Sonntag, 31. März 2013

Dem Tod ins Gesicht gelacht


Wenn ich einmal abgehe
so werde ich es
wie meine Großmutter tun
selbst den Notarzt anrufen
um ja niemandem
zur Last zur fallen
ihm noch die Tür öffnen
und dann zusammenklappen.

Ich muss funktionieren
sprach die Maschine
helft mir nicht
ich kann es selbst.

Sie würde stolz auf mich sein
was sie da
großgezogen hat
all die falsche Bockbeinigkeit.

Du musstest nie in ein Heim
die Haare gefärbt bis zum Schluss
hast du dir
deine Würde
nie nehmen lassen.

Freitag, 29. März 2013

Frohe Ostern


Der Frühling spriesst, wie mir die Haare aus dem Gesicht. Mit der Bartleiste eines Radikalen treibt es mich hinaus in die Natur, meinen Schabernack zu treiben. Und schabern, das macht man am Besten nackig.

Doch ein paar güldener Ohren hielt mich satt, hielt mich warm. Vor Schreck habe ich ein Ei gelegt, dann zwei, dann drei, dann vier... bis das ganze Osterkörbchen voll war! Nun hoppel ich von dannen, eine Schar wütender Parkwächter im Nacken. Hahaha! Flink wie ein Karnickel werde ich ihnen entfleuchen!

Mittwoch, 27. März 2013

Das Ende der Diskothek


Nichts hinterlassen
als verbrannte Erde
all die dunklen Kaschemmen
mit ihren gemütlichen Plüschsesseln
den Knutschecken
und den Toilettenkabinen
wo ich
den Klopapierhalter
aus der Wand riss
während ich dich vögelte
und eine Kippe
zischend
in der Schüssel verschwand.

Geschlossen die Diskotheken
wo der Beat
dein Trommelfell vibrieren ließ
Körper sich dicht aneinander schmiegten
im Strobolicht
Pirouetten drehend
wie kleine Ballerinas
oder auch nur die in
ihrer eigenen Affektheit erstarrte
Figur auf einer Spieldose
lass mich an deine Dose
und ich weiss
ein paar Spielchen zu spielen.

Was ist aus
der guten alten Tradition
des Restefickens geworden?!
Wenn du dich
alkoholschwanger
in die trägen Fleischlappen wirfst
wie ein Hecht
der nur
die Schuppen geschrubbt haben will?

Was bleibt
was bleibt.

Nichts bleibt
als die Erinnerung an Heldenficks
für die ich
kein Abzeichen erntete
und die Gewissheit
dass die Diskotheken
für immer schließen
weil der moderne Mensch
sein sexuelles Heil
im Internet sucht.

Samstag, 23. März 2013

Schinken


Und ist es nie genug
das Fell noch ein wenig
dichter um die Schultern geschlungen
Beschwörungsformeln murmeln
und Flüche
die Fruchtbarkeitsgottheiten
sind unbarmherzig
sie versprechen keine Saat
nur die elendige Pein
tief in den Knochen geschlagen
mit dem Wunsch
die Zähne hineinzuschlagen
bis das Mark
aus ihnen sickert...

Nein
es wird nie genug sein
sehne mich nach den Zeiten
wo ich allein wandelte
auf diesem Grund
zusammengeschrumpft
auf ein Mindestmass meiner Begierden

und ich dich nicht kannte
den Schinken
der mir saftig
vor der Nase hängt!

Mittwoch, 20. März 2013

Wartebank


Die Jugend ist nur einen Klick
vom nächsten Egokick
auf dem Smartphone entfernt.

Wir drehen uns um uns selbst
in immer
schnelleren Pirouetten
haben die Freiheit
unbegrenzter Möglichkeiten
und die Unfreiheit
unsere Möglichkeiten
nicht mehr zu begrenzen
das Ziel verloren
keinen klaren Lebensweg
alle Möglichkeiten verpasst
während wir
auf die nächste warten.

Jungfern verstauben zwischen
Origamiknicken
und neuen Kuchenrezepten
Stirnglatzen lechzen hinter jungen Dingern
denn es ist ja nur
die Chance die zählt
was für den Kapitalismus gilt
kann für die Liebe
kaum falsch sein
und so beisst jeder
in sein eigenes Grab
still und alleine
alle Möglichkeiten offen

-wie ein Grab!

