Dienstag, 30. Dezember 2014

Muttermund

https://www.flickr.com/photos/mikecogh/13709993114/
 ...trifft Gevatter Sack!

Freitag, 26. Dezember 2014

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Christbaumständer


Nur drei gute Zutaten braucht es für gelungene Weihnachten: ein strenger Frost, ein steifer Grog, und ein harter Christbaumständer! Vorsicht jedoch ist geboten bei alkoholischen Getränken in Verbindung mit codeinhaltigem Hustensaft. Ich sag mal: Druff wie Rudolph das Rentier. Zu fliegen versucht, auf die Fresse geknallt. Gottseidank so zugedröhnt, dass es mir egal war...

Ich wollte beim Weihnachtsmann auf dem Schoss sitzen, doch die alte Sau steht nur auf kleine Kinder. Also bin ich gezwungen, meine Wunschliste für das nächste Jahr selbst abzuarbeiten.

Eigentlich verdiene ich die Rute. Ich war ein böses Kind, und werde noch böser sein. Schmutzige Gedanken plagen mich. Januar wird mein erster richtiger Pornoroman fertig. Bei den Korrekturlesungen habe ich mir einen Satz rote Ohren geholt. Pfui! Und das nächste Buch auf der Agenda wird auch nicht besser. Ich sage mal: Eine Tierforscherin, ein Rudel Affen, unaussprechliche Dinge. Kein Biologiebuch der Welt kann meine Leser auf diese Geschichte vorbereiten!

Wenn Männer Porno wollen, kaufen sie kein Buch, sondern wichsen aufs Internet. Damit sie ein erotisches Buch lesen, darf es keine plumpe Abfolge sexueller Abläufe sein. Handlung ist ebenso wichtig.

Niveaulos sein auf höchstem Niveau.

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Warum uns das Esszimmer verleidet ist

https://www.flickr.com/photos/eschipul/4012792927
Alleine zu speisen
an einer Tafel
die für Viele ausgelegt ist
ich kaue schneller
um zu fliehen
und in deinen Augen
sehe ich
diesselbe dumpfe Furcht.

Vor Gesichtern
die an dieser Tafel fehlen

Freunden die gingen
als der Standort schloss.

Fröhlich lachend
das sprühende Leben selbst
unser Neffe
der nach der Reisschale greift

TOT.

Seine Schwester
die Augen hinter einer
Sonnenbrille versteckt
so groß wie eine Blendscheibe
die Realität leugnend
wie Ophelia
die unter Wasser trieb
und nicht ahnte
dass sie ihrem Bruder
bald folgen würde.

Eine Tafel an der
die trauernden Verwandten speisten
sich Mut machten
und einander trösteten

während ich
taub
Worte in die Tastatur hämmerte.

Die Gespenster sitzen mit dabei
ich verberge mein Gesicht
in den Händen
ich habe keinen Hunger mehr.

Dienstag, 16. Dezember 2014

Der Russe hat einen Pelzmuff

https://www.flickr.com/photos/wonderlane/12958762195
...seine Frau einen muffigen Pelz!

Dienstag, 9. Dezember 2014

Sonntag, 7. Dezember 2014

Das Beste zum Fest

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Asbest_P1130339.jpg?uselang=de
 ...Asbest!

Donnerstag, 4. Dezember 2014

In der Küche

https://www.flickr.com/photos/brokenchopstick/302538487
Bläst sie
fickt sie
lässt sie sich
von hinten nehmen
wird sie sein
wie alle Szenen eines Pornos
die sich
in meinem Kopf abspielen?

Diese Fragen plagen dich
wenn du jung bist
und Mühe hast
nicht über deine Morgenlatte zu stolpern.

Liebt sie mich
hört sie mir zu
ist sie für mich da
auch wenn es mir schlecht geht
liegt sie neben mir
wenn ich ins Bett gehe
oder sitzt sie
in der Küche
allein
und grämt sich ihrer Sorgen
ohne dass ich
ihr helfen könnte?

Geh in die Küche
und nimm sie in den Arm.

Dienstag, 2. Dezember 2014

Gegen die inneren Dämonen kämpfen


...oder sich mit ihnen aussöhnen? Gute Frage. Blöde nur, wenn man keine Wahl hat. Die Stimmen raten mir zu unaussprechlichen Dingen. Oh, könnte ich mich noch schämen!

Ich kämpfe um meine Marktnische, allein im Moor. Nur mit einem Schwert bewaffnet versuche ich die Ungläubigen zu erschlagen. 2014 war ein anstrengendes Jahr. Mit 5 Neuveröffentlichungen und einem Sammelband ein neuer Rekord. Die Leichenschänderreihe ist im Kasten, und ich schlage drei Kreuze. Die skurrilen Killerfotzen waren ein Vorgeschmack dafür, wohin die Richtung in nächster Zeit geht.

Neue Grenzen will ich ausloten. über den Grenzstein bin ich schon hinaus, nun gibt es kein halten mehr. Frage einen Schriftsteller, wie er sich am Scheideweg entscheidet. Er entscheidet sich für die Scheide. Erotikromane will ich schreiben. Mit deutlichen Sexszenen, damit es des männlichen Lesern gefällt. Und mit einer tragenden Handlung, damit es die weiblichen Leser anspricht. Erotik ist mehr als eine Aneinanderreihung von Rammeleien.

Ansonsten bin ich nicht weit von Pornografie entfernt. Ich kann sie schon am Horizont sehen, fleischfarben geht die Sonne auf!

Sonntag, 30. November 2014

Freitag, 28. November 2014

Wenn dem Nikolaus der Sack juckt


...dann ist es wohl eine Filzlaus! Kurz vor der Adventszeit gibt es dieses geschmackvolle Buch fast geschenkt. Süßer die Glocken nie kratzen. Exklusiv vom 28.11.14 - 30.11.14 für 0,99€ statt 4,49€ auf Amazon.

