Freitag, 30. November 2012

Lyrischer Lorbeer




Mal wieder eine Anthologie, zu der ich meinen Beitrag liefern konnte .Im Anhang der Text, der in diesem Buch seinen Platz fand.


Strömung


Wie Puzzlesteine
haben wir ineinander gepasst
in jenen Tagen
als die Nachmittagssonne
in unsere Küche schien
die Kochtöpfe
verlassen & schmutzig auf dem Herd
während wir den Tisch
einem neuen Zwecke zuführten.

Nun liegt zersplittertes Geschirr
im Ausguss
und eine Stille in der Luft
die nicht einmal
das stumpfe Brotmesser
schneiden könnte.

Das Leben hat uns abgeschliffen
wie zwei Kiesel im Flussbett
uns die Konturen genommen
bis wir nichts mehr hatten
um es der Strömung
entgegenzusetzen.

Donnerstag, 29. November 2012

Verkehrsfluss


Das leise Rauschen der Schnellstraße
draußen
vor meinem Fenster
wie ein Seeungeheuer
welches aus der Brandung kroch
um mein Herz zu verschlingen.

Wenn sie vorbeiziehen
dann hinterlassen sie Schmauchspuren
wie Pistolenkugeln
Wunden aus verkokeltem Asphalt
und rote Striemen
auf meiner Haut
die neunköpfige Peitsche
ausgeworfen
wie eine Angel.

Selbstmörder schwimmen stromaufwärts
zum Laichen
mit mir geht es bergab
dabei ist mir gar nicht
zum Lachen.

Dienstag, 27. November 2012

Des Königs neuer Palast


Der König der Torheit hatte beschlossen, man möge ihm ein neues Schloss erbauen. Noch schöner und prunkvoller sollte es werden als das Klohäuschen mit den infamen Sprüchen, welches er bis dato seine Heimstatt schimpfte. Majestätsbeleidigung am laufenden Band, perforiert und arschbackenflaumig. Doch damit sollte Schluss sein!

In müssig kichernder Nachtstunde hatte er die Baupläne eigenstpersönlich auf alten Kaffefiltern gezeichnet. Er würde seinen treulosen Untertanen zeigen, wo der Hammer hing! Dafür sollte ein extra Prunksaal errichtet werden. Ein anderer Raum sollte dem Nageln gewidmet sein. Und wenn ihm das Gemüt schwach wurde, so konnte er sein Antlitz in gepolsterten Wänden schürzen.

Zwiebelt mir die Türme, auf dass sie Tränen tragen, verkündete er mit wütendem Eifer. Warum ging es nicht voran? In den Kemenaten hausten Primaten, der Vorbau des Burgfräuleins verlangte nach einem neuen Anstrich. Die Kellergewölbe waren so dunkel, dass man seinen eigenen Hintern nicht zum Scheißen fand. Sofort ließ er ein paar Schwarzarbeiter köpfen, doch davon wurde es auch nicht heller.

Man müsste schon die Sonne bestechen, auf dass sie gülden herniederscheine. Aber wie, wenn er doch die Vetternwirtschaft verboten und durch das Diktat der geilen Schwestern ersetzt hatte? Klar, bei einer feinen Runde Mau-Mau! Mit dem gebotenen feierlichen Ernst stieg er auf die Zinnen und brüllte der Sonne Mau! entgegen, bis dass seine Kehle heiser ward.

Sonntag, 25. November 2012

Drecklese


Eigentlich kannste froh sein
dass deine Sammlung
keine Super-8-Formate aufweist
auf Spulen aufgezogen
wie Sprungfedern
oder verfilzte Schamhaare.

Hochglanzmagazine
stammen aus Zeiten
vor DVD's oder Internet
staubige Dinosaurier
abgeschmackter Männerphantasien.

Aber wirklich alt bist du
wenn du
deine Pornomagazine aussortierst
weil
die Bilder in deinem Kopf
viel schmutziger sind
als es ein Hochglanzmagazin
je sein konnte.

