingt es ihm seine Mission erfolgreich zu Ende zu bringen, oder scheitert er auf hoher See?

Als Ebook oder Taschenbuch erhältlich.

Babylons letzter Wächter


Als ich erwachte, fand ich mich in einer sterilen weißen Zelle, ohne eine Erinnerung. Nachts durchschritt ich die Träume der Stadt auf der Suche nach mir selbst. Dabei stieß ich immer wieder auf Anhänger des Wächterkults. Was, wenn ein urbaner Mythos Wirklichkeit geworden war? Meine letzte Hoffnung war der Junge. Ich hatte ihn gerufen, damit er den Pfad der Erinnerung für mich abschreitet. Ob er mich aus meinem Gefängnis befreien konnte?

Ein beklemmender Roman über theokratische Diktaturen und die Verantwortung des Einzelnen.

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Meat Me


Claudio kennt die schönen Lügen der feinen Gesellschaft, denn er ist selbst eine von ihnen. Er arbeitet für einen Begleitservice, der keine Wünsche offen lässt. Als immer mehr und mehr seiner Kundinnen tot aufgefunden werden, offenbart sich das Herz eines Automaten. Seine Existenz ist bedroht. Wer steckt hinter den Morden? Ist es seine Chefin Marla, die mehr für ihn empfindet, als sie zugeben will? Ist es Sarah, deren wahre Herkunft ein dunkles Geheimnis umrankt? Ist es Inspektor Neuss, dessen Ermittlungen von persönlichen Rachegelüsten geprägt sind? Oder jemand außerhalb dieses Personenkreises? Ein guter Rat unter Freunden: Vertrauen sie Niemandem in diesem Spiel.

Das Steinfeld


Als die Kinder die Steine verrücken, wissen sie nicht, welche Konsequenzen das haben könnte. Denn das Steinfeld birgt eine geheimnisvolle Kraft, die sie unwissentlich erweckt haben. Karlheinz fürchtet sich davor, denselben Fehler wieder zu begehen wie damals. Als Onulf der Hohepriester das kleine Dorf Argenau schon einmal um Fingersbreite vor einer Katastrophe bewahrt hatte. Die Linien brechen auf und die Zeiten verschwimmen. Kann er sich noch rechtzeitig erinnern, wie sie damals den Dämon bezwungen haben?

Racheblitz


Aufgewachsen in einer Atmosphäre aus latentem Hass entwickelt ein Forscher eine intelligente Gewitterwolke, um Vergeltung zu üben an einer ganzen Stadt. Flugzeuge fallen urplötzlich vom Himmel, Hagelkörner prasseln auf die panisch rennenden Menschen herab. Wer jetzt noch lebt, muss sich vor den Protonenblitzen aus Dr. Haslachs Köcher in Acht nehmen...

Verzweifelt sucht Erik unter den Flüchtenden seine schizophrene Freundin. Wird er sie in den sterbenden Gassen finden? Und welchen Namen wird sie tragen?

Als Taschenbuch und Ebook im Handel erhältlich...


Scher den Bär- eine kleine Anthologie sexueller Desaster


Wo bei anderen Büchern der Humor selten unter die Gürtellinie geht, fängt er hier erst an! Lassen Sie sich durch ein Panoptikum verborgener Wünsche führen, die öffentlicher ausgetragen werden, als es uns den meisten lieb ist. Warum nicht mit Siebzig ein paar neue Sommertitten für die Badesaison? Baronin Pippi von Schlönz muss sich etwas einfallen lassen, wenn sie sie ihre schwerste Konkurrentin ausstechen will. Denn diese hat sich schon Unterstützung bei Doktor Alfred Stielmann geholt. Wenn er nicht gerade perverse Dokumentationen auf DMAX präsentiert, beschäftigt er schon mal Ferdi die Filzlaus in seinem Flohzirkus. Ferdi hatte in letzter Zeit kein glückliches Händchen. Eine Menschenhaarallergie machte eine Umschulung nötig. Vielleicht reizt es Sie auch, ein Gruppentreffen der anonymen Exhibitionisten zu besuchen. Oder Sie würden gerne wissen, was ein abgehalfterter Werbestar wie Arschfried Lundgren heute so treibt.

