Samstag, 31. Dezember 2011

Vergänglich


Seit ich hier draußen bin
zähle ich die Sandkörner
wäge ein jedes
ob es wertvoll ist
begleitet von der Angst
ich könnte eines
vergessen haben.

Manche sind geschmolzen
in der Gluthitze
meiner Raserei
sie spiegeln nichts mehr
sie sind so taub
wie mein Herz.

Manche sind
feucht & klumpig
von meinen Tränen.

Manche sind
einfach nur ausgedörrt
innerlich tot
merken nicht
dass ihre Zeit vorbei ist.

Wenn die Abendsonne
über den Hügeln sinkt
denke ich an Dinge
die unrettbar
verloren sind

zerronnen
wie der Sand in meinen Händen.


DIRTY DICHTER WÜNSCHT EUCH ALLEN EIN FROHES NEUES JAHR 2012. RUTSCHT GUT REIN UND TUT NICHTS, WAS ICH NICHT AUCH TUN WÜRDE...

Freitag, 30. Dezember 2011

Die Rückkehr der Lauchzwiebel


Nach monatelanger Trauerarbeit habe ich nun die geistige Reife erreicht, mich mit der Anschaffung einer neuen Lauchzwiebel auseinanderzusetzen. Mittlerweile ist der Winter angebrochen, und so schleppte ich einen welken Streuner nach Hause, den ich im Supermarkt aufgelesen hatte.

Kommt zu Papa, meine Kleinen. Papa hat euch lieb. Papa gibt euch Wasser, damit ihr wieder in Form kommt. Danach wird Papa euch die kranken Strünke beschneiden und in einen bequemen Blumentop betten. Wo eure Wurzeln Fuß fassen. Fühlt euch wohl in meiner Küche und spendet mir das besondere Aroma in meiner Pfanne.

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Das Slim-Shady-Prinzip


1999 veränderte die Kunstfigur "Slim Shady" weitreichend die Musikszene. Eigentlich gedacht als eine Art Alter Ego verschaffte sie ihrem Schöpfer Marshall Mathers den internationalen Durchbruch. 
Die erste Singleauskopplung aus dem Album "The Slim Shady LP" war der Song "My name is", wobei er die Frage aufwirft, wer der echte Slim Shady ist. Wer meint es zu sein, der möge bitte aufstehen. Eine klare Kampfansage im Battle-Style. Wer kann sich an mir messen? Dass die Frage von einer Kunstfigur aufgeworfen wurde, die die Welt bis dahin noch nicht einmal kannte, ist so mutig wie dreist. Genau deswegen ging sein Konzept auch auf.

Im dazugehörigen Videoclip, der im Grunde genommen ein Potpourri der Verkleidungen ist (was sich auch in späteren Clips wiederholen sollte), sitzt er als konservativer Lehrer hinter einem Pult und stellt die Frage:

"May i have your attention please?"

Eine Frage, die einem aus dem drögen Unterricht bekannt vorkommt. Dabei versteckt sich in diesem Satz eine interessante Taktik. Das, was ich das Slim-Shady-Prinzip nenne. Etwas, was ich in meinem Blog auch verwende. 

Kann ich eure Aufmerksamkeit haben?

Das ist der Punkt, auf den ich jahrelang hingearbeitet habe. Dirty Dichter ist mein Alter Ego. Eine kraftvolle Kunstfigur mit Eiern in der Hose. Und ich kann euch versichern, sie sind verdammt haarig. Und jetzt, da ich eure ungeteilte Aufmerksamkeit habe, kehren wir zum schmutzigen Teil zurück: Den Gedichten. Es ist eine selbsterfüllende Prophezeihung: Je mehr Menschen zuhören, desto weiter muss man sein Maul aufreißen!

