Sonntag, 29. September 2013

Schmuddelporno


Softes Licht und Beatmusik. Eine Wasserpfeife macht die Runde. Kinder malen Mandalas auf den Asphalt. Der Dichter räkelt sich nackt auf dem Bärenfell, in all seiner hässlichen Haarigkeit.

Kaum zu glauben, dass manche Menschen mich für einen Exzentriker halten. Neulich kam ich in eine Kebapbude, wo man anstarrte, als hätte sich der Papst zu einer Audienz herabgelassen. Nun gut, trotz der späten Stunde trug ich meine Sonnenbrille. Dazu mein weißes Sakko, nebst güldenen Turnschuhen und dem Drachenhemd.

Nein, ich bin kein stadtbekannter Freak. In einigen Straßen kennt man mich noch nicht. Na gut, eher die Randbezirke. Diese Kebapbude gehörte nicht zu meinem üblichen Umfeld. Aber auch in der unteren Innenstadt sollen sie mich noch kennenlernen!

Freitag, 27. September 2013

Zieh dich aus, du Luder!


Claudio kennt die schönen Lügen der feinen Gesellschaft, denn er ist selbst eine von ihnen. Er arbeitet für einen Begleitservice, der keine Wünsche offen lässt. Als immer mehr und mehr seiner Kundinnen tot aufgefunden werden, offenbart sich das Herz eines Automaten. Seine Existenz ist bedroht. Wer steckt hinter den Morden?

Montag, 23. September 2013

Dackelblick


Manchmal sehe ich
wie du feucht wirst
deine Hundeaugen
in Tränen schwimmen
und doch gebe ich nicht
klein bei
kenne kein Mitleid
noch eine Fügung.

Wie oft
hast du mich geknechtet
meine Arme in Striemen
wie Jesus am Kreuz
der für
deine Sünden stirbt?

Eine devote Haltung
stände dir besser zu Gesicht
loyale Ergebenheit
die ich
bei den Hunden finde.

Samstag, 21. September 2013

Mit dem nackten Arsch ins Gesicht springen

Genau das solte ein gutes Cover tun. Nach konstruktiver Kritik aus dem Fanlager habe ich die Arbeit am neuen Buch unterbrochen, um erst einmal den Altbestand auf Vordermann zu bringen. Plakativer muss es sein. Mehr Aktion. Mehr Emotionen transportieren mit einem Bild. Die besten Redesigns wollte ich euch näher an an euer schmutziges kleines Herz legen...


Scher den Bär war eine Herausforderung. Wie sollte ich die Motive Teddybär und Pornowitze miteinander verquicken, ohne das was Kinderfickermäßiges bei rauskommt?! Ich beschloss, dem Bären die ganze Schuld zu geben. Aus einem 1996er Photoshooting, welches ein guter Freund damals von mir machte, fertigte ich dies:

 











Am besten gefällt mir das neue Cover zum Schulmassaker. Als wollte es dir sagen "He Alter, ich knall dich dich sowas von ab!"

Donnerstag, 19. September 2013

Uncle Sam is watching you


Jungs und Mädels, es ist noch Hoffnung. Ich kann das Reich am Ende des Tunnels sehen. Oder ist es der Tunnel gar, der mich im Auge behält?

Man tuschelt wieder, tauscht Flüsterwitze. Nichts ist mehr wie früher, seit die NSA alles abhört. Was haben wir in Deutschland wütend über die Vorratsdatenspeicherung gestritten. Ein Treppenwitz der Geschichte, wenn man mit den Rechnerkapazitäten der amerikanischen Geheimdienste vergleicht. Gerade eben wurden die ersten Quantencomputer vorgestellt. Na, wenigstens hält jemand mein Leben fest. Da spare ich mir die mühselige Datensicherung...

Ob ich nun maile oder telefoniere, nie verlässt mich das ungute Gefühl, es würde einem jemand über die Schulter gucken. Als würde man beim Onanieren erwischt, oder in einer ähnlich intimen Situation!