Textprobe hier



Wer kotzt der putzt


Es gibt ein paar Protagonisten, die mehrere Geschichten füllen. Der Graf von und zu Trunksucht feiert seine exzessiven Feste. Der Drecksack vögelt alles, was bei drei nicht auf dem Baum ist. Wenn es sein muß, sogar den Baum. Seine bevorzugten Objekte der Begierde sind und bleiben jedoch Schafe. Huschi der Haschischhampel entführt den Leser in andere Bewußtseinsebenen. Die Zeitschrift Samt & Sonders führt Gespräche mit aktuellen Zeitgestalten wie einer Bockwurst oder einer Fußmatte.

Wunschmünzen


Mach schon, äußere deinen Wunsch. Dann gehöret deine Seele mir. Wie töricht und unbedacht die Menschen ihre Wünsche doch äußern. Keiner von ihnen bekommt, was er will, ein jeder nur das, was er verdienet. So wenig, wie er vor sich selber fliehen kann, vermag er mir zu entkommen.
Auch du, werter Hendrik. Schwach warst du und eitel. Dies soll deine Sünde sein. Wolltest der Armut Trutzingens entkommen, als wärest du zu Besserem bestimmt. Stiegst auf zum Ritter der Ehrenlegion. Ich blieb der dunkle Funken in deinem Gehirn, der dich stets an dir selbst zweifeln ließ. Und als ein Bote dich in die Heimat berief, habe ich deine Furcht gekostet wie süßen Wein. Auch der Druide wird dir nicht helfen können im Kampf gegen mich. Denn tief im Innern steckest du voll unerfüllter Wünsche. Und ein jeder bringet dich deinem Untergange näher.

Textprobe hier

Logbuch eines Psychonauten


Es beginnt langsam, fast harmlos mit den ersten paar Bier zuviel. Dann immer schneller, sich überschlagend, bis der Griff zur nächsthärteren Droge immer wahlloser erfolgt. Schwärzeste Rinnsteinabgründe lösen lichtdurchflutete Wahnparadiese ab. Auf den Exzess folgt der Absturz mit hartem Aufprall.



Textprobe hier

Herzglut


Ein junger Mann liebt zum ersten Mal. Er pfeift auf den Altersunterschied und das Getuschel der Leute. Doch sie trennen mehr als nur ein paar Jahre...

Textprobe hier

Automatenliebe



Verschiedene Betten mit der gleichen destruktiven Logik. Taxifahrten, leidenschaftlicher Sex & gebrochene Herzen. Dabei erfahren beide Geschlechter im Laufe der Texte eine Wandlung. Aus der kalten Berechnung des Mannes wird die Sehnsucht nach echter Liebe. Die Frau verliert ihre romantischen Illusionen, spielt fortan mit ihrer Beute & benutzt sie.



Textprobe hier

Dienstag, 29. Juni 2010

Ende des Kapitalismus


Geht es euch nicht auch manchmal so? Ihr lauft durch ein Geschäft, und Stimmen wispern :

Nicht stehenbleiben. Bitte konsumieren sie weiter...

Wo nutzlose Waren angeboten werden, die schnell kaputt gehen, bloss damit man sich wieder eine neue Scheiße kaufen kann? Ständig steigende Preise, dass man sich nichts mehr leisten kann, aber nur weiter so, muss ja weitergehen?! Der neue Fernseher, das neue Auto, die neue Jacke.... usw, ein endloser Kreislauf. Brauchen wir das wirklich?

Heute Shorts gesucht, und mich aufs Ebay verlagert. Zu teuer. Halsketten kaputt? Gummiband für 2€ gekauft, repariert. Neuer Schmuck hätte 10€ gekostet. Warum sollen wir immer wieder neu konsumieren, was wir auch reparieren können oder eben gebraucht nochmal verwenden? Schluss mit der Wegwerfgesellschaft.

Meine Stimme ist klein, aber ich denke der Kapitalismus hat sich überlebt! Den Kommunismus haben wir zusammenbrechen sehen, dem Kapitalismus wird es ähnlich ergehen.

Freitag, 25. Juni 2010

Mc Donalds


Gestern um 8:45 Uhr keinen Burger bekommen. Man hätte nur Frühstück. Dumm, dass der nächste Burgerking nicht weit entfernt liegt. Dort hat man mehr Ahnung von Kundenservice.