Dienstag, 27. Dezember 2011

Blutmond


Scherenschnittschatten über Häuserschluchten die Menschen ausspucken wie ein Nadelhaufen im Wald einen Schwall giftroter Feuerameisen. Dampfende Gassen, die Gullideckel klappern; Officer werfen sich mit dem gesamten Gewicht ihrer Körper auf die rostigen Stahlscheiben, um die Monster wieder in die Kanalisation zurück zu drücken. Schaulustige Gaffer drücken sich die Nasen an den Schaufenstern der Arkaden platt wie Hundeschnauzen. Kalt und feucht, der Nebel zieht in alle Glieder. Baumwollfetzen = die 2.te Haut auf ihren fahlen Knochen. Saugt es auf, schmatzend wie eine ausgewogene Mahlzeit. Die Straßen nun ausgedörrt wie die Sahelzone, ausgemergelte Hungerleider zieren ihren Weg. Tumbleweeds ziehen daher wie Obdachlose, denen man noch keine Tritt-mich-Plakette in=den !Arsch gerammelt hat. Unter tief eingefallenen Sichtscharten die Augen((ringe zum ersten Mal eine physische Angelegenheit, tief in die schmerzstarre Haut gegraben; violetter Lichtschimmer auf einer Leinwand aus Asche.

Über der charakterlosen Skyline wie ein König in den Himmel gestanzt der rote Taler, zu dem sich Menschen wie Viecher zu Boden werfen & im Dreck suhlen als könnte ein schmutzstarrender Panzer gegen die Parasiten helfen, die sich in ihren Speckfalten eingenistet haben. Doch nicht einmal das verzehrende Feuer einer Beichte könnte sie freisprechen!

Der Regen hat eingesetzt. Ungläubig sperren neugierige Kinder die Münder auf um jeden Tropfen Blut aufzunehmen, der vom Himmel tropft.

Sonntag, 25. Dezember 2011

Schurkenstaat


Unrecht ist nur
der Blickwinkel
des Bildungsbürgers
ein toter Winkel
wo die Augenklappe mehr zählt
als die objektive Wahrheit.

Wir haben uns
zu Gutmenschen aufgeschwungen
wenn schon nicht Herrenrasse
dann wenigstens den Zeigefinger
über der Welt ausgestreckt
wissen alles besser
ohne die zu fragen
deren Welt
wir verbessern wollen.

Muss man Erdöl besitzen
um zum Schurkenstaat
deklariert zu werden
den Freibrief ausgestellt
zur Kolonialisierung?

Wir besitzen Atombomben
und richten über jene
die das auch tun

wir treiben Demonstranten
mit Knüppeln und Tränengas auseinander
und richten über jene
die das auch tun

wir sind gottlos
und richten über jene
die an überhaupt etwas glauben.

Freitag, 23. Dezember 2011

Sorgenreich


Ob der Fernseher
der die ganze Wand einnimmt
vom Statiker abgenommen wird

ob die Garderobe
mal wieder
dem Obdachlosenasyl gespendet wird
weil die Mode
wieder schneller war

ob das Handy
smarter ist als ich
weil es einfach
mehr Apps draufhat
um mit dem Leben klarzukommen

ob die Svarowskikristalle
auf dem Kaffevollautomaten
auch wirklich glänzen
dass der Neid
im Auge des Nachbarn
erweckt wird.

Manchmal
da plagen mich
eure Sorgen
dass ich in die Natur gehe
auf einem Baumstumpf sitze
und den Vögeln
bei ihrem Flug nach Süden zusehe.

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Massenunterhaltung


Die Haare mit dem Lineal gescheitelt. Das Kinn so blankrasiert wie ein Babyhintern. Ein fester Krawattenknoten, die Schlinge zieht sich enger. So ist es brav. Was ist denn so schlimm am Mainstream?

Es allen rechtmachen zu wollen, zieht gravierende Abstriche nach sich. Übrig bleibt der kleinste gemeinsame Nenner. Ein Gedicht, das weder wehtut, noch die Stimmung hebt. Verwundert betrachten wir den Blindgänger, der uns nicht um die Ohren fliegt. Der uns einfach nicht zum Nachdenken bewegen will. Warum klappt es nicht?

Die Medizin gegen solch seichte Allerweltsliteratur liefern die Gedichte von Dirty Dichter. Stets unangepasst, stets gegen den Strom, stets dem eigenen Leuchtturmsignal folgend. Ich will es nicht allen recht machen. Lieber ein paar Menschen mit meinen deutlichen Worten vergrault. Bitteschön, da ist die Tür. Ich halte euch nicht auf.

