Freitag, 31. Januar 2014

Drei Schippen Bosheit


...packe ich euch mit drauf. Für alle, denen Ingo Appelt noch zu human ist. Gibt es dieses Ebook für schlappe 0 Euro auf den Reader!

Mittwoch, 29. Januar 2014

Sotschi


Leute es gibt noch
Tickets zu Preisen
wie sie sich
nur Oligarchen leisten können
die Skispringer
werden vor
leeren Arenen springen.

Was kümmert es die Welt
wenn Opositionelle
verhaftet werden oder begnadet
nach Zarenwilkür?

Was kümmert es die Welt
wenn ein paar Schwule
vermöbelt werden
oder getötet
wenn ein Land
seine Minderheiten ausgrenzt?

Was kümmert es die Welt
wenn Russland
die Menschenrechte
mit Füssen tritt?

Revolutionäre
die den Zaren erschossen
und seine Familie
1918 in einer kalten Nacht.

Ich wünsche mir ein Zeichen
ich wünsche mir
dass radikale homosexuelle Terroristen
Putin festhalten
und in den Arsch ficken.

Lass die Hose runter
und öffne dich der Welt
die Beine im Spagat.

Montag, 27. Januar 2014

Ich bin Zwerg Licht


...ich bin nicht ganz dicht!

Trau dich nur ins Blumenbeet, und kämpfe von Mensch zu Zwerg. Ich habe eine Schubkarre, und weiß auch damit umzugehen. Von meiner Warte aus betrachtet, kann ich dir in die Klöten hauen, bevor du nur Papp gesagt hast. Und wenn es hart auf hart kommt, bin ich ein fieser Wadenbeisser.

Merke: Ein Zwerg mit Mütze ist fast so groß wie ein normaler Mensch. So. Das sollste erstmal verdauen. Ich gehe nun das Beet harken.

Samstag, 25. Januar 2014

Resi


Eins muss man ihr lassen:

Sie war
ein verdammt zähes Aas.

Trotz lahmer Beine
schaffte sie es
die letzten hundert Meter
zum Kiosk
für ein paar Bier.

Morgens
wenn sie zum Frühschoppen
in ihrer Küche saß
vergaß sie ihr Bier
und köpfte die nächste Flasche
schimpfte am Fenstersims
über die spielenden Kinder
mittags lallte sie.

Vielleicht hätte der Arzt
einmal nein sagen müssen
beim nächsten Valiumrezept
gute Frau
sie müssen einmal lernen
einzuschlafen.

Das ist sie nun endlich
nach Vorratskäufen mit Herrn Lohse
Senf in Palettenmengen
was haben wir alles
wegschmeißen müssen
während sie
für schlechte Zeiten zurücklegte.

Resi
mein altes Mädel
ich erinnere mich
an deine Hilflosigkeit
im Altersheim
die wenigen Wochen
wo dein Verstand
den Bach runterging.

Ich erinnere mich auch
an dein ständiges Betteln
nach einem Bier
es hätte auch nur
ein ganz Kleines sein brauchen.

Darauf
wäre es nun auch nicht mehr angekommmen
heute trinke ich auf dich
proste dir zu
wo immer du auch bist.

Ich hätte dir gerne
einen ausgegeben.

Dienstag, 21. Januar 2014

Pistolenmündung


Die Schreibmaschine
an die Stirn gesetzt
wie ein Selbstmörder
mir das Hirn auszuschiessen.

Peng!
Peng!
Peng!

Knallen die Typenhebel
die Figuren aufs Blatt
reissen Wundkanäle
geben nicht eher Ruhe
bis jeder unglückliche Gedanke
auf Papier gebannt ist.

Sonntag, 19. Januar 2014

The deep blue sea


Einst kannte ich den Troll, der unter der Brücke hauste. Er war ein finsterer Gesell, der neidisch einen Topf voll Gold bewachte. So dachte ich immer. Bis sich herausstellte, dass er darin nur eine Suppe am köcheln hatte. Die so lecker war, dass er sie mit niemanden teilen wollte.

Hungrig schritt ich durch das Unterholz, auf der Suche nach den Elfen, die im blauen Licht der Bäume tanzten. Auch sie konnten keinen Kanten Brot erübrigen. Tänzerinnen wurden schlecht bezahlt. Vielleicht hätten sie es als Stripperinnen leichter gehabt. Von den Dollarscheinen im Hüftgürtel ließ sich gut leben.

Der Faun öffnete sein Füllhorn, und auf einer moosüberwucherten Bank teilten wir uns sein Vesper. Danke, lieber Faun.

Samstag, 18. Januar 2014

Verflossene


Tiefer
hinein in deine Augen
bis auf den Grund der Pupillen
tauche ich ab
um die Wahrheit zu ertragen
all die Männer
die vor mir kamen
genug
um diesen Raum zu füllen
und noch Sitzplätze
auf dem Gang.

Ich möchte mich nicht
an ihnen messen müssen
wenn wir
ins Bett gehen.

Auch möchte ich nicht
an all die Körper denken
die mir
nur als Durchgangsstation dienten
bis ich dich
kennenlernte.

