Dienstag, 31. Juli 2012

Selbstdreher


Wie mein Freund Lord Henry Wotton immer zu sagen pflegte:
"A cigarette is the perfect type of a perfect pleasure. It is exquisite, and it leaves one unsatisfied."
Wobei Selbstdrehen die billigste Variante darstellt. Am schönsten ist es, wenn ich mich in Anzug und Krawatte unter die feinen Pinkel mische. Während sie ihre Cigarettenetuis aus gehämmerten Sterlingsilber auspacken, krame ich meinen Tabaksbeutel hervor und beweise, was solide Handwerkskunst ist. Immer wieder einen pikierten Aha!-Effekt wert.

All die Vorurteile, auf die man stößt! Bin ich etwa automatisch ein Kiffer, bloß weil ich die Drehkunst beherrsche? Vielleicht liegt es ja an den ersten Versuchen, die man als Selbstdreher abliefert. Die eine oder andere Zigarette ist wirklich so krumm, dass sie einem mißglückten Joint gleicht. Aber strahlt nicht gerade eine selbstgedrehte Zigarette eine Lässigkeit aus, mit der ein fertiges Industrieprodukt nicht mithalten kann?

Montag, 30. Juli 2012

Wasserleiche


Schwerelos schwebe ich auf der Wasseroberfläche, das Gesicht nach unten gedreht. Kleine Krebse nisten in meinen Backen, und arbeiten mit ihren Scheren Löcher in meine Wangen. Sonnenstrahlen fallen durch die morschen Bretter der Pier, brechen auf der Wasseroberfläche, brechen an meiner weißen Haut, dringen in die Tiefe und lassen die Algen zu mir sprechen, sanft & grün. Mit jedem meiner Worte steigen Luftblasen auf, die Schmutz und Schwebeteilchen verwirbeln. Ich merke kaum mehr, dass ich schreie.

Mit jeder schlaflosen Nacht verwischen die Grenzen, fransen die Ränder aus, fließen die Farben aus den Dingen, deren Namen ich vergaß. Wer vermochte noch, zwischen Dämmerbildern und Halluzinationen zu unterscheiden?

Wärme im Rücken, wie eine sanfte Hand, die einen tiefer unter Wasser drückt. Die Sonne treibt nur die Zersetzung meiner Zellen voran. Ich spüre, wie mir das Fleisch auf den Rippen sauer wird, und es ist grässlich. Die Schuhe lösen sich von meinen Füßen, und sinken in die Tiefe. Die gedunsene Brust sprengt die Knöpfe vom Hemd, und auch sie verschwinden in der Tiefe. Vielleicht findet ein Strandjunge sie eines Tages, der Treibgut aufliest. 

Ich bin seit Wochen tot.

Sonntag, 29. Juli 2012

Kochen war nie deine Stärke gewesen


Ich weiss nicht mehr
warum wir es nie
in dein Schlafzimmer schafften
weiter als
der Teppich in deinem Wohnzimmer
schafften wir es nie
genausogut
hätten wir es
unten im Hof treiben können
wie räudige Straßenköter
dass die Kehrrichttonnen scheppern
und goschende Hausfrauen
in den Fenstern hängen.

Erschöpft landeten wir
in deiner Küche
wo du
Dreck aus dem Tiefkühlsack
lieblos in den Topf warfst
meinen Dreck
war ich losgeworden
mein Sack war leer.

Kochen
war nie deine Stärke gewesen
doch dafür
hattest du andere Qualitäten.

Samstag, 28. Juli 2012

Sprich mit der Hand!


Manch einem liegt das Herz auf der Hand. Es ist die Hand des Schreiberlings, die die Pforten öffnet. Die sieben Siegel, um die Apokalypse loszutreten. Willst du das Opferlamm sein, welches würdig ist? Oder willst du nur der dunkle Reiter sein, der die sieben Mösen sprengt, um die Unendlichkeit zu erfahren?

Als würde ich die Bundeslade in der Hosentasche mit mir spazierenführen. Mein Herz verschließt sich vor der Realität. Ich zähle nicht mehr. Nur das Schlüsselloch ist geblieben. Aber nur, wer einen Schlüssel besitzt, erfährt seine Reichtümer. Alle Läden schließen, und mein Herz tut es ihnen gleich. Es ist müde von den Dingen, die es gesehen hat.

Donnerstag, 26. Juli 2012

Gute Gründe für ein Like


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Mittwoch, 25. Juli 2012

Windmühlen


Es ist schwer
standhaft zu bleiben
wenn alle Welt um dich herum
sich verändert
wenn sie erwartungsvoll
in den Fensterscharten hängen
und wie bei einem Mistkäfer
darauf warten
dass du dir einen Kokon spinnst
und mit goldenen Flügeln
auf die Blumenwiese fliegst.

Am Anfang stand
eine Rasselbande kleiner Jungs
die alle nicht erwachsen werden wollten
doch als alle Spielzeuge
eingesammelt waren
zogen einige weg
um diesem Drecksnest zu entrinnen
heirateten aus Liebe oder Berechnung
polierten ihren Wagen
und widmeten sich ihrem Vorgarten
kurzum-
sie gruben sich ein
in all den Nestern
die sie einst als kleinbürgerlich verlachten.