Samstag, 24. November 2012

Die Luxusversion auf Calvendo


Zeitgleich zur Kalenderausgabe auf www.lulu.com läuft der Kalender auch als höherwertige Ausgabe bei Calvendo. Die Vorteile liegen auf der Hand: ISBN-Anbindung und Verfügbarkeit über Online-shops. mal sehen, was besser bei den Fans ankommt. Vielleicht gibt es den Kalender im neuen Jahr nur noch über einen Anbieter. Mal sehen, was besser läuft.

Donnerstag, 22. November 2012

"The American dream" in english


Fiftysix years have passed since Allen Ginsberg became one of the leading heads from the beat generation. It was an underdogs lament of the american society, an exclamation. It belongs to times, when the american dream was living reality. In the new millenium, the former global player lost lots of its shine.

Therefore
Levi Strauss went to America
the land of unlimited possibilities
and limited minds
sewing rugged trousers
for the workers
which made America great.

Bridges and streets
hospitals and playgrounds
rotting on broad daylight
whole districts
the factory belt
once
nestling like a smooth ribbon
up to the continent
became a barbed wire fence
for all of them daring
to pick holes
into the american dream
only wishing to wake up
while the organ is playing
false notes
sounds like god, in a corn field
or the crackling noise of machine guns
sparkling oil springs
giggling corruption
apple pie & chewing gum.

Mittwoch, 21. November 2012

Wandersmann


Meine Begleiter habe ich verloren, am letzten Wegekreuz, wo sie den Wanderer begruben.

Der Wanderer zog Jahrzehnte vor mir los, abgenagt wie ein Hundeknochen und doch der Straße trotzend, die ihn in ihren schwarzen Teergrund zu ziehen versuchte. Über seine Schulter ragte ein lottriges Bündel, von einem rissigen Ledersenkel zusammengehalten. Darin bewahrte er Krims und Krams. Kurzum- all die unnützen Dinge, die sich im Laufe eines Lebens so ansammelten. Eine Locke mit einer fleischfarbenen Spange, Erinnerung an eine Frau, die er einst geliebt hatte. Die Taschenuhr seines Vaters, die irgenwann einmal stehengeblieben war. Ein Duftkissen seiner Mutter, welches schwach nach Lavendel roch. Sein erster Zahn, ausgespuckt wie ein Boxer, den ein fester Schlag ins Land der Träume schickte. Murmeln aus Kindheitstagen.

Als die Straße zu seinem Leben wurde, war er jung gewesen, sehr jung. Nun fielen ihm die Haare in Büscheln aus, als litte er an einer seltenen Strahlenkrankheit. Ikarus, der Sonne zu nahe gekommen. Seine Zähne folgten, abgegriffen von tausenden Mahlzeiten. Es hatte einen Hund gegeben, der treu zwischen seinen Beinen scharwenzelte, ob eine Krume für ihn abfallen konnte. Eines Nachts war er aufgewacht, weil der Hund den Mond anheulte. Am Morgen war er verschwunden, und hatte ihm nichts gelassen als einen dampfenden Haufen Kot. Seitdem wandelte er allein unter den Sternen, die Gott ihm als Wegweiser gelassen hatte. Er hoffte unter einem von ihnen ein Kind in einer Krippe zu finden. So wie ein Kobold darauf hoffte, am Ende des Regenbogens einen Kessel voll Gold zu finden. Was es zu finden gab, hatte der Hund ihm gezeigt. Und doch wurde er es nicht müde, jeden Morgen aufzustehen, und die Straße anzunehmen wie eine schwere Prüfung.

Eltern hatten ihn in die Welt gesetzt und waren gestorben. Freunde hatten seine Jugend begleitet und waren ihm abtrünnig geworden. Väter und Mütter kannten ihre Freunde nur an Festtagen. Waren die Kinder aus dem Haus, versuchten sie die alten Bande aufzuknüpfen. Doch wie früher würde es nie wieder sein. Er war dazu bestimmt, die Einsamkeit zu schmecken wie einen guten Jahrgangswein. Die Tafeln der Mächtigen. Die blechernen Fraßschalen der Ohnmächtigen.

Feldspat funkelte zwischen seinen Füßen wie die Augen eines Dämons. Bereit, in das Licht einer untergehenden Sonne zu treten, das schwere Tagewerk endlich von den Schultern zu werfen wie einen schweren Balast. Maultiere verendet am Weg, ihrer Last nicht gewachsen.

