Donnerstag, 20. September 2012

Wies'n


Zurücklehnen, durchatmen. Herrlich. In den Gassen riecht es nach Blut, doch mich kümmert es nicht. In der freien Natur kann ich die Revolution ruhen lassen. Bevor ich die Schönheit des Lebens vergesse. 

Es ist nicht meine Aufgabe, mit ihnen auf der Straße zu kämpfen. Dazu braucht es einen Schlägertyp, der ich nicht bin. Nein, soll die dumpfe Masse sich die Schnauzen einschlagen. Ich kämpfe mit Worten. Zeige den frustrierten Menschen, was in unserer Gesellschaft schief läuft. Zeige Alternativen zu einem ganzheitlichen Lebensansatz. In ihrer Wut sind sie blind. Ich will ihnen helfen, sie zu kanalisieren. Auf konkrete Ziele zu lenken. Niemals ein plumper Aufwiegler, immer ein Denkanstoß. Aufstehen muss jeder für sich. Ich wasche meine Hände in Unschuld.

Schreie und Pistolenschüsse übertönen das friedvolle Zirpen der Grillen. Ein brutaler Häuserkampf um ein paar Gesinnungen zu erobern. Vieles findet in den Köpfen statt, die Revolution ist im Volk angekommen.

Kommentare:

  1. Der Tod, ist die Maske der Revolution.
    Die Revolution, ist die Maske des Todes.
    (H.Müller)

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  2. Heiner Müller, einer der ganz Großen. Besonders beeindruckt hatte mich sein Hamlettext, der mich zu diesem Prosatext anregte:

    http://dirtydichter.blogspot.de/2007/11/new-hamlet.html

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