Sonntag, 17. März 2013

Wo sind all die Schafe hin?



Diese Frage würde sich wohl der Drecksack stellen, wenn er auf sein Leben zurückblickt. Um dann schelmisch grinsend zu sagen: I did it my way!

Diese Kultfigur hat einen eigenen Sammelband verdient, wo all ihre Geschichten vereint werden. Auf Drängen der Fans habe ich diese neue Ausgabe editiert. Viel Spaß beim Lesen. Und wenn ihr an einer Herde Schafe vorbeikommt, denkt daran: Sie rufen nicht "Mäh", sondern "Mehr". Weil sie im tiefsten Herzen ihres Fells verdorbene kleine Luder sind!

Erhältlich als Buch und Ebook.

Freitag, 15. März 2013

Ketchupherz


Die ersten Autoreihen
verschwinden  im Nebel
drinnen ist es hell
ach so amerikanisch
und ich blicke aus der Fassade
weil ich nicht wüsste
was ich dir sagen soll
verloren
zwischen all den Schemen
die ich nur in Umrissen
erahnen kann.

Schaue ich aus der Welt
oder schaut die Welt
hinein in mein kleines Herz?

Hat sie mich entblößt
bis auf den Knochen
mir den letzten Rest Menschlichkeit

...erspart?

Mittwoch, 13. März 2013

Ausschnitt aus "Drei Schippen Bosheit"


Die Slums waren ein Volk von Frühaufstehern. Die Schreie der Hähne noch in den zerfetzten Trommelfellen, machte sich der Suddelslum auf zur Müllkippe. Nur frisch gebrüht schmeckte der Slumkaffee so richtig gut. Dazu grub der Suddelslum einen Schacht unter die Müllhalde. Mit einem rostigen Blechkübel fing er den aromatischen Sud auf, der aus den Abfallbergen tropfte. Der Nektar der Müllhalde, braunes Gold der Diarrhoe! Gefiltert durch meterhohe Lagen von Küchenabfällen, Autobatterien und gebrauchten Tampons. Letztere sowohl Fertige als auch Selbstgedrehte- die Frauen waren hierzulande sehr erfinderisch. Freudestrahlend kehrte der Suddelslum ins Dorf zurück, um seine Beute zu teilen. Nur nichts verkommen lassen! Den Bodensatz verarbeiteten sie zu einer Art Marmelade, die sie für die Slumstullen verwendeten (dick auf die Hand schmieren und reinbeißen, lecker!).
Nach dem Kaffee widmeten sich alle Slums (außer dem Suddelslum, Pottsau bleibt Pottsau), der Körperpflege. Da das ganze Dorf nur eine Zahnbürste besaß, zog sich diese Prozedur über den ganzen Vormittag. Verwaltet wurde jenes borstige Relikt glücklicherer Tage von Papa Slum, dem Dorfältesten. Mit seinem weißen Bart und dem munter schmauchenden Opiumpfeifchen hatte er die Weisheit nämlich gepachtet! Jeden Monat erinnerte ihn der Drogenslum an die ausstehende Pacht, worauf der Alte ihn mit einem meckernden Lachen bedachte. Letztlich aber zahlte er. Denn auf einen Satz heiler Knochen war er angewiesen.
Sein ärgster Widersacher war der Gandhislum. Ewig rechthaberisch, trieb er Papa Slum zur Weißglut. Oft eskalierte es auf offener Straße, dann vergaß auch Papa Slum seine Manieren und zog dem Gandhislum seine Krücke über den Schädel. Dabei konnte es um Kleinigkeiten gehen, wie zum Beispiel das neue Schwimmbad im Klärbecken der städtischen Kanalisation, oder das Wahlfach „Taschendiebstahl“ an der Volksschule. Jeden Tag wurde eine andere heilige Kuh durchs Dorf getrieben.
Der Lepraslum schüttelte den Kopf ob der beiden keifenden Streithähne. Wie jeden Morgen eröffnete er seine kleine Pfandleihe. Leih mir dein Ohr, und ich sag dir, was du hörst. Doch in letzter Zeit liefen die Geschäfte lausig, was wohl auch an seinen Läusen lag. Dafür holten die kleinen Plagen sich Lepra, hähähä! Lepraslum nahm das Leben so locker wie den Zusammenhalt seiner Körperteile. Lieber Arm ab, als arm dran! Ansonsten war er ein nekrophiles Schwein: Wenn er sich einen runterholte, stellte er sich vor, er treibe es mit totem Fleisch.