Dienstag, 20. November 2012

Zimmer ohne Aussicht


Der Moment, wo einem die eisige Kälte in die letzten Backsteinknochen sinkt. Trübe Nebelbarken ziehen vorbei wie ungewunschene Gäste. Die dunklen Monate des Jahres haben noch Jedem sein kleines Herz gebrochen. Ich sah Kreaturen, die der liebe Gott aus einem schroffen Stein geschlagen hatte, an sich hadern. Was bin ich schon, als ein Stäubchen Asche?

Verlieren die Menschen ihre Herzlichkeit just dann, wenn sie die Heizregler hochdrehen? Gebt mir Worte, die mich wärmen, und ich werde die Nacht überstehen. Hände aneinanderreiben, zur Glut gerichtet.

Durchhalten, weitermachen. Mit zusammengebissenen Zähnen. Das Feuer am Lodern halten, Vers um Vers. Gerade jetzt ist die Zeit für tröstende Worte. Mutmachende Worte. Kein Mensch kann sich aus einem geschlossenen Fenster stürzen, das ist doch mal ein Trost.

Sonntag, 18. November 2012

Haifischbecken


Wieder an Land
ernähre ich mich
von lieblos dargebotenen Erdnüssen
als könnte ich
kein neues Kunststück mehr lernen.

Dabei stimmt es ja nicht
dass einer
zu tief ins Glas gucken kann
die wenigsten
haben je einen tiefen Blick genossen
nur das Schaumbad
welches die Seele kitzelt.

Zucken
wenn eine Hand dir
in den Rücken schlägt
unter deinesgleichen
harte Arbeiter
die sich ihren Weg in die Erde
erkämpfen, und niemals träumen.

Lass uns das draußen regeln
okay, auch recht

und ich folge dem dumpfen Auftreten
seiner schweren Stiefel
um ihm die Scheiße
aus dem Leib zu prügeln
oder selbst ein bisschen Staub zu schlucken.

Der Haifisch der hat Zähne
und die klatsch ich ihm
aus dem Gesicht...

Ich erinnere mich
an meinen ersten Tag im Lehrschwimmbecken
ausgestattet
mit diesen häßlichen orangefarbenen Flügeln
versuchte ich
mich gegen die anderen Haie
im Becken zu behaupten
und zog mir am Ende
eine Chlorvergiftung zu
hustend, spuckend-

wieder am Bier verschluckt
wie kann einer
an Land ertrinken
frage ich mich
wieder & wieder.

Samstag, 17. November 2012

Geschmacksrichtung


Unter tausend Sorten
würde ich dich
herausschmecken
oder ist es nur
eines deiner Sumpfhaare
was sich in meinen Zähnen verkantet
dort
wo die Bäche zusammenfliessen.

Wie eine Robbe
inmitten schwarzweißer Flügel
die dem Laien
alle gleich aussehen
immer das Paar erkennt
was ihr gehört.

Packeis
pack's weg
in dieser kalten Welt
ist es schön zu wissen
dass man eine Hitzequelle hat
in die man eintauchen kann
bis zum Ende des Knochens
und
zuhause ist.

Praxis Dr. Kind


Facharzt für angewandte Pädophilie.

Freitag, 16. November 2012

Hammer und Nagel


Verführt von einem Zimmermann
der träumend
durch die staubigen Gassen zog
die Augen weit offen
wie ein kleines Kind
anstatt einmal
Hammer und Nagel
in die Hand zu nehmen
und sich dem Fluch
der arbeitenden Bevölkerung
zu ergeben.

Am Ende seines Weges
fand er
Hammer und Nagel wieder
denen er zu fliehen versucht hatte.

Wer glaubt
auf dem richtigen Weg zu sein
wird automatisch zum Gutmenschen
so jedenfalls glauben wir
und folgen seinen Worten

Heute beten sie
das goldene Kalb lauter an denn je
Mammon Glotze Status
komm wir spielen
eine Runde Quartett

MEIN HAUS MEIN AUTO MEINE FRAU

Unter den Christen
findest du die gottlosesten von Gottes Kreaturen!

