Mittwoch, 2. Juli 2014

Nighttime


Ich wohne in einem lebendigen Viertel, und schreibe Texte über den Tod. Meine Romantik kommt mit einer Kerze daher, und hat den Rand mit Satin ausgeschlagen. Die Nacht ist angebrochen, und die Diskothek im Hinterhof lärmt. Die Muslime drehen ihre arabische Musik am offenen Fenster auf. Besoffene Studenten wanken aus der Altstadt nach Hause. Das Leben stinkt zum Himmel.
 
Und doch habe ich sie alle in mein Herz geschlossen. Findet jeder seinen Namen in meinem Nachtgebet. In meinem Kopf herscht Stille. Unser Neffe ist gestorben, und ich schreibe am Leichenschänder weiter. Weil Schreiben eine Medizin ist. Manchmal eine verdammt bittere.

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