Montag, 31. Oktober 2011

Alex reloaded


Auf dem Bildschirm
in Endlosschleife
ein offener Youtubekanal
die Lautsprecher ausgeschaltet
glaubte wohl
der Worte
seien nicht mehr nötig

Schläge in den Bauch
Schläge in die Fresse
den Geschmack kalten Linoleums
auf den Lippen
wie das eigene Versagen

der hilflose Versuch
gegen Windmühlen zu kämpfen
die nur aus Armen bestanden
dabei kannte er sie alle
alle
die mitgemacht hatten
vom Schulhof

kannte ihr Lachen
kannte sein eigenes Gesicht
zerschunden & verkratzt
auf Dutzenden von Handys
und später im Netz.

Doch Alex
loggte sich aus
es war seine Mutter
die ihn fand.

Samstag, 29. Oktober 2011

Hardware


Es ist hart
zur Ware zu werden
ein Logo
in die Haut gebrannt
wie das Viehsiegel.

Du bist eine Marke
du bist ein Produkt
du bist wertvoll
für Marketingforscher
& Werbefachwiesel.

Wieder die Metallstäbe
die durch meine Haut schießen
sind mir auf den Fersen
das Bolzenschussgerät
im Anschlag
Visier herunter
Gitter gekippt
die Zeiten stehen auf Sturm.

Ängstliches Muhen
in den Koben
neben mir
die wissen nur zu gut

WIR KOMMEN AUCH NOCH DRAN

Ich hingegen
weiss
wann ich an der Reihe bin
aber
es ist kein Trost.

Freitag, 28. Oktober 2011

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Gedankenschmiede


Hello, folks!

Ich freue mich, euch eine neue Kategorie in meinem Blog vorstellen zu können. Unter "Homestory" wird Dirty Dichter schmutzige Kapitel aufschlagen. Er wird euch teilhaben lassen an seiner Einstellung zu Literatur, zum Bloggen, zu Gedichten und Inspirationsquellen. Kurzum- der ganze Schmodder, der ihm so durch sein krankes Hirn geht.

Zum Start der neuen Reihe zeige ich euch die Gedankenschmiede, wo alle neuen Gedichte und Bonmots enstehen. Ja, eigentlich nur ein Ausschnitt. Denn Gedichte kann ich von jedem Rechner dieser Welt posten. Dies aber ist mein persönliches Refugium, wo ich mich von der Welt zurückziehe, um über die Welt zu schreiben. Fühlt euch willkommen, als ob ihr mir bei meinen dreckigen Versen direkt über die Schulter schauen könntet.

Gruß,

Dirty Dichter

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Veranda


Liege
auf der morschen Veranda
werfe
zerknüllte Bierdosen
in die Luft
knalle sie ab
wie räudige Hunde.

Peng! Peng! Peng!

Jeder Schuss
lässt mich zusammenzucken
wie auf dem Jahrmarkt
wo ich dem Teddy
die Augen blutig schoss.

Drücke meine Zigaretten aus
auf unsichtbaren Tieren
die nur
für dich da sind
sie rennen nicht davon
nur ihre Blicke
wenn die Glutspitze
in ihrem Fell
verglüht
die kann ich nicht ertragen.

Die Sanftheit deiner Haut
bildete einen Ruhepol
zu meinen derben Worten.

Montag, 24. Oktober 2011

Loblied auf die Lobbyisten


Es ist traurig
wie wenig die Menschen verstehen
vom Wert des Geldes
das aus ihrer Tasche gezogen wird.

Was man davon
alles kaufen könnte:
ein neues Auto
ein Smartphone
einen Tag Überleben in Afrika
oder
einen Politiker freier Wahl.

Wer gut schmiert
der gut fährt

tönen die Parolen
von den Schneckenhäuschen
Schleimspuren ziehend
löchern sie unsere Parlamente
wie einen faulen Apfel.

Unsere Parteiendemokratie 
muss gut sein
sonst hätten die Lobbyisten 
sie nicht 
so teuer eingekauft.

