Freitag, 30. September 2011

Manchmal sollte man ein Shirt von sich bloggen



Auch Dirty Dichter folgt dem Aufruf von zehnbar und steuert ein T-Shirt aus seinem neuen Shop hinzu. Die Orginal-Blogparade findet ihr auf Zehnbar's Blog.

Donnerstag, 29. September 2011

Aus dem Trott der Trottel


Strom
Gas
Telefon
Handy
Internet
Miete
Ratenkredit
GEZ
der Scheißkarren.

So viele schmiedeeiserne Ketten
dass ich
nicht mehr weiss
wessen Sklave ich bin.

Doch zum Glück
hat der Teufel
die Einzugsermächtigung erschaffen
sonst wären bei mir
schnell die Lichter aus.

Nicht zu fassen
in wievieler Menschen
Schuld wir stehen
noch lange
bevor der erste Schluck Kaffee
uns beruhigen kann
damit wir uns
freiwillig
in den neuen Tag ergeben.

Mittwoch, 28. September 2011

Fanshop


Nachdem ich immer wieder den Satz zu hören kriegte:  

Cool- mach das doch auf T-Shirt! 

habe ich einen Fanshop aus dem Boden gestampft. Da gibt es T-Shirts, Pullis, Taschen, usw. mit den Sprüchen, die ihr von meinen Bonmots her kennt.

Da ich damit auch für mich absolutes Neuland betrete, bin ich über Feedback sehr dankbar. Manche Sprüche hatten zuviel Text und fanden keine Verwendung im Fanshop. Wenn euch allerdings ein Bonmot fehlt, oder ihr einen bestimmten Artikel wünscht, den ich noch nicht anbiete, lasst es mich wissen. Nur so kann ich mein Sortiment nach euch ausrichten. Meinen Fans, die mir (hehehe!) dankbar die Stange gehalten haben. Und natürlich auch den Nichtlesern meines Blogs, die einfach einen geilen Spruch auf T-Shirt wollen.

Den Shop findet ihr im Menü am rechten Rand; bzw. direkt über www.dirtydichter.spreadshirt.de

Cheers,

Thomas Reich

Dienstag, 27. September 2011

Broken heart


Der Druck auf der Brust
schweres Atmen
gegen einen dicken Panzer
hoffe ich immer wieder
dass das Stechen nachlässt
trinke Saft
verbanne
meine heißgeliebten Zigaretten
sortiere Gedanken
die
quer übereinander liegen.

Ein Manischer flieht die Pause
wie der Alkoholiker
ein Glas Mineralwasser.

Die vielen Male
wo ich
mich selbst mißbraucht habe
geschunden
wie einen Ackergaul
oft nur
als Fortbewegungsmittel
für andere Personen gesehen

wo ich
mir selbst
das Herz gebrochen habe.

Ich habe mich
nie geliebt
und dennoch
ist es passiert.

Montag, 26. September 2011

Sonntag, 25. September 2011

Mandala


Farbspiralen trudelnd
Wolfsköpfe
die mich fressen wollten
ruhig ruhig
sich auflösend
in Wohlgefallen
nie habe ich
süßere Unendlichkeit geschmeckt
als in
einem Mandala.

Samstag, 24. September 2011

Laternengericht



Sie hat Helden gesehen
und Märtyrer
eigene Panzer
und fremde

nun ist der Asphalt
mit Gesichtern gespickt
so dicht
dass man die Straße
nicht mehr sieht

soviel Haß in soviel Augen
und der Wunsch
nach Gerechtigkeit

die Menge ist stumm
die Menge weiß was sie will
sie haben Seile dabei
vor ihnen
liegt das Regierungsviertel.

Wer
hat das Volk verraten?

Freitag, 23. September 2011

Donnerstag, 22. September 2011

Heimkehr


Manchmal
da verlierst du dich
im Gewirre der Menschen
stehst neben dir
während die Stunden
im Zeitraffer laufen
jedes Sandkorn
durch dich hindurchfällt

dich selbst in den Armen
wiegend
wie ein kleines Kind
das aus
einem schrecklichen Alptraum erwacht
und freust dich
tumb wie ein Narr
zurück zu sein.