Dienstag, 25. November 2014

Die Rückseite der Liebe


Ich weiss
dass alle deine Freunde
wegbröckeln
deine Fassade
der Nimbus
der dich einst umgab
weil du dich entschieden hast
bei mir zu bleiben.

Während die Welt
noch eine weitere Runde nahm
und uns ausspuckte
auf der anderen Seite.

Die Welt raubt dir dein Geheimnis
den Schimmer
alle Ikonen und Götter
die du jemals
auf deinen Karren geladen hast.


Ich bleibe bei dir.

Las uns aufhören mit dem Hass
all den Streits
die die Nachbarn
aus dem Schlaf reissen.

Lass uns nach vorne sehen.

Das Leben hat uns füreinander bestimmt
wir hatten nie
eine wirkliche Wahl.

Freitag, 21. November 2014

Penisneid

https://www.flickr.com/photos/scragz/6828771777
...des einen Neid, des anderen Freud!

Sonntag, 16. November 2014

Samstag, 8. November 2014

Altkleider

https://www.flickr.com/photos/sarabiljana/8019378822/sizes/l
Es sind die Toten
die dich durch die Nacht jagen
nie die Lebenden.

Am Ende leerten sie
Müllsäcke
auf dem Wohnzimmerboden aus
was von einem Leben
so übrigbleibt
Klamotten
die niemand mehr trägt
absurde Kostüme
für das Leben
der Tod selbst
braucht keine Verkleidung mehr
keine Marken
kein Prestige.

Ich trage ihren Pullover
und denke an die Tage
als sie noch lebte.

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Willkommen in ihrem zweiten Leben



Dieser Roman spielt in zwei Welten: Der Realität, wie wir sie kennen, und der geheimnisvollen Pixelwelt des Second Life. Dort gelten andere Gesetze. Würden sie das Angebot einer Geheimorganisation annehmen, und als Undercoveragent gegen die Mächtigen antreten?

Vom 31.10-02.11.14 für nur 3,99 0,99€ auf den Kindle ziehen!

Montag, 27. Oktober 2014

Ausschnitt aus "Angriff der Killerfotzen"

https://www.flickr.com/photos/ejojola/4076112927
Das Funkgerät auf seinem Tisch rauschte und knackte. Ohne den Wetterbericht gehört zu haben wusste er, dass Unwetter im Anmarsch waren. Steam schüttelte den Kopf. Dieses Mädchen stellte eindeutig zu viele Fragen. Neugier brach der Katze das Genick, hatte schon sein Grandpa gesagt.
„Ist sie weg?“
„Die Luft ist rein.“
John Rockway hatte sich die ganze Zeit unter dem Schreibtisch versteckt. Nun kroch er heraus, Staubflusen hingen in seinen krausen Haaren.
„Warum das alberne Versteckspiel?“
„Weil die Transformation nicht komplett abgeschlossen ist. Mein Anblick würde sie verstören.“
„Ach ja? Und das ist weniger gruselig?“
Officer Steam zeigte mit dem Finger auf die Kraterlandschaft, die in Johns Gesicht wucherte. Seine Augen waren milchig, und würden bald verschwinden. Die Wangen waren weicher geworden, und glänzten feucht. Sie erinnerten ihn an eine fleischfressende Pflanze.
„Später spielt es keine Rolle.“
„Lang lebe die Königin!“
Steam, der zeitlebens die Republikaner gewählt hatte, war zum Monarchisten bekehrt worden.

*

Sue erwachte durch ein ungewohntes Geräusch. Kleine Kieselsteine, die an ihr Fenster klopften. Mit vom Schlaf verquollenen Augen trat sie ans Fenster und erstarrte: Draußen auf dem Rasen stand John. Den Mond im Rücken, konnte sie nur seine breiten Schultern erkennen, nicht aber sein Gesicht. Trotzdem war sie sicher, dass er es war. Sie schlüpfte in ihre Hausschuhe, und ging auf Zehenspitzen hinaus, um Mutter nicht aufzuwecken.
„Mein Gott, ich dachte du wärst tot!“
Frenetisch schlang sie ihre Arme um ihn, und bedeckte sein Gesicht mit hundert Küssen. Doch etwas stimmte nicht. Sein Gesicht erinnerte sie an ein lesbisches Erlebnis im Ferienlager. Zehn Mädchen in einem Schlafsaal in der Blockhütte am See, und eine harmlose Kissenschlacht war ausgeufert. Eines hatte zum anderen geführt, und am Ende war ihre Zunge in Trishas Honigdöschen gelandet. Keine Erfahrung auf die sie besonders stolz war. Es war eine Rumalberei gewesen, nichts weiter. Sue stand definitiv auf Schwänze. Und doch war John zu küssen, als tunke man sein Gesicht tief in eine feuchte Muschi. Und der Saft lief dir triefend über die Wangen, klebrig wie eine Ananas.
„Ich bin nicht tot, ich habe mich nur verändert.“
„Was ist mit deinem Gesicht?“
„Ich diene jetzt der Königin.“
„Du redest ja nur wirres Zeug.“
„Ich bin nur eine einfache Arbeiterfotze, wir interessieren uns nicht für Politik. Das überlassen wir lieber unserer Herrscherin. Sie weiß, was gut für ihr Volk ist.“
„Komm zum Wohnwagen. Ich will dein Gesicht sehen!“
„Vulvia gefällt es nicht, dass du Erwachsenen von unserer Mission erzählt hast.“
John trat näher. Sue schlug die Hände vors Gesicht, um einen Schrei zu unterdrücken. Johns Gesicht war verschwunden, und durch eine Vagina ersetzt worden. Seine Nase war eine Klitoris, klein und rund. Mund und Wangen waren Schamlippen gewichen. Sie bewegten sich beim Sprechen wie ein senkrechtes Lächeln.
„Geh. Du bist nicht mehr der John, den ich geliebt habe. Oder dem ich meine Jungfräulichkeit opfern wollte.“
„Die Jungfräulichkeit kann ich dir immer noch nehmen.“
„Verschwinde, oder ich muss dich töten!“
Fassungslos hörte sie die Kreatur lachen, die einst auf den Namen John gehört hatte.
„Früher oder später kriegen wir euch alle. Denn mit jedem Tag werden wir mehr.“
Er zischte mit seinen Schamlippen, als belege er sie mit einem alten Zigeunerfluch. Heute hatte sie ihn abgewiesen, aber wenn es wirklich mehr von ihnen wurden? Vielleicht planten diese Fotzen eine Invasion. Wenn Menschen fremde Galaxien besuchten auf der Suche nach neuen Kolonien, wie würden sie mit der vorgefundenen Fauna umgehen? Fremde Lebewesen mit der Phaserkanone auslöschen, um der eigenen Spezies Platz zu schaffen? Sue musste mit Collins sprechen.

