Mittwoch, 30. Januar 2013

Beiträge


Liebe Freunde, leider muss ich euch mitteilen, dass ich in nächster Zeit wohl kaum dazu kommen werde, wie gewohnt täglich meinen Blog zu aktualisieren. Ich habe gerade soviel um die Ohren, dass auch mal ein paar leere Tage im Blog sein werden.

An mangelnder Produktivität liegt es nicht, im Gegenteil. Ich habe gerade alle Taschenbücher auf Amazon verschoben; d.h. neues Layout basteln + Cover für um die 20 Bücher! Tage, an denen ich aus der Realität fiel. Wenn ich etwas anpacke, dann zu 200%, ohne Rücksicht auf Verluste. Unter Energydrinks den Status Mensch verloren, aber Aspirin hilft ja bekanntlich gegen Müdigkeitsgliederschmerzen!

Bis in ein paar Monaten hoffe ich einen neuen Comedy-Band am Start zu haben. Seit langer Zeit mal wieder ein ordentlicher Roman (bzw. Kurzgeschichtensammlung). Die Arbeit daran habe ich begonnen. Auch Ideen für neue Buchtrailer geistern mir im Kopf, aber zur Umsetzung fehlt mir die Zeit. Manchmal ist man schon froh, es geschafft zu haben, die Spülmaschine einzuräumen.

Sonntag, 27. Januar 2013

Der nasse Bär


Baby
es stört mich nicht
wenn du dir
den Bär rasierst
im Gegenteil.

Jedesmal
wenn wir in die Kissen steigen
hört es sich an
als würde jemand
Beifall klatschen
zu den quietschenden Bettfedern
Gottes himmlischer Takt
die Ouvertüre des kleinen Mannes.

Aber dass du
das in der Badewanne machst
ist eine Frechheit
die fusseligen Ränder
elendiger Schmand.

Freitag, 25. Januar 2013

Zwischen den Betten


Es ist ein beschissenes Alter
Mitte dreissig
zu alt
um die jungen Biester
rumzukriegen
doch ich bin mir sicher
würdest du sie
grob vornüberbeugen
könnten sie
astrein Papi sagen
wenn sie nur wollten
die koketten Prinzessinnen.

In deinem Alter
sind sie vergeben
planen Kinder
Intrigen und Hass
kurzum-
alles
was das Leben zur Hölle machen kann.

Gib ihnen ein paar Jahre
sei gnädig
auch wenn dir die Eier
zum Bersten voll sind.

Lass sie vierzig werden
wenn dein Sack runzlig wird
und ihre Titten hängen
kollabieren die ersten Ehen
suchen sie ihre Freiheit.

Du musst nur aufpassen
dass sie dich
nicht vor den Karren spannen
bloss
um den nächsten dummen Ochsen zu finden.

Fick sie durch
und besorg es ihnen ordentlich.

Mittwoch, 23. Januar 2013

Der reuelose Sünder


Alle Flaschen aus dem Fenster gedonnert
wirres Lacheln
als sie im Hof zerschellen
und der wütende Tenor der Nachbarn
die nackten Wände
hochkriecht bis zu mir.

Ich schließe die Läden
wälze mich
auf dem Boden
einem Trümmerfeld
welches dem Hof
in nichts nachsteht
Stacheldraht bohrt sich unbarmherzig
in meinen Rücken
als wäre ich ein Büßer
und doch
bereue ich rein garnichts
für diese Scheißkerle.

Zu Kreuze kriechen
den steinigen Hang hinauf
bis zu einem Hügel
wo sie dich in ihre Arme schließen
nachdem sie dir
deine Flügel ausgeschabt haben
bis auf den Stumpf
das Paradies ist was
für systemkonforme Menschen.

