Montag, 30. Juni 2014

Freihändig

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...macht Flecken!

Samstag, 28. Juni 2014

Dienstreise

https://www.flickr.com/photos/robhardingii/2606164515

Die Laken blähen sich auf
spucken Gesichter aus
wie eine Wunde
die nicht verheilen will
Eiter spuckt.

Immer noch bin ich
einsam
Diener bringen Mineralwasser
auf einem
silbernen Tablett

immer noch
schreie ich gegen die Wände
die dick mit Farbe
überstrichen sind
um mich auszulachen
meinen Gefühlsausbruch zu verspotten

die Minibar ist leer
sie haben die Flaschen
mitgenommen und mich
zurückgelassen

mit einer Fernbedienung in der Hand
doch kein Kanal
zeigt dein Gesicht
ich zappe durch die Nacht
ohne dich zu finden.

Donnerstag, 26. Juni 2014

Bei klarem Himmel

https://www.flickr.com/photos/zilupe/2406618899/
 ...kann ich nachts meinen Satelliten sehen!

Dienstag, 24. Juni 2014

Hier trennt sich die Spreu vom Weizen


Nüchtern will ich sein, Farben will ich sehen! Die Worte vom Sohn des Schneekönigs klingelten mir noch in den Ohren, als ich mich aufs Fahrrad schwang. Grün, grün, grün sind alle meine Tage. Überall sprießt es, und selbst den Dichter zieht es in die Natur. Viel zu lange saß ich blass vor meinem Monitor, nur dem Kunstlicht ausgesetzt.
 
Ich sprach davon, dass ich wieder mehr vom Leben haben will. Die Früchte meiner Arbeit auch geniessen, anstatt nur zu buckeln. Zeit, wieder ins Gleichgewicht zu kommen.

Sonntag, 22. Juni 2014

Weniger Blogpostings


https://www.flickr.com/photos/evilerin/3216371508
Es tut mir Leid euch mitteilen zu müssen, dass ich meine Blogtätigkeit in nächster Zeit etwas einschränken werde. Nicht, weil es mir an Ideen mangelt. Sondern weil ich an anderen Projekten arbeite.

Ich habe den Blog gepusht, als ich unter einer Schreibblockade litt. Ich wollte mich austoben. Neues ausprobieren. Mich selbst finden. Herausfinden, wohin die Reise gehen soll. In der Zeit bekam der Blog erst seinen Charakter. Ich fing an mit skurrilen Fotos, und drehte erste Buchtrailer. Machte Kalender.

Ehrlich gesagt habe ich das Fließband satt, in das ich mich damit hineinmanövrierte. Ich habe wie ein Berserker gebloggt, teilweise jeden Tag oder mehr. Nun setze ich die Prioritäten neu:
  • Ich will das Leben genießen.
  • Ich brauche mehr Zeit für meine Bücher
Keine Angst, Freunde. Ich denke ja nicht daran, den Blog einzustellen. Aber eine Runde kürzer zu treten. Also gelegentliche Postings, und nicht mehr ein dicker Vorlauf auf Autopilot.
 
Danke für euer Verständnis.
 
Dirty Dichter

Freitag, 20. Juni 2014

Ausschnitt aus " Kaltfleisch III: Knackige Knochen"

