Montag, 30. Dezember 2013

Schwenningen II


Die Stadt erstickt
hinter Wärmedämmplatten
der neuen Zeit.

Man schämt sich
für die Fachwerkbalken darunter
möchte nicht
an seine dörfliche Vergangenheit
erinnert werden
die schmalen Gassen sind verschwunden
die Scheunentore wurden Garagen
Hochhäuser schossen in den Himmel.

Grobe Menschen
mit der Ratschmentalität
von Waschweibern
verbreiten sich Nachrichten
über die Fensterbänke hinweg
schneller
als jede Zeitung.

Doch die Stadt atmet
mit ihrer eisernen Lunge
rostzerfressen

Bürk Kienzle Haller Mauthe Eppler
die Fabriken sind
aus der Innenstadt verschwunden
nach China
oder wo immer man
uns billig nachbaute.

Ihnen folgten die Studenten
in der Tradition der Uhrmacher
lernten sie technische Berufe
trieben die Mietpreise in die Höhe
aber nicht die Stimmung
zum Saufen reicht es grade noch
Helden der Nacht
auf gesprungenen Gehwegen
wie Fieberpusteln
aber gefickt wird nicht
in dieser Stadt
dazu sind sie zu bieder
verdienen es nicht
Studenten genannt zu werden.

Die Stadt verdrängt ihre Vergangenheit
der Steinadler im Hallenbad
dem man das Hakenkreuz
aus den Krallen schlug
der Huldigungsbalkon am Rathaus
das gleiche Kreuz
aus Eisen
kein Wort über die Juden
die damals verschwanden
und im braunen Haus am Marktplatz
residiert die Tageszeitung
wie eine späte Entschuldigung.

Wenn du
durch diese Straße fährst
denk daran
früher waren da Äcker
und am Horizont
der Wald.

Donnerstag, 26. Dezember 2013

Wer hat an der Uhr gedreht?


Ist es wirklich schon so spät? Soll das heißen ja ihr Leut? Mit dem Reich ist Schluss für heut!

Noch lange nicht, folks. Während früher die Schreiben aus den Lektoraten bedauerten, ihr Programm für Jahre im Vorraus verplant zu haben. Und leider keinen Platz für mein Manuskript erübrigen konnten. Lache ich ihnen nun ins Gesicht, mit dem gleichen Satz:

Ich bedauere, aber leider ist mein Programm für das laufende Jahr schon verplant...

Manchmal wäre man froh um Urlaub, oder einen Kopf ohne Ideen. Für 2014 plane ich einen neuen Comedyband, sowie Band II + III vom Leichenschänder.

Dienstag, 24. Dezember 2013

Tektonische Platten


Die Tiere merken es als Erstes
unruhig
kläffen sie in ihren Koben
fangen Vibrationen auf
mit ihren Hufen
oder ihren Schnurrhaaren.

Wir sind zwei Länder
die sich aneinander reiben
bis die Erde aufgeworfen wird
wie eine Wunde
deren Narbengewebe
nie verheilt.

Hütten werden zerschlagen
Wellblech und Geschirr
ganze Leben ausgelöscht.

Leider gehöre ich
zu den kleinen Menschen
die in Panik geraten
wenn die Erde bebt
wild ins Freie stürmen
und dann
von Trümmern erschlagen werden.

Sonntag, 22. Dezember 2013

Blutige Weihnachten


Ich habe tödlich kalkuliert. Bei dem Preis muss einer draufgehen. Einer? In diesem Buch werden viele Menschen ihr Leben unter unsagbar grausamen Umständen lassen...

Zu Weihnachten lege ich ein besonderes Geschenk unter den Baum. Aus den Kanten sickert Blut, und es riecht nach verdorbenem Fleisch. Ich wünsche euch allen ein frohes Fest und geruhsame Nächte...

Jede Flucht ist so umsonst wie dieses Buch.

Freitag, 20. Dezember 2013

Ebooks auch für Tolino


Nachdem der Tolino-Reader auf dem Vormarsch ist, gehe auch ich mit den Zeichen der Zeit. Bislang konntet ihr meine Bücher nur auf den Kindle laden, oder mit einer passenden App lesen.

Nun sind die Ebooks im epub-Format und als PDF bei Neobooks erhältlich. Und damit in diversen anderen Shops vom Apple I-Store bis Thalia. Nur, um mal ein paar der Großen zu nennen.

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Menschlicher Weihnachtsbaum


Weihnachten sollte sein menschliches Gesicht zeigen. Hier ist meine Version eines Tannenbaums. Und mal ganz unter uns: Ich habe einen Vogel. Solange mir der freche Spatz nicht die Meisenknödel anknabbert, will ich es ihm aber verzeihen.