Sonntag, 15. September 2013

Blockflöten


Flux das Mundstück aufgesetzt

CDU SPD FDP GRÜNE
wähle die Tonart
wähle die Lüge
freu dich doch
dass wir eine Demokratie haben
freu dich
die Wahl zu haben
wer dich belügt
und wie
freu dich
die Wahl zu haben
wie sie unsere letzte Souveränität
nach Brüssel verkaufen
für ein paar Privilegien
für einen Sitz im Vorstand
bei Goldman Sachs.

Politikverdrossenheit
ist ein Grund
um wählen zu gehen
alle vier Jahre
geben sie dir
ein kleines Stückchen Macht
wie einen Hundeknochen
aber diese Chance
verstreichen zu lassen
ist billig und feige.

Wir sind das Volk!

Donnerstag, 12. September 2013

Werwolf


Du schmeckst nach Salz
mineralisch
ein Kanten Blech
an dem ich mir
die Zähne zerbeisse
wie ein wütender Hund
die Lefzen zerissen & in Blut
getaucht
ein neuer Mond.

Fleischfasern
bitter
iss dein Herz aus
und geh ins Bett.

Dienstag, 10. September 2013

Pommerland ist abgebrannt


Stolzer Adler der Freiheit
gestutzt sind deine Flügel
und kahlköpfig ist dein Haupt.

Wo ist der Hurrapatriotismus
wenn man ihn braucht?
Sind eure Waffen erkaltet
und eure Munition verbraucht?

Eine Nation ist es müde
von jedem Präsidenten
den sie wählt
in den Krieg gezogen zu werden.

Schicksal heißt:
in einem Land geboren zu werden
das reich ist
an Öl und Bodenschätzen
und auf den großen Teich zu schielen
wann die ersten Bomben
auf Frauen und Kinder fallen
alles im Sinne der Ölkapitalisten.

Wenn Kriegstreiber
den Friedensnobelpreis bekommen
dann fängt der Fisch
am Kopf zu stinken an.

Sonntag, 8. September 2013

Und nen Bauch hab ich auch


Zeit, es einzusehen. Zwanzig bin ich schon lange nicht mehr. Und diese haarige Kugel verschwindet auch nicht mehr. Ab einem gewissen Alter verzeiht einem der Körper keine Sünde mehr. Doch wer ist in solch schweren Zeiten nicht froh über ein paar Rettungsringe?

Natürlich, ich könnte Sport treiben. Auf alles verzichten, was gut schmeckt. Kein Reis, keine Nudeln. Nein danke, da lebe ich lieber. Ab dreißig hast halt als Mann einen Bauch. Scheiß auf Selbstgeisselung, scheiß auf Jugendkult, nur immer schon stolz vorstrecken, die Plautze!

Ein anständiger Presslufthammer braucht einen entsprechenden Druckluftbehälter. Klatschen aus den hinteren Reihen, ihr Männer versteht mich. Dann also auf zum Grill, und noch ein paar schöne Schnitzel mit Nudelsalat aufgetischt.

Mittwoch, 4. September 2013

Wochenmarkt


Wenn man beizeiten aufsteht, um früh auf den Wochenmarkt zu kommen, wird man langsam alt. So jedenfalls lästert mein Supermarkt-indoktriniertes Umfeld.

Es war reine Neugier, die mich auf den Wochenmarkt trieb. Und dort kam ich aus dem Staunen nicht mehr raus. Zum ersten Mal seit Jahren sah ich einheimische Gemüsesorten, die sich wesentlich von all dem importierten Dreck unterschieden. Und preislich kann es mit den großen Ketten wie Edeka und Real mithalten. Zumindest, wenn man saisonal einkauft. Genau das hatte ich ja verlernt: Was zu welcher Jahreszeit normalerweise wächst.

Anstatt tausende Kilometer zurückzulegen auf dem Weg von Spanien oder Holland, kommt die Ware von um die Ecke. Reginale Händler und kleinere Betriebe werden unterstützt. Geschmacklich hält das Gemüse, was es verspricht. Wenn dir von einfachem Lauch einer abgeht, dann weisst Bescheid... 

Den Dirty Dichter kannst du in Zukunft regelmässig auf dem Wochenmarkt antreffen. Meistens erkennst du ihn von Weitem an einem exzentrischen Hut.