Dienstag, 22. Januar 2013

Smaragdstadt


So hatte ich mich aufgemacht zum Zauberer, der in seinem grünen Glaspalast wohnt. Doch hinter seiner Fassade aus Lichtern und Stimmen fein, verbarg sich ein zittriges altes Männlein. Obdenn er mir auch keine Wunder versprechen konnte, so zauberte er aus seinem staubigen Zylinder doch ein paar Weisheiten heraus, die mich aus meinen roten Schuhen hauten.

Auch wenn das Leben mit goldenen Steinen gepflastert ist, so warten doch viele Prüfungen auf unserem Weg. Wir quälen und schinden uns in der Hoffnung, ein besserer Mensch zu werden. Ideale auf smaragdgrünen Podesten, deren Glas so hohl wie auch zerbrechlich ist.

Müde sinke ich in den Staub zu seinen Füßen. Wie recht er doch hat. Die ganze Zeit lag die Lösung in mir selbst verborgen. Wie eine Kerzenflamme von dunklen Flügeln gleichsam behütet wie versteckt, flüsterte die Stimme meines Herzens. Doch ich war taub von der Welt, die ich zu erobern glaubte.

Sonntag, 20. Januar 2013

Schnecken


Entschuldige, aber
wir hatten schonmal was.

Das könnte ja jeder behaupten.

Du hast
verdammt haarige Eier.

Na und?
auch das könnte jeder behaupten
die Haarigsten sogar
in der ganzen Stadt!
Meine Liebe
worauf willst du hinaus?
Wenn ich dein Gesicht vergessen habe
dann warst du wohl
keine Erinnerung wert.

Zur Feier des Tages
hab ich an Jagertee
vor mir stehen
es ist Schneckensaison.

Du musst schon
ein verdammt flinker Bursche sein
wenn du sie bei
den schleimigen Zotteln
packen willst.

Freitag, 18. Januar 2013

Unter die Räder


Aus den Gullis dampft es
wie der Atem
tausender Kehlen
die kaum
für einen Blowjob taugen.

Nein
in diese Schlundrachen
möchtest du
nicht wirklich eintauchen
der Zahn der Zeit
nagt an dir und der Welt
mal sehen
wem er tiefer
ins Fleisch beisst.

Ob du
unter die Räder kommst
oder unter Menschen
spielt keine Rolle
beide hinterlassen sie
einen Abdruck.

Die Augen weit aufgerissen
zu einem teerschwarzen Himmel
bleibt mein Blick
an einem Kiesel hängen
und ich frage mich
wessen Profil
wohl tiefer reicht.

Mittwoch, 16. Januar 2013

Türloch


Ein Loch zu reißen
ins große Blau
und sich fragen
ob da Blumen wachsen
auf der anderen Seite.

Wie widerwärtig zuwider
mir all die Adern sind
die in meinem Gesicht zutage treten
lange
bevor die Nacht
ihre Klauen nach mir ausstreckt
in einem Glühen aus Phosphor
und blauem Licht
was mich verzehrt.

Mit den Nägeln
eine Tür zu zeichnen
in das Tageslicht
oder auch
in ihre Gesichter
mittendrin
zwischen die Stirn, du Aas
und zu verschwinden.

Soviele Gesichter
deren Klinken eingerostet sind
die nie gelernt haben
eine Tür zu sehen
auch wenn sie
auf ihre Pforte sitzen
spielend
wie kleine Kinder
und Angst haben
hindurchzugehen.

Dienstag, 15. Januar 2013

Schlittenhunde


Elendige Kläffer, wo seid ihr, wenn ich euch brauche? Das Gespann ist schon geladen und gegurtet für einen Ritt durch den Pulverschnee. Robbenfleisch für mich, und Robbenfleisch für euch. Wir fressen alle aus derselben Schüssel. Was gilt ein Mann, der nicht zu seinen Hunden herabzusteigen weiss? Mit euch will ich die Polarlichter jagen, bis die Gestirne im Eismeer erfrieren.