Kommt gut durch den Winter, und vögelt, bis euch die Federn aus dem Gefieder fallen. Wer weiß, wann es wieder was zu mausen gibt.

Frohe Festtage wünscht euch euer Dirty Dichter.

Samstag, 14. Dezember 2013

Das grüne Gold


Ach, was hat einen die Großmutter früher mit geplagt. Zu Tode gekocht als schlechten Spinatersatz. Rustikales muss auf den Tisch! Doch Mangold kann viel mehr als das!

Wer einmal Spaghetti mit Spinatsauce gegessen hat, ahnt es schon. Die Zubereitung ist simpel, binnen 15 Minuten steht eine leckere grüne Sauce auf dem Tisch, nach der ihr euch noch die Finger lecken werdet.

Mangold, Zwiebeln und Knoblauch einschmoren. Brühe hinzufügen, später Schmand. Ich habe Schinkenwürfel hinzugegeben, aber auch Lachs dürfte hervorragend geeignet sein.

Wichtig: Keinen Reibkäse über die Nudeln, nur Parmesan! Sonst schmeckt es wie Arsch. Mein Mangold auf dem Bild war tiefgefroren. Eine frische Pflanze sieht natürlich anders aus. Aber ich hatte mich auf dem Wochenmarkt verkalkuliert, und zu viel eingekauft. In der ersten Runde hatte ich seine Fähigkeiten als Pfannengemüse getestet, mit Corned Beef.

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Buchtrailer "Faule Begierden"


Künstlerische Freiheit, oder schon künstlerische Frechheit? Nun, wir werden sehen. Wer Bock auf mehr hat, findet das Buch hier.

Dienstag, 10. Dezember 2013

Al Ghandi


Tja, da sitze ich nun wieder am Ganges. Schlürfe Instant Karma mit Kirschgeschmack und denke an frühere Leben. Wo alles besser war. Zumindest bunter.

Entflieht dem Grau des Alltags und folgt mir auf das Fest der Farben. Kühe haben sogar Eintritt frei. Die sind bei uns nämlich heilig. Lasst uns die Gesichter malen und die Körper. Seid bunt und vielfältig. Tanzt freudig in den Gassen wie ein Kind.

Niemand weiss, wie das nächste Leben wird. Also geht euch jetzt amüsieren, verdammt noch mal!

Sonntag, 8. Dezember 2013

Ausschnitt aus "Kaltfleisch - Faule Begierden"


„Fährst du mal die Restekiste raus?“
„Wie bitte?“
Dr. Gießer lachte.
„Siehst du den großen Edelstahlcontainer da hinten?“
„Ja.“
„Dort landet das, was die im OP rausschnippeln. Organe, Tumore, Amputationen. Schlachtabfälle.“
„Okay.“
„Bisschen weiß um die Nase, was? Na, ist ja auch kein leichter Job hier. Bist du Mann oder Maus?“
„Ich bin ein Mann!“
„Das freut mich. Dein Vorgänger hat früher schlapp gemacht.“
„Mich macht es hart.“
„Na, dann werde ich mich an dein Gesicht noch gewöhnen müssen.“

*

An der Laderampe. Räumte er ein, was nicht in den Müllschlucker passte. Die Überreste der menschlichen Gesellschaft. Die guten ins Kröpfchen, die schlechten ins Töpfchen. Tumore, schwarz und böse wuchernd. Organlappen, braun und violett. Sie erinnerten ihn an Rinder-Suppenfleisch. Die amputierten Stümpfe, dunkelrosa wie Lachsaufschnitt. Er wagte es nicht. Mehr in seinen Beutel zu packen. Als er vertuschen konnte. Dinge, die er mit nach Hause nehmen konnte. Ein Bündel Arme wie ein Frühlingsstrauß. Konnte er im Kofferraum verstauen. Was nicht im Müllschlucker landete. Sammelte er ein, für sich. Leider konnte er keine Überstunden abrechnen. Wenn er Arbeit mit nach Hause nahm. Geborgenheit in geborgten Armen. Friedlich schlief er ein.
Es war lange her, seit er faules Fleisch besessen hatte. Nun war er davon besessen. Streichelte und liebkoste es. Den ganzen Tag in der Fabrik dachte er an sie. Zum ersten Mal seit Monaten sahen ihn die Kollegen lächeln. Manch einer glaubte, er wäre vielleicht verliebt. In gewissem Sinne war er das auch. Die Arme aßen mit ihm zu Mittag. Damit sie über den Tisch sehen konnten, hatte er ihnen einen Stapel Kissen untergeschoben.
„Bettzeit, meine kleinen Luder. Macht euch schick für Papa.“
Jens malte seine Armhuren an. In der Drogerieabteilung fand er Nagellack in verschiedenen Farben. Zuerst war er von der Auswahl überfordert gewesen. Doch dann fragte er sich, was Mutter wohl gefallen würde. Gerne hätte er es eine Spur nuttiger gehabt. Aber Mutter hätte ihm das nie erlaubt. So entschied er sich für zwei Farben: Rot und Glitzer. Bei Bijou Brigitte deckte er sich mit billigem Modeschmuck ein. Armreifen und Fingerringe. Sie hatten keinen Arsch mehr, mit dem sie hätten wackeln können. Aber Handgelenke, die sie aufreizend kreisen lassen konnten. Hochzufrieden verließ Jens das Kaufhaus.
Er blies die Kerze aus. Drehte im Schlafzimmer die rote Glühbirne ein. Zog ein Spannlaken aus Latex über. Nicht, weil er darauf stand. Sondern der Flüssigkeit wegen, die aus den Armen sickerte. Die Stümpfe waren schon ganz verkrustet. Und mit jeder Nacht in seinem Bett brach die Kruste wieder auf. Sie hatten so kalte Hände, als sie ihn berührten. Dass es ihm ganz heiß wurde. Langsam glitten sie seine Brust hinunter. Kitzelten mit ihren Kettchen seine Nippel, die augenblicklich verhärteten. Weiter unten. Wo er es vor Hitze nicht mehr aushielt. Packte endlich eine kalte Hand zu. Massierte ihn sanft. Molk den letzten Tropfen aus ihm heraus.