Ich lasse mir von den Grosskonzernen nicht vorschreiben, was ich wann zu fressen habe!

Montag, 21. Juni 2010

Revolution


Kratze an den Palisaden
grüner Schildpatt wie Rost
meine Fingernägel in S/t/r/e/i/f/e/n ge][teilt
rapple mich auf
huste und spucke

im endlosen Kampf gegen Windmühlen
und der armselige Irr{!glaube
man möge sich
durch eigene Kraft hochziehen

willst du zuhören oder nicht
du hast nicht das Zeug
zum Märtyrer
aber vielleicht andere

meine Hand aus dem Treibsand
die Finger zur Faust geballt
nach draußen gerichtet
an die Genossen
die diese Mauer einreißen wollen.

Ich will blutige Kämpfe sehen
abgerissene Teile
die mal Mensch waren
ich will das Volk auf den Barrikaden sehen
der Erste sein
der die rote Fahne hisst
auf einem Berg von fahlen Knochen.

Sonntag, 20. Juni 2010

Freitag, 4. Juni 2010

Drive



Blick des Fließbandarbeiters
zur Führerkabine
doch diese ist leer & verwaist.

Wenn tausend kleine Bewegungen
sich vereinen
dann entsteht nicht mehr Kraft
sondern der Drive

das führerlose Gefühl
die Bewegung nicht mehr zu beherrschen
sondern von ihr mitgeschleift zu werden
wie von einem Schäferhund
über die Ackerkrume
(schreiend am Seil hängend)

Das ganze Leben ist eine Flucht
und wir sind nur verraten, verraten
der Drive erfasst uns am Morgen
begleitet uns den ganzen Tag
spuckt uns aus
wie eine Steinschleuder, erledigt
in das Zucken eines unruhigen Schlafs

dem Schlaf der Maschinen.

Dienstag, 1. Juni 2010

Indoor Gemüse




Liebe Freunde,

in Hinblick auf eine mögliche weltweite Hyperinflation empfiehlt es sich, Maßnahmen zu treffen. Natürlich ist der Ernstfall noch nicht eingetreten, aber besser man trifft so langsam Vorsorge. Ich für mich persönlich entdecke gerade den Anbau von Nutzgemüse im heimischen Zimmer
+ Balkon. Dies natürlich als Lösung der Städter. Den glücklichen Besitzern von Gärten empfehle ich das Umpflügen von Zierblumen und Umstellung auf Nutzpflanzen.
Für Indoor geeignete Pflanzen:

Frühjahr/Sommer:

Buschbohnen
Tomaten
Paprika
Zucchini

Frühjahr/Winter:

Erbsen

Ganzjahres:

Karotten
Kohl (lohnt erst ab Balkonkastenlänge des Feldes)

empfohlen ist Gartenerde, Blumenerde ist aber billiger und tut meistens den gleichen Zweck.

Erstaunlich ist auch, das wir teuer Geld für industriellen Dreck ausgeben (Fertigprodukte), wo frisch gekocht sogar billiger ist. Also besser ernähren für weniger Geld! Abkehr von einer globalisierten Welt, Rückkehr zur Selbstversorgung!

Freitag, 21. Mai 2010

Pergament




Die Haut
blass & dünn wie Pergament
spannt über dem Joch(bogen
skizziert ein Totenhemd
wie eine Tätowierung
//über meinen nackten=Leib.

Wovon träumen Maschinen?

Frage ich mich
und lege mich zur Ruh
wohl wissend
dass ich
kaum eine Stunde am Stück schlafe
hochgerissen werde
von Alpträumen
die an Realismus
meiner alltäglichen Hölle
in nichts nachstehen.

Ich schalte meinen Rechner
auf D[e[f[r[a[g[m[e[n[t[i[e[r[u[n[g
und weiß
dass mein Hirn dasselbe macht.

Er hält sich wacker
während die Maschine raucht
und braune Flecken
auf dem Pergament entstehen.

