Mittwoch, 30. November 2011

Die Verantwortung als Blogger


Früher wusste ich nicht, für wen ich blogge. Wie einfach das doch war. Heute kenne ich meine Leserschaft sehr genau. Was bedeutet das für mich?

Dass es da draussen Menschen gibt, die ich mit meinen Texten bewege. Dass ich mich nicht mehr so einfach aus der Verantwortung stehlen kann. Mit der verstärkten Aufnahme von gesellschaftlichen und politischen Themen in meine persönliche Agenda hat sich auch mein Publikum verändert. Weiterhin wahre ich den ethischen (und auch juristischen) Anspruch, keine Personen direkt in meinen Texten zu exponieren. Ich will zum Nachdenken anregen, nicht persönlich beleidigen. Auf dieses Stammtischniveau kann ich mich als Künstler nicht herablassen.

Dennoch nehme ich mit meinen Gedichten und Bonmots aktiv am gesellschaftlichen Wirken teil. Ich weiss, dass ihr da draußen mich hört. Wenn ich euch richtig erzogen habe, misstraut ihr auch meinen Worten. Ich habe euch gelehrt, alle einfachen Weisheiten zu hinterfragen. Das ist gut so. Fühlt euch weiterhin ermutigt, meine Texte so zu interpretieren, wie ihr es für richtig haltet. Lebendige Gedichte lassen mehrere Möglicheiten offen. Nehmt euch, was ihr braucht, um euch besser zu fühlen.

Ich habe begonnen, Verantwortung zu übernehmen. Ich begreife, was meine Worte auslösen können. Was es heisst, ein Künstler zu sein. Die Gesellschaft zu verändern. Dazu habt ihr beigetragen. Ich stehe in eurer Schuld, die ich mit neuen Gedichten abstottere.

Dirty Dichter 

Dienstag, 29. November 2011

Bügelfalte


Deiner Familie
gehört ein Autohaus
warum sich Sorgen machen
Frau und Kinder sind versorgt
dein Eigenheim
mit dem unterwürfigen Hausmädchen
und den Gärtnern
die außer Rasenpflege
nichts gelernt haben.

Mittags
da gönnst dur dir gerne
ein Standardmenü
im Restaurant
um die Ecke
hebst jeden Bon auf
für die Steuer

TEUER TEUER
DIESE STEUER

Nimmt man dir
den Streckverband aus Flanell
so zeichnet sich
die Bügelfalte
auf deinem Bein ab
nicht mehr
aus der Haut zu schütteln.

Montag, 28. November 2011

Pariah


Die Haut brennt wie Feuer
meine Fingernägel hinein{gegraben
tief ins wunde=Fleisch
warm & pulsierend
spüre ich den Mahlstrom
meines Herz!schlags darunter
versuche
die Ameisen
unter meiner Haut
heraus{zu=!reißen
und hole mir doch nur
blutige Pfoten
wie ein Kaninchen
in der Schlinge.

Zu wissen
dass ich ein Pariah bin
und
kein Tier der Welt
mich berühren könnte
um mir
die tiefe Einsamkeit
aus dem Herzen zu !reißen
die da p:o:c:h:t
wie ein schwarzer Tumor
mich erlösen
ohne mir rostige Nägel
in die Handflächen zu schlagen.

Sonntag, 27. November 2011

Wer Gefühle investiert

https://www.flickr.com/photos/29335908@N00/4621707244
...sollte Trinkgeld bekommen!

Samstag, 26. November 2011

Stimmabgabe


Unsere Stimme gehört nicht uns
alle vier Jahre
geben wir sie ab
schmeißen sie treu ergeben
in einen grauen Kasten
der einem
ramponierten Briefschlitz gleicht.

Fiebernde Stammtische
verfolgen
die aktuellen Hochrechnungen
hoffen
dass die teure Stimme
das Land verändern wird
anstatt
wieder und wieder
von den gleichen Lügen
geködert zu werden
(die Hoffnung stirbt zuletzt).

Feiglinge wollen vertreten werden
zu groß die Angst
vor eigener Verantwortung.

Wenn wir unsere Stimme
für so wertvoll halten
warum also
geben wir sie
am Wahllokal ab
wie eine
zu eng gewordene Jacke?