*

Man musste die Gliedmaßen nehmen, wie sie kamen. Auf Sonderangebote achten, wenn man seinen wöchentlichen Speisezettel zusammenstellte. Seine Lenden hätten auf Arme Appetit gehabt. Zu lebhaft hatten sich die Bilder in seinem Kopf eingebrannt. Achtlos hatte er die Abfälle missachtet, die der menschliche Körper dem Nekrophilen bot. Dabei zählte gerade Schlachtplatte zu den einfachen, bodenständigen Delikatessen!
An der Fleischtheke empfahl er sich Beine, das Angebot des Tages. Ganze Beine, halbe Beine, Waden, Füße, Zehen. Real-Life-Prothesen. Mit dem ganzen Kleinkruscht konnte er nichts anfangen. Auch traute er sich kaum, die ganzen Beine mitzunehmen. Er hätte sie vielleicht schultern können. Aber so über den Parkplatz laufen? Leider undenkbar. Blieb also alles unterhalb des Knies übrig. Was Jens nicht die Stimmung vermieste. Damit ließ sich ein schöner Abend verbringen. Nachdem er zwei Schuhgeschäfte abgegrast hatte, gab er seine Suche entnervt auf. Wendete sich an den Sexshop seines Vertrauens. Wo er knallrote Riemchensandalen bekam. Absätze, steil und hoch. Dazu schwarze Seidenstrümpfe. Sie würden etwas zu lang sein. Wo das Bein aufhörte.
Er entschied sich dafür, seine Beinhuren ebenfalls anzumalen. Nagellack hatte er noch zuhause. Wenn nur die Armhuren ihm nicht eifersüchtig wurden! Zuhause verbannte er sie in eine Schublade, damit sie dem bunten Treiben nicht zusehen mussten. Duschte sich für die neuen Beinhuren, während alle Fenster der Wohnung zum Lüften aufstanden. Das hätte ja noch gefehlt. Dass er den Nachbarn aufgefallen wäre durch unangenehmen Geruch im Treppenhaus. Deswegen hatten sie ihm damals Mutter weggenommen. Ihn selbst störte der Geruch nicht. Wie sonst sollte ein Tier seine Artgenossen erkennen. Wenn nicht am Geruch? Hunde markierten ihr Revier, indem sie in alle Ecken pinkelten. So weit würde Jens nicht gehen. Zitternd, in einen Bademantel gehüllt. Schlug er alle Fenster zu, und drehte die Heizung hoch. Dachte an die Lungenentzündung, die er sich bei der Leiche im Wald geholt hatte. Brachte die Beinstümpfe ins Schlafzimmer. Zog ihnen die Hochhackigen an und Seidenstrümpfe. Schnürte sie oben und unten zusammen, wie einen Schwimmflügel. Durch dessen Rosette er mühelos seinen Schwanz schieben konnte.