Ein jeder hat
sein Joch zu tragen
wir trafen uns
in der Mitte
streiften unsere Vergangenheit ab
und hofften
es würde
anders sein.

Freitag, 17. Januar 2014

Unter dem Pantoffel


Unter dem Pantoffel
ist es flauschig
kuschelig
behaglich
viel halten ihre Klappe
bloß um
der lieben Seelenfriede willen.

Ist es es wert
einen Krieg auszulösen
wieviel
gilt es zu erdulden
unter dem Joch
wann wirft der Lastenesel
seinen Sattel ab
und brüllt in den Nachthimmel
irgendwo da draußen
hinter den geschlossenen Fenstern?

Tausend Gründe
um einen Krieg
vom Zaun zu brechen
und dabei will ich doch nur
in Frieden leben
in den eigenen vier Wänden.

Mittwoch, 15. Januar 2014

Tolle Knolle


Was sind denn das für haarige Klöten? Und was für ein grüner Strauch aus ihnen wächst...

Tja, viele kennen Sellerie eben nur aus dem Bündel fertig abgepacktem Suppengemüse aus dem Supermarkt. So eine fertiger Schnitz mit strohiger Schnittkante. Und wissen nicht einmal, dass oben noch ein Büschel Grün dran ist.

Wie ich ja schon öfters predigte, frisch vom Wochenmarkt schmeckt es besser. Und das Grün gehört mit in die Suppe. Bitte nicht einfach zum Biomüll!

Dienstag, 14. Januar 2014

Der röhrende Hirsch


Vor einem Teller
werde ich sitzen
mit einem Messer in der Hand
die Butter mühsam
aufs Brot streichen
der röhrende Hirsch an der Wand
das Kirschwasser
in der Hausbar
und die Flinte im Schrank
für die Jugend von heute
oder den Tag
wo ich es alles satt habe
und mir den Lauf
direkt in die Nase schiebe.

In Erinnerungen schwelgen
wie Tortenstücke
Staub und Cremekleckse
vergilbte Fotos
aus Tagen
wo ich Eltern hatte
einen Bruder
samt Schwägerin.

Der volle Aschenbecher
in der Küche
erinnert mich an dich
und ich zünde mir
noch eine an.

Samstag, 11. Januar 2014

Hunger Papa, Hunger!


Gebt mir die Welt, und ich schneide mir ein Stück ab. Da drauf, auf den Teller da. Meine Eltern haben das gute Porzellan auf den Tisch gestellt. Weil ein besonderer Tag ist. Ich bin hungrig auf die Welt. Wie sie wohl schmeckt?

Bei manch einem geht der Horizont nicht über den Tellerrand hinaus. Andere sind schon froh, wenn sie über den Tisch gucken können, ohne einen Schemel unterzuschieben. Ich bin hungrig nach den Worten, und durstig nach den Sätzen. Füttere mich, und ich schreibe dir ein Buch daraus.

Donnerstag, 9. Januar 2014

A night out with Hank


Nachtschweiß
auf einer fleckigen Matratze
das Hirn zusammengepresst
wie eine faule Frucht
es tropft und sickert
meine Unterhose
die ich noch wechseln wollte
letzte Woche
nun ist sie fleckig
wie ein alter Kaffeefilter
oder durch was ich sonst
den billigen Schnaps seihe.

In der Ferne
rattert der Zug
der Frühschicht
graue Gesichter
die sich
in die U-Bahn-Schächte zwingen
wie in einen Trichter
oder einen Fleischwolf.
 
Hank
alter Knabe
du hattest Recht:

Ich sollte das Geld
für Huren und Schnaps ausgeben.

Samstag, 4. Januar 2014

Missing


Ich habe die Berührungen
eines Menschen der mich liebt
nie gemisst
als ich mich
in den Nächten suhlte

mich verabschiedet
mit einem Biss in den Nacken
wie ein Löwe
der sich entweder
um Beute kümmert
oder seine Brut
der Taxifahrer
wusste immer den Weg
und ich schlief weiter.

Einen Körper zu kennen
wie meine Westentasche
wurde mir
erst später zuteil.

Ich vermisse keine Hände
die nicht wissen
was sie mit mir anfangen sollen
ich vermisse nicht das Nesteln
an meinen Knöpfen und Reissverschlüssen
die nur sich selbst kennen
und sich nie
an mich erinnern konnten.

Ich vermisste die Liebe.

Freitag, 3. Januar 2014

Oh mein Gott, sie haben Kenny getötet.


Ihr Schweine!

Chefkoch hat uns immer davor gewarnt. Dass es eines Tages passieren würde. Die Welt ist eine besonders grausame, und Tagträumer wie uns frisst sie gnadenlos auf.

Das ganze Leben ist ein Comic-Strip. Wir leben in Panels, und merken es nicht einmal. Wie absurd das alles ist. Dabei sind die Erwachsenen nicht minder verrückt. Mister Garrisson redet mit uns durch seine Inkarnation Mister Zylinder. 

Und Cartman plant eine Parade gegen die Juden. Scheiße, Cartman, du Fettarsch! Und Kenny ist mal wieder gestorben, wie in jeder Folge. Für unser aller Sünden. Hat der Tod ein Kind genommen.