Mittwoch, 25. Juli 2012

Windmühlen


Es ist schwer
standhaft zu bleiben
wenn alle Welt um dich herum
sich verändert
wenn sie erwartungsvoll
in den Fensterscharten hängen
und wie bei einem Mistkäfer
darauf warten
dass du dir einen Kokon spinnst
und mit goldenen Flügeln
auf die Blumenwiese fliegst.

Am Anfang stand
eine Rasselbande kleiner Jungs
die alle nicht erwachsen werden wollten
doch als alle Spielzeuge
eingesammelt waren
zogen einige weg
um diesem Drecksnest zu entrinnen
heirateten aus Liebe oder Berechnung
polierten ihren Wagen
und widmeten sich ihrem Vorgarten
kurzum-
sie gruben sich ein
in all den Nestern
die sie einst als kleinbürgerlich verlachten.

Ich bin zu einem Puzzlestein geworden
der nicht mehr
ins Gefüge passt.

All die Menschen in den Fensterscharten
brummen den ganzen Tag
fleißig wie ein Bienenstock
was würde aus der Gesellschaft
wenn die kleinen Rädchen
nicht mehr ineinander griffen?

Wenn ich den Kopf schief lege
formen sich Worte
aus ihrem Singsang
sie fordern
ich solle endlich erwachsen werden
regen sich auf
an jedem Narrenstück
welches ich treibe

und doch sind es meine Fäuste
die ich mir
in die Schläfen schlage
um sie nicht hören zu müssen
hat mich der Hass
auf alles Kleinkarierte nicht verlassen
werde ich weitermachen
ihre billigen Lügen zu entlarven
werde ich weitermachen
sie mit meiner Kunst zu schockieren

auch wenn ich
gegen Windmühlen renne.

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