Diese ganze Scheißreligion
ist nur ein feuchter Männertraum
Frauen wurden zu Hexen gestempelt.
heute
werfen wir Pussy Riot ins Arbeitslager
weil sie die Obrigkeit kritisieren
und nehmen Opfern das Recht
nach einer Vergewaltigung
abzutreiben.

Gottgewollt?
Menschgemacht!

Mittwoch, 14. November 2012

Rachenfeuer


Eingeschlagen in braunes Packpapier
der Tod
der in der Kehle brennt
wie der Atem eines Drachen
feurige Flammen
die sich in meine Eingeweide graben
während der hölzerne
Indianerhäuptling
auf mich herabsieht
wie aus besseren Tagen
die dieser Schnapsladen
vor der Rezession erlebte.

Grienende Jungen
die Chinaböller
an die Schwänze
räudiger Hunde binden
und sich vor Lachen halten
wenn es die armen Tölen
zerfetzt.

In einem Hinterhof
kommt mir
die ganze Scheiße wieder hoch
und ich denke mir
das ist noch das Beste
was mir passieren konnte

verglichen mit dem Hund.

Dienstag, 13. November 2012

Herbstzeitlose


Blätter, nichts als Blätter. Bunt bekritzelt mit den Gestalten aus meinen Fieberträumen. Ausgezehrt über den Schreibtisch gebeugt, wie nach langer Krankheit. Zerknüllt, zerissen. Wie konnte ich nur glauben, sie wären echt?

Weil sie sprechen, wenn ich schweige. Die Bäume erstrahlen in ihrem bunten Blätterkleid. Gerade so, als wollten sie dir vernieselte Tage im Sprühregen noch einmal versüßen. Rotgelb und versöhnlich. Doch ihre Pracht ist von kurzer Dauer. Wie sprach Mephisto?

"Alles, was besteht, ist wert, dass es zu Grunde geht"

Gegenwartslyrik hat den Nachteil, dass sie nur den Geist ihrer Epoche widerspiegelt. Ihr Vorteil  ist, dass sie sich jedes Frühjahr erneuert. Ich will ihr ein guter Gärtner sein.

Montag, 12. November 2012

Die guten alten Latschen


Wir leben in Zeiten, in denen Pantoffelhelden das Sagen haben. Dabei lassen gerade Pantoffeln den notwendigen Rückhalt vermissen. Das elendige Geschlurfe auf abgetretenen Läufern. Wispert wie die unselige Verheißung einer blinden Sybille in meinen Ohren!

Oder aber: Dickgepolsterte, sackartige Kloben. Die ihrem Träger die Eleganz eines Klumpfußes verleihen. Lustige Motive wie überdimensionale Hühnerkrallen mögen nicht über den Verlust der Würde hinweghelfen.

Der Klassiker kommt in unverwüstlichem Cord daher, die Kanten rustikal eingefasst. Hinten geschlossen, daher angenehm stramm am Fuß. Dicke Gummisohle, mit der sich jedes Silberfischchen ins Jenseits schicken lässt. Ein Allrounder, mit dem man ohne Nachzudenken auf die Straße treten darf, um den Müll runterzubringen. Dem Kenner bleibt die schwierige Wahl zwischen vier verschiedenen Farben: Braun, blau, grau und grün. Mutige leisten sich ein kariertes Modell, um von der Masse abzustechen.

Leider gehören die guten alten Hausschuhe einer aussterbenden Spezies an. Kaum zu glauben, dass man sie heutzutage nur noch in Onlineshops findet.

Sonntag, 11. November 2012

Textprobe aus "Der amerikanische Traum"


Dafür ist Levi Strauss
nach Amerika gegangen
dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten
und begrenzter Hirne
stabile Hosen
für die Arbeiter zu nähen
die Amerika groß machten.

Brücken und Straßen
Krankenhäuser und Spielplätze
verrotten bei hellichtem Tage
ganze Stadtviertel
der Fabrikgürtel
der sich einst
wie ein sanftes Band
an den Kontinent schmiegte
ist ein rostiger Stacheldrahtzaun geworden
für alle die es wagen
den amerikanischen Traum
in Frage zu stellen
die nur aufzuwachen wünschen
während die Orgel
falsche Töne spielt
de nach Gott klingen, in einem Kornfeld
oder dem Prasseln der Maschinengewehre
sprudelnden Ölquellen
kichernder Korruption
Apple Pie & Chewing gum.