*

In der Krebssaison fiel mehr menschlicher Abfall an. Die Restekiste war kein Supermarkt, der rund um die Uhr alle Waren des täglichen Bedarfs anbot. Monatelang schleppten sich die Kranken so dahin. Hielten wacker den Kopf über Wasser. Dann explodierte plötzlich eine Supernova an Metastasen in ihrem Körper. Eilig eilten die Ärzte herbei. Wegzuschneiden, was noch ging. Bevor der Tod weiter streute. Meistens wirkte die Restekiste wie ein verwaister Brotkorb. Wo die frischen Baguettestangen wohlig duftend in den Himmel ragten. Dann begann die Krebssaison, und die Stahlwanne füllte sich bis zum berstenden Rand. Begann zu stinken und Fliegen anzuziehen. Wie der Biomüll im Pausenraum, für den sich niemand zuständig fühlte.
„Guck, dass die Restekiste rauskommt. Bei dem Mief kann ich nicht arbeiten.“
„Ich dachte, Gerichtsmediziner wären an den Geruch des Todes gewöhnt?“
„Gewöhnt, ja. Ihn mögen? Nein.“
Dieses Mal bekam Jens kaum den Kofferraum seines Wagens zu. Er klemmte einen Finger ein. Hätte noch ein Mensch daran gehangen. Hätte er vielleicht aufgeschrien. Immer wieder musste Jens daran denken, dass die Eigentümer dieser Körperteile noch lebendig auf der Welt herumliefen. Denn nicht jeder erlag gleich seinem Leiden. Und während sie ein paar Etagen über ihm in ihren Betten lagen, faulten in der Pathologie die Extremitäten. Selten war der Tod dem Leben so nah. Und um einen Abglanz dieses intimen Momentes zu erhaschen, nahm er ihre Reste nach Hause.
Die Beute war so reichlich ausgefallen, dass er sich ein Bad in ihnen gönnen konnte. Er kippte die blauen Müllsäcke in der Badewanne aus. Nahm die Wurzelbürste mit den Naturborsten, und rührte um. Ungefähr so, wie man eine Auflaufform umschichtet. Damit der Geschmack gleichmäßiger ausfällt. Fehlte nur noch der Hauptgang. Jens ölte sich mit Olivenöl ein, er mochte dessen bitteren Geruch. Flutschen musste es. Locker durchgemischt wie ein Salat. In dem er das Salatbesteck war. Er hielt die Luft an. Glitt zwischen sie. Ein Bademeister mit tausend Armen. Die indische Göttin Kali. Drehte sich. Um die eigene Achse, immer schneller. Wie ein Derwisch. Sah kleine schwarze Sternchen. Riss den Mund auf wie den Verschluss einer Getränkedose, und zog gierig Luft ein. So wie ein Verdurstender Wasser aufsaugt. Inhalierte das Aroma fauler Arme und Beine. Fleischsalat mit Olivenöl. Ein leichter Druck auf den Soßenspender, und es kam ihm.

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Sleazy Dreams


Each week
he came with a new one
just to get
her cookies.

He didn' t score
but he tried
his very best.

A few years later
he was married
and i became a whore
watching me fall.

It was like a sport
and we were
all lonesome
like stray cats
in an abondoned backyard
of gathering garbage.

Cute characters
slippering
on the way to bed
praying one-hand
to let this engine stop
praying for mercy

praying for the next fuck.

Montag, 2. Dezember 2013

Das dritte Auge


"Los, spucken sie schon aus, was sie gesehen haben"!

Ich winde mich im Verhörlicht wie eine Schlange. Kalt und voller Schuppen. Sie haben mich in einer Fabrikhalle gefoltert. Wo man singt, da lass dich nieder. Böse Menschen brauchen keine Augenlider! Ist es wegen Christoffer, der Frauen mit der Schrotflinte jagt? Oder wegen Andreas, der über neuen Kochrezepten für Menschenfleisch sinniert? Oder wegen Jens, der nach der kalten Liebe einer Mutter sucht?

All die Figuren. Geboren in meinem Kopf. Tod und Verwüstung. Nennen wir es geplante Schizophrenie, wenn ich in ihre Köpfe schlüpfe. Um die Welt aus ihren Augen zu sehen.

Samstag, 30. November 2013

Faule Begierden


Leute, ich schlag drei Kreuze in die feuchte Erde, dass dieses Drecksbuch endlich fertig ist. Mit viel Leichensex. Und extraviel Mutter. Bah!


Als die Polizei die Wohnung aufbricht, finden sie einen völlig verstörten und verwahrlosten Neunjährigen. Daneben liegt der Leichnam seiner Mutter. Doch sie ahnen nicht, welch abscheuliche Szenen sich in der Vergangenheit abgespielt haben.

Wenn alle Tabus zerbrochen wurden. Reift das Verlangen nach kaltem Fleisch heran, wie eine faule Frucht.


Sowohl als Buch, als auch als Ebook.

Donnerstag, 28. November 2013

Sonntag, 24. November 2013

Das letzte Bindeglied der Evolution


Wollt ihr wohl meinen Schlitten ziehen, ihr lahmen Kröten? Nein? Dann zäume ich euch ins Zeug, dass ihr mit den Hufen ächzen werdet! Der König der Torheit hat zum Ball gerufen. Und da will ich bestimmt nicht die Kutsche sein, die der Herrgott in seiner liebenswerten Einfältigkeit zum Bock bestimmt hat! Oder mich in einen Kürbis verwandeln gar, der nur aus Kernen besteht.