Ich bin zu einem Puzzlestein geworden
der nicht mehr
ins Gefüge passt.

All die Menschen in den Fensterscharten
brummen den ganzen Tag
fleißig wie ein Bienenstock
was würde aus der Gesellschaft
wenn die kleinen Rädchen
nicht mehr ineinander griffen?

Wenn ich den Kopf schief lege
formen sich Worte
aus ihrem Singsang
sie fordern
ich solle endlich erwachsen werden
regen sich auf
an jedem Narrenstück
welches ich treibe

und doch sind es meine Fäuste
die ich mir
in die Schläfen schlage
um sie nicht hören zu müssen
hat mich der Hass
auf alles Kleinkarierte nicht verlassen
werde ich weitermachen
ihre billigen Lügen zu entlarven
werde ich weitermachen
sie mit meiner Kunst zu schockieren

auch wenn ich
gegen Windmühlen renne.

Montag, 23. Juli 2012

Flaschenpost


Komm
erzähl mir ein Geheimnis
verrate mir
wie tief dein Grund reicht
ob du Algen geschmeckt hast
ob Ophelia schrie
als sie in dir abtauchte
ihre Augen zwei Halbmonde
wie aus Muscheln geschnitten
Luftblasen
wie auf einem Sektempfang
der höheren Gesellschaft
dem sie zu entkommen versuchte
und sich in die Fluten
deines Vergessens stürzte.

Komm
erzähl mir ein Geheimnis
verrate mir
warum der Grund schwankt
auf dem ich stehe
erzähl mir
warum jede neue Woge
mir den Sand zwischen den Zehen ausspült
verrate mir
warum ich mich wie Treibgut fühle
das an die Küste angespült wurde.

Komm
ich erzähl dir ein Geheimnis
verrate die Algen
den schlickigen Grund
ihre Augen aus Muscheln
mich selbst & einen Mund voller Salz.

Weisst du
was das größte Geheimnis
der Menschheit ist?

Am Ende trinkt jeder seine Tränen selbst.

Sonntag, 22. Juli 2012

Bunker


Ich bin der letzte Überlebende eines Strafbataillons, den die Schlacht meiner Gedanken ausgespuckt hat. Die Gefechte forderten Versehrte auf beiden Seiten.

Ist es nicht ein Schicksal, welches ich selbst erwählt habe? Wie oft schon habe ich mir diese Frage gestellt. In den Momenten, wo ich mich selbst über den Acker schleifte, schreiend voller Widerwollen. Ich bin es gewohnt, keine Rücksicht zu nehmen. Am allerwenigsten auf mich selbst. Und wollte ich noch die Pflugschar sein, die ich durch die lose Krume zog, die von mir übriggeblieben war.

Maßlosigkeit ist eine der sieben Todsünden. Und doch finde ich kein Maß für mich selbst. Versuche die Wunde auszubrennen, bis das Fleisch schreit! Man kann für die Kunst leben, schwieriger ist es, sie zu überleben. Mein Kopf ist so voll von den Dingen dieser Welt.

Samstag, 21. Juli 2012

Spontano-boy


Spontano-boy konnte es kaum erwarten
gierig schaufelte er nach der Schule
sein Mittagessen herunter
um sich aufs Rad zu schwingen
ein kleiner Teufel in den Gassen
holpernd über Feldwege
klappernde Schutzbleche
verschreckte Omas
die eine Vollbremsung mit dem Rollator hinlegten
um nicht
über den Haufen gemäht zu werden
dem Jungen war es egal
er war voller Tatendrang
und kannte nur
das Sausen des Winds
in seinen Ohren.

So klapperte er
Tür um Tür ab in dieser Stadt
der kleine Rattenfänger von Hameln
doch kein Kind war zu finden
welches seinem Ruf folgen wollte
stets verneinte
eine grimmige Mutter im Hauskleid
ihr Kind
dürfe nicht mit ihm spielen
wobei im Kinderzimmer
hastig eine Gardine zugezogen wurde
wohl vor Erleichterung.

Wütend warf er
sein Fahrrad in die Ecke
abgeblitzt an allen Türen
und während er sich ausmalte
wie das Rattenpack
munter spielte
mit anderen Kindern
die ohne Makel waren

baute er sich Trotzburgen
aus alten Kartons
schnitt Fenster und Türen
mit einer rostigen Schere
nur deshalb
dass er sie schließen konnte
der Burgherr war allein
und fabulierte in fremden Stimmen
um es nicht
so einsam zu haben.

Freitag, 20. Juli 2012

Parlamentarier am Ende?

Das mag sich auch der eine oder andere Abgeordnete gedacht haben, als er Milliardenpakete für nimmersatte Banken abgenickt hat. Aber wenn das System vor die Wand knallt, gehen auch die Privilegien der Mächtigen flöten.