Dienstag, 20. September 2011

Friss die Scherben


Dreh mich
wieder im Kreis
will nicht
und kann auch nicht
schlafen
eine fixe Idee
zu fix
um sie zu fassen
mit ihren leichten Schwingen
gleitet sie mir davon
und ich

renne Gedanken hinterher
die längst schon
in dunkle Gassen flohen
wo sie meinem Zugriff
nicht mehr

und lachten mich aus
den armseligen Wurm
der auf dem Teppich kriecht
um die Scherben seiner

einzusammeln und dann
wieder weiterzumachen
einen Kugelschreiber
um mir die Seele
aus dem Leib zu schreien
und sind doch nur Worte
leere Worte
auf Papier

die nichts können
nicht einmal fliegen

Sonntag, 18. September 2011

Abzweigung


Möchte das
nicht schon wieder sehen
wenn sich einer
Schritt für Schritt
aus der Realität ausklinkt

möchte das
nicht wieder sehen
wenn Menschen
denen man vetraut hat
eine Abzweigung nehmen
die einer
gut geölten Schlachtrampe gleicht
die das KADAVERVIEH
durch den Hecksler jagt.

Gesichter
kommen aus dem Regen
wenn du dich
dem Wahnsinn
anheim gibst

breite die Arme aus
um jeden Tropfen abzufangen
will nass werden
will geläutert werden

spüre ich doch
dass die Musik
sich ihrem Ende nähert
Worte verschwimmen
Akkorde verhallen
in der Leere
meiner Seele

und vielleicht auch deiner.

Freitag, 16. September 2011

Die perfekte Welle


Wenn die perfekte Welle kommt
darfst du dich nicht sträuben
nicht zögern
dich in
die Fluten zu stürzen
die Augen weit
wie ein kleines Kind
das das Leben
mit seinen Blicken
einsaugen will
die Arme ausbreiten
wie um die Welt
zu umarmen
die dich immer
getreten hat
mit staubigen Stiefeln

geh mit der Welle
sie wird den Schmutz abwaschen
lass dich treiben
atme
die salzige Gischt
greif nach den Möwen
ihren weißen Federn
reiß sie ihnen aus
und mach
Schreibkiele daraus.

Mittwoch, 14. September 2011

Bullenreiten


Ein kleines Mädchen
mit Sommersprossen
um die kecke Nase
saß
auf einem elektronischen Spieltier
in einem Einkaufszentrum
die blonden Zöpfe schaukelten
die Lichter blinkten
es war glücklich.

Unbeschwerte Nachmittage
mit den Eltern im Park
zwischen Eistee
und Butterbroten
Frisbeewerfen
der Familienhund
der seine Schnauze
in einen Maulwurfshügel grub
wie eine Vorahnung.

Die ersten Jungs
die ihr folgten
wie kleine Dackel
immer mit dem Schwanz wedeln
obwohl
weder die Jungs
es wirklich verstanden
noch sie
wirklich reif dafür war.

Sie freute sich
plötzlich
im Mittelpunkt zu stehen
wo man ihr doch
jahrelang
keine Beachtung beimaß
sie tat
was die Jungs von ihr verlangten
ohne zu zaudern
war sie denn nicht
die Beliebteste von allen?

Blitzende Lichter in der Ballnacht
doch ihr Begleiter
verließ sie
nach Mitternacht
und ihre glänzende Kutsche
verwandelte sich
in einen Heimweg
durch den strömenden Regen
zu Fuß.

Von Hilfsjob zu Hilfsjob
hangelte sie sich
am Leben entlang
stets die zwei Argumente im Schlepptau
die ihr am Ende
die Stelle verschafften.

Schöne Männer
mit hässlichen Seelen
haben sie verschlissen
ihr den Rückhalt verwehrt
wenn sie
einen ehrlichen Menschen
am nötigsten hatte.

Eine Frau
in knappen Shorts
saß auf
einem elektronischen Bullen
schwang den Büstenhalter über dem Kopf
wie ein Lasso
doch warum
war ihr Lächeln verrutscht?

Dienstag, 13. September 2011

Kalte Fusion


Das Abschalten des Reaktors
geschieht in zwei Schritten:

Der erste Austritt
aus der Gefahrenzone
der Austritt
aus dem Ich

Schutzmauern werden errichtet
ein kalter Mantel
senkt sich
über die Schultern

dann wird
die Kälte selbst
zum Problem

Schutzmauern werden errichtet
ein kalter Mantel
senkt sich
über die Schultern

bloß um
die Kälte zu ertragen

traurig so traurig
denn es ist eine Realität
die ich erschaffen habe
die meine Flucht
erst nötig machte.