Eine Prinzessin will ich sein. Solange es dinglich ist, um an ein Schosshündchen zu kommen. Ich erinnere mich noch, als wären mir gestern die Schuppen aus den Haaren gefallen. Und Fickloch der Hund an meiner Brustkette gehangen. Das muss im Jahr des Herrn anno Drecksack gewesen sein. Der Drecksack in Sodom und Gommorha.

Freitag, 22. November 2013

Stühlerücken


Schaben Schlurfen Schieben
oben hat es wieder begonnen
das große Stühlerücken
die Reise nach Jerusalem
mal sehen
wer übrig bleibt
meine Hand zittert
oder die
von einem Fremden
trotz ergiebiger Selbstgespräche
haben wir
keinen Konsens gefunden
sind gescheitert
an der Koalitionsfrage.

Schlaflos
zuckend
hilflos

zähle ich die Stimmen
bis es Morgen wird.

Montag, 18. November 2013

JFK


Wie das wohl ist
wenn dein Wagen
in die Elm Street einbiegt
und dein Gesicht
dutzendfach schimmert
in den Prismenaugen
der Zielfernrohre
Scharfschützen auf den Dächern.

Ob du
Zapruder zugewinkt hast
wie jedem stolzen Amerikaner
der am Wegesrand stand
mit Wimpeln & mit Popcorn.

Wie es wohl ist
wenn dein Hirn
in groben Brocken
auf dem Heck landet
und deine Frau
kreischend
die Reste einzusammeln versucht
wie eine gute Hausfrau
oder was sie sonst so
für die Journalisten spielte.

An was du wohl gedacht hast
in diesen Sekunden
an die Nation
an Jacky
oder doch nur die drallen Titten
dieser Blondine
die dir ein Ständchen
zum Geburtstag sang.

Auch die ist weg
in einer Woge aus Kotze
und Tabletten
und Einsamkeit.

Der Traum ist aus
in fernen Ländern sterben Menschen
und auch du
konntest dich nicht
gegen die Waffenlobby stellen
ihr den Reibach versauen.

Hier in Texas
regeln wir die Dinge
auf unsere Weise.

Der Hütchenspieler


Heute bin ich
zu viele
also such dir einen aus:

Stehe ich links neben mir
oder
stehe ich rechts neben mir?

Den in der Mitte
brauchste nicht fragen
der hört dir
eh nicht zu.

Samstag, 16. November 2013

Der Jäger aus Kurpfalz


Servus, Pfuerti und Grüssgott! Ja was haben sie denn in meinem Wald verloren? Also ich habe meinen treuen Hund Hasso verloren. Wenn sie ihn irgendwo entdeckt haben, sagen sie mir Bescheid. Dann knall ich das Mistvieh ab. Vielleicht dort im Unterholz? Mir war so, als hätte ich ein Winseln gehört...

Das ganze Jahr über habe ich friedlich an meinem Schreibtisch gesessen. Aber in der Jagsaison kenn i koa Gnaden net. Überm Haus kreiseln's die Helikopter und sie hom mi umzingelt. I kenn ka Ausweg net. Drauf geschossen!

Dienstag, 12. November 2013

Ahnengeister


Bin es Leid
taub zu sein
gegen die Welt
bin es Leid
das Leben vorbeirauschen zu sehen
wenn das Laufband
nicht mehr hält
und ich selbst
noch jedes Mass verloren habe.

Hilft ja nix
zieht weiter
dengelt an mir vorbei
taube Hände
die nichts halten können.

Es wummert die Maschine
es wummert das Blut
in meinen Ohren
so salzig
ich lade nach
die Hand am Steuerrrad, zitternd.

Dynastien ziehen vorbei
Grossvater
der mit vierzig
den Arsch hoch machte.

Ich wummere zurück
während er
nicht dagegen ankämpfte.

Freitag, 8. November 2013

Ich bin Sterndunst, ich bin golden


Wenn du lange genug wach bleibst, kannst du Farben sehen. Werde eins mit Mutter Erde und Vater Baum. Ziehe die Blumenkinder groß, und gib ihnen reichlich Nektar von deinem tropfenden Stachel.

Jimmie würde sagen: Wir brauchen große, goldene Kopulierungen. Als ob man die Farben einfach  wegficken könnte, die das Hirn so ausspuckt. Jungs und Mâdels, liebe Blumen und Bienen, ich brauche mehr Schlaf. Beischlaf wäre auch schön, aber momentan erreicht mich die Bettschwere wie eine überreife Frucht.