*

Professor Collins goss ihr Eistee ein, nach einem alten Familienrezept seiner an Krebs verstorbenen Schwiegermutter. Dach dem Tod von Rose hatte seine Ehe auch nicht mehr lange gehalten. Erst war die Mutter gegangen, dann die Tochter. Am Ende war er alleine geblieben in einem Haus, das er heute noch von seinem dürftigen Gehalt als Lehrkraft an der Highschool abzahlte. Und das ihm viel zu groß geworden war. Nachts fürchtete er sich vor der Dunkelheit wie ein kleines Kind.
„Bist du dir wirklich sicher, dass es John war?“
„Ja. Dieses Ding hatte seine Stimme und seinen Körper.“
„Und du hast auf dem Knutschhügel nicht gesehen, was die Killerfotze mit ihm gemacht hat?“
„Gesehen nicht, aber gehört.“
„Sie könnte ihn infiziert, oder einen Parasit eingepflanzt haben. Jedenfalls nach meinen bescheidenen biologischen Kenntnissen.“
„Die Vorstellung ist gruselig.“
„Sue, hast du schon einmal einen Zombiefilm gesehen?“
„John ist kein Untoter!“
„Ob untot oder Vulvianer spielt keine Rolle. Zombies und Vampire rekrutieren ihren Nachwuchs, indem sie gesunde Menschen infizieren.“
„Und warum betrifft die Infektion dann nur sein Gesicht?“
„Ich glaube, es handelt sich um eine neue Spezies. Woher auch immer diese Riesenfotze kommt, sie mischt gerade ihre Erbinformationen mit dem menschlichen Genpool.“
„Hybridwesen?“
„Eine neue Superrasse. Gott weiß, wozu sie fähig sind.“
Fröstelnd zog Sue ihre Strickjacke enger um die Schultern. Die Wärme des Tages war einer feuchten Grabeskälte gewichen, die ihr heimtückisch in alle Glieder kroch. Im tiefsten Winkel ihres Verstands hatte sie daran geglaubt, John könnte eines Tages geheilt zu ihr zurückkehren. Als wäre die Verwandlung in seinem Gesicht nur eine Krankheit, von der er sich erholen würde. Entgegen ihrem Willen liefen die Tränen. Collins nahm sie tröstend in den Arm.
„Pst, ist schon gut.“
„John ist verloren, oder?“
„Das wissen wir nicht mit absoluter Sicherheit. So wie wir nicht wissen, wen wir zuerst bekämpfen müssen. Die Vulvianer oder ihre Königin.“
„Die Arbeiterfotzen könnten Menschen genauso infizieren, wie ihre Königin. Auch wenn sie sich nicht für Politik interessieren.“
„Hast du John angefasst?“
Sue wurde bleich.
„Ich habe ihn in den Arm genommen. Und mein Gesicht in seiner Fotze gehabt.“
„Es könnte durch Hautkontakt übertragen werden. Oder durch Tröpfcheninfektion wie ein Grippevirus. Du bleibst vierundzwanzig Stunden unter Beobachtung. Ich schreibe dir eine Entschuldigung für den Unterricht.“
„Soll ich mich im Klinikum melden?“
„Nein, das wird nicht nötig sein. Ich habe ein abschließbares Gästezimmer im Erdgeschoss. Von außen ist es sicher vergittert. Wir hatten letztes Jahr einige Einbrüche in der Gegend. Meine Frau wollte auf Nummer sicher gehen.“
„Mum würde sich Sorgen machen, wenn ich nicht nach Hause komme.“
„Ich werde mit ihr reden. Und dir saubere Wäsche mitbringen.“
Sue folgte ihm widerspruchslos. Collins machte in der Küche halt, um ihr Cola und Cracker zu holen.
„Und wenn ich auf die Toilette muss?“
„Das Gästezimmer verfügt über ein kleines Badezimmer. Dort kannst du dich frischmachen.“
Hinter ihr fiel die Tür ins Schloss. Als der Schlüssel umgedreht wurde klang es endgültig. Nun war sie allein mit der Furcht, sich in einen Vulvianer zu verwandeln.
„Meine Mutter wohnt Fenway Street, Nummer fünfzehn. Kennen sie den Trailerpark am Ortsrand?“
„Ist mir ein Begriff.“
„Sagen sie ihr nichts von meiner Verwandlung.“
„Ich werde es finden. Noch wissen wir nicht einmal, ob du wirklich zum Vulvianer wirst. Mach dir keinen Kopf, nicht jetzt. Ich bin immer bei dir, egal was passiert.“
„Und wenn ich mich wirklich verändere, jagen sie mir die Kugel durch den Kopf?“
„Darüber solltest du gar nicht erst nachdenken.“
Collins schloss die Tür über ihre Zweifel, über ihre Gedanken. Er war Physiklehrer an der Jefferson High. Der über eine seiner Schülerinnen wachte, wie ein Zerberus.