So. Wir sind wieder unter uns. Wo die Worte auf fruchtbaren Boden fallen. Wo war ich stehengeblieben?

Dienstag, 20. Dezember 2011

Pillen lügen nicht


Weihnachten wird dieses Jahr
in der Apotheke entschieden
wo sich
alt & alt gesellt
hast du nichts
so bleiben dir die Krankheiten
Vitamine für alle
Morphium für die erhitzten Gemüter
Taubmacher
für das Geschrei unterm Baum

zwo drei
hebt den Takt
zum Todesreigen der Gebrechlichkeiten

auch die grindige Alte
mit den verrutschten Stützstrümpfen ist da
unablässig
brabbelt sie
über ihren Hautausschlag
doch niemand da
der ihr zuhört
selbst die Enkel schämen sich

Buckelchen fehlt
eigentlich schade
so kurz
vor der Parade
hat er es
nicht mehr geschafft.

Sonntag, 18. Dezember 2011

Warteschleife


Gefangen zu sein
in einer Warteschleife
wie ein
verlorengegangenes Gepäckstück

die Worte
fliessen aus meinem Mund
mit dem Timbre
eines Anrufbeantworters
stolpern aneinander vorbei
finden ihr Ziel nicht mehr
laufen dahin
in altbekanntem Fahrwasser
Rinnen
die sich
in meine Fahrbahn graben

Spurrillen bis ins Erdreich
Kratzer auf der Schallplatte
Knicke in der Optik
Flackern am Horizont
Fehler in der Matrix

bin zu stumpf zum Lieben
zu beschäftigt
um mit Freunden zu reden
auch wenn es mich
aus dieser verderblichen Spirale
befreien könnte.

Kein Satz überrascht mich
jedes Wort ist mir vertraut
und doch
kenne ich
keines von ihnen

habe ich mich
in der Wartehalle verloren.

Samstag, 17. Dezember 2011

Neues Menü


Viele von euch dürften die neue Menüleiste unter dem Logo entdeckt haben. Ich hoffe, die Seite damit benutzerfreundlicher gemacht zu haben.

Selbstverständlich gibt es die gewohnten Labels nach wie vor in der Seitenleiste. Das neue Menü soll nur eine Art Zusammenfassung sein, eine Übersicht über die wichtigsten Teile von Dirty Dichter.

Freitag, 16. Dezember 2011

Fisch im Wasser


Ich trage eine
blütenreine weiße Weste
doch im Revers
steckt ein silberner Kugelschreiber
mit dem ich
Wölfe jage
meine Tinte
ist aus Blut.

Ich umarme meine Feinde
weil ich ihr Scheitern
in meinen Gedanken sah
und bin froh
Geduld ist eine Tugend
die dem Wartenden zuspielt.

Ich predige Tugendhaftigkeit
weil ich
die süße Sünde kannte
und ihren bitteren Nachgeschmack
wieder loswerden will.

Ich bin ein Fisch im Wasser
doch ich
schwimme gegen den Strom.

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Bukowski


Ich erinnere mich daran, wie ich mit fünfzehn ein paar düstere Gedichte schrieb, die wieder in der Schublade verschwanden. Danach legte ich das Thema Gedichte erst einmal auf Eis. Wichtigere Dinge standen an: Pubertät, schulische Leistungen, das nackte Überleben unter Gleichaltrigen. Auch ein Leistungskurs Deutsch kann einen nachhaltig für einen unbefangenen Umgang mit Literatur versauen. In der lebhaften Partyzeit gegen Ende der Schule machte mich ein Freund mit den Texten von Charles Bukowski vertraut.