Auch Hippies brauchen Schlaf.

Montag, 4. November 2013

Schriftsteller


Die Abende
wo du in der Küche sitzt
und am zocken bist
um dir
die Zeit zu vertreiben

während ich
neue Welten erschaffe
die Worte
in meine Schreibmaschine haue
wie ein Garnknäuel
welches ich
zu entwirren versuche
Satz um Satz

manchmal
hätte ich dich
öfter in den Arm nehmen sollen
bei dir bleiben
weil du
mein Rückgrat bist.

Donnerstag, 31. Oktober 2013

Glaubst du an den großen Kürbis?


Ach Linus, wenn du geahnt hättest. Stundenlang hast du in der Nacht ausgeharrt. Bis du schließlich vor Erschöpfung einschliefst. Hast Süsses oder Saures verpasst. Wurdest von den anderen Peanuts ausgelacht. Aber soll ich dir was sagen? Für mich bist du der große Held. Weil du an etwas geglaubt hast. Allein das ist schon selten genug anzutreffen. Wir lassen uns von Süßigkeiten ködern. Glauben lieber das, was die Masse uns vorgibt. Sterben als dumme Schafe. Und sogar freiwillig.

Wenn du an etwas glaubst, so lasse es dir nicht ausreden. Gott starb in einer finsteren Nacht ohne Sterne, viel ist uns also nicht geblieben.

Linus, du hast mich bekehrt. Heute Nacht will ich mit dir ins Feld steigen, und die Ankunft des großen Kürbis erwarten. Behalte deine Träume, mein Kleiner.

Dienstag, 29. Oktober 2013

Reitsport


Verschwommene Polaroids
meiner Genitalien:
eine links
eine rechts
und der Lulatsch in der Mitte.

Geteerte Tage
gefiederte Nächte
und die Reitgerte auf der Terasse.

Es hat mir nie
etwas bedeutet.

Liebe bleibt
alles andere
hinterlässt nur schmutzige Laken.

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Feine junge Kannibalen


Der Mensch ist dem Mensch ein Wolf. Blut zwischen den Fängen, der Kreislauf schliesst sich. Meinetwegen auch die Nahrungskette. Wer in dieser rauen Umwelt überleben will, muss sich durchbeissen!

Meine Bücher sind nur kleine Fische, die im großen Becken auf Auslauf pochen. Doch wenn sie Blut geleckt haben, schäumt das Wasser. Piranhas sâubern die Tierwelt. Räumen auf, wo Aas siecht. Paniert ein Menschenschnitzel, und werft es in die Pfanne! Meine Schreibe ist schon lange nicht mehr eines Schriftstellers würdig. Wer die Anzahl meiner Titel durchrechnet, kommt auf Verlagsgröße.

Ich mische die Gewürze, und dekantiere den Wein. Seine Leber schmeckt mir mit Chianti fein.

Montag, 21. Oktober 2013

Schüleraustausch


Ich erinnere mich
an das Jugendheim in Strasbourg
an die endlosen Gänge
und die Luft voller Staub.

Ich konnte
das Partyzimmer nicht finden
also trank ich
meinen billigen Marillenschnaps
allein.

Fruchtfäule im Mund
drückende Einsamkeit in den Gedärmen
wurde ich
sanft in den Schlaf geschaukelt
von den Wogen
eines quietschenden Metallbetts.

Am Morgen
baten mich die Franzosen
an ihren Tisch
bevor der Klassenarsch
sich setzen konnte.

Ich verstand kein Wort
aber ich wusste
dass ich kein Außenseiter mehr war.

Samstag, 19. Oktober 2013

Dirty Dichter - Der Kalender 2014


Wieder geht ein Jahr ins Land, mit der Kamera unterwegs in der Stadt. Bei den Leuten angeeckt? Scheiß drauf, mein Stativ ist wetterfest, har, har!

Dieses Mal sind die Bilder weniger "inszeniert". Ich habe mich nicht so oft in abenteuerliche Verkleidungen geschmissen. Gut, vielleicht laufe ich generell schlimm genug rum. Da kann ich es mir sparen. Aber was die Fotos angeht, so setze ich auch mal auf die leiseren Töne.

Für die Fans. Und Leute, die schräge Bilder mögen.

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Nach dem Kannibalen folgt ein Leichenschänder



Nachdem ich "Der Stadtkannibale" geschrieben habe, wäre 2014 ein Leichenschänder ne interessante Idee...

Vorgeschichte: Die Polizei bricht die Wohnung auf, und findet einen völlig verstörten und verwahrlosten 9jährigen neben dem Leichnahm seiner Mutter. Sie ahnen nicht, welch abscheuliche Szenen sich in der Vergangenheit abgespielt haben... was wird aus diesem Kinde werden?

