Dienstag, 31. Januar 2012

Political correctness


Dirty Dichter schert sich nicht darum, was man "sagen darf", und was nicht. Mein Zorn soll einen Keil in diese Gesellschaft treiben. Dabei lasse ich niemanden aus, nehme keine Rücksicht auf Kranke, Versehrte, Verrückte, Fremde, usw.

Biedermänner können auch Brandstifter sein, nicht wahr? Wir werden vom Gutmenschentum regiert, spenden jedes Jahr für das Waisenkind in Afrika, kaufen Bioprodukte und recyclen unseren geistigen Müll, bis sich die Mülltonne vor Brechen biegt.

Beschäftigen wir uns doch einmal näher mit dem Begriff. Was ist "Intoleranz"?

Einen Menschen aufgrund abweichender Merkmale zu diskriminieren, seien sie physicher oder psychischer Natur. Und von wem wird diese Abweichung definiert? Von einer Gesellschaft, unabhängig wie krank und pervers sie selbst ist. Reicht sie noch dazu, ein Leitbild auszusprechen.

Aufgrund einer Doktrin, die wir billig von den Amerikanern abgekupfert haben, glauben wir unsere Welt besser zu machen, indem wir jeden Menschen gleich behandeln. Das nimmt zuweilen seltsame Züge an. Wir stehen im Bus für rüstige Rentner auf, die sich in ihrem Ehrgefühl verletzt fühlen, weil wir sie als alt und gebrechlich abstempeln. Wir verzehren unser Mittagessen in Kebapbuden, weil es chic ist. Aber wehe, der Stammtisch kommt. Da können wir weiter über diese Ausländer wettern.

Wir gedeihen also allen, die wir als "anders" erachten, eine Sonderbehandlung an, ängstlich und verklemmt, eben typisch deutsch. Durch unser jämmerliches Mitgefühl vermitteln wir ihnen umso stärker den Eindruck, anders zu sein, kein Teil unserer Gesellschaft.

Lasst doch euer verlogenes Mitgefühl mit jenen, denen ihr nie die Hand reichen würdet, wenn nicht der Nachbar am zugehaltenen Vorhang euer Verhalten beobachten würde. Seid ehrlich zu euch selbst. Und seid ehrlich zu euren Mitmenschen.

Alle Menschen gleich zu behandeln heisst eben auch, keinen vor Hohn und Spott zu schützen. Warum lachen wir nur über uns, und nicht über jene, die wir heimlich verstossen? Ist es nicht wesentlich grausamer, ihnen unser Lächeln zu verwehren?

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