Freitag, 25. November 2011

Auf dem Rücken der Welt


Mann und Frau
Mann und Mann
Frau und Frau
passen nicht zusammen

Geschlechterkonturen verwischen

der Mensch
ist nur gesellig
solange es um bierselige Freundschaft geht
die Liebe
war ihm stets
ein guter Auftakt
um Krieg
vom Zaun zu brechen.

Wir sind nur glücklich
wenn wir uns
zerstören können
austreten
wie eine Zigarette
unterm Stiefelabsatz.

Tosen in den Diskotheken
landauf landab
wo sich die Primaten
das Hirn
aus dem Schädel vögeln
der kleingeistige Hass

enger
als jede Möse
rücksichtsloser
als jeder
Knüppel aus dem Sack

reden von Liebe
verlogen
wie ein Rudel Affen
und haben doch
nur eins im Sinn.

(Dieser Text nimmt auch an der Blogparade auf dem Schmerzwach-Blog von Jannis teil.

Mit besten Bloggergrüssen,

Dirty Dichter)

Donnerstag, 24. November 2011

Der Mann mit der Brille


Welches Accessoire ist aus dem Gesicht des Literaten nicht wegzudenken? Die klassische Hornbrille.

Klobig muss sie sein & schwarz. Es muss ihr ein Hauch von Bohème anlasten und Dekadenz. Sie allein aus Mode zu tragen, wäre eine Sünde. In ihrer reinen Form ist sie ein Statement, das Erkennnungszeichen einer subversiven Kaste. Wer sie trägt, entscheidet sich bewusst zur Brille. Wenn schon blind wie ein Huhn, dann wenigstens mit Niveau. Ich habe mich entschieden.

Mittwoch, 23. November 2011

Die besten Jahre


Über den Rand der Zeitung
beobachte ich
dein zerzaustes Haar
das in den Ansätzen
soviel Grau zeigt
deine Lippen
die ohne Lippenstift
so schmal und verbissen aussehen
deine müden Augen
deren Schatten sonst
in den Tiefen des Schminkkastens
verschwinden.

Der Kaffee schmeckt scheusslich
wie von gestern
sinnlos nach Schuld zu suchen
wer keinen Frischen gemacht hat
und nur die alten Reste
neu aufkochte.

Ich wünschte
du würdest mich sehen
unrasiert & hilflos
wie ich mich
hinter dem Wirtschaftsteil
meiner Zeitung verstecke

doch deine Augen
hängen
an den Lippen des Fernsehsprechers
auch wenn es
das banale Format
eines Morgenmagazins ist
so ist es doch besser

als das hier.

Dienstag, 22. November 2011

Sacksünder


Ja es ist passiert. Ich habe gesündigt. Auch die Besten können nicht ewig den Verlockungen widerstehen. Manchmal ist das Verlangen nach einer schnellen Befriedigung zu mächtig. Was wäre ein Schweinepriester, wenn er nicht einmal die Sünden kostete, die er dem Volk predigt?

Ich habe alle moralischen Bedenken über Bord geworfen und einen Sack unserer hochdekorierten Lebensmittelindustrie aufgemacht. Und das nur, weil ich wenig Zeit und Bock hatte, und mich dem Dämon Hunger unterwarf. Pfui! Schande über mein Haupt!

Zu meinem Ensetzen empfiehlt der Hersteller ernsthaft, das trockene Pülverchen mit Wasser und ein paar Champignons aus der Dose zu versetzen! Warum ermutigt er nicht die Konsumenten, Fertigprodukte mit frischen Zutaten wenigstens einigermaßen "gesund" zu gestalten? Oder gibt es da geheime Absprachen mit den Dosenlieferanten?

Aber Dirty Dichter wäre nicht Dirty Dichter, wenn er nicht alle Warnungen in den Wind schießen würde: Ich habe frische Champignons verwendet!

Montag, 21. November 2011

Grüner Daumen


Einaug sei wachsam
bevor sie dir
das Zweite auch noch nehmen
denn auf dem Zweiten
da sieht sich's
bekanntlich besser

denn Demokratie
ist ein zartes Pflänzchen
was gegossen werden will
von den Wasserwerfern
der Staatsmacht
mit dem grünen Daumen
den sie
in jeden Topf & jede Primel
stecken müssen
um das Wohlgedeihen der Bürger
sicherzustellen

wer weiß
welche Triebe
ihnen noch entwachsen würden
wäre da nicht
der strenge Gärtner
mit der Heckenschere.

