Samstag, 21. Mai 2011

Insekt


F+l+a+c+k+e+r+n+d+e+s Licht
blaues Neon
von toten Fliegen ver{krustet}
mein ausgemergelter Körper im=Spiegel
B#orsten wie ein Insekt
fast glaube ich
Flügel
durch=[den Chitinpanzer brechen zu sehen


das Summen
meine Zähne v:i:b:r:i:e:r:e:n


schwarze Höhlen von den Vögeln ausgepickt
das Fenster zur Seele
wer auch immer das ist
auf der anderen Seite
er gleicht mir nicht
kann mir nicht gleichen


schütte mir
eine handvoll Wasser ins=Gesicht
faulig & abgestanden
die Stimmen aus den Wänden
sickern wie Rost sickern wie Blut
weiß nicht mehr
wie ich hergekommen bin
nur dass ich friere


meine Brustwarzen
harte Punkte in einem Satz
den ich nie ausgesprochen habe.

Donnerstag, 19. Mai 2011

Ungeahnte Möglichkeiten im Treppenhaus


Nachdem letztes Jahr der Zuchinistrauch abbrach, probiere ich es dieses Jahr mit Bohnen. Erste Früchte sind an der Pflanze zu erkennen, ich bin zuversichtlich. Man sollte immer an sich selbst und seinen kleinen Garten glauben.

Samstag, 14. Mai 2011

Hurrikan

Plattgewalzt
der Hurrikan hat nichts übriggelassen
als die Trümmerlandschaft
die ich mein Herz nenne
gesplitterte Bretter
Hunde, auf Gartenzäunen aufgespießt
der süße Geruch des Todes
der um die Mittagszeit
unerträglich werden würde
rieche ich auch so?

Alles hat der Wind fortgetragen
Namen die ich kannte
meine Erinnerungen
ganze Fetzen aus der Realität
blutende Wunden wie gezogene Zähne
doch wie real ist eine Welt
die nur aus Kaffee und Zigaretten besteht?

Meine Fernbedienung ist kaputt
sie bringen nur Wiederholungen
die Lacher kommen vom Band
sind nicht weniger mechanisch als ich
aber das
zahle ich ihnen heim.

Freitag, 13. Mai 2011

Arbeitstitel Maschinenträume || in ca. 2-3 Monaten auf meiner Seite

Er konnte sich nicht erinnern, wie er hierher gekommen war. Selbst jetzt fühlte er sich benommen, als hätte man ihm etwas in den Drink geschüttet. Gerade genug bei Bewusstsein, um sich seiner Fesseln bewusst zu werden. Egal, wie stramm er an ihnen zog, er konnte sie nicht lösen. Vage wurde ihm bewusst, dass er auf die kalte Edelstahlplatte einer Kochshow gefesselt war. Vorsichtig drehte er den Kopf, soweit es ging. Leere Zuschauerreihen, soweit das Auge reichte. Bleiern schwer dröhnten künstliche Lachsalven in seinen Ohren. Jemand hatte gemerkt, dass er aufgewacht war. Sie spotteten seiner. Dem gefesselten Ding auf der kalten Platte.
„Es ist angerichtet.“
Eine Stimme, die ihm seltsam vertraut vorkam. Wenn er sich erinnern konnte, würde es bereits zu spät sein. Die grellen Scheinwerferspots blendeten ihn. Zwei Personen bewegten sich über ihm mit der geselligen Hektik eines Operationsraums. Er wollte sprechen, doch kein Laut drang aus seiner Kehle. Nur die zu einer Glasur erstarrte Flüssigkeit auf seinem Hals. Die Chromschale, in der einige medizinische Instrumente lagen. Er atmete heftiger. Erinnerte sich an seinen Namen. Um ihn gleich wieder zu vergessen. Hoffte, dass es ein schlechter Traum war, aus dem er wieder erwachen würde. Bis er das sonore Kreischen der Knochenfräse hörte. Als unbarmherzige Hände sie an seiner Schädeldecke ansetzten. Ein Geräusch, schlimmer als eine Wurzelbehandlung beim Zahnarzt. Das Geräusch, als der Knochen nachgab. Die Fräse sich einen ringförmigen Weg um seinen Schädel pflügte. Er wollte schreien, doch seine Stimmbänder waren durchtrennt worden. Poltern, als ein Arsenal von Krämpfen durch seinen Körper floss, der nicht für diese Prozedur geeignet war. Flattern der Lider, unter Schock. Vielleicht konnte er nicht schreien, aber Schmerzen empfand er wie jedes Tier in höchster Todesqual. Schaum stand ihm vor dem Mund, als sie ihn zerlegten. Nie würde er das Geräusch vergessen, als sie sein Hirn entnahmen und es an eine Maschine anschlossen. Ab diesem Moment war sein Verstand geteilt. Ein Teil spürte den Schmerz seines Körpers, dem sie weitere nützliche Teile entnahmen. Doch dieser Schmerz war weit entfernt. Phantomschmerz, dachte er verträumt. Der andere Teil betraf sein Hirn, das von einem seltsamen Schwindelgefühl gequält wurde, seit es vom restlichen Körper getrennt wurde.

Donnerstag, 5. Mai 2011

Ankündigung

Demnächst erscheinen in diesem Blog Auszüge meines aktuellen Buchprojekts. Die Grundidee ist, in Zukunft den Lesern von Dirty Dichter eine exklusive Vorschau auf in Bälde erscheinende neue Titel zu bieten.

Dank an meine Fans,

Thomas Reich aka Dirty Dichter

Dienstag, 3. Mai 2011

Hyänen


Wettlauf mit den Hyänen
den Geifer links und rechts
sie hassen mich
weil ich meine Zähne
in ihrer Zunge vergrabe
den salzigen Geschmack von Blut

zitternde Kreaturen
die nur den Tod erwarten

mein Hass kennt keine Grenzen
den Kopf tief vergraben
in ihrem warmen Körper
scharre ich
nach ihrem ängstlich pochenden Herzen
meine Hände nun Klauen

wer ist die Bestie
in diesem Spiel
ist dies nicht mein Fleisch
das in Fetzen hängt
während die kahle Wüstensonne
mir das Hirn versengt?