Während sie immer noch
zum vierten Juli
Raketen in den Himmel ballern

(eine kam herunter
in einem Funkenregen
Challenger
Ikarus
deine Flügel waren aus Wachs gemacht).

um ihre große Nation zu feiern
läppische zweihundert Jahre
hätten Rom zum Lachen gebracht
oder die Inkas
die ihren Reichtum
auf ein paar Maispflanzen gründeten
und daran zugrundegingen
Cornflakes Sugarpuffs Froot Loops
Twinkies und Houndogs
in jedem Supermarkt
endlose Maisfelder
die von seelenlosen Maschinen abgeerntet werden
große Heuschrecken aus Stahl.

Samstag, 10. November 2012

Stammestanz


Unter den nackten Fußsohlen
kleben Lehmbrocken
rieselt krumige Erde
kitzeln Grashalme

Lichter huschen durchs Geäst
Feen und Irrlichter
zu meinen tanzenden Schritten
um die Feuerkuhle
mit den anderen Kriegern
jeder von uns
bunte Farben im Gesicht
bewahren wir das Wissen
unserer Vorfahren.

Naturgeister
die zu unserem Tag gehören
wie ein paar geschliffene Hohlknochen
die uns Trost spenden
und Kühle an einem heißen Tag.

Mannbarkeitsrituale
wie das Niederringen eines wilden Tiers
oder die süße Frucht
aus dem höchsten Baum holen.

Und was für Mannbarkeitsrituale
habt ihr?

Einen Penner anzünden?
Eine Nutte bumsen?
Einen Eimer Sangria niedermachen?
Ein Smartphone rippen?
Einen nackten Hintern aus dem fahrenden Auto hängen?

Ihr habt die Geister
eurer Ahnen vergessen.

Donnerstag, 8. November 2012

Der große böse Wolf


Baby
erspar mir die ganze Scheiße
von wegen Blickkontakt und so
alberne Gesellschaftsspiele
die du
bei den Primaten gelernt hast.

Nie werde ich dich
bei der Hand nehmen
ein kosmisches Band schmieden
oder sonst so ein
verkopfter Müll
den sie wöchentlich
in den Besser-Leben-Postillen verzapfen.

Lass uns darüber reden
was dich zu mir geführt hat
das schmutzige Wort
welches mit "F" anfängt
dein oberster Knopf
ist doch nicht
umsonst aufgesprungen.
 
Wenn du willst
spiele ich dir
den großen bösen Wolf
und du bläst solange
bis es mich
aus meiner Hütte haut.

Mittwoch, 7. November 2012

Angel of time


Du bist nur solange ein Engel, bis das Leben dir die Flügel stutzt. Vorbei die sonnigen Vormittage, wo du mit Klötzen auf dem Teppich spieltest. Wenn sie dir mit Pflicht kommen und Disziplin. Die goldenen Schlüssel zur Gesellschaft, wenn man es zu etwas bringen will. Dafür schlagen sie dir die Flügel ab mit Klingen aus scharfem Stahl. Ich spüre es im Rücken jucken. Ich erinnere mich!

Ohne Schwingen in die Welt entlassen, kannst du genausogut ein Teufel sein. Ein Teufel mit einem langen Schwanz, der der Gesellschaft den Rock hochschiebt und sie so richtig...

Es ist wenig ehrvoll, dich an ein miserables System anzupassen. Ihm mit blanker Kritik zu kommen ist ärmlich. So beweist es nur, dass du ein Teil davon bist. Überwinde die Stummel auf deinem Rücken. Fliegen kannst du nur, wenn du daran glaubst. Du bist aus der Zeit gefallen. Nun fällst du auf.

Montag, 5. November 2012

Wahlverwandschaften


Bleischweres Flimmern
der TV-Monitore
auf einer staubigen Mittagsstraße
die Fensterbänke
ausgebucht bis auf den letzten Platz
Zaungäste, stille Zuschauer.