Abende, wo wir die ausgelesenen Kladden mit in den Park schleiften, die Rucksäcke voller billigem Rotwein und uns gegenseitig Bukis derbe Worte vorlasen. Es ging darum, seine Texte zu erfahren. Rotwein schien dafür ein williger Begleiter. Es waren hässliche Abende, und doch voller Poesie. Wir wähnten uns auf den Spuren Bukowskis. Zu dieser Zeit schrieb ich viel, wobei auch die ersten Gedichtbände enstanden. Später verlagerte ich mein kreatives Tun auf Romane, wobei ich Gedichte nie ganz aus den Augen ließ. Fleissig füllte ich meinen Blog. Es folgten andere Autoren, die mich inspirierten, doch die erste Erfahrung ist wohl die, die am lautesten nachhallt.

Menschen verändern sich. Die wilden Partyzeiten sind irgendwann vorbei. Kaffee ersetzt Bier, der Computer die Schreibmaschine, gute Bücher das Ausgehen. Die Unruhe bleibt. Das Jucken in den Fingerspitzen, wenn ein Text danach schreit, geschrieben zu werden. Meistens gebe ich dem Gebrüll nach.

Dienstag, 13. Dezember 2011

Stofftier


Einst waren sie
treue Weggegfährten
nun liegen sie
nutzlos in der Ecke
und setzen Staub an.

Die Giraffe mit den braunen Hörnern
der rote Zwerg
so stramm gehäkelt
den ich im Schnee fand
Zottelbär
und das gepunktete Einhorn.

Abgewetzt
wie eine alte Zeitung
all die Geschichten
die sie mir erzählten
erloschen & stumm
nichts mehr davon.

Der stumme Schrei
in ihrer Polsterwatte erstickt
doch es hilft nicht
ihnen Geborgenheit abzupressen
sie lassen mich
stumpf & leer
verständnislos
erwachsen
zurück.

Ich hasse sie
für ihren Verrat.

Wir verloren unser Lächeln
zur gleichen Zeit
mit jedem Tag
im grauen Grundschulbunker
verstummte eines mehr
bis keines von ihnen
mehr ein Wort hervorbrachte.

Die bittere Erkenntnis
ihre Geborgenheit
nur ausgenutzt zu haben
konsumiert
wie süßes Naschwerk
und der Mann
der in die Welt aufbrach
hatte seine Lektion gelernt.

Echte Herzlichkeit
hat nie existiert.

Montag, 12. Dezember 2011

Blog in 51 languages now!


This blog adapts now automatically to the language of your browser. With this step i'm going to reach for new readers. Poems are an international subject. If you want to read this blog in an other language than is show, go the Google Website Translator at the sidebar.

With greetings from the dark side of the soul,

Dirty Dichter

Sonntag, 11. Dezember 2011

Feuerpfeile


Wenn du mich
in deinem Herzen trägst
so schenk mir auch
deine Träume
damit
am kahlen Firmamant
wieder Sterne erblühen.

Weisst du nicht
dass auch Träumer
manchmal leergeträumt sind
von all den Seifenblasen
die noch im Käscher
platzten?

Manchmal reicht es nicht
Feuerpfeile zu verschießen
um
die Verblendeten zu erlösen.

Hilf mir
die Sterne aufzuhängen
lass sie heller erstrahlen
denn je.

Freitag, 9. Dezember 2011

Auf dem Balkon


Manchmal
da sitzt du nur da
auf irgendjemand's Balkon
rauchst ein paar Zigaretten
gegen die Kälte
oder bloß
einen Himmel ohne Sterne

keine Ahnung
wie du
auf diese Party gekommen bist
gleicht sie nicht
den Nächten davor
und
den Nächten danach?

Das vergewaltigte Mädchen
mit dem Minirock
alleingelassen
auf der Toilette
in ihrer eigenen Kotze

doch dich
kümmert es nicht
weil du
über Gott & die Welt philosophierst

nicht ahnend
dass die späten Zaungäste
sich einen Dreck
um dich scheren.

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Tinnef


Mein Großvater
besaß nur zwei Paar Schuhe
die Guten für den Kirchgang
die Schlechten für die Arbeit.

Aus echtem Leder waren sie
und hatte einer ein Loch
so brachte man ihn
zum Schuster.

Ich hingegen nenne
eine ganze Armada
bunter Plastiktreter mein eigen
gerät einer aus der Mode
so wird er schnell ausgetauscht.

