Dienstag, 14. September 2010

Abschusszeugnis


Und übrig blieb allein die Stille. Den Lack abgeschlagen wie ein Blechkaninchen an der Kirmes, stand eine Frage aufrecht im Raum: Was bringt einen gerade mal Halbwüchsigen dazu, sich den Schulrucksack mit Waffen vollzustopfen und das Leben dutzender Unschuldiger auszulöschen?
Sofort griffen die Medien das Thema auf, suchten nach Sündenböcken und schnellen Erklärungen. Posthum wurden Gewaltspiele und die Familie verantwortlich gemacht; die gramgebeugten Gesichter der Eltern vor die Kamera gezerrt. Aber war es wirklich so einfach?
Drehen wir das Rad der Zeit einmal zurück. Begleiten wir Achim S. auf seinem letzten Weg, der in einem blutigen Massaker mündete. Lernen seinen durch Mobbing gezeichneten Alltag kennen.

Textprobe hier

Samstag, 11. September 2010

Zwischenhoch


Als ich dich mitnahm

wollte ich Buße tun
den Bär
ungeschoren davonkommen lassen
einmal nicht
das=Schwein sein
für das die Welt mich hält.

Du warst glücklich
dass ich nicht war
wie alle=Männer
alles in allem
eine friedvolle Nacht.

Dass ich keinen Sex wollte
ändert nicht mein Konsumverhalten;
ich hatte ledig(:lich keine Lust
alleine einzupennen
habe dir die Geborgenheit ausgesaugt
wie ein Vampir.

Auf die leer[]e {Hülle}
wartete die nächste Straßenbahn.

Du hast mir Wärme gespendet
für meine kalte Seele
zu mehr
!taugst du nicht.