Montag, 17. Juni 2013

Schwäbischer Alltag


So langsam mache ich meinen Frieden mit meiner Herkunft. Schwenninger Dialekt sickert aus meinen Stimmbändern. Worte, die ich einst vergessen hatte. Die ich wieder gerne lerne. Weil es darum geht, ein Kulturerbe nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, und sell isch scho Ebbes!

Das Viertel öffnet weltoffen seine Kittelschürzenbänder für neue Freaks. Die verpeiltesten unter ihnen grüssen mich freundlich. Man kennt sich ebbe. Ob man sich im Park sieht, beim Filmdreh; oder in der Strasse, zu einem munteren Fotoshooting. Hier falle auch ich nicht mehr auf. Ein Künstler halt, sell isch wohr. Han sie ihn au gsehe? Freundlich isser ja scho.

Auf den letzten paar Metern, als mir die Zunge und diese Stadt zum Hals raushingen, hat mir genau diese Kleinstadt gezeigt, dass sie auch zu Güte fähig ist. Das man einem die Hand reicht, und vergeben kann. Ich sollte dies auch tun. Grillen im Garten, ein kleiner Plausch auf der Strasse, Picknick im Park.

Ich habe meine besten Filzpantoffeln auf der Heizung vorgewärmt, und gan nu gucke, was dor Nachbar so triebt. Heimat kann auch tröstlich sein.

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