*

Den Trailerpark kannte er vom Hörensagen. Als Lehrer gehörte er dem Mittelstand an. Kaufte seine Kleidung in kleinen Boutiquen, und nicht bei Walmart oder auf dem Flohmarkt. Er konnte Wein nach seinem Anbaugebiet unterscheiden. Und nicht nach dem Verschluss des Tetrapacks. Nie hatte er seinen Fuß in dieses Viertel gesetzt. Zwar wohnten einige seiner Schüler dort, doch Collins mied diesen Ort. Der einem Eingeständnis gleichkam, am unteren Ende der Nahrungskette angekommen zu sein. Manche Wohnwagen wurden nur noch vom Rost und ein paar Klemmen zusammengehalten. Kalt pfiff der Wind durch die losen Bleche. Ideal für Typhus und Keuchhusten, sobald der erste Schnee fiel. Selbstgebastelte Ofenrohre, die wie die Arme eines Kraken aus dem Dach wuchsen. Würden im Winter blaugraue Wolken ausspucken, die nach Diesel und verschmortem Plastik rochen. Je nachdem was die Bewohner verheizten, um nicht frieren zu müssen. Waschbären teilten sich den Inhalt einer umgekippten Mülltonne mit einem Marder. Niedliche Tiere, die im Abfall der menschlichen Zivilisation wühlten. Das Tierreich war schon zu seltsamen Symbiosen fähig. Collins fühlte einen heißen Stein im Magen. Unter diesen Zuständen wuchs Sue auf. Sie hätte nicht mit John auszugehen brauchen. Das Leben fickte sie auch so.
Den Trailer ihrer Mutter zu finden, war nicht einfach. Hausnummern waren in der Welt der Ausgestoßenen nicht besonders verbreitet. Weil nicht jedes Dach über dem Kopf die Bezeichnung Haus verdiente. Collins musste sich schon bei ihren Nachbarn durchfragen. Ein kauziger Alter mit rotem Cowboyhut gab ihm schließlich den entscheidenden Tipp. Das Haus der Kleins war nicht gleich als Wohnwagen zu erkennen. Doch trat man näher heran, so fiel einem auf, dass die Holzplanken nur eine raffinierte Imitation aus Detroit waren. Redwood hatte ein Campermagazin diese Farbe enthusiastisch genannt, in Erinnerung an amerikanische Mammutbäume. Ein Windspiel aus bunten Glasperlen hing an der Eingangstür. Kleins hatten sogar eine richtige Klingel anstatt des üblichen „Bitte Klopfen“ Schilds. Collins war beruhigt, dass sie noch nicht ganz unten angekommen waren. Die Türklingel spielte das Intro der Today-Show. Jennifer Klein öffnete ihm, eine brennende Zigarette in der exaltiert abgespreizten Hand. Mürrisch kniff sie ihre Augen gegen den Rauch zusammen, und gegen den Fremden. Ein violettes Stück Lidschatten bröckelte heraus wie Feenstaub.
„Sieh mal an, was für ein feiner Pinkel sich verirrt hat.“
„Ich bin der Physiklehrer ihrer Tochter.“
„Alles in Ordnung mit meiner Kleinen?“
„Ihr geht es gut, keine Sorge. Sie verbringt ein paar Tage in meinem Haus, um ein Referat vorzubereiten. Darf ich ihr frische Wäsche zum Umziehen mitbringen?“
„Warten sie, ich suche ihnen etwas raus.“
Strenger Zigarettenqualm kam aus dem Inneren des unaufgeräumten Trailers, vermischt mit ranzigem Küchenfett. Es roch nach Frikadellen und Ketchup. Sues Mum war wohl gerade beim Abendessen, als unerwarteter Besuch auftauchte.
„Ich habe eine Hose, zwei T-Shirts und Unterwäsche eingepackt. Das müsste reichen, oder?“
„Sie bleibt nur ein paar Tage.“
„Hat sie ihnen etwas über mich erzählt?“
„Dass sie eine gute Mutter sind.“
„Sue ist ein liebes Kind. Passen sie gut auf sie auf.“

Als Taschenbuch und Ebook bei Amazon. Als Ebook noch in weiteren Shops erhältlich.

Samstag, 25. Oktober 2014

Angriff der Killerfotzen


Pulp Fiction meets Russ Meyer! Könnt ihr euch einen völlig überdrehten B-Movie zwischen zwei Buchdeckeln vorstellen?

"Die Bedrohung aus dem All ist feucht und haarig! Unbarmherzig verschlingt sie alles, was sich ihr in den Weg stellt. Sie will die Weltherrschaft! Oder zumindest die idyllische Kleinstadt Bride Falls unter ihren Schlund bringen. Nur eine Schülerin und ihr kauziger Physiklehrer stellen sich ihnen mutig entgegen."

Als Taschenbuch oder Ebook bei Amazon. Und bald auch in vielen anderen Ebook-Shops.

Freitag, 24. Oktober 2014

Rückkehr

https://www.flickr.com/photos/53199633@N02/8521298151
Wenn du nachause kommst
werde ich
wieder vollständig sein.

Mein Geist ging auf Wanderschaft
und suchte dich
in den Nächten
unserer Jugend
wo wir uns
zwischen Lastwagen küssten
am Wegesrand
und keine Sprache brauchten
um einander zu verstehen.

Wir führten einst eine Beziehung
nun teilen wir ein Leben.

Meine Arme werden dich festhalten
als wärst du nie
fortgewesen.

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Angst glorifiziert Gewalt

https://farm3.staticflickr.com/2868/11224183416_f8d534eabc_b.jpg
Wenn wir Angst haben
sehen wir uns nach Sicherheit
einem starken Staat
der uns sagt
wo es langgeht:

Notstandsregierungen
Antiterrorgesetze
Menschenopfer zur Wintersonnwende
immer das gleiche Muster!

Halte sie in Furcht
und du kannst sie
lenken
manipulieren
unterjochen.

Früher drohten sie dir
mit dem Fegefeuer
zahle Ablass
und deine Seele
wird in die Shoppingmall springen.
Heute werden dir 
deine Sünden vergeben, 
wenn du im Teleshoppingkanal einkaufst.