Reagan und Schwarzenegger
wie nah doch die Politik
an der Schauspielerei liegt
die Schauspielerei an der Illusion
und die Illusion
wieder an der Lüge
geboren aus dem dunklen Schoße Hollywoods
der toten Hure an der Küste
aus deren Fotze Würmer kriechen
rollt den goldenen Teppich aus
und steckt sie in einen Ornat
aus schwarzen Rabenfedern
wie es Raubvögeln geziemt.

Die Wahl zu haben
zwischen Pest & Cholera
wo ist mein Schierlingsbecher
wenn es mich dürstet
den bitteren Nachgeschmack
der Demokratie
auf der Zunge zu spüren?

Samstag, 3. November 2012

Im Nacken kurz


Seit Jahren habe ich keinen Friseursalon mehr von innen gesehen. Und doch laufe ich nicht herum wie der letzte Lump. Was braucht's schon mehr als ne kleine Maschine und den Mut, die Sache selbst anzugehen? 

Dabei will ich die Arbeit der Friseure nicht schlechtreden. Wer für ein solches Gehalt morgens aufsteht, verdient meinen Respekt. Ich wende mich an ein paar Neugierige, die sich gerne selbst an ihrem Kopf versuchen möchten. 
Genausogut könnte ich öffentlich Standpunkt zum manuellen Handbetrieb beziehen, und doch würden meine Unkenrufe die Prostitution nicht ausmerzen. Manchmal sollte man auch einen Profi ranlassen. Die wissen einfach am besten, wie es geht. Merke gut auf und schreib's dir hinter die Ohrlöffel, auf dass du das nächste Mal aus der Lektion Nutzen ziehst. Vielleicht brauchst du nach den ersten Versuchen noch den Fachmann, der die schlimmsten Fehler korrigiert. Aber ein Meister ist noch nie aus dem Himmel gefallen. Und wenn, dann genau auf die Fresse.

Eine gute Haarschneidermaschine liegt in der Preisklasse von einem bis zwei Friseurbesuchen. Wichtig beim Kauf:
  • Leistung von 3 Watt oder höher
  • flexibler Schnittaufsatz (Finger weg von einzelnen Aufsätzen für jede Länge, bei manchen Geräten rütteln die von alleine runter!)
Besonders bei kurzen Haaren bietet es sich einfach an; da kann man nicht viel verkehrt machen. Sowohl dem Anfänger als auch dem Fortgeschrittenen ist ein Handspiegel anzuraten. Egal wie gut du bist, es sind noch keinem Augen aus dem Hinterkopf gewachsen!

Stoppelbereiche und Übergänge mit der Maschine, für den Hinterkopf und den letzten Schliff wirst du wohl die Schere brauchen. Und bitte kein 1-Euro-Artikel vom Discounter, tu dir das nicht an. Entweder das Teil, was bei deiner Haarschneidemaschine dabei war, oder gleich eine spezielle Haarschere. Kostet auch nicht die Welt, guck mal beim nächsten Drogeriemarkt deines Vertrauens vorbei.

Vielleicht habt ihr ja auch jemand, der die Maschine in die Hand nimmt. Aber mit der Geduld ist das so eine Sache. Dann mache ich's mir lieber selbst.

Donnerstag, 1. November 2012

Die griechische Tragödie


Was einst die Wiege der Demokratie galt, wird nun unter internationalen Treuhändern aufgeteilt wie ein großer Kuchen. Wo früher Angriffskriege notwendig waren, genügt heutzutage des Kaiser's geneigter Daumen (Ratingagenturen) und ein Heer nimmersatter Zinsritter.

Die Kirche wäre stolz gewesen. Ein moderner Kreuzzug. Schamlos offen tragen die Banker das €-Zeichen auf dem Banner. Und wer nicht für den Euro stimmt, dem wird gleich der Hexeprozess gemacht. So ist's fein. Wenn die ersten Politiker aus dem Dämmerschlaf erwachen, wird es wirklich böse. Dabei fürchten diese feisten Ratten nur um ihre Privilegien!

In den Tagen der Antike traf das Volk seine Entscheidung über ein Scherbengericht. Eine schöne Tradition, finde ich. Mögen die Weinamphoren der dekadenten Plebejer zerschlagen werden.