Ich suchte einst, ein Eisloch zu hacken, um den Fisch zu fangen. Nun habe ich ein Weib gefunden. Im Trüben steht das Eis auf ihrem Weiher, doch darunter brodelt das Feuer frischer Ehe. Bauklötze staunen, Bauklötze stechen, Iglus bauen. Nicht vergessen das Gerätehaus für das Fuhrgespann. Die Garage für den Tierfreund.

In den Lichtern am Horizont beobachten mich die Geister meiner Ahnen. Ob ich ihrer würdig bin, den Schlitten zu ziehen. Diffuse Muster, die schon Manchen in ihren Bann gezogen haben. Am Ende des Weges steht ein Kaleidoskop, welches deine Knochen mit dem Schnee eins werden lässt.

Sonntag, 13. Januar 2013

Routine


Na
isses mal wieder soweit
schon wieder Samstag Abend
Kinders
wie schnell die Zeit vergeht
da sitzt man noch gemütlich
vor der Sportschau
und dann soll man direkt
zum Tatort
und da ist kein Harry
der den Wagen vorfährt.

Nu komm
ich hab genausowenig
Lust dazu wie du
also flux in die Hände gespuckt
bringen wir es hinter uns.

Ach du immer
mit deiner Romantik!

Gerade soviele Teelichter
dass ich deine hängenden Brüste nicht sehe
und du nicht
meine Wampe
musst ganz schön kramen
aber glaub mir
es lohnt sich
irgendwo unter dem Bierbauch
ist der Übeltäter
der dich früher so faszinierte.

Warum lässt du es
nicht einfach gut sein
gibt es denn keine Schuld
die nie verjährt?

Mittwoch, 9. Januar 2013

Sympathy for the Poet


All die Namen
die ich schon getragen habe
einer leidlicher als der nächste
wie es eben
um notdürftige Existzenzen bestellt ist
sie sitzen so schlecht
wie ein Anzug von der Stange.

Ich wünschte
es ginge vorüber
mit einem lauten Knall
und einer Wolke aus Konfetti.

Leicht reden haben sie
wissen nicht
wie es sich anfühlt
auf der Flucht
von geborgten Gesichtern zu leben.

Nur in Unterhose
auf der Bettkante sitzend
ein lauwarmes Bier in der Hand
und den rumpelnden Ventilator
in der Zimmerecke
dort
wo die Wanzen hinscheißen
schreibe ich mir
eine Flucht nach draußen.

Dienstag, 8. Januar 2013

Märchenwald


Dabei wollte ich doch nur der Großmutter Kuchen und Wein bringen. Nun habe ich mich verloren in einem Traum. Das Licht gleißt so hell, und doch ist mir finster zumute. Irgendwo zwischen diesen Bäumen wird eine Tür erscheinen, wenn ich mich nur konzentrieren könnte. Doch meine Gedanken taugen nicht zum Türenbauen.

Milchig hängt der Himmel voller Geigen. Durch das Gaze schimmert die Realität wie eine Ahnung einer verlorenen Welt. Wenn ich mein Ohr flach auf die Oberfläche lege, dringen fern Stimmen und Geräusche zu mir. Rau fühlt sich die Wirklichkeit an, wie ein ungeborenes Kind im Dornenmantel. Bei der Geburt die Mutter tötend, grausamer Dammriss.

Ich ziehe meine Kapuze enger um den Hals und gehe nun das Wichtelmännlein suchen, welches die drei goldenen Nüsse in seinem Beutel hat. Mal sehen, wie es die Rute verträgt, wenn ich es durch das verwunschene Geäst prügle!

Montag, 7. Januar 2013

Lieferservice


Morgens klingelt der Postbote
er hat Bücher für mich
oder Klamotten
oder Schuhe
oder Ersatzteile
oder Requisiten für unsägliche Scharaden.

Mittags klingelt der Pizzamann
oder der Asiabringservice
ich stehe schon Spalier
Messer & Gabel gezückt
mit knurrendem Magen.