Sonntag, 23. Oktober 2011

App


Lade mich
wenn du
dich einsam fühlst
und dein Herz
in Fetzen hängt
wie Krähenkadaver
auf einer Wäscheleine

installiere mich
in deiner Seele

trage mich
jeden Tag
in deiner Handtasche
lausche dem Piepsen
aus der Dunkelheit

ich bin ewig für dich da
oder
bis zu dem Tag
wo du
meiner überdrüssig wirst
und mich löschst.

Samstag, 22. Oktober 2011

Virtuelle Fachbibliothek Germanistik


Nun ist Dirty Dichter auch für das Fachpublikum Germanistik gelistet. Denkt an mich, wenn ihr einen saufen geht. Denkt an mich, wenn ihr die Nächte durchmacht bis die Tage grau werden. Denkt an mich, wenn ihr euch durch die Semesterparty vögelt. Und vielleicht auch, wenn ihr euch mit neuer deutscher Literatur auseinandersetzt.
Wenn ihr einem Freund einen interessanten Blog weiterempfehlen wollt. Wenn ihr noch ein cooles Partyshirt sucht. Oder Bock auf neue Gedichte habt. Dann ist Dirty Dichter für euch da. Mit seinem patentierten Schandmaul.

Danke und ein erfolgreiches Studium

wünscht Dirty Dichter

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Lichtspielhaus


Nun sind alle Lichter aus
der letzte Vorhang
erloschen

und doch
begebe ich mich
noch einmal die Stufen hoch
durch ein enges Treppenhaus
wo sich die Massen
bis ins Erdgeschoss stauten
wenn ein Blogbuster lief
wer zu spät kam
den bestrafte das Leben
mit einem miserablen Sitzplatz.

Die Eintrittskarten
kamen vom Band
aufgerollte Löschpapierträume
die nur so bunt sein konnten
wie die Realität
die wir uns
eingeworfen hatten.

Jeder kannte jeden
wie hätte es auch
anders sein können
wo unsere Knie
sich doch berührten.

Rülpsen und
das Rascheln der Chipstüten
erschienen uns realer
die Gemütlicheit
eines ausgeleierten Clubsessels
im Rücken.

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Werbepartner gesucht



Keiner lässt sich gerne verarschen, richtig? Warum sollte man sich sinnlos von Werbung zumüllen lassen, die einem keinen Nutzen bietet?

Genau aus diesem Grund habe ich Adsense vor kurzem aus meinem Blog gekickt. Miserable Klickraten, nicht messbare Umsätze. Ziellose Werbung ist und bleibt Spam. Und nun bin ich wieder so unverschämt, nach Werbepartnern zu suchen.
Warum ich das mache? Weil ich euch etwas bieten will. Links zu anderen Seiten, die ein ähnliches Feld beackern. Werbepartner auf gleicher Augenhöhe. Folgende Bereiche dürften interessant sein:

- Poetry Slam
- Literatur
- Gedichte
- Kulturportale

Meine Fans dürfen sich gerne melden, wenn ihnen weitere Bereiche einfallen, zu denen sie sich weitere Infos vorstellen könnten.

Werbetreibende dürfen sich gerne melden, die ihre Affilate/Bannerwerbung bei mir platzieren wollen. Tarife? Die gleichen, wie bei Ihren anderen Geschäftspartnern auch.

Rückmeldungen bitte per Kommentarfunktion im Anschluss an dieses Posting anfügen.

Greetz,

Dirty Dichter

Dienstag, 18. Oktober 2011

Schlafschafe


Psst
weck sie nicht auf
sie schlafen gerade so schön
kein Grund
ihnen zu sagen
dass über ihrer Weide
der rote Blutmond hängt
wie ein Fanal in den Wolken
wir haben doch nichts davon
wenn wir
sie verunsichern
gerinnt ihnen doch
die Milch im Euter
und wir können sie
nicht melken
wie es Generationen
und Generationen und Generationen
von Schäfern
vor uns getan haben.

Solange
sie an ein sanftes Schicksal glauben
werden sie
uns die Milch liefern
die wir brauchen.

Montag, 17. Oktober 2011

Grüß dich


Grüß mir diesen
grüß mir jenen
grüß sie mir weit und fern
egal wie weit sie weg sind
denn eigentlich
können sie mich am Arsch lecken.