Tja, gute Frage. Ich denke mal, er hat seine Mutter auch gefickt. Oder deren muffigen Leichnahm. Damit abeite ich nun an 2 Büchern gleichzeitig, ich verliere die Übersicht.

MOTHERFUCKER LEICHENSCHÄNDER, YEAH!

Es erschreckt mich selbst, dass ich nach einem Kannibalen noch eine Steigerung finde. Aber der Text geht mir butterweich vom Schreibknochen...

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Das Flüchtlingsboot Ophelia


Ein Ozean sie zu binden
sie zu knechten
in ein nasses Grab
von Algen umschlungen
wirst du sinken
Ophelia.

Tausende Kilometer gewandert
bis die Füsse
Blutspuren malten am Strand
mit Gottes Segen
und der Gnade der Schlepper
die letzte Ziege verkauft.

Die Sonne als Brennglas
über dem Horizont
wie das Brennglas
eines kleinen Kindes
oder eines rachsüchtigen Gottes.

Wir alle
sind Gottes Kinder
und möchten irgendwann einmal
nach Hause kehren.

Was bedeutet zuhause
in Zeiten globalisierter Heuschreckenschwärme
der endlosen Wetten
auf Nahrungsmittel
was ist Heimat
ein nasses Grab im Mittelmeer
salzig geweint aus all den Tränen derer
die die Überfahrt nicht schafften?

Dienstag, 15. Oktober 2013

Die Weinkönigin


Schwelende Stoppelfelder, volle Kornkammern. Die Ernte für dieses Jahr ist eingefahren. Nun klopfen wir uns auf die Schultern, und halten Erntedank!

Ich hasse Betriebsfeiern in einem Ein-Mann-Betrieb. Für alle mitsaufen, und morgens wachst du neben jemand Unbekanntes auf, und kannst dich an den Sex nicht mehr erinnern. Wehe mir, das war ich selbst!

Freitag, 11. Oktober 2013

Glutvergessen


Über dem Horizont die Hälfte eines Feuers, zerbrochen in tausend Scherben. In der Glut die Hitze tausender Sonnen. Glas zerschmolz zu seinen Bestandteilen, der Mensch verkam zu einer Kette chemischer Vorgänge.
"Du bist ein Mörder"
"Und du ein Denunziant."
"Damit wären wir quitt."
"Aber nicht erlöst."
"Nein, das noch lange nicht."
"Wir sollten anfangen, zu vergessen."
"So wie wir angefangen haben, uns zu erinnern?"
"Psst, sprich nicht mehr davon. Das war gestern;"
"Gesten war ich ein anderer Mensch."
"Ich auch."
"Und du?"
"Ich erinnere mich daran, ein Mensch gewesen zu sein. Dies ist lange her."
"Wie war es denn, ein Mensch zu sein?"
"Sprich nicht davon, noch schwelt die Glut."
Lange Zeit schweigen sie, die Holzscheite im Feuer knackten, wie ein Fingerzeig Gottes.
"Ich liebe die Nacht. Nur sie allein ist allumfassend schwarz, und vergibt jede Sünde."
"Du hast die Sterne vergessen."
"Das Universum wurde einst von einem Betrunkenen in den Himmel gekotzt. Die Sterne machen mir keine Angst, nicht mehr. Auch der Mond nicht."
"Gestern waren wir nicht, und morgen werden wir eine Erinnerung sein. Was aber sind wir jetzt?"
"Schatten, die zuviele Fragen stellen. Die Dunkelheit wird dir nicht antworten. Weil ihr kein Gott innewohnt."
"Lass uns zurückkehren ins Nichts, wo wir hergekommen sind."
"Gut. Ich lösche das Feuer aus, so wie das Leben uns ausgelöscht hat. Aschespuren, die der Wind in alle Richtungen verstreut."

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Spätzle selber schaben


Ein guter Schwabe kauft keine fertigen Spätzle im Supermarkt, er schabt sie frisch vom Brett!

Der Teig ist eine simple Angelegenheit: Eier, Mehl, Butter, Salz. Die Konsistenz sollte pampig sein und Fäden ziehen. Ich habe zuätzlich einen Schuss Mineralwasser dazugegeben, damit es fluffiger wird, und einen Teelöffel Bärlauchpesto fürs Aroma.

Wie ihr seht, sind meine ersten selbstgemachten Nudeln mehr so grosse Teigfleckerl geworden. Demütig sehe ich ein, dass vom Brett schaben Nichts für Anfänger ist, sondern Hardcore-Schwaben. Werde mich nach einem Spätzlehobel umsehen. Damit sollte es mir leichter von der Hand gehen.