Letzte Woche hatten sie eine neue Patientin eingeliefert, deren Nieren nur noch zu zehn Prozent leistungsfähig waren. Hätte man Klara Hiendl unbehandelt ihrem Schicksal überlassen, wäre sie innerhalb weniger Stunden kollabiert. So aber brachte sie die meiste Zeit entweder im Shuttlebus zur Dialyse zu, oder aber in der Dialyse selbst. Wo ihr Blut von all den Giftstoffen gereinigt wurde, die ihre Nieren nicht mehr herausfilterten. Im Heim nannte man sie die Pilgerin, weil sie ständig auf ihrem Leidensweg hin- und herpilgerte wie eine Büßerin. Am schlimmsten waren die Nächte, wenn sie von Koliken geplagt wurde. Das Martyrium Gottes nannte sie es. In der Bastelgruppe malte sie kleine Heiligenbildchen, die sie in ihrem Nachtkästchen sammelte. Eine andere Freude war ihr im Leben nicht geblieben. Doch Jens würde ihr eine im Tod bereiten.
Es war abzusehen, dass es nicht mehr lange dauern konnte. Die Intervalle zwischen den Blutwäschen wurden zunehmend kürzer. Gleichzeitig veränderte sich ihr Gemütszustand. Klara wirkte friedfertig, als hätte sie mit dem Leben abgeschlossen. Und sie wurde immer religiöser. Hielt Zwiegespräch mit ihrem Gott, und drehte einen Rosenkranz in ihren Händen. Ihre Augen bekamen jenen fiebrigen Glanz, wie man ihn entweder bei Kranken fand, oder Pastoren. Sie hatte Gewicht verloren. Als sie ins Hospiz kam, hatte sie Konfektionsgröße 42 getragen. Nun schlotterten ihre esoterischen Leinenkleider an einem Leib, der gut und gerne als magersüchtiges Model durchgegangen wäre. Zu einer unattraktiven Hakennase gesellten sich über Nacht quasi nicht vorhandene Titten, deren Brustwarzen als Garderobenhaken dienten. Jens ging das alles nicht schnell genug. Er tauschte ihre Medikamente gegen harmlose Placebos aus. Wie zu erwarten, verschlechterte sich ihr Zustand dramatisch. Dann bekam sie wieder ihre normalen Wirkstoffe, und blühte kurzfristig auf. Doch so schnell sie aufblühte, umso schneller verblühte sich auch. Jens hatte ihre Tabletten wieder gegen Placebos ausgetauscht. Er genoss das Spiel mit dem Tod. Die Zügel fest in der Hand zu halten. Ruhig, Brauner. Bald ist es vorbei. Sie war angeschwollen. Jens saß kaugummikauend neben ihrem Bett, und drückte ihre Hand. Ihre Nieren füllten sich bis zum bersten mit dem Urin, den sie nicht mehr ablassen konnte. Lagerten Giftstoffe ab, die einem normalen Menschen nichts ausgemacht hätten, aber für sie den Tod bedeuteten. Plötzlich gab es unter der Bettdecke eine Bewegung, als ihre Nieren platzten. Das Fleisch dämpfte die Detonation ein wenig, aber nicht die Schmerzen. Jens musste ihr schon den Mund zuhalten, damit man sie nicht hörte. Organe verschoben sich, ihre Bauchdecke brach ein. Der Glanz in ihren Augen erlosch. Dann brachen alle Dämme. Unter den Laken gluckerte es wie ein defekter Heizkörper, während ihre Blase sich entleerte. Sie starb mit offenen Augen, den Blick starr gegen die Zimmerdecke gerichtet. Wo eine Spinne ihr Netz spann. Hätte Frau Hiendl noch lange hier gelegen, so hätte sich die Spinne an ihrem klebrigen Faden abgeseilt, und ihre Brut in Klaras Mund gelegt. Spinneneier wie Kaviar, die ideale Brutstätte. Jens tauchte aus den Kulissen auf, wie aus einem wunderschönen Tagtraum. Der Geruch erinnerte Jens ans Frühjahr, wenn Mutter Spargel gekocht hatte. Und den Topf über mehrere Tage in der Speisekammer vergessen hatte. Streng und beißend wie das Löwengehege im Zoo Hellabrunn. Ihre natürlichen Pheromone. Das Aroma von Krankheit und Tod.
„Du willst es also schmutzig, du kleines Luder?“
Jens ließ die Gummihandschuhe schnalzen. Hygiene wurde im Kolibri ganz groß geschrieben. Trotzdem konnte er nicht vermeiden, dass er von der gelben Brühe abbekam. Verdammt, das ganze Bett war damit vollgesogen! Langsam verstand Jens, warum Frau Ziegler an der Zimmerausstattung sparte. Man hätte sich vorstellen können, im Hospiz bessere Matratzen vorzufinden als in einem Stundenhotel. Aber dafür wurden sie oft gegen neue ausgetauscht. Unter ihm quietschte und schmatzte es, als würde er eine Schlammgrube vögeln. Es war nicht nur Urin aus ihr herausgelaufen.