Das Holz meiner Möbel
dunkelt nicht nach
bleicht nicht aus
denn es imitiert die Natur
täuschend echt.

Enttäuscht stelle ich fest
dass der Kapitalismus
unser Leben nicht verbessert hat
nur die Anzahl der Güter
die durch unsere Hände gleiten
erhöht hat.

Wer nicht lernt
auf Nachhaltigkeit zu setzen
braucht sich
nicht zu wundern
wenn die Hütchenspieler dieser Welt
ihn mit Imitaten verarschen.

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Popkultur


Es war einmal, vor langer Zeit... Da fing der Dirty Dichter mit Gedichten an. All die coolen Bilder, die ihr kennt und beim Blättern durch die Seiten des Blogs seht, kamen erst im Sommer 2010 dazu. Davor war es ein reiner Textblog. Der Mensch ist ein optisch programmiertes Tier. Ähnlich ging es mir wohl auch, denn irgendwann hatte ich die Schnauze voll und pimpte den Blog auf. Erst danach wurde er zu dem, was er heute ist.

Anfangs war die Bildauswahl sehr düster gehalten, doch mit der Erweiterung der Gedichtthemen kamen farbenfrohere Collagen zustande. Die Texte blieben düster, was den teils fröhlichen Bildern einen verstörenden Kontext verlieh.

Alles so schön bunt hier... Wie die Kirchenfenster an einem sonnendurchfluteten Sonntag. Nicht, dass ich eine Kirche aufsuchen würde. Wahrscheinlich stiege übel riechender Rauch von meinem Fell auf bei dem Versuch. Dirty Dichter hat ein verdammt schmutziges Mundwerk.

Montag, 5. Dezember 2011

Todeszelle


Die graue Wolldecke unter meinem Kopf
riecht nach
Mottenkugeln & Angstschweiss
es ist vorbei
ich nehme die Bibel
die neben meiner Pritsche liegt
und schlage
das letzte Kapitel zu.

EIN MENSCHENLEBEN
IST NICHTS WERT

wenn ich eines begriffen habe
dann das

um keinen von ihnen
tut es mir leid
ihre Angehörigen
haben mich angespuckt
damals
im Gerichtssaal

lebendig
sind sie nur in meinem Kopf
da wirbeln ihre Gesichter
wild durcheinander
schwimmen
in einem Bach aus Blut.

Am Ende des Gangs
wartet ein Stuhl
ich drücke
meine Zigarette aus.

EIN MENSCHENLEBEN
IST NICHTS WERT.

Samstag, 3. Dezember 2011

Fremdes Viech

Fliegenverkrustetes Flackern
die Abgründe meiner Augen
die Schatten & Scharten
stille Abscheu vor dem
der meinem Blick nicht weicht.

Abende
wo ich unten lag
vermischen sich
mit Abenden
wo ich oben lag
mit Abenden
wo ich blind
im Haufen lag
und gesammelte Körperwärme
nur die Perversion
von Geborgenheit-

mit Abenden
wo ich die Stiegen hinunterfiel
im salzigen Blutrausch
brüllend in den Gassen
und die elendige Brüllerei
die den Menschen
vom Viech unterscheidet
nur eben manchmal -!-

In fremden Zungen zu sprechen
die einem
so grausam vertraut vorkommen
denn die Dämonen
waren immer schon
tief in mir drin.

Mir selbst
in die verbrauchten Augen zu sehen
fällt mir
nicht immer leicht.

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Laterna magica


Bunte Bilder
gaukeln mir die Welt vor
flackern
über meinem Kopf
wie ein Mobilee
lullen mich ein
in einen unruhigen Schlaf
friedlich sabbernd
wie ein Baby.

Angstvolles Aufschrecken
in den Werbepausen
der Verstand atmet durch
nur einen Augenblick.

Nur für die Welt da zu sein
sich an ihr
zu betäuben
an den bunten Bildern
wie ein Marathonläufer
bis der Endorphinschub kommt.

Am Fenster
kauert ein Gesicht
bei Kerzenschein
das auf meine Rückkehr wartet

es ist meins.