Abends kratzt das Fleisch
an meiner Pforte
oder überall da
wo es sich zu kratzen lohnt
ich finde wirklich
wenn man sich zwei Nutten
auf's Hotelzimmer kommen lässt
dann sollte eine Flasche Wein
mit drin sein.

Samstag, 5. Januar 2013

SED 2.0


Blechern schallt es aus den Lautsprechern:

DIE PARTEI DIE PARTEI DIE PARTEI

Champagner wird ausgeschenkt
Kaviar auf Toast
man bejubelt sich
mal wieder selbst
trägt mannigfaltig
Einstellungen und Gesetzvorschläge
wie eine lullende Monstranz
es solle keiner sagen
wir hätten der Nachwelt
nichts hinterlassen.

Schulden & neue Gesetze
drangsaliert & ausgebeutet
Tradition verpflichtet
der Teufel treibt den Beelzebub aus
und zur nächsten Wahl
knallen wieder die Chamapgnerkorken
alte Lügen in neuen Gesichtern verpackt.

Wie erklären sie sich
ihre ausserordentliche Beliebtheit
gerade im Volk?

Beiss nie die Hand
die dich füttert
auf die Presse ist Verlass
und unliebsame Kollegen
sägt man ab, beizeiten
Drohanrufe gehören zum Tagesgeschäft
doch hat man es
mit der Elite verschissen
plaudert auch ein Redakteur
der sonst Stillschweigen bewahrt.

Donnerstag, 3. Januar 2013

Polka bis zum Schluss


Während überall
die Korken knallen
und auch der Schnittchenmann
mit seinem silbernen Tablett
einem die Köstlichkeiten
in den Mund drängt
tanzen sie unten in der Halle
dass die Unterröcke
nur so blitzen
irgenwo klimpert einer
wie ein Leierkasten
komm lass den Kopf nicht hängen
gerade
an so einem Tag.

Den grössten Böller
haben sie sich
für den Schluss aufgespart
wenn es uns das Land
um die Ohren haut.

Wir gehen unter
wie Gentlemen
halt kurz mein Bier
ich muss brechen.

Mittwoch, 2. Januar 2013

Tod eines Gutmenschen


In Zeiten politischer Korrektheit brauchen die Menschen ein Gegengift. Meine geballte Wut auf das gegenwärtige System steckt in diesen Zeilen. Der moralische Anker darf nicht auf Vorschriften und Verordnungen bestehen. Diese dienen dem Lahmen nur zur Krücke, der seinen eigenen Verstand nicht mehr einsetzt.

Dienstag, 1. Januar 2013

Ich lese in deinem Gesicht


...wie in einem offenen Buch. Die Worte haben sich in die Haut eingegraben wie Druckerschwärze. Metamorphose abgeschlossen, ich bin ein Buch.

Letztes Jahr hat das Sterben der unbelehrbaren Dinosaurier begonnen, und ich habe keinen Grund zur Annahme, dass es sich dieses Jahr nicht fortsetzen würde. Große Tageszeitungen werden eingestampft, renommierte Monatsmagazine fahren rigiden Sparkurs, und auch Verlagshäuser werden zunehmend nervöser. Eine ganze Branche ist im Umbruch, und nicht jeder wird es überleben.

Warum soll ich eine Tageszeitung kaufen, wenn nur ein paar Artikel interessant sind? Warum bietet mir niemand Nachrichten einzeln im Appstore an? Ich wäre ja bereit, für Qualitätsjournalismus zu zahlen, wenn das Angebot kundenfreundlich zusammengeschnitten ist.

Warum sollte ein Autor von Verlagshaus zu Verlagshaus katzbuckeln, bloss um den Stapel seiner Formabsagen zu erhöhen? Wenn ich mir selbst eine Fanbase aufbauen kann, mit direkterem Kontakt, die Preise selbst festlegen kann, und auch eine höhere Gewinnbeteiligung einfahre? Glaubt mir, es ist ein gutes Gefühl, die Zügel selbst in der Hand zu haben.

Die Antworten für die Zukunft findet ihr im Netz.