Altherrengedenk
wie Postkarten
mit Strandmotiven
die doch nur verkünden
wie schön das Wetter ist
und wie warm der Pool
(denn ins Meer
trauen sich diese Feiglinge nicht
weil All-Inclusive
nur auf dem Grundstück
des Hotels gilt
und man will sich
ja erholen)

ein paar wenige tumbe Worte
die
in eine SMS gepasst hätten
oder eine Statusmeldung
bei Facebook.

Gott zum Gruße
dabei die Hand
stramm erhoben
wie ein Naziarm.

Samstag, 15. Oktober 2011

Kataloggesichter


Haben sie überhaupt eine Seele?

Oder sterben sie
tausend kleine Tode
wenn ich
die Seiten umschlage?

Manchmal frage ich mich
wie ich wohl
reagieren würde
wenn ich
einem von ihnen
auf der Straße begegnete.

Vertrauensvolle Vaterfiguren
treusorgende Hausfrauen
Mädchen mit gezurrten Zöpfen
Jungs die nie rebellieren
dabei
wollen sie doch nur verkaufen:

T-Shirts aus indischen Färbereien
geätzte Lunge, kleines Übel
schnell zusammengeleimte Plastikschuhe
mit denen die Chinesen
die westliche Welt überfluten.

Gesichter einer heilen Welt
die nur noch
in Katalogen existiert
Gesichter
der neuen Kolonialherren.

Freitag, 14. Oktober 2011

Schlafwandler


Warum klage ich?
Habe ich nicht
frische Spreu im Überfluss?
Ist mein Napf
nicht verführerisch gefüllt?
Ist das Gift im Wasserspender
nicht süß genug
die bittere Beinote
am Ende ich selbst?

Die Speichen im Hamsterrad
enger gespannt
schneiden
in meine Haut
nicht anders
als ein Fischernetz
das mich hochreißt
in eine Welt
voller Licht voller Sauerstoff
wo meine Lungen platzen
und das letzte Bild
das von der Sonne ist
die ich nie gekannt habe

und jetzt
wo es zu spät ist
nur ein müdes Bedauern.

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Deutsches Literaturarchiv Marbach


Mit der Listung im Literaturverzeichnis wurde Dirty Dichter zur Gegenwartsliteratur erklärt (Zu finden unter der Suchanfrage "Thomas Reich". Damit einen herzlichen Salut an alle kommenden Leser, die meinem Blog die Ehre erweisen. Ich bin auf dem richtigen Weg, lange schon. Für euch da draussen mache ich das.

Okay, ich schreibe diesen Blog, weil ich Spaß daran habe. Weil ich gerne Geschichten erzähle. Und ja, weil ich Gedichte und Bonmots brauche wie ein Junkie seinen Schuss.

Karma, Folks


Zum DLA:

Die Bibliothek des Deutschen Literaturarchivs Marbach sammelt, erschließt und archiviert die neuere deutschsprachige Literatur. Seit 2008 nimmt das DLA diesen Sammelauftrag für Netzpublikationen wahr und archiviert ausgewählte Online-Publikationen auf der Plattform Literatur im Netz, um sie für die wissenschaftliche Forschung langfristig zur Verfügung zu stellen. Literarische Zeitschriften, literarische Weblogs und Netzliteratur werden erschlossen und im Marbacher Online-Katalog Kallías, im Verbundkatalog der Südwestregion (SWB), in der Zeitschriftendatenbank (ZDB) und in der Virtuellen Fachbibliothek Germanistik nachgewiesen. Die technische Archivierung der digitalen Dokumente geschieht im Online-Archiv des Bibliotheksservice Zentrums Baden-Württemberg.

(entnommen aus dem freundlichen Schreiben der DLA Marbach)

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Menschenfresser


Fluchend durch den Laden
den Kopf
in einer Wolke
meine eigene kleine Welt
leider ist sie
von widerlichen Insekten bevölkert
rote Wutblitze
krachen zu Boden.

Ein Angestellter
nähert sich widerwillig
man muss ja
mit dem Kunden reden
auf ihn zugehen
auch wenn es sich
um eine Schlange handelt
der das Gift
aus den Fangzähnen tropft.