Hurrapatriotismus
Jubelperser

versus

Black friday
Konsumterror

Wir neigen unser Haupt
fünf Mal am Tag gen Walmart
und wettern gegen Islamisten
welches System
ist am Ende kaputter?

Montag, 20. Oktober 2014

Schnellkochtopf

https://www.flickr.com/photos/ohallmann/7243816436
Nach einem Jahr gemeinsamen Haushaltes entdeckte ich, dass wir einen Schnellkochtopf besitzen. Irgendwann einmal auf dem Vorratsschrank im Esszimmer abgestellt. Heute habe ich das Ding zum ersten Mal ausprobiert, und bin begeistert!

Ich liebe Eintöpfe, wie sie die Oma zuzubereiten wusste. Ein Stück Heimat, ein Stück Kindheit. Und mit diesem Topf geht es in der Hälfte der Zeit, und mit weitaus weniger Energie.

Ein Dampfkochtop ist ein geschlossenes System. Aufheizen bis der Stift hochfährt, dann auf kleiner Flamme köcheln. Wer Fleisch butterzart will, der sollte den Topf nach einer halben Stunde in die Spüle stellen, und kaltes Wasser darüber laufen lassen, bis Dampf austritt und der Deckel locker sitzt. Öffnen, Gemüse rein, nochmal ne halbe Stunde. Also je nach Sorte 30-60 Minuten fürs Fleisch, und nochmal dreißig Minuten fürs Gemüse.

Ich habe Bohnen, Kürbis, Tomaten und Zwiebeln zu Rindfleisch kombiniert. Nicht einmal Suppengemüse, nur Salz und Pfeffer. Kürbis und Tomaten geben ausreichend Suppenfond. Wichtig: es kocht weniger ein!!! Also weniger Wasser als üblich verwenden.

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Dienstag, 14. Oktober 2014

Der Pimmelpapst lehrt

https://www.flickr.com/photos/donkeyhotey/11143558846
...die befleckte Empängnis!

Sonntag, 12. Oktober 2014

Graziella

https://www.flickr.com/photos/9918311@N02/4410772565/
Taub taste ich an den Wänden
nach einer Tür
oder einem blinkenden Schild
wo Exit steht.

Kerzen verlöschen
Gäste gehen
ich werfe einen Strauss Blumen.

Dein Bruder wartet
auf der anderen Seite
mit einem lockeren Grinsen im Gesicht
an das wir uns
alle erinnern werden
seine eingefallenen Wangen
in einem Meer von Blumen.

Wenn sie
die Maschinen abschalten
werde ich nicht da sein
ihren letzten Atemzug
nicht hören.

Mach es gut Kleines
wo immer dich
deine Reise hinführt.

Freitag, 10. Oktober 2014

The Riddler


Die Welt ist mir ein Rätsel, genauso wie meinen Figuren. Natürlich die Welt in meinem Kopf. Wir sitzen vor einem Brennglas, und werden innerlich gekocht. Auf welcher Seite sehen wir durch die Linse? Ich folge den Figuren in den Wald. Lese ihre Fährten, nehme zu Protokoll. Ich verliere mich in Dingen, die nicht da sind. Batman, ich gebe dir ein Rätsel auf: Was ist klein, grün, und steht früh auf?

Richtig, Dirty Dichter alias The Riddler bei seiner neuen Schamoffensive in der Stadt.

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Der neue Kalender 2015 ist da!


Wie gewohnt erwartet euch das Beste eines ganzen Jahres. Bei meinen Fotoshootings habe ich endlich das lästige Schamgefühl überwunden. Entsetzte Passanten grüße ich freundlich, das nimmt ihnen den Wind aus den Segeln.

Montag, 6. Oktober 2014

Samstag, 4. Oktober 2014

Der verrückte Hutmacher


Soll mal einer behaupten, ich hätte nicht alle Tassen im Schrank. Die stehen nämlich auf dem Tisch, har har! Voll mit feinstem Tee und süßen Träumen. Jetzt ist gerade Mohnblütenernte in Afghanistan, da haut der Tee am besten rein. Und immer dran denken: Tee muss lange ziehen, wie ein Gesicht.

Plätze wechseln, Herr Märzhase. Auch du, Schlafmaus. Gleich kommt das Gebäck, und keiner was meckt! Wir feiern Nichtgeburtstag, in den Vitrinen der Stadt. Und wieder ein Kaffeehaus, wo ich mich nicht mehr blicken lassen kann.

Ich ziehe durch belebte Gassen, verwunderte Kinder reden über meinen Hut. Wartet nur, ich hab ne ganze Sammlung von...

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Was macht ihr Tourette?

https://www.flickr.com/photos/seattlemunicipalarchives/3786098177
Fotze, Herr Doktor!

Dienstag, 30. September 2014

Kohlsuppe mit Wirsing


Louis de Funes hatte recht. Alles was man zum glücklichsein braucht ist eine Kohlsuppe und ein trockener Rotwein!

Herbst ist die Zeit der Eintöpfe. Ich bin ein bekennender Fleischfresser, also brauche ich eine gehaltvolle Einlage. Zur derben Herbstküche passen rauchige Aromen von Cabanossi und Kasseler, genauso wie ein gutes Stück Rindersuppenfleisch. Suppenpulver brauche ich keines. Suppengemüse und Salz geben genügend Aroma. Lorbeer und Piment mitkochen nicht vergessen!

Wirsing sollte man wegen seiner ledrigen Blätter länger kochen. Dann ist er eine Delikatesse. Ich empfehle Kartoffeln mitzukochen, oder Reis zu servieren. Ansonsten sättigt das Gemüse nur unzureichend.

Ein echter Eintopf sollte gut durchziehen. Am zweiten Tag schmeckt er deutlich besser als am ersten.

Sonntag, 28. September 2014

Nachtrag zum CSD


Auf 15:56 kommt auch der Dirty Dichter zum Zug. Es war ein geiles Sommerfest, nächstes Jahr vielleicht auch mit Gay Pride Parade durch die Innenstadt. Es würde mich sehr freuen. Wenn Schwenningen sich von seiner toleranten Seite zeigt. Immerhin gibt es bei uns einen Nachtclub, der auf eine über 40-jährige Tradition blicken kann.