Donnerstag, 19. Juli 2012

Hire & fire


Zum Zerlegen
schicken die Dänen ihr Fleisch
in deutsche Schlachtereien
weil deutsche Zeitarbeiter
billiger sind
als einheimische Kräfte
die einen ehrlichen Tarif verlangen.

Deutschland einig Billiglohnland
nur weiter an der Daumenschraube
die dritte Welt
produziert noch billiger!

Wenn du glaubst
du wärst im sicheren Schoss der Firma
kommt ein Heuschreckenschwarm von Unternehmensberatern
schlägt dir den Rotstift ins Kreuz
aus dem Hinterhalt
wie man es von Schreibtischtätern kennt
da unterschreib ihn doch
den Knebelvertrag
friss oder stirb
eine Abfindung kommt uns immer noch billiger
als dich durchzufüttern.

Zum Sterben geht's ins Grüne
wenn Berliner Bestattungsunternehmer ihre Toten
über die polnische Grenze fahren
um sie dort
durch den Schornstein zu jagen
deutsche Traditionen
auf die wir
hätten verzichten können.

Mittwoch, 18. Juli 2012

Sauer macht lustig


Wer mag schon saures Obst? Süß muss es sein, dass der Zahn noch im Munde fault! Und überhaupt: Johannisbeeren sind doch was für Körnerfresser und Gesundheitsfanatiker. Damit hat einen die Großmutter schon gequält. Dabei reden wir von einer Obstsorte, die sogar in deutschen Gefilden wächst.

Es muss nicht immer Vanilleeis mit heißen Himbeeren sein. Das süße Eis neutralisiert auf raffinierte Art und Weise die starke Fruchtsäure der Johannisbeeren. Ein fruchtiges Erlebnis, welches Erinnerungen an die Kindheit wachruft.

Ich könnte sie mir auch gut als Begleiter einer Käseplatte vorstellen, im Umfeld von Rotwein und Camembert. Kulinarische Experimente, die noch auf meiner Agenda stehen.

Montag, 16. Juli 2012

Die Blognachlese Teil I


Nach all den Jahren freu ich mich, euch wieder einen neuen Gedichtband vorstellen zu können. Zum Teil ist es ein Dankeschön an meine treuen Fans, die mir all die Jahre die haarige Stange gehalten haben. Zum anderen eine coole Compilation der besten Stücke. Es würde mich freuen, wenn ihr genauso viel Spaß daran habt wie ich.

Kaum zu glauben, dass der Blog seit nunmehr fünf Jahren existiert. Was als Anhängsel zu meinen Büchern anfing, und zu Beginn sträflich als Hobby behandelt wurde, ist erwachsen geworden. Und wie ist es wohl dem Schreiberling in dieser Zeit ergangen? 

Ich lernte, mit mehreren Bällen zu jonglieren. Machte Bonmots und Prosatexte, wie mir gerade der Pinsel stand. Entdeckte neben der Macht der Bilder die Fotografie auch für mich selbst. Hörte auf, der Mann hinter den Kulissen zu sein. Entdeckte die Notwendigkeit, mich in ein Gesamtkunstwerk zu verwandeln. Früher war ich ein Spinner, heute spinne ich meinen Kokon.

Genug pathetisches Geblöke für heute. Genießt das neue Buch. Ob zurückgelehnt im Bett, betrunken auf der Veranda,  in der Bahn auf dem Weg zum Knochenjob, oder zigarrerauchend auf dem Scheißhaus. Den Rest überlasse ich euch.

Kopfkino


Bitte bleiben sie sitzen, es dauert nur einen Moment. Ich möchte nur Ihre Karte abreißen. Danach dürfen Sie den Film in aller Ruhe genießen. Warum auch nicht? Das Popcorn ist exquisit, eine Empfehlung des Hauses. Auch die Cola sprudelt erst im Becher, dann im Hals. Die Sitze sind schön flauschig.

Das Kopfkino kann also beginnen. Alle möglichen Welten warten nur darauf, von Dir entdeckt zu werden. Blicke tief ins Herz der Gesellschaft, pochend liegt es vor Dir. Häppchengerecht habe ich es Dir seziert. Der Moloch steht niemals still.

Wenn aber der Projektor schweigt, brodelt es tief in meinen Eingeweiden. Meine Schreie hallen durch die leeren Gänge des Kinos; und schweigen nicht still, bis sie meinen Namen im Abspann lesen.

Sonntag, 15. Juli 2012

Weiße Tennissocken zu Sandalen


Männer, wir müssen reden. Über liebgewonnene Angewohnheiten, die man uns nehmen will. Weil es die Mode so will. Weil es sich angeblich nicht mehr schickt.

Was gibt es bequemeres als ein paar weißer Tennissocken? Allein der Anblick der gerollten Wülste in der Schublade macht den Füßen klar: Freut euch, heute wird es gemütlich! All die feinen Strümpfe verschleißen doch, kaum dass sie einen Tag am Fuß verbracht! Frottee bleibt unverwüstlich, bewährt seit Jahrzehnten. Da wundert es kaum, dass die einstigen Sportsocken ihren Weg in den Alltag fanden. Passt ja auch zu allem!
Natürlich gibt es sie auch in schwarz. So wie es alkoholfreies Bier gibt. Oder koffeinfreien Kaffee. Kenner schätzen das Orginal.