Lust auf mehr? Zum Buch geht es hier.

Samstag, 9. März 2013

Drei Schippen Bosheit


Der verrückte Vogel hat 
ein neues Ei gelegt. 
Los herkommen, abuzze!

Eiskalter Humor vom Gefriergrund, frisch serviert!

Ist Landarzt Dr. Kind der richtige Mann für das lustige kleine Inzestdorf? Kann eine Live-Aids-Gala in Afrika a zünftige Gaudi sein? Findet der König der Torheit eine Frau? Sollte man Einkaufswagenpredigern trauen? Wird der Drecksack den Erlebnisbauernhof in ein Tierbordell umwandeln? Kriegt es die Firma Gott & Sohn mal wieder gebacken? Und was ist ein geschlechtskranker Feuersalamander?!

Als Buch und Ebook erhältlich.

Mittwoch, 6. März 2013

Vater Mutter Kind


Was nützt mir Reife
in einer Welt
wo die letzte Mutprobe
bestanden ist?

Die meisten meiner Altersgenossen
sind verknöcherter
auch geistig.

Sie rümpfen die Nase,
wenn ich die Welt
wie ein Kind begreife
dem alles neu ist
die Plazenta
noch hinter den Ohren.

Stolz sind sie
ihre Unschuld verloren zu haben
eingetauscht
gegen Eigenheim Mercedes und Stammhalter
es ruhiger angehen zu lassen
Weine zu loben
und sich mondän zu fühlen
während sie an den Hausaufgaben
ihrer Kinder scheitern.

Dabei spiele auch ich
Vater Mutter Kind
streichle
meinen kleinen Glatzkopf
und er kotzt dir was vor!

Ist es nicht traurig
seinen Platz
im Leben gefunden zu haben
und keinen Platz mehr zu wissen
für seine Träume?

Dienstag, 5. März 2013

Serienmörder Christoffer Teil I-III: Sammelband


Für alle Fans der Reihe gibt es nun alle 3 Titel in einem Band vereint. Sowohl als Buch, als auch als Ebook.

Band 1, Christoffer:

Kindheit und Jugend. Was hat ihn zum Mörder gemacht? Hier erfahren Sie mehr. Inklusive abschließender Beurteilungen seines damals behandelnden Psychiaters, Doktor Magnus Sommerberg.

Band 2, Blutzoll:

Nach seinem Ausbruch aus dem Gefängnis beschließt er, sich von der Gesellschaft nie wieder Vorschriften machen zu lassen. Und Vergeltung für die Jahre zu nehmen, die man ihn wegsperrte. All die aufgestaute Wut.

Band 3, Kellergeschichten:

Hier erleben Sie einen reiferen Christoffer. Nur knapp der Obrigkeit entkommen, inszeniert er seinen eigenen Tod. Baut sich eine neue Existenz auf. Der Kater mag ein paar graue Barthaare haben, doch er lässt das Mausen nicht; ganz im Gegenteil.

Freitag, 1. März 2013

Virtuelle Impotenz


Was nützt es
mit dem Feuer zu spielen
wenn die Flamme
längst erloschen ist
wenn zwischen
all den Seite-Drei-Mädchen
und den Massen
an Internetpornografie
die Rebe verdorrt ist
am Stock?

Von Dekade zu Dekade
wird das olympische Feuer
weitergetragen
gnadenlose Körperdisziplin
auf dem Rücken
der Geschändeten ausgetragen.

Wir aalen uns in
geschlechtslosen Profilen
auf einem virtuellen Bazar.

Ich suchte die Liebe
in einem Loch
um festzustellen
dass es nur
eines Loches bedarf
um in der Versenkung zu verschwinden.