Und ich kann mich den Worten meiner Vorrednerin Gloria Diamond nur anschließen: Man braucht sich für nichts zu schämen! Lasst uns Menschen bleiben, lasst uns über sexistische Bonmots lachen, lasst unseren Verstand durch kritische Gedichte schärfen, lasst uns auf die öffentliche Meinung pfeifen! Gerade als bekennender Hutträger weiss ich, wovon ich spreche...

Freitag, 26. September 2014

Alles Böse kommt von oben


Was, wenn ein wahnsinniger Wissenschaftler die Kontrolle über das Wetter übernimmt? Findet es heraus, solange es das Ebook auf Amazon preisreduziert für 3,99 0,99 Euro gibt! Nur vom 26.09 - 28.09.2014.

Mittwoch, 24. September 2014

Rückgaberecht bei Haustürgeschäften?

https://www.flickr.com/photos/hypnosisiq/8295129024
Liebe Zeugen Jehova, da habt ihr euren Glauben zurück!

Samstag, 20. September 2014

Krieg der Maschinen


"We were neurophobic and perfect
the day that we lost our souls
Maybe we weren't so human
But If we cry we will rust
And I was a hand grenade
That never stopped exploding
You were automatic and as hollow as the "o" in god"

(Marylin Manson/ mechanical animals/ 1998/  Interscope Records)

Der Rauch verzog sich, und ich trat aus dem Dunst der Kulissenmenschen. Leere Hüllen und rostige Kadaver des Industriezeitalters. Modell T100 verfolgte mich mit seinen roten Roboteraugen. Würde nicht eher ruhen, bis er seine Mission erfüllt hatte. Was bleibt übrig, wenn Maschinen sterben? Ich fürchte mich vor der Antwort wie ein kleines Kind bei Gewitter.

Donnerstag, 18. September 2014

Dienstag, 16. September 2014

Ein armes Würstchen

https://www.flickr.com/photos/buzzfarmers/7318388450/
 ...wird auch mit Senf nicht scharf!

Freitag, 12. September 2014

Ground control to Major Tom


Manchmal schwebt man in seltsamen Sphären... Hurra, endlich abgehoben, man reiche mir ein Glas Sekt! Böse Männchen beschiessen mich mit Phaserkanonen. Doch ein Sauhund wie ich hat neun Leben, und ist nicht totzukriegen.

Ich schreibe wieder Science Fiction. Eine vollkommen überdrehte Kiste in trashiger B-Movie Manier. Noch nie kam in einer Story so oft das Wort "Fotze" vor. Vulvianer mit Schamlippengesichtern, meine Fresse!

Mittwoch, 10. September 2014

Katzen und Hunde

https://www.flickr.com/photos/cmatsuoka/2582269821
Ich miaue
wenn mir
nach Zärtlichkeiten ist
werfe mich zu Boden
und lege mich lang
damit du mich
kraulen kannst
wenn ich genug habe
dann beiße ich
die Hand die mich streichelt
und gehe meines Wegs.

Du bist ein treuer Hund
folgst
schwanzwedelnd meinen Launen
und rollst dich
zu meinen Füßen
wenn ich böse bin.

Wir passten nie zusammen
darüber redest du
seit elf Jahren
und ich küsse dich
wenn mir danach ist.

Donnerstag, 4. September 2014

Soulman


Manchmal bin ich es Leid, den Blues zu singen. Back in those days, wo ich noch leichtere Kost schrieb. Nicht um jeden Effekt heisschen musste. Vor grausamen Schlachtungen, widerlichen Schändungen und was nicht noch alles.
 
Auf dem Stapel mit Manuskriptideen liegen weitere extreme Bücher. Vielleicht schreibe ich mal wieder mehr übers Ficken? Tod und Verwesung ist auf die Dauer langweilig. Aber krass muss es sein!
 
Ich schwöre euch, meine Brüder. There will be the day... wo ich mich an einer lockeren Schreibe probieren werde. Momentan arbeite ich erst einmal ab, was der Markt von mir verlangt.

Sonntag, 31. August 2014

Freitag, 29. August 2014

Mittwoch, 27. August 2014

Ein Bett im Kornfeld


Gnädigste, zieren sie sich nicht! Koketterie steht ihnen schlecht zu Gesicht. Das haben sie wohl von der Höheren-Töchter-Schule, nicht wahr? Wo man euch dummen Kühen Sittsamkeit predigt und Hauswirtschaft.
 
Mein Dreschflegel steht bereit, ich habe ihn eigenhändig poliert. Und nun ist Erntesaison. Mein Onkel Jürgen, Kommerzienrat mit Dividende a.D. erzählte mir von diesem lauschigen Plätzchen zwischen den Weizenstängeln. Und nun hopp, das Vaterland braucht Soldaten!

Montag, 25. August 2014

Steckt euch euren Krieg in den Arsch!

https://www.flickr.com/photos/pagedooley/1804080776
Stell dir vor
es ist Krieg
und keiner hat Bock.

Die Soldaten
sitzen auf dem Rasen
spielen Karten
und trinken Bier.

Horst knipst die Wochenschau weg
oder was die Öffentlich-Rechtlichen
uns sonst
an Propaganda verkaufen wollen.

In Washington
sitzt ein alter Raufbold
der seine Vasallen am liebsten
in den Krieg gegen Russland schicken möchte
selber will er sich
die Pfoten
nicht schmutzig machen.

In wessen Nachbars Garten
sterben Menschen?

Die Eliten haben Angst
vor dem Zusammenbruch des Vertrauens
ihres billig gedruckten Papiers
der rauchenden Notenpresse
und vor dem Volk.