Diese Spätzle gleichen dem ersten Versuch, eine Zigarette selbst zu drehen. Aber geschmeckt haben sie schon einmal, das ist die Hauptsache.

Montag, 7. Oktober 2013

Doktor Livingstone


Mücken stechen, die Sonne brennt. Am Horizont sticht in blutroten Lettern ein neues Gedicht durch die Wolken. Den letzten Schuh habe ich im Morast verloren, mein Herz an der Weggabelung, unter einer zerfledderten Bukowskiausgabe. Brauchst mir den Tiger nicht in den Tank packen, das Raubtier sitzt in der Hose. Hauptsache, kein gestreifter Schwanz...

Ich kämpfe dagegen an, eine Machete zwischen die Zähne gepresst. Beiße auf Stahl, beiße auf Granit, beiße auf unbelehrbare Kanisterköpfe. Meine Feldflasche ist leer, die nächste Oase nicht in Sicht. Und doch kämpfe ich weiter. Bis ich jedes Wort gefunden habe, welches sich im Dickicht versteckt. Der nackte Tag bietet keinen Schutz, hervorkommen musst du doch!

Skorpione, mit giftigen Stacheln im Gesäß der Gesellschaft. Seid meine Brieftauben!

Samstag, 5. Oktober 2013

Gottes Blut


Der Finger am Drücker
Zocker in Las Vegas
der einarmige Bandit
Demokratie per Knopfdruck
Bombenkrater
blühen wie Blumensträuße.

Nationen entstehen
Nationen vergehen
Menschen schlagen sich die Köppe ein
bis kein Schädel
mehr zu spalten übrig bleibt
vorher
gibt es kein Ende des Blutvergießens.

Wie kann man sich nur
wegen Religion in Rage bringen?

Fragt der Westen
und hat wohl
Irland vergessen
wo Christen sich gegenseitig
in Stücke bombten
kaum anders
als heutzutage
Selbstmordattentäter
auf dem Marktplatz in Bagdad.

Unsere Arroganz
unsere Selbstgefälligkeit
ja
auch die Verdrängung
von Hexenverbrennungen
im Namen eines blinden Gottes.

Ich weiss nicht
wer da oben
auf uns alle hinunterschaut

aber ich weiss
dass er den Kopf schüttelt.

Dienstag, 1. Oktober 2013

Das Arschloch am Ende des Tresens


Ich weiß
dass es nicht
an dem Bier vor mir liegt
oder der steten Wiederholung
dem ersten und dem letzten
wie das Alpha und das Omega
einer Säuferseele

dass ich dem Nebenmann
eins auf die Fresse geben möchte.

Nein meine Freunde
schwankend erhebe ich mein Haupt
und sage euch
dass ich morgen früh
in der gleißenden Helligkeit
eines anständigen Tages
ausgenüchtert und erholt

diese Fresse
immer noch polieren möchte.

Sonntag, 29. September 2013

Schmuddelporno


Softes Licht und Beatmusik. Eine Wasserpfeife macht die Runde. Kinder malen Mandalas auf den Asphalt. Der Dichter räkelt sich nackt auf dem Bärenfell, in all seiner hässlichen Haarigkeit.

Kaum zu glauben, dass manche Menschen mich für einen Exzentriker halten. Neulich kam ich in eine Kebapbude, wo man anstarrte, als hätte sich der Papst zu einer Audienz herabgelassen. Nun gut, trotz der späten Stunde trug ich meine Sonnenbrille. Dazu mein weißes Sakko, nebst güldenen Turnschuhen und dem Drachenhemd.

Nein, ich bin kein stadtbekannter Freak. In einigen Straßen kennt man mich noch nicht. Na gut, eher die Randbezirke. Diese Kebapbude gehörte nicht zu meinem üblichen Umfeld. Aber auch in der unteren Innenstadt sollen sie mich noch kennenlernen!

Freitag, 27. September 2013

Zieh dich aus, du Luder!


Claudio kennt die schönen Lügen der feinen Gesellschaft, denn er ist selbst eine von ihnen. Er arbeitet für einen Begleitservice, der keine Wünsche offen lässt. Als immer mehr und mehr seiner Kundinnen tot aufgefunden werden, offenbart sich das Herz eines Automaten. Seine Existenz ist bedroht. Wer steckt hinter den Morden?

Montag, 23. September 2013

Dackelblick


Manchmal sehe ich
wie du feucht wirst
deine Hundeaugen
in Tränen schwimmen
und doch gebe ich nicht
klein bei
kenne kein Mitleid
noch eine Fügung.

Wie oft
hast du mich geknechtet
meine Arme in Striemen
wie Jesus am Kreuz
der für
deine Sünden stirbt?

Eine devote Haltung
stände dir besser zu Gesicht
loyale Ergebenheit
die ich
bei den Hunden finde.