Montag, 5. April 2010

3 Uhr morgens auf der Autobahn



Die Ohren dumpf
von ewig abgefuckter Diskomusik
in der Hoffnung
dass du dich
nach allen Möglichkeiten dieser Nacht
für mich entscheidest;

Vergleich über Stunden
ob du denn
nichts Besseres findest
dabei warst du es
wo mich überhaupt
hierher gebracht hattest
zum Fleischmarkt

;;

dann auf dem Parkplatz endlich
eine Geste der Zärtlichkeit
wozu dein Mund fähig ist

mein Blick in die Sterne
eiskalt funkelnd über die Sterblichen
mach mich unglücklich
wie du es versprochen hast.

Freitag, 2. April 2010

New York


Rushhour in New York; und wie im Rausch die Masse der Pendler, die durch die Grafitti-bewehrten Gänge der Zitadelle strömte:; Wie ein einziger Blutstrom im Organismus des Molochs. Pfeifen in den Luftschächten, bleibeschwert wie der Zug durch eine Raucherlunge, und doch das pulsierende Leben, untrügliches Anzeichen dafür, dass die Metropole lebte. Ausatmen, einatmen. Kondensierender Atem auf den morschen alten Kacheln des unterirdischen Labyrinths. Und irgendwo wartete ein verschwitzter Minotaurus darauf, einen auf die Hörner zu nehmen. Tausende hatte sie mit ihren rostigen Armen empfangen, deutlich weniger in die Freiheit entlassen, in ihrem Innern von Moos befallen wie jeder im Sterben liegende Patient. Auf den weißen Schlachtrossen in den kaugummipapier-verdreckten Straßen nun nicht mehr die Polizisten, sondern die Kreuzritter der Wallstreet, das $$-Zeichen auf der stolz-geschwellten Brust.
Gierige Finger hebelten die Gasdruckfedern der Türen auseinander, ungeduldig & stets in Eile; Zeit ist Geld, verlorene Zeit unwiderruflich abgeschrieben + ausgebucht. Mit lautem Knall zerbarsten die Druckbehälter, Metallsplitter bohrten sich in die eh schon empfindsame Haut. Nun vollkommen enthemmt, drängten die Menschen in die Wägen, füllten sie aus wie Sardellen eine Konservenbüchse. Platt gegen die Glaswände die neugierigen Nasen gedrückt. Stets die blinde Hoffnung, etwas anderes zu erleben, jeder Tag möchte einen mit einem neuen Wunder überraschen. Insofern glichen ihre Gesichter denen von Lottospielern, des kleinen Mannes Glück. Oder einfach nur Goldfischen im Glas:; Eingezwängt, die schuppige Haut vor & zurück, doch kein !Entkommen. Bahnhofswärter halfen die schwer beschädigten Türen in ihren quietschenden Angeln zu schließen; mühsam keuchend setzte sich das Projektil in Gang, schwer beladen auf seinem Weg durch den Pistolenlauf. Es blieb von diesem Morgen der Pendler nur der Blick in den schwarzen Tunnel der Verletzungen, wie der Blick eines Selbstmörders in den !gespannten Lauf.

Montag, 22. März 2010

Streitaxt


Sie haben mich
als Söldner angeheuert
um die Hexe zu erschlagen

doch brauchen sie nicht
meine Sinne zu reizen
ich habe es gesehen
das Haus der Hexe

den eingefrorenen Kopf im Kühlschrank
noch in Zellophan, wie Salat
das Paar Hände
das die Klospülung nicht fortzutragen vermochte
in Andacht
fast als wollten sie beten
(nicht dass es ihnen etwas genutzt hätte)

Klirren und Schaben
wie Kreide auf der Schiefertafel
doch ist es nur meine Streitaxt
die über den Boden schleift
den Mörtel aus den Fugen kratzt
sich mit Wut lädt
wie statische Elektrizität
Energie aus dem Nichts
Passanten die mich fliehen
die den irren Glanz in meinen Augen sahen.

Sinkende Sonne
zum großen Showdown
in der Bahnhofshalle
die Überwachungskameras
einmal nicht Überwacher
sondern fiebernde Zuschauer
mit Popcorn
in den rosigen Patschehänden Klatschehänden
schreien laut=hals:
--schlag ihn ihr ab
den verdammten !Kopf

Sonntag, 7. März 2010

Betäubt


Frösteln über winterlichen Feldern
statt Chlorofillgrün
wächst der salzige Boden
fruchtlos rebellierend
eine üble Ernte
deren Planung
jetzt deutlich wird