Donnerstag, 21. August 2014

Kaltfleisch Sammelband

 
Wie auch schon beim Serienmörder, folgt am Ende der Serie ein Sammelband. Die Gesamtausgabe von Kaltfleisch enthält:
 
Band I: Faule Begierden
Band II: Vergorene Liebe
Band III: Knackige Knochen
Band IV: Sinnliche Särge
 
Erhältlich als Taschenbuch bei Amazon. Und als Ebook bei Amazon sowie in allen gängigen Shops.

Dienstag, 19. August 2014

Ureinwohner


Vor Jahren hat uns der weiße Mann das Land weggenommen. Als Reservat ließ er uns den Stadtpark, wo wir uns von Altglas, Hundekot und Bonbonpapieren ernähren. Dabei blickt der Stamm der Verrückten auf eine lange Tradition des Irrsinns zurück.

Von Generation zu Generation haben wir unsere Brauchtümer und Riten weitergegeben. Als Mannbarkeitsritual unseren Jünglingen den Trichter auf den Kopf gesetzt, und sie in den buntesten Farben angemalt.

Ich blase das Traumrohr, um die vertriebenen Stämme zu versammeln. Unter den Linden wirst du uns finden!

Sonntag, 17. August 2014

Aus kostenlos wird 99 Cent

https://www.flickr.com/photos/rheinitz/8540168723
In Zukunft werden die Kostenlos-Aktionen von preisreduzierten Aktionen abgelöst. Dafür gibt es handfeste Gründe, über die ich mit euch reden muss.

Um ein Buch über Amazon kostenlos anzubieten, muss es ins KDP Select Programm. Aufgrund der Exklusivbindung darf es dann in keinem anderen Shop erhältlich sein. Was mit dem Vorlauf der Werbeplanung bedeutet, dass ein Titel dann für satte 4 Monate nicht mehr für Tolino erhältlich ist!

Im Interesse meiner Fans habe ich mich daher für 99-Cent als neues Werbemittel entschieden. Aufgrund der Buchpreisbindung muss ich das Buch auch aus den anderen Shops rausnehmen, aber dann betrifft es nur einen Zeitraum von 4-6 Wochen!

Danke für euer Verständnis.

Mittwoch, 13. August 2014

Das Klackern des armen Mannes

https://www.flickr.com/photos/usaghumphreys/7194428342
Wenn der Sommer kommt
dann stehen sie wieder
in der Einfahrt
schmirgeln und schleifen
schütteln die Dose
und ihre Schrottmühle
glänzen zu lassen
wie die Nobelkarossen
der Firmenbosse.

Im gepflegten Feinripp
und geplätteter Stirn
versuchen sie
zu retten
was zu retten ist
verdecken Unfallnarben
und den schleichenden Verfall
wohl wissend
dass sie sich
kein neues Auto
leisten können
es reicht gerade so
eine Familie zu ernähren
große Sprünge
sind da nicht drin.

Die Reichen trinken Prosecco
im Autosalon
und lassen sich
die neusten Modelle vorführen.

Montag, 11. August 2014

CSD im Ländle


Zum ersten Mal gab es in Schwenningen einen CSD, da durfte der Dirty Dichter natürlich nicht fehlen. Im Grunde genommen war es ein Volksfest für Jung und alt im Park. So wie immer, wenn die Vereine feiern. Aber mit Dragqueens.
 
Zeit, meine neue Sonnenbrille einzuweihen und mir Schlager und Hefeweizen reinzuziehen. Oder die Villinger Schalmeien, die YMCA tröteten.
 
Die Welt ist bunt, und Klischees waren gestern. Schon seit dem ersten Blogposting steht der Dirty Dichter für Freiheit in den Köpfen ein. Und man darf auch brutale und widerwärtige Horrorbücher schreiben, ohne zwingend Hetero zu sein.
 
Also trinkt mal schön euren Prosecco, und nachher gehen wir zum Wettrülpsen. Auch wenn es so gar nicht damenhaft ist.

Samstag, 9. August 2014

Ausschnitt aus "Kaltfleisch IV - Sinnliche Särge"