Ein Aufschrei geht durch die Welt, wenn man sie zu Sandalen trägt. Männer haben hässliche Füße, die sie nicht gleich der halben Welt zeigen wollen. Warum uns also zur Bloßstellung zwingen? Weil es angeblich so ekelhaft deutsch sei.

Männer, zeigt es ihnen. Ob am Ballermann oder in der Fußgängerzone von Dortmund. Wir lassen uns unsere Tennissocken nicht nehmen!

Samstag, 14. Juli 2012

La Bastille


Pulverdampf stand in den Gassen
der Abendhimmel
in Blut getaucht
von den Männern
die ehrbar
für ihre Ideale starben
als sie die Bastille befreiten
später Ausschwitz
und danach Guantanamo
wo sie politische Gefangene
in die Freiheit entließen.

In der Nacht
als der König sich
davonmachte wie eine feige Sau
über Landstraßen
in seinem vergoldeten Dienst-Mercedes
erst an der Raststätte gefasst
verpfiffen von den eigenen Landsleuten
in Schmach & Schande
in die Hauptstadt abgeführt
bespuckt & beschimpft.

Revolutionsgarden
stellten seine Alleinschuld fest

an hohen Steuern & spätrömischer Dekadenz
an Dumpinglöhnen & Zeitarbeit
an Verlagerung von Arbeitskräften ins Ausland
an Rettungspaketen für Zockerbanken
an Brüsseler Direktiven & Notstandsgesetzen.

Am Ende
taten sie es ihm gleich
winkten ihn durch wie ein Gesetz
auf seinem Weg
zum Schaffott.

Donnerstag, 12. Juli 2012

Ausschnitt aus "Wer kotzt der putzt"

ICH PRÄSENTIERE EUCH DAS ERSTE STÜCK AUS DER "DRECKSACK"-REIHE. EINER DER VIELEN VERSCHWURBELTEN TEXTE, DIE EUCH IN DIESEM BUCH ERWARTEN. IN EINEM VON IHNEN KOMMT AUCH FICKLOCH DER HUND VOR, VERSPROCHEN! VIEL SPAß!

Eine Wiese, darauf eine Herde Schafe und der Hirte. Auftritt Drecksack.

Drecksack (zum Publikum): Ich vögele nicht mit Kindern.
                  (zum Hirten gewendet): Ich vögle mit Tieren.
Hirte: Ach ihr seid´s, Meister Drecksack.
Drecksack: Sagt, Schäfer, vermietet ihr euer Vieh für sexuelle Dienste?
Hirte: Man lebt heutzutage nicht vom Schafe hüten allein. Durch die Prostitution 
          meiner Tiere kommt wenigstens mein Zweitwagen über die Runden.

Er lächelt.

          Mein Freund, euer Weg soll nicht umsonst gewesen sein. Für 50 Taler ist
          die Herde eine Stunde lang euer.
Drecksack: So will ich mich denn ans Werk machen.

Der Drecksack bürstelt die Schafe nacheinander durch.

Drecksack: Besten Dank, Schäfer. Hier sind eure 50 Taler.

Abgang Drecksack.

Hirte: Na, habt ihr jetzt genug für heute?
Schafe: Määä!
Hirte: Was sagt ihr, mehr wollt ihr? Sollt ihr haben!

Er bürstelt seine Herde durch.

Schafe: Määä!
Hirte: Habt ihr noch nicht genug? Ich kann auch anders!

Er bürstelt sie energischer durch.

Schafe: Määä!
Hirte: Verdammt, seid ihr gierig. Die Flausen treibe ich euch noch aus!

Er bürstelt sie noch energischer durch, ein paar Schafe bleiben bewußtlos liegen.

         So, jetzt langt´s! Wir gehen nach Hause.

Abgang Hirt und Schafe.

Zweite Szene
In der Kirche. Der Drecksack sitzt in der ersten Reihe.

Drecksack (grölt): Wann wird denn hier endlich über Gott gelästert?
Pfarrer: Mein Herr, bitte mäßigen Sie sich, wir befinden uns in einem
             Gotteshaus- Gotteslästerung gibt es erst am Dienstag wieder. Solange
             müssen Sie sich gedulden.
Drecksack: Und was ist mit dem Freibier?
Pfarrer: Das kriegen Sie vorne in der Sakristei. Aber nun keine weiteren
            Störungen bitte, ich muß eine Kanzelbüttenrede halten.

Der Pfarrer besteigt die Kanzel.

Kanzel: Hilfe, Vergewaltigung! Ich werde bestiegen!
Pfarrer: Schnauze jetzt!

Er tritt die Kanzel, diese verstummt.

             Liebe Gemeinde, liebe Eunuchen
             über die Heiden sollt ihr fluchen!

(Tusch von der Orgel)

              Auch ihr Trinker, laßt net lumpe
              trink ´mer noch ´n Humpe!