Montag, 12. September 2011

Dorian


Mit Fingerfarben
immer wieder eingetaucht
das Blut
unter meinen Fingernägeln
alt & ranzig
zitternd
meine Konturen nachfahrend
die Perfektion
in jeder Linie
das verdammte Gesicht
eines Engels
wen kümmert es
dass seine Flügel
in zahlreichen Schlachten
abgeschabt worden
ob er fiel oder aufstieg?

Ein wahrer Gentleman
sollte nichts bedauern.

Stets das Bild vor Augen
was die Anderen
von mir haben
ein Bild in den Gazetten
für das ich
dutzende Handlanger bezahlte
die meinen Ruf reinhalten.

Samstag, 10. September 2011

Eine kleine Geschichte der Pornografie


Wenn man einmal
auf ein
achtlos weggeworfenes Herrenmagazin
stieß
dann versteckte man es
verstohlen
unter der Jacke
brachte es nach Hause
wo man es
sorgsam aufpäppelte
wie ein krankes Kind
die Knicke herausbügelte
und die Risse
mit Tesafilm verarztete.

Der Typ auf dem Schulhof
mit dem erotischen Kartenspiel
ich weiss noch
er war der King
auch wenn er
sonst nichts war
anerkennendes Schulterklopfen.

Man blieb länger auf
für den Softkanal
erlebte Peter Steiner
in der krachledernen Gemütlichkeit
bundesdeutscher Frivolität
die mehr zum Lachen bot
als zur Erregung.

Wir Deutschen
können einfach nicht ernst bleiben
wenn es um Sex geht
ertragen Erotik nicht
ohne sie
ins Lächerliche zu ziehen.

Heute
ist Pornografie
nur einen Mausklick entfernt
jagen wir Muschis
mit einer kleinen Maus
die nicht einmal
einen Schwanz besitzt
sondern einen USB-Anschluss.

Wo bleibt da der Respekt
vor der Pornografie?

Freitag, 9. September 2011

Hamsterkauf


Da die Börsen das Endzeitsonett in G-Moll anstimmen, hat sich auch der Reich zu Hamsterkäufen hinreissen lassen. Uber siebzig Euro habe ich bei Lidl liegenlassen, aber den Spass wars wert. Wichtig ist, auf lang haltbare und schwer verderbliche Lebensmittel zu achten. Ausserdem sollte die Vorratskammer immer wieder aufgefüllt werden, wenn etwas entnommen wird. Hier meine Liste:

Büchsfleisch
Bockwürste im Glas
Nudeln
Reis
Kaffee (Filter nicht vergessen)
Milch
Gemüsekonserven
passierte Tomaten im Tetrapack
Obstkonserven
Dörrpflaumen
Zwieback
Kekse
Tabak & Bier (kommt auch gut auf dem Schwarzmarkt als Tauschware)
Haushaltsreiniger
Deo
Rasierschaum & -Klingen
Klopapier

Eine Aktion, die zur Nachahmung unbedingt zu empfehlen ist. Je länger unsere Politiker den grossen Knall hinausschieben, umso lauter wird er. Habe ich in meinem Einkaufskorb etwas vergessen? Fügt es per Kommentar hinzu.

Mittwoch, 7. September 2011

Diskotoilette


Der Armrücken
schirmt die Neonsonne ab
die Leichtigkeit im Rücken
als ich
gegen die nackten Fliesen taumle

finde keinen Halt
bloß in den Haaren
in die ich mich kralle
es ist
als würde ich
eine Schaufensterpuppe ficken

von allen
die ich hielt
sah ich nur die Hinterköpfe
niemals ihr Gesicht

der Chromüberzug über der Welt
Installationen der Bedeutungslosigkeit

es könnte auch
das Haupt der Medusa sein
immer in Bewegung
während ich
zu Stein erstarre.

Dienstag, 6. September 2011

Die letzten paar Meter


Du zuckst zusammen
bei jedem Auto
das vorbeifährt
zitterst
wenn das Fensterglas klirrt
doch die Kälte
ist in deinem Herzen.

Das unbesorgte Glück der Kinder
ist dir ein Greuel
ihre Stimmen
die Schreie von Dämonen
ausgesandt
um dich zu plagen.