https://www.flickr.com/photos/kwl/4459561466
Während Asperger beim Asiaimbiss das Essen für die Nachtschicht holte, zeichnete Jens an der Laderampe einen neuen Lieferschein ab. Asperger würde sich aktuell mit der Vielzahl an Gerichten auf der Leuchttafel über dem Tresen abmühen. Deren offensichtliche Rechtschreibfehler wie ein geheimnisvoller Glühkäfer Tag und Nacht leuchteten. Zögern, ob er lieber Mu Shi Lek mit Reis und Fisch, oder doch Schweinefleisch Süß-sauer nehmen sollte. Leichte Kost für harte Jungs. Am Ende würde er sich für Schweinefleisch entscheiden. Weil die süß-saure Sauce ihn an die Gärungsprozesse im Inneren ihrer Kunden erinnerte. Und weil es zu Dreckschweinen wie ihnen passte.
„Wir haben eine neue Lieferung bekommen. Der Amtsarzt hat sie gerade freigegeben.“
„Gab es Zweifel bei ihrer Todesursache?“
„Falscher Alarm sozusagen. Sie ist an ihrem eigenen Fett erstickt.“
„Also eine aus dem Spezialitätenkabinett.“
Grinsend führte Jens ihn nach hinten. Lüftete das Leichentuch wie ein schmutziges Geheimnis. Darunter lag ein Fleischberg mit aschblonden Korkenzieherlocken. Braune Schweinsäuglein zwinkerten ihnen lüstern zu. Die Sau wollte es mit jeder Speckfalte ihres Körpers. Man musste nur aufpassen, dass man die richtige erwischte. Aber war es denn so wichtig? Selbst in ihren Rettungsringen konnte man seinen Schwanz bis zum Anschlag versenken. Asperger hatte nichts gegen korpulente Frauen. Er liebte sie für ihre großen Brüste. Allerdings trug die Hausfrau auf der Bahre keine geblümte Kittelschürze, sondern eine Fettschürze, die wie ein Erdrutsch ins Tal gedonnert war. Man würde einen Suchtrupp schicken müssen, um ihre Fotze freizugraben. Bernhardiner, die sie an den Haaren aus dem Fett zogen. Vielleicht hätten sie sie einfach umdrehen sollen, und in den Arsch ficken. Aber Asperger hatte keinen Bock auf die braune Nummer. Und er war schon froh, dass Jens sie überhaupt auf den Tisch bekommen hatten. Da mussten die Dumpfmuffen des Amtsarztes ihre Finger mit im Spiel gehabt haben.
„Alter, das nenne ich mal einen dicken Brummer.“
„Halt die Klappe und hilf mir lieber.“
„Gerne, wobei?“
„Du musst ihren Bauch halten, während ich sie ficke.“
Fassungslos starrte Asperger ihn an. Dann brach er in hysterisches Gelächter aus. Jens beruhigte ihn mit einer präzise platzierten Ohrfeige.
„Au!“
„Ich möchte, dass du deine Aufgabe ernst nimmst. Wenn du abrutscht, kann mir das Biest die Eier zerquetschen.“
„Und was habe ich davon?“
„Du bekommst die Stute nach mir. Frisch eingeritten sind sie weniger störrisch.“
„Brüderlich geteilt?“
„Mit Mutters Erlaubnis.“
Was Jens von ihm verlangte, klang leicht. Doch ihre Fettschürze war unnachgiebig wie erstarrte Lava. Mit gezielten Faustschlägen modellierte er die talgige Masse. Wenn er mit der Kerze fertig war, konnte Jens seinen Docht ansetzen. Und Markus später auch. Grinsend drückte er den Berg nach oben. Kellerasseln rannten davon, vom Licht geblendet. Darunter kam ein rotblondes Büschel zu Tage. Und ihre zarte Blume, die ein intensives Bouquet verströmte. Wie lange mochte dieser anmutige Grubenschacht ein Schattendasein geführt haben?
„Feiern wir die Freilegung der Bärenhöhle mit einem Spatenstich.“
Selten waren die beiden sich näher als in diesem Moment. Ein schierer Akt der Notwendigkeit, echte Ritter kreuzten nicht die Schwerter. Markus standen die Schweißperlen auf der Stirn. Offensichtlich war es anstrengender, ihr den Wanst zu halten. Als sie zu pimpern. Jens wirkte so cool und lässig wie immer. Nur anhand seiner Augen, die wie zwei milchige Murmeln auf Reisen gingen. Ahnte man, dass im roten Plüsch seines Kopfkinos der Projektor ratterte. Asperger wollte gar nicht wissen, woran sein Freund dachte. Wahrscheinlich an Mutter. Ihm selbst genügten die tiefen Abgründe seiner eigenen Fantasien.
„Verdammte Scheiße!“
Plötzlich platzte ihre Bauchdecke auf. Gedärme glitten Markus durch die Finger, und rutschten zu Boden. Der Fußboden hatte sich in eine unkontrollierbare Schlangengrube verwandelt. Ihre Darmschlingen zuckten wild durcheinander wie Starkstromkabel. Trat man auf das falsche Ende, platzte die Wurstpelle, und ein Gemisch aus Gasen und längst verdauten Essensresten drückte heraus. Spritzte. Kleckste. Jens geriet in ihren glitschigen Überresten ins Straucheln, und riss Asperger mit zu Boden. Es war eine gehörige Schweinerei.

*

Stundenlang putzten und wienerten sie die Kühlhalle, bis es wieder einigermaßen annehmbar aussah. Sie hatten mit vielem gerechnet, aber nicht damit. Der Raum stank wie das alte Pissoir am Bemmelsbacher Bahnhof, wo sich Stricher und Drogensüchtige die Klinke gaben. Alte Scheiße, die in den Mörtelfugen getrocknet war. Wenn das Landleben vor die Hunde ging, wie sollte es dann erst in der Stadt aussehen? Asperger, der trotz seiner sonderbaren Neigungen zu einer allzu empfindlichen Nase neigte, hatte die Klimaanlage angestellt. Sanft wurde der körnige Geruch in die Lüftungsschlitze gezogen. Durch Filter gejagt, und als frische Luft in den Himmel geblasen. Ein Bestattungsinstitut musste sich an strenge Umweltauflagen halten. Ihren Bauch hatte Jens mit grobem Garn wieder zugenäht. Da kamen ihm seine Erfahrungen in der Bastelgruppe des Hospiz zugute.
„Jetzt bin ich dran.“
„Spinnst du? Ich bin froh, wenn sie es ohne weitere Zwischenfälle bis zur Beerdigung schafft. Ihre Fotze hält keinen weiteren Ritt aus. Es tut mir leid, dich enttäuschen zu müssen. Aber das Pony bleibt im Stall.“
„Ich könnte sie in den Hals poppen.“
„Das ist natürlich ein Argument.“
Jens hielt sie fest, als sein Kumpel tief in ihren Hals eindrang. Die Matrone trotzte den Stößen, wie ein Segelschiff im Wind. Doch er würde das Steuerrad nicht loslassen, bei seiner schwarzen Seele! Eine übelriechende Flüssigkeit sickerte durch seine Finger. Doch der Bauch hielt. Sie hatten ganze Arbeit geleistet.
„Meinst du, das hält bis zur Beerdigung?“
„Wen kümmert es? Wir ziehen ihr ein Korsett an, zur Sicherheit. So können wir sie auch mit offener Kiste in die Besuchsräume stellen. Ihr Mann hat mir einen Kittel dagelassen, den sie zu Lebzeiten getragen hatte. Was darunter passiert, wird keinen interessieren. Und selbst wenn: Wer ohne Sünde ist, der greife als erstes in den Sarg.“
Jens holte aus seinem Geheimversteck in der Kühlkammer einen Whiskey, den er sich für besondere Gelegenheiten aufsparte. Er servierte ihn mit Eis aus den Kühlrippen des Leichenschranks. Er würde ihn bald abtauen müssen.
 
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