(Tusch von der Orgel)

              Onan, dieser gute
              greift sich an die Rute.
              seine Frau, die kann da gar net lache,
              muß sie nun alles selber mache!

(Tusch von der Orgel)

              Liebe Närrinnen, liebe Narren
                    sollt an Witzen ihr nicht sparen.
              Das war´s von mir, ihr Leute
              Ich verlasse euch für heute.
              Eins noch,
              des weiß au die letzte Sau
              es letzte Wort
              des heißt Helau!

(Schlußtusch von der Orgel, der Pfarrer steigt von der Kanzel herab)

Nun zum vergnüglichen Teil: Die Ziehung der Sünde der Woche. Meine bezaubernde Assistentin Maren wird die Trommel drehen und mir das Los reichen.

Maren tut wie ihr geheißen.

Pfarrer: Gewonnen hat diese Woche...

(Trommelwirbel)

Herr Naumann! Sie haben ihre Frau betrogen. Herzlichen Glückwunsch, stehen Sie auf.
Frau Naumann: Du Schwein! Ich lasse mich scheiden.
Pfarrer: Und wieder ein glücklicher Gewinner. Ja, wenn wir uns an das
Beichtgeheimnis halten würden, hätten wir nur halb soviel Spaß. Schade, dass schon Feierabend ist. Und denkt daran: Wer jetzt Amen sagt, fliegt raus. Wer Prosit sagt, bekommt ein Freibier in der Sakristei. Wolle ´mer de Sau rauslasse!

Dritte Szene
Zur selben Zeit hinter der Kirche.

Dorfdepp: Ich muß dir etwas gestehen- ich bin noch Jungfrau.
Flotte Uschi: aber das ist doch nichts Besonderes.
Dorfdepp: Ha- von wegen!

Er springt auf. Dabei sieht das Publikum seine weißen langen Unterhosen.

Ich bin Jeanne d´Arc, die Jungfrau von Orléons! Hüah, hüah, auf zur Bastille!

Er rennt furzend in den Park. Nach einer Weile hat er davon genug und beschließt, nach Hause zu fahren.

Dorfdepp (brüllt): Geht das mal weiter da vorne?!

Er betätigt die Lichthupe, sein Vordermann rührt sich nicht. 

Dorfdepp: Na warte, dem fahr ich hinten rein!

Spricht´s und rauscht in den Baum. Im Hintergrund hört man das Lied „Da fliegt mir doch das Blech weg“. Eine einzelne Radkappe rollt verträumt zum Bühnenrand.

Zweiter Aufzug, Erste Szene
Am Ausgabefenster der Bahnhofsmission. Der Drecksack teilt gerade aus.

Penner: Nicht soviel, ich muß auf meine schlanke Linie achten.
Drecksack: Löblich, löblich. So gesundheitsbewußt.
Arbeitskollege (im Hintergrund): He Drecksack, Post für dich.
Drecksack: Post? Für mich? Lies vor.
Arbeitskollege: Lieber Drecksack, von der Oder bis zur Neiße alles Scheiße,
                          dein Helmut. PS: Herzliche Flüche an die werte Gattin.
Drecksack: Das muß von meinem Vetter sein. Der schreibt mir immer so nette
                   Briefe. Jedenfalls solange er mir keine Briefbomben schickt.
Arbeitskollege: Er schickt dir Briefbomben? Das ist ja schrecklich!
Drecksack: Iwo. Die macht immer meine Frau auf.
Arbeitskollege: Sag mal, kommst du auch heute Abend zur landwirtschaftlichen
                         Ausstellung?
Drecksack: Dampft Scheiße? Aber klar doch!

Zweite Szene
Auf der landwirtschaftlichen Ausstellung. Es ist Versteigerung.

Auktionator: Wer bietet mir 15 Taler für dieses fette Schwein?
Herr Naumann: Unverschämtheit!

Er knallt dem Auktionator eine.

Auktionator: Offensichtlich ist dieses Schwein nicht verkäuflich. Kommen wir
zum nächsten Objekt: ein kaum gebrauchter automatischer Nasenbohrer. Das Mindestgebot beträgt 8 Taler.
Hirte: Sagt, Meister Drecksack, was tut ihr eigentlich in eurer Freizeit?
Drecksack: Ich spiele Bockflöte.
Hirte: Bockflöte?
Drecksack: Ja. Aber der Bock mag es nicht, wenn ich mit seiner Flöte spiele.  
                   Doch sagt, was haltet ihr von dem automatischen Nasenbohrer?
Hirte: Ich bohre mir lieber im Ohr.

Von rechts zieht ein Protestmarsch über die Bühne, der ausschließlich aus Frauen besteht. Sie tragen Transparente mit Aufschriften wie „Rollmöpse- brutale Folter an der Frau“.

Feministin 1: Nieder mit den Rollmöpsen!
Feministin 2: Rollmöpse- das tut doch weh!
Feministin 1: Das Rollen tut schon weh genug, aber in Gläser quetschen? Nicht
                      mit uns!

Sie treten auf der linken Seite der Bühne aus dem Bild. Dabei singen sie Sprechchöre.

