Dienstag, 13. November 2012

Herbstzeitlose


Blätter, nichts als Blätter. Bunt bekritzelt mit den Gestalten aus meinen Fieberträumen. Ausgezehrt über den Schreibtisch gebeugt, wie nach langer Krankheit. Zerknüllt, zerissen. Wie konnte ich nur glauben, sie wären echt?

Weil sie sprechen, wenn ich schweige. Die Bäume erstrahlen in ihrem bunten Blätterkleid. Gerade so, als wollten sie dir vernieselte Tage im Sprühregen noch einmal versüßen. Rotgelb und versöhnlich. Doch ihre Pracht ist von kurzer Dauer. Wie sprach Mephisto?

"Alles, was besteht, ist wert, dass es zu Grunde geht"

Gegenwartslyrik hat den Nachteil, dass sie nur den Geist ihrer Epoche widerspiegelt. Ihr Vorteil  ist, dass sie sich jedes Frühjahr erneuert. Ich will ihr ein guter Gärtner sein.

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