Ich kann
seinen Angstschweiss riechen
sehe
das Flackern in seinen Augen
weil er weiss
dass ich fähig bin
ihn
aus seinem billigen Anzug zu kloppen
und ihm
seine Krawatte zu fressen geben könnte
er weiss
dass ich es weiss
auch seine
blankpolierten Budapester
verschaffen ihm
keinen sicheren Auftritt.

Dienstag, 11. Oktober 2011

Challenger


Scheiße Mann
der Vogel schmiert ab
Mach zehn
verlieren Druck
schnallt euch an
wenn ihrs vorher
nicht getan habt
dann jetzt
betet
dass der Wiedereintritt
in die Realität
uns nicht in Fetzen..."

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#
#

Und in dem Moment
bevor alles kippt
ist es so still
dass man
eine Stecknadel fallen hört
doch in Wahrheit
ist es das Prasseln
hunderter Bleistifte
die aus den Filzhüten
der Reporter fallen

dann erblüht eine Rose
aus Flammenkelchen.

So bitter das Leben auch ist
schenkt uns Gott
in seinen schlimmsten Momenten
einen Strauss aus Blumen
auch wenn es
nur zum Abschied ist.

Es waren sieben
genau sieben
ich habe nachgezählt
sieben Sterne
die aus dem Himmel fielen.

Sonntag, 9. Oktober 2011

Leben für die Glut


Liege lachend im Halbmond
der Lagerfeuergesichter
im Rücken nur
das Wurzelgeflecht
das in meine Wirbelsäule drückt
lache
als wenn es
kein Morgen mehr gäbe
vielleicht
gibt es ein Morgen
wenn ich der Realität
nur feixend genug
ins Gesicht lache

doch solange nur
das Flackern einer Kerze
einen Widerschein
den ich
bis ans Ende des Tunnels verfolge
in der Hoffnung
ich könnte
das Rennen gewinnen

rotes Knistern
Funkenstoben in der kalten Nacht
schon Tau
auf meinem klammen Denim
Brandflecken
weil Prometheus
dem Feuer zu nahe kam
nichts von alledem
tut mir weh
viel zu weit
bin ich ins Feuer
vorgedrungen

es werden
die Arme kommen
die mich forttragen
einfach nur aus dem Mitleid
dass man mich
nicht so
liegen lassen kann.

Freitag, 7. Oktober 2011

Schläger


Hätte ihn nicht
halbtot schlagen sollen
denke ich mir
solche Typen
geben erst Ruhe
wenn man ihnen
das kleine bisschen Hirn
aus dem Schädel schlägt
letzte Gedanken
wie ausgespuckte Zähne
im Rinnstein verteilt.

Ich hätte ihm
nochmal
in die Rippen treten sollen
sehen
ob er wirklich hinüber ist.

Leider
hab ich's nicht getan
nun haben mich
seine Freunde eingeholt
nageln mich auf ein Brett
grinsen höhnisch
lassen
die Eisenketten rasseln
mit denen sie
mich gleich verwamsen werden
bis ich Blut speie.

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Waschbrettbauch


Von allen Plakatwänden
strahlen sie
mit ihren Waschbrettbäuchen
kastrierte Männer
die nie
ein Bier trinken
oder eine Tüte Chips
aus dem Stehgreif
vernichten würden.

Sind sie real
oder nur ein Truggespinst
aus dem
Adobe Photoshop?
Sollen wir wirklich
so aussehen
uns kasteien
bei jeder Mahlzeit?

Stolz
schiebe ich
meinen Wanst
über den Bund
und lasse
den Gürtel verschwinden.

Montag, 3. Oktober 2011

Hades


Darf ich dich
auf die andere Seite bringen?

Sieh den Fluss
der aus Tränen gemacht
schwer und salzig
stumme Schreie
formen Blasen
in der Melasse.

Darf ich dich
auf die andere Seite bringen?

Du brauchst
keine Angst zu haben
vor all dem Getier
das sich im Wasser ahlt
sie sind schon tot
noch bevor sie es merken.

Darf ich dich
auf die andere Seite bringen?

Meine feste Hand
hält das Ruder
während deine
noch zittert.

Was auch passiert
ich bringe dich
durch den Sturm.

Sonntag, 2. Oktober 2011