Feministin 1 und 2: Unsere Möpse gehören uns!
Hirte: Habt ihr das gesehen? Unfaßbar!
Drecksack: Stimmt. Was haltet ihr davon, wenn wir uns etwas zu essen holen?
Hirte: Wahrlich, eine hervorragende Idee. Wie wäre es mit äthiopischer
               Küche?
Drecksack: Klingt gut. Ich denke, ich nehme ein herzhaftes Nichts nach Art des
Hauses, serviert im Blauhelm. Und zum Nachtisch einen Zahnstocher.

Hirte und Drecksack gehen ins Restaurant, das als gestreiftes Zelt im mittleren Bühnenbereich zu sehen ist. Neben dem Zelt steht ein Freudenhaus, auf dessen Fassade ein illustrer Slogan prangt: Morgens anal- abends elmex! Ein Fernsehwagen rollt auf die Bühne. Der Reporter und die Kameraleute steigen aus.

Reporter: Guten Abend, ihr Landeier. Wir befinden uns auf der alljährlichen landwirtschaftlichen Ausstellung in Bumsbüttel, wohl eine der größten im Lande. Wie sie sehen können, zwingt mich meine Mutter immer noch, in den Nachrichten Strapse zu tragen. Besten Dank, Mama. Doch wozu nachtragend sein?  Ich werde mich mal mit dem kleinen Asylanten aus Somalia unterhalten, der dort am Brunnen steht.

Er geht zum Brunnen.

          Na mein Kleiner, was hast du denn zu Weihnachten bekommen?
Junge: Hunger.
Reporter: Soso. Deine Mutter sagt aber, du hättest gar nichts bekommen.

Der Reporter geht lachend zum Sendewagen zurück.

                Ach war das lustig. Man reiche mir eine gestopfte Gans. Aber bitte 
                nicht vom Drecksack.
Bürgermeister: Guten Abend, mei..
(Rückkopplungspfeifen)
                         Welches Arschloch hat da am Mikrofon rumgespielt?
Dorfdepp: Äh- das war ich.
Bürgermeister: Du bist vielleicht strunzdoof, aber das ist keine Entschuldigung.
                         Verprügelt ihn!

Der wütende Mob stürzt sich auf den Dorfdepp.

Dorfdepp: Au! Au! Schlagt doch auch mal über die Gürtellinie! Ja hier, das ist
                 besser.
Bürgermeister: Wir sind heute zusammengekommen, um einen ganz besonderen Mann zu ehren. Schon in jungen Jahren hatte er sich voll und ganz der Tierpflege gewidmet. Derzeit lebt er seine soziale Ader in der Bahnhofsmission aus. Sie kennen ihn alle, und heute Abend wird er zum  Ehrenbürger ernannt. Meine Damen und Herren, herzlichen Applaus für den Drecksack!
Drecksack: Vielen Dank, das wäre doch nicht nötig gewesen. Wie soll ich mich bei Ihnen bedanken? Hah! Ich werde eine alte Weise auf der Bockflöte spielen.

Er packt den Bock und spielt auf seiner Flöte.

Bock: Määh!
Drecksack: Mein Gott, du kriegst doch mehr. Nicht so ungeduldig!

Nach dem Bockflötenspiel verneigt sich der Drecksack und geht ins Bierzelt. Als er es betritt, johlt die Menge darin.

Reporter: Ein seltsamer Typ, dieser Drecksack. Es würde mich nicht wundern, wenn er sogar dann einen Korb bekommt, wenn er einen Salat anmacht. Da hat mir die Tanzgruppe der spastischen Ausdruckstänzer wesentlich besser gefallen. Diese Harmonie zuckender Körper in inniger Perfektion! Zum Schluß möchte ich eine Schweigeminute einlegen für den armen Heuschnupfler, dessen größter Traum es ist, in einem Heuhaufen Sex zu haben. Es stimmt mich melancholisch, dass dieser Traum nie in Erfüllung gehen wird.

Der Reporter legt eine Schweigeminute ein.

Reporter: Ich verabschiede mich von Ihnen. Sie können mich doch mal. Sogar von allen Seiten, wenn Sie Lust haben. Meine Telefonnummer wird eingeblendet.

Eine Frau geht über die Bühne und hält ein Schild mit einer Telefonnummer hoch. Das Licht geht langsam aus.


Mittwoch, 11. Juli 2012

Verlorene Generation


Neulich
in einem Fastfoodtempel meiner Wahl
kichert es aus dem Küchenspalt
eine gestresste Ghettoschlampe
beschimpft ihren Kollegen
mit

HEY ALTER, ICH SCHWÖR!

wobei ich nicht wusste
ob der arme Tropf
nur komplett zugedröhnt war
oder strunzdumm
oder sogar beides.

Während er die Cola verkleckerte
grinste er mich an
mit geschätzten
Drei-Generationen-Inzest-Überbiss
gerade so
als wäre er versehentlich
hier gelandet
genau jedenfalls
konnte er es mir
auch nicht erklären.