Sonntag, 20. November 2011

Kurz- und kleingeschnitten


Jedes Mal
wenn ich beim Friseur sitze
betrachte ich
meine Haarbüschel auf dem Boden
und frage mich
ob ich sie
dem Winterhilfswerk spenden soll
damit sie
Filzpantoffeln daraus machen

besser freiwillig
bevor die feinen Herren
sich wieder
alter Traditionen besinnen
so frisch
so fromm
so fröhlich
(so frei?)

Glücklich schätzen sich jene
die Freiheit noch schmecken
den kalten Hauch
auf ihren Bürstenschnitten
das Fähnlein im Wind.

Freitag, 18. November 2011

Waldläufer


Nicht genügend Zeit
um nachzudenken
nur noch
um die Beine in die Hand zu nehmen
die Alten hatten recht
aber wir Narren
haben es
ja nicht glauben wollen.

Zweige peitschen mir
die Wangen blutig
weiss nicht
ob die Tränen
aus Wut sind oder aus Scham

Leuchtkegel trommeln in den Boden
wie Flakscheinwerfer
hatten wir überhaupt
genügend Seile dabei?

Allein im Wald
meine Mistreiter
den wilden Hunden
zum Opfer gefallen
nur ich
bin noch im Rennen
und hetze
als ginge es
um mein Leben.

Was haben wir getan?

Donnerstag, 17. November 2011

Haben Blogs eine Seele?


Viele Blogs bestehen nur aus Bildern & Videos. Das beweist einen bestimmten Geschmack, aber keine Seele. Andere Blogs gleichen lebenden Toten, deren letzte Aktualisierung Jahre zurückliegt. Aber was macht die Seele eines Blogs aus?

Ein gut geführter Blog gleicht dem kleinen Italiener um die Ecke. Der Inhaber begrüßt jeden Gast mit Handschlag, drückt ihm eine übersichtliche Karte in die Hand und lässt ihn wählen. Dabei sollte die Küche einen klaren Stil erkennen lassen, der den Gast zum Wiederkommen bewegt. Und wenn es geschmeckt hat, bringt er nächstes Mal ein paar Freunde mit.

Es ist angerichtet meine Lieben, wohl bekomm's!

Mittwoch, 16. November 2011

Burnout


Du glaubst
es wäre alles ein Spiel
auszutesten
wo die Grenzen liegen
dem Esel mehr draufzupacken
solange er
den Berg hochkommt
ist alles okay.

Nichts ist okay
wenn die Nächte
sie enden nicht mehr
diese Nächte
voller Arbeit
driften in die Tage
grobkörnig & grau
denkst

das kann ich auch noch

steckst dabei
eine Zigarette an der anderen an
kratzt dich an den Rippen
nur als Vorwand
um dich selbst festzuhalten
damit du
dir nicht abhanden kommst

manchmal
da verdrückst du eine Träne
merkst es nicht einmal
wunderst dich nur
warum
deine Backen so nass sind

das taube Gefühl
gegen den Kalender zu verlieren
der genau weiß
welchen Monat wir schreiben
und welchen Tag

im Gegensatz
zu dir.

Montag, 14. November 2011

Zinseszins


Rascheln in den Bilanzen
leises Aufstöhnen
hinterm Bankschalter
Girogebühren
als Wichsvorlage
der besseren Gesellschaft
die Bankster
ein Heer nimmermüder Rechtshänder.

Nachmittags
gönnt man sich einen Brandy
danach begeben sich
die feinen Herren
in den Spielsalon

um sich am Ende
eines gelungenen Tages
feist
auf die Schulter zu klopfen
mit denselben Wichsgriffeln
mit denen sie
am Morgen
die neusten Kredite gesichtet haben.

Die Händler
die Jesus einst
aus dem Tempel warf
haben dazugelernt:

Sie haben ihren eigenen Tempel errichtet.

Samstag, 12. November 2011

Wühltisch des Lebens


Tausend Hände
die mich berührten
angewidert
zwischen ihren Fingern drehten
nach kleinen Rissen suchten
und Farbabweichungen
bloss
um einen Rabatt rauszuschlagen
sich eines besseren besannen
und mich
wieder zurücklegten.