Im Salon
stinkt es nach totem Tier
seit der Papagei
ein falsches Wort
an dich richtete
und du ihm
kein Futter
mehr geben wolltest.

Nun sitzt du da
starrst
auf die vergilbte Raufaser
und wartest
dass die Botschaft erscheint.

Montag, 5. September 2011

Schreiorgie


Irgendwo hat Gott
einen grausamen Dirigenten
ins Fenster gesetzt
der sich
die Haare glattstreicht
kurz auf den Boden spuckt
und den Taktstock hebt

während ich
meinen Hass
in die Nacht brülle

FOTZE ARSCHLOCH HURENSÖHNE WICHSER

es ist fünf Uhr morgens
die Stadt
ist von allen Geistern verlassen
und ich
bin es auch

hilfloser Versuch
einen Infokasten
mit dem Schlüssel abzustechen
es will kein Blut fließen
das Glas vor der Welt
ist zu dick
um ihr
eine Wunde zu schlagen.

Sonntag, 4. September 2011

Tod der Lauchzwiebeln

An dieser Stelle ein trauriger Nachruf auf meine geliebten Lauchzwiebeln. Einst im Supermarkt gekauft, und dann zuhause eingetopft. Erst wurden ihre Halme immer dünner. Dann verdorrten sie einfach im Topf. Schnüff!

Möge Gott euch einen besseren Garten bescheiden.

Aus Gründen der Pietät ist dieser Beitrag ohne Bilder. Wollen wir sie so grün in Erinnerung behalten wie zu Lebzeiten. Beileidsbekundungen bitte am Bioabfalleimer abgeben.

Samstag, 3. September 2011

Symbolsprache


Briefumschläge
die auf Mails hinweisen
doch warum
fühle ich mich so stumm?

Home sweet home
der Anfang von allem
oder zumindest
einer Website
doch warum
fühle ich mich nicht zuhause?

Der freundliche Updater von nebenan
schaut auf eine Tasse Tee vorbei
und um mein System
auf den neusten Stand zu bringen
doch warum
fühle ich mich so veraltet?

Ein Paypal-Button unter allem
doch warum
fühle ich mich so verkauft?

In einer Welt
die nur aus Symbolen besteht
wirst du
eine Nummer sein
00 oder 01
irgendwann
musst du dich
für eine Seite entscheiden.

Was mag ein Archäologe
einmal über uns denken
wenn er
unsere Cyberschriften
zu entschlüsseln versucht
wie die Keilschriften
der alten Sumerer
wird er verstehen
dass wir es
nicht besser wussten?

Freitag, 2. September 2011

Schweiß


Eine Landkarte
von großen Flüssen & kleinen Adern
von stickigen Tümpeln
und sanften Ufern
das Netz
kleiner salziger Linien
die von dir
h
e
r
a
b
t:r:o:p:f:e:n

glitschig wie zwei Wiesel
die sich
in der Falle winden
dein Atem
der nach kalten Fritten schmeckt
dein Mund
der Worte verschließt
die niemals fließen dürfen.

Wir wollen doch alle
den professionellen Anstrich bewahren
nicht wahr
Schätzchen?

Von dem Geld
das auf meinem Nachtisch liegen bleibt
darf ich nur
einen Bruchteil behalten
den Rest liefere ich ab
die Alternative
bestände aus
zwei gebrochenen Daumen.

Manchmal
da möchte ich
nur bei meiner Familie sein
der ich das Geld schicke
doch sie haben
meinen Pass verbrannt

die Männer
hinter den Sonnenbrillen.

Donnerstag, 1. September 2011

Erntezeit



Draußen auf den Feldern
dreschen die Bauern
das Korn
schlagen Ähre um Ähre nieder
bis die Pflanzenstengel
zerfasert
zu Boden gehen.

Der strohige Geschmack
als wäre dem Essen
zuviel Knoblauch
zugefügt worden
alter Schweiß in neuen Flaschen
Staub in der Luft
der die Nase kitzelt
die Schläge
die Hitze
und mit einem Mal
ist alles vorbei.

Wenn alles
schal und abgestanden
vom Leben aufgebraucht
als wärs nur
ein Wegwerfartikel
wanke ich unsicher
über brennende Stoppelfelder
und sammle
die leeren Hülsen
wie die Überreste
eines Krieges.