Ich hatte nicht
mit gastronomischem Fachpersonal gerechnet
doch ein wenig mehr Ernsthaftigkeit
das Leben
ist kein Videospiel.

Dieses elendige Geschmeiss
wird nie
meine wilden Verse verstehen
lieber sehen sie sich
Partybruder
auf Viva an.

Dienstag, 10. Juli 2012

Großkopferter


Wenn du ganz unten gelandet bist, siehst du die Welt mit anderen Augen. All die Großen trampeln nur auf die herum, als würdest du gar nicht existieren. Denke daran, du kannst ihnen in die Waden beißen.

Ich bin kein Bittsteller vor dem Herrn. Wer das meint, kann sich hinten anstellen. All die Ermahnungen habe ich in den Wind geschlagen. Ich möchte mich doch anständig benehmen. Ich solle doch für einen kurzen Moment meine Unflätigkeiten vergessen. Und wenn der Papst persönlich am Tisch sitzen würde, so würde ich Zoten spucken, bis meine Kehle ausdörrt.

Ich bin keine Spieluhr, dir ihr nach Belieben aufziehen könnt. Meine Melodie würdet ihr nicht ertragen.

Montag, 9. Juli 2012

Bad Girl


Kaum ist
das erste Büschel Schamhaar gesproßen
da ordnete dein Manager an
ab heute bist du
ein bad girl
mit Niedlichkeit
haben wir genug Reibach gemacht
die Kindheit
die du nie hattest
ist nun auch vorbei
also tausche deine Schulmädchenuniform
gegen knappe Lederbustiers
kürze Rock
und verlängere Ausschnitt
wie eine Schneiderpuppe
an der jeder etwas rumzufummeln hat
setz ihn auf
den verwegenen Hut
räkle dich
auf Befehl
oh Baby, gut machst du das!

Du glaubst ernsthaft
du könntest etwas
für dich behalten
nur dich allein?

Darum habe ich dich eingekauft
weil du einfach hinreißend
naiv bist.

Ob es das erste Händchenhalten
oder ein Zungenkuss ist
denk immer daran
du liegst
mit dem Rücken auf der Welt
wenn du deine Beine
um irgendeinen Jungen schlingst
der nur ein Stück
von deinem Ruhm abhaben will
auf allen Plakatwänden
blicken tausende Abbilder von dir
verächtlich auf dich herab
auf Podeste gehoben
und geschminkt wie eine Hure.

Dann endlich das Aufbegehren
wie der Wellenkamm
einer dunklen Flut
die dich mit sich reißt
von den Beinen spült
da du nie gelernt hast
standhaft zu sein.

Von Party zu Party
mit wild schlagendem Herzen
an die Wand der Damentoilette gelehnt
die gerollte Dollarnote entgleitet
deiner zitternden Hand
und deine Pupillen
spielen Bongo
neue Freunde neue Drogen
hilflos stolpernde Fotos ohne Schlüpfer
die Paparazzi reichen sie feixend herum
wie Schulhofjungs
jeder will einmal
deine Pflaume sehen.

Keiner will Schuld gewesen sein
wenn du in der Rehab
kalten Schweiß
aus deinen Poren drückst
einem bad girl
kann man alles verzeihen
auch wenn sie mal ein bisschen
über die Stränge schlägt.

Sonntag, 8. Juli 2012

Christoffer II



Die Geister die ich rief, ich wurde sie nicht mehr los. Auch wenn er im Gefängnis war, so dachte ich doch an ihn. Wie an einen fernen Verwandten, der zu Unrecht einsitzt. Nie hätte ich es gewagt, ihn dort zu besuchen. Am Ende war er es, der an mich dachte.

Ich wachte an meinem eigenen Schrei auf, zu einem zitterndern Häufchen Elend auf dem Teppich zusammengerollt. Jemand hatte mich durch einen dunklen Wald verfolgt. Sein Gesicht konnte ich nicht erkennen, nur das silberne Blitzen seiner Messerklinge. Im gleichen Atemzug breitete sich eine tödliche Gewissheit in meiner Brust aus: Er ist zurück!

Kaum ein Mensch außer mir konnte erahnen, was das bedeutete. Und ich sah mehr: Wie er aus dem Gefängnis ausbrach, um seine Blutschneise fortzusetzen. Das Band zwischen uns beiden war wieder da, und immer wieder blitzten Bilder auf, die nicht aus meinem Gedächtnis stammten. Bilder seiner Flucht. Ich spannte eine neue Seite ein, und bemühte mich, mit ihm Schritt zu halten. Ich konnte es mir nicht erlauben, seine Fährte zu verlieren. Denn in gewisser Weise war ich für ihn verantwortlich.

Samstag, 7. Juli 2012

Komm wir campen


...das Zelt steht schon!

Arme Ritter


Kinder, wir hatten damals ja nichts. Es war Wirtschaftskrise in Europa. Oft mussten wir die letzten Scheiben Toast zusammenkratzen. Ein paar Eier konnte man vom Nachbarn borgen.