Den roten Kleber
mit dem Sonderangebot
wie einen Verband
über die Augen gezogen
so stramm
dass in meinem blinden Gefängnis
nicht einmal Platz war
für Tränen.

Du hast mich mitgenommen
hältst mich nestwarm
in deinen Händen
wie einen Schatz.

Ich habe Angst
vor deiner Wohnung

wo ich wieder
im Regal verstaube
zwischen all den Dingen
die du
aus dem Alltag gerettet hast.

Freitag, 11. November 2011

Die Wahrheit?



In letzter Zeit erschrecken mich einige Kommentare auf Facebook und in meinem Blog. Offensichtlich nehmen viele von euch meine Gedichte für bare Münze. Doch wieviel Wahrheit steckt zwischen den Zeilen?

Verdammt wenig. Durch das Romanschreiben bin ich zu einem Geschichtenerzähler geworden. Nicht viel anders drücke ich mich in meinen Gedichten aus. Ich schaffe Charaktere aus dem Nichts heraus, die allesamt reichlich wenig mit mir selbst zu tun haben. Betrachten wir es als eine Art Maskenball: Für einen kurzen Moment kann ich jemand anders sein. Eine infantile Freude, zugegeben. Aber wollen wir nicht alle spielen?

Ich will gute Poesie abliefern, mehr auch nicht. Wenn es um einen Seelenstriptease geht, gebe ich anderen gerne den Vortritt. Dirty Dichter ist eine Kunstfigur. Laut, lärmend, schmerzhaft.

Thomas Reich

Donnerstag, 10. November 2011

Hurensohn


Wenn noch einmal
der Kellner
mit der Erdnussschale kommt
dann sehe ich mich genötigt
ihm eins
in die Fresse zu schlagen.

Es ist lange her
und aus deinen Augen
spricht ein Faltennetz
von der Zeit
die zwischen uns liegt
Jahre des Schweigens
ohne eine Postkarte
ohne einen Gruss
und nun
weiss ich nicht
was ich
mit dir anfangen soll.

Mit dem Gutwillen eines Malers
der in seiner Palette
die gemeinsamen Farben
der Menschen sieht
und sie
zusammenführen will
kann man sie sehen
die feinen Linien
in meinem Gesicht
und in deinem.

Tausend Vorwürfe
im Dunkeln ausgesprochen
doch niemand da
der Antwort gibt
tausend Mal dich verflucht
und doch gehofft
auf den Tag
wo du wieder
in mein Leben trittst.

Ich wünschte
der Kellner käme
um die peinliche Stille
zu beenden.

Dienstag, 8. November 2011

Auf ewig jung


Warum Muskelshirts
über ausufernden Chipsfriedhöfen
warum
die Sonnenbrille lässig im T-Shirt-Rand
warum Sneaker
in den grellsten Farben
mehr Schuhe im Schrank
als ein Weib
das vielleicht bei Würde ist
aber nicht bei Verstand
warum die Haare verwuschelt
im coolen Out-of-bed-look
wenn es nur
eine Stirnglatze umrandet
warum die Augenbrauen rasiert
wie ein Zebra
warum die ausgefransten Jeans
wie die aufgeplatzte Hülle einer Echse
dabei blasse Stellen Fleisch
wie Wundmale präsentiert
warum das Radio
immer noch voll aufgedreht
dass die Bässe wummern
warum die Charts
als wären es
die zehn Gebote
die Moses vom Berg brachte

warum so tun
als hätte die Pubertät
nie geendet?

Sonntag, 6. November 2011

Autounfall


Sieh den Porsche nebenan
wie er mich
von rechts überholt
Erdbrocken fliegen
als er
den Standstreifen pflügt
warte
auf das Siegerfoto
der Radarritter
und doch weiss ich
dass die Abzüge
mein Konterfei enthalten.

Habe mich
mal wieder selbst überholt
ausgebremst
mit Lichthupe
kreuze die Arme
vor dem brechenden Blick
während ich
den Abgang mache
über die nächste Böschung
Freiflug
in den Autobahnhimmel
teergrau
bis ich mich überschlage.