*

Jens Gang zur Kleiderkammer glich einem Spießrutenlauf. Er schämte sich, als hätte er selbst in seine Klamotten gepinkelt. Dass es nicht sein Urin war, sah man ihm ja nicht an. Aber im Haus der vielen Tode gehörten Pflegekräfte mit irgendwelchen Körperflüssigkeiten auf dem Wams zum allgemeinen Erscheinungsbild. Seine Dienstkleidung war ein klarer Fall für den Verbrennungsofen. Angewidert knüllte er sie zusammen, und stieg unter die Dusche. Jens duschte kalt, weil es sich mehr nach Grab anfühlte. Seine Nippel verhärteten unter dem eiskalten Wasser. Und nicht nur die.

So, wem ist es jetzt noch nicht schlecht genug? Den passenden Kotzkübel gibt es als Ebook und Taschenbuch.

Mittwoch, 18. Juni 2014

Sex im Alter

https://www.flickr.com/photos/kroszka/3521019929

...wenn du nichts spürst, 
war es die falsche Falte!

Montag, 16. Juni 2014

Ay caramba!


Homer kann mich so oft würgen, wie er will. Ich lasse mir meine Steinschleuder und mein freches Mundwerk nicht verbieten. Auch Krabappel und Skinner haben mich nicht in die Knie gezwungen. Stundenlang habe ich immer den gleichen Satz an die Tafel geschrieben, bis meine Finger von der Kreide wund waren.
 
Nun ist die Welt dazu aufgerufen, meine Shorts zu fressen. Solange ich Stativ und Kamera habe, und mir die dummen Ideen nicht ausgehen, werde ich mich weiter amüsieren wie ein kleiner Schuljunge!

Samstag, 14. Juni 2014

Kriegskrüppel


Du fühltest dich
minderwertig
ein Kriegskrüppel
ohne Beine
und doch hast du es gewagt
ein Fräulein
zum Tanz herauszufordern
mit deinen Prothesen.

Ich frage mich
wieviel Mut
das gekostet hatte
wieviel Angstschweiß
in den Hosenbeinen
die deine fehlenden Beine
verdeckten.

Aber
hättest du es
nicht gewagt
hättest du
meine Großmutter
nie kennengelernt.

Dienstag, 10. Juni 2014

Knackige Knochen


Jens ist wieder zurück auf der Bildfläche. Dieses Mal vergnügt er sich im Hospiz an den Leichen. Auch der Humor ist kälter geworden, zynischer. Wir erfahren neue, verstörende Details aus Jens Kindheit. Mutter spricht öfter zu ihm als noch im letzten Band.

Es erschreckt mich immer wieder, wie präsent seine Mutter in der Story ist. Wenn man bedenkt, dass sie schon zum Anfang des ersten Bands starb...

Im Handel erhältlich als Ebook oder Taschenbuch bei Amazon. Seit neustem auch für Tolino in vielen Shops.

Sonntag, 8. Juni 2014

Ich möchte nackt in den Wäldern leben


Vom Schreiner habe ich mir gleich eine Holzbrille anfertigen lassen, die Bügel sind auf Gehrung geschnitten.

Werft ab die Fesseln der Zivilisation! Werft ab das Beinzeug, und das blöde Armzeug gleich hinterher. Kleidet euch in weichem Moos, oder tragt Sandalen aus Borke fein. Werdet eins mit Mutter Natur.

Oder macht es wie ich: Esst die falschen Pilze, und plötzlich rennt ihr nackt und schreiend durch den Stadtpark. Nun sitze ich zuhause, zitternd vor dem wärmenden Kamin. Der Sommer war nur eine dreiste Lüge der Wurzelkobolde. Und in der Stadt kann ich mich auch nicht mehr blicken lassen.

Montag, 2. Juni 2014

Na du Knallerbse?

https://www.flickr.com/photos/scarygami/5878976354

Glaubst du immer noch, Erbsen kämen aus der Dose? So wie Milch ja aus dem Tetrapack kommt, anstatt aus einer Kuh?
 
Damals hatte Mutter einen kleinen Garten, und sie lehrte mich, wie man Gemüse anpflanzt. Auch Erbsen, die ich als Kind roh aus der Schote puhlte. Leicht süßlich schmeckten sie.
 
Richtige Erbsen kannst du im Supermarkt lange suchen. Nur auf dem Wochenmarkt gibt es das Original in der Schote. Macht in der Küche deutlich mehr Arbeit, aber schmeckt ganz anders. Wichtig: Auch wenn sie so klein sind, sollten sie gekocht werden! Circa eine halbe Stunde oder so. Dann werden sie außen knackig, und innen saftig, wie Weintrauben.