Dann ging es los: Die Eier in einem Suppenteller verquirlen, und den Toast darin tunken, bis er klatschnass war wie ein Waschlappen. Wenn der Löwenzahn hoch genug stand, gab es sogar Salat dazu. Aber wir bewiesen Witz und Erfindungsgeist. Es gab diverse Gewürzsalze, die man den Eiern beimengen konnte. Mexikanisches, italienisches, asiatisches Gewürzsalz. Relikte aus besseren Tagen. Wo wir festlich tafelten und an das Wirtschaftswunder glaubten.

Mein persönlicher Favorit war Brathähnchenwürzer. Damit konnte ich mich hemmungslos der Illusion von Fleisch hingeben. Ach ja, Fleisch...

Freitag, 6. Juli 2012

Zweiloch-Sven


Der liebe Gott
hatte es nicht gerade
gut mit ihm gemeint
als Pickel & Pisslöcher verteilt wurden
hatte der Arme
gleich doppelt aufgehäuft bekommen
doch genau das
machte ihn zum King der Straße.

Wenn Langeweile Schwachsinn gebar
schlichen wir Jungs
zur großen Brücke
und pinkelten
auf den fahrenden Verkehr
wobei wir mehr als einmal
die Beine in die Hand nehmen mussten
wenn ein Cabriofahrer eine Schleife fuhr
und uns durch die Gassen jagte
dass seine Auspuffgase
uns vor Angst um den Verstand brachten
und mehr als einmal
haben wir Dresche bezogen
doch die Verlockung war zu groß
um ihr zu widerstehen.

Dann war Sven an der Reihe.

Aufgrund seiner
besonderen genitalen Verkrüppelung
schickte er
gleich zwei majestätisch gelbe Strahlen
in den Himmel
man durfte nur nicht
zu nahe daneben stehen
denn mit seiner Zielgenauigkeit
war es nicht weit her.

Wohl dem
der Deckung suchte
und wir warfen uns
angewidert prustend
zu Boden.

Mittwoch, 4. Juli 2012

Friedhofsblues


Wie tief
kannst du gehen
wenn die Oberfläche
dicker ist
als die Haut eines Elefanten?

Schäle sie
wie eine Apfelsine
und vernasche sie
wild schmatzend
wie eine nasse Pussy
vor allem aber sei schnell
bevor die Würmer kommen
und sich die Reste einverleiben.

Ich habe den Teppich angehoben
unter den sie
alles drunterkehrten
und habe meine Kotzlache
mit dazugepackt.

Auch Tote haben Tiefgang
selbst wenn er
nicht mehr als zwei Meter reicht
ein ganzes
verschissenes Leben
als Narben in meine Arme geritzt
weil ich sie bei mir haben wollte
ihre Weisheit saufen
ein Portal in meine Seele
wie eine Kerbe
die der Förster
im Baum hinterlassen...!

DANKE ARND, FÜR DEINE INSPIRATION. EIN THEMA KANN MIT MEHREREN INSTRUMENTEN BESPIELT WERDEN. HIER IST MEINE VARIANTE.

Dienstag, 3. Juli 2012

Kinder des Zorns


So stellt sich doch die Politik den idealen Bürger vor: Einer der weiss, wann er sein Maul zu halten hat. Die Augen fest geschlossen vor der Realität, brav am Busen der Mainstreammedien (Staatsorgane?) nuckelnd. Der aus dem fruchtbaren Mutterboden hochgezogen wurde, auf dass man ihn reichlich ernten kann.

Nie wird er das Schloss des Zauberers finden. Nie die goldene Straße unter seinen Füßen spüren. Er ist für immer verloren in der Welt, in der ihn der Wirbelsturm abgesetzt hat. Dorothy würde ihm sagen, dass es ein verdammt langer Weg bis Kansas ist. Aus ihrem Munde würde es alternativlos klingen.

Bestimmt hat er geschrien, als man ihn seiner Stimme und seines Augenlichts beraubte. Die Nähte bedecken nur notdürftig das Werk eines Kurpfuschers.

Sonntag, 1. Juli 2012

Sexshop


Ähnlich wie beim Auto
wird dir deine Ehefrau
nur in der Grundausstattung ausgeliefert
jedes Extra
wird im Katalog
dezent unter "Zubehör" aufgelistet
die Unzufriedenheit wächst
die Erkenntnis
man hätte gleich am Anfang
mehr investieren sollen
zumindest aber
das Sportpaket buchen sollen
mit den Latexhupen
und der Schrittheizung.

Der Kampf ist nun entbrannt!

Immer willig und bereit
die rosafarbenen Schatullen
wie aufgeplatzte Fahrradschläuche
die Retortenhaut
gefühlsechter
als mancher Pflaumenkuchen.

Doch auch die Frauen
rüsten auf!

In Habachtstellung wie Torpedogeschosse
stehen Mutti's kleine Helfer
mit mehr Funktionen
als ein Küchengerät
allerdings 
bleibt die Frage offen
ob Frauen einen Handwerksburschen
oder doch nur
eine billige Bohrmaschine suchen.

Am Ende
liegen beide in Handschellen
und fragen sich
was sie verbrochen haben.