Und noch
während ich aus den Trümmern krieche
blutend
aus unzähligen Wunden
die wohl alle
auf mein Kerbholz gehen

(die Zeit der Lügen
ist vorbei
auch die
die ich mir selbst
mit Genuss auftische
den Kellner
beim Trinkgeld bescheiße)

schirme ich meinen Blick
vor dem Feuerschein am Horizont
wo meine Trümmer
lichterloh
in Flammen aufgehen
dabei
würde ich es wieder tun.

Samstag, 5. November 2011

Drecksau


Alt & grindig
in einem Krankenbett
das den Schweiß
meiner feuchten Träume trägt
die Fenster
seit Tagen nicht gekippt
stickige Luft
lässt jedes Staubkorn
klar erkennen wie im Mikroskop

das kleine schwarze Buch
mit meinen Liebschaften
zerfleddert & ausgelesen
das Telefon stumm
Keine ruft mehr an
und auch ich
traue mich nicht mehr
den Hörer zu ergreifen
oder auch
nur eine Initiative.

Nun vermag
nur noch
das improvisierte Schauspiel
meiner Sackläuse
mich zu erheitern

der tägliche Besuch
des Krankenpflegers
den ich
mit ein paar Anekdoten
aus meinem SAULEBEN
auf die schiefe Bahn
schicken werde.

Meine Libido ist verbraucht
doch tauge ich noch
als Lehrmeister
der schlechten Sitten.

Freitag, 4. November 2011

Kaffeekasse


Ich freue mich über jeden Leser, dem ich mit meinen Gedichten und Bonmots eine Freude machen kann. Oder ihm weiterhelfen, wenn er eine Schulter zum Anlehnen braucht. Manchmal kann so eine Schulter auch ein gutes Gedicht sein.

Dabei versorge ich euch mit Texten, die früher in meinen kommerziellen Gedichtbänden gelandet wären. Bücher, die Geld kosten. Teilweise sind die neuen Texte sogar besser, denn der Mensch lernt dazu. Die Arbeit an meinem Blog hat mir andere Perspektiven eröffnet. Oftmals veränderte das Bild eines guten Fotografen den Text in meinen Händen. Aus einer kostenlosen Beigabe, um Menschen den Zugang zu meinen Texten zu erleichtern, wurde irgendwann ein komplexer Blog. Ich kehre zu meinen Ursprüngen zurück, um an ihnen neu zu wachsen. Karma folks, das Leben ist ein Rad, welches immer wieder von vorne anfängt. Aus der Asche steigt der Feuervogel in den Himmel.

Aus diesem Grunde möchte ich noch einmal an die virtuelle Kaffeekasse an der rechten Seite erinnern (Das Ding mit dem Spenden-Button). Wer meine Texte mag und mir helfen möchte, sie weiterhin kostenfrei zu halten, der darf gerne eine Spende nach eigenem Ermessen abgeben. Auch ein Dichter lebt nicht nur von Luft und Liebe allein, wie Schöngeister vermuten.

Es dankt,

Dirty Dichter

Donnerstag, 3. November 2011

Kiezkönig


Vielleicht liegt es
an den dunklen Falten
seines Ledermantels
dass ihn keiner darauf anspricht
seinen Zigarillo zu löschen

so sitzt er
alleine in einer Nische
des kleinen Cafes
und tippt kleine Aschekringel
auf eine Untertasse

reibt sich
die grauen Stoppeln
in seinem Bart
klappt sein Handy auf
als warte er auf etwas
nur
um es gleich wieder
zu verstauen

und manchmal
wenn man glaubt
alles zu haben
dann fühlt man sich einsam

dabei hat er
ein Kartenspiel in der Tasche
doch niemand traut sich
gegen den Boss zu spielen.

Mittwoch, 2. November 2011

Schnee fressen



Würde ich
von dir essen
wenn mein Leben
davon abhinge?

Würde ich
an die Tage denken
die wir teilten
wo du
mir Energie gespendet hast?

In guten
und in schlechten Zeiten
so haben wir es einmal geschworen
vor dem Traualtar.

Würde dein Fleisch
mich mit Energie versorgen
mein Zitten beenden
und die Tage
die ich
durch den Schnee wandelte
nicht wie
die Hölle erscheinen lassen
die meine Zehen
taub machte?

Ich wünschte
die Taubheit ginge tiefer
bis in die letzten Fasern
meines Denkens
bevor ich
mir ein Stück abschneide.