Freitag, 14. September 2012

Messias


Nehme ich nicht die Sünden der Gesellschaft auf mich? Trage ich nicht ihr Gewicht auf meinem Herzen, dass es mir schwer wird in der Brust? Ich balle die Fäuste, und Blut tropft aus ihnen heraus. Es ist euer Leben, was durch meine Hände fließt.

Meine Jünger will ich um mich scharen, auch wenn sie mir das Totentuch vom Leibe nehmen. Zum Hohn hat mir der Stadthalter eine Plakette in die Stirn getrieben, die mich als das brandmarken soll, was ich bin. Wie einen Orden werde ich sie in Ehren halten, stolz und ungebrochen.

Es spielt keine Rolle, an welches Kreuz ihr mich schlagen wollt. Mein Schandpranger ist längst öffentlich, ganz wie es einem Dichter geziemt. Sämtliche Ähnlichkeiten mit Jesus sind rein zufällig und bestimmt nicht gewollt.

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