Dienstag, 30. Juni 2015

You can leave your hat on

https://www.flickr.com/photos/dubpics/71293429/
Ohne Krimi geht die Mimi
nicht ins Bett
und ohne Hut
der Dichter
nicht aus dem Haus.

Es gibt Leute
die halten mich für einen Exzentriker
ich lüfte meinen Hut
um ihnen den Wind
aus den Segeln zu nehmen
alles Leichtmatrosen
farblose Gesellen.

Kleinstadtmakel
mit dem Finger gezeigt
in einer Metropole
würde es nicht einmal
zum auffallen taugen.
Wie erwartet ihr
soll ein Künstler
denn zu Lebzeiten rumlaufen?

Klein
bunt
und mit Hut.

Niemand ist nackt
er könnnte immer noch
einen Hut tragen.

Sonntag, 28. Juni 2015

Freitag, 26. Juni 2015

Hier steppt der Bär

...hier fliegt die Kuh, nun näh ich ihr die Feige zu!

Wenn du fröhlich bist und du weisst es, klatsch in die Hände. Es sei denn du hast Contergan in der Schwangerschaft abgekriegt. Dann ist nix mit Klatschen.

Der Bär brummt, und der Verkehr auch. In den Alleen stehen die Nutten fein manükiert, und lassen sich mit dem groben Klammerbeutel pudern. Na, wenn das mal kein Herpes gibt. Wenn die Furunkel funkeln, dann wird es Nacht. Die Preise steigen, die Röcke fallen. Aus der U-Bahn riecht es nach den Imbissbuden, aus meiner Hose nach Wurst.

Bleibt mir gewogen, in Pfund und Kilogramm. Das Frühstücksbuffet macht mich fertig.

Mittwoch, 24. Juni 2015

Kaltfleisch auch optisch als Serie

Bei Kaltfleisch habe ich mich am alten Sammelband orientiert, der den schwarzen Balken wie ein Trauerband trägt. Wie aufreizend... da geht dem alten Totengräber doch glatt einer ab!

Alt

Alt

Alt
So, macht Platz für einer neue Ladung. Frisch aus dem Krankenhaus, überfahren von der Straße, oder einfach zuhause im eigenen Bett verreckt. Asperger, wir haben Kundschaft. Roll schon mal die Gästeliegen raus und das medizinische Gleitgel...


Montag, 22. Juni 2015

Sonntag, 21. Juni 2015

Ausgelöscht

https://www.flickr.com/photos/keoni101/5253162589/
Ich verzichte
auf mein Feierabendbier
weil es dir mißfällt
ich fluche nicht mehr
ich schmatze nicht
mit offenem Mund
bei Tisch
ich räume meinen dreckigen Teller weg
ich kapsle mich
nicht mehr ab
bis auf die wenigen Momente
wo ich vor dem Bildschirm sitze
und Texte
wie diesen tippe
ich beherrsche mich
ich benehme mich
ich passe mich
deiner Vorstellung
von mir an.

Ich dachte
sowas passiert immer nur
Anderen
und was habe ich
über diese armen Trottel gelacht
die am Ende
alle domestiziert wurden.

Samstag, 20. Juni 2015

Serienmörder auch optisch als Serie

Die Hausmeisterei entrümpelt den Keller, und lässt frisch streichen. Natürlich dürfen Serien unterschiedliche Motive auf dem Cover haben. Aber wenigstens in der Typographie einen klare Linie, die sich wie ein roter Faden durchzieht.

Hier die Cover im Vergleich:
Alt

Alt
 
Alt

Und jetzt die neuen Cover, alle mit der gleichen Schriftart. Wie gefällt euch das Ergebnis?


Donnerstag, 18. Juni 2015

Das Haus am See


Man reiche mir einen Cocktail, ein Diener möge mir frische Luft zufächeln. Das Paradies könnte nicht schöner sein. So fühlt sich die Kabine in der Mittelschicht an. Bis zum Promenadendeck werde ich es in meinem Leben nie bringen. Einziger Trost: Wenn der ganze Kahn absäuft, habe ich es näher zum Ausgang. Und der Meeresgrund soll eigentlich auch ganz schön sein.

Man strampelt, man rudert, man tritt. Unter einem die Leichen der Seelenverkäufer, die unser schönes Mittelmeer verunzieren. Und dann erst die Sauerei an den Stränden. Wer räumt sie denn weg, die augenlosen Kadaver der Wohlstandsgesellschaft? Möwen nisten in ihren sonnengebleichten Schädeln.

Gesellschaftlicher Zusammenhalt ist eine Illusion. Wenn wir eines brauchen, dann Schwimmflügel.

Mittwoch, 17. Juni 2015

Dienstag, 16. Juni 2015

Leseprobe aus "Tote Kinder spielen nicht"


Auf dem Weg zum Keller stieß er auf ein weinendes Mädchen im Treppenhaus. Ihr Gesicht mit der niedlichen Stupsnase verleitete die Lehrer bestimmt zu guten Noten. Wilhelm konnte sie damit nicht beeindrucken. Es gab keine niedlichen Kinder. Unter der niedlichen Schale steckten ausnahmslos schäbige Charaktere. Das Mädchen mochte vielleicht sechs Jahre alt sein, allerhöchstens acht. Ihre Jeans war neu und ohne Flicken, was keine Selbstverständlichkeit war. Mit angezogenen Knien lehnte sie an der Wohnungstür. Wilhelm konnte Schmidt auf dem selbstgebackenen Schild lesen. Entweder bunt angemalter Salzteig, oder aus Fimo-Knete geformt. Man versuchte das Leben trotz wirtschaftlich harter Zeiten so angenehm wie möglich zu gestalten. Allein das Viertel bedeutete schon einen sozialen Abstieg. Wenigstens die Kinder sollten nicht darunter leiden. Für Wilhelm war es eine dieser namen- und gesichtslosen Familien, die den Block bevölkerten. Das Kind hieß Cheyenne, wenn er nicht irrte. Wahrscheinlich träumte seine Mutter von einer Hollywoodkarriere. Oder wenigstens einer Statistenrolle in Unter uns.
„Warum weinst du denn so sehr?“
„Ich habe meinen Schlüssel vergessen. Und meine Eltern kommen erst abends von der Arbeit.“
„Magst du unten spielen gehen auf der Rutsche?“
„Ich habe Hunger, und mein Mittagessen steht im Kühlschrank. Wie soll ich da rankommen?“
Schlüsselkinder wurden früh in die Selbstständigkeit entlassen. Trotz ihrer jungen Gesichts drückte Cheyenne sich reifer aus als ihre Altersgenossen. Sie waren es gewohnt alleine zurechtzukommen. Oder aber sie trafen auf eine leere Wohnung voller Gespenster, und wärmten die Reste des Abendessens in der Mikrowelle auf.
„Ich wollte gerade Mittagessen kochen. Wie es aussieht, habe ich zu viel eingekauft. Ich werde Tage brauchen, um das alles aufzuessen. Es sei denn du hilfst mir dabei.“
Sie hatte zu schniefen aufgehört.
„Was gibt es denn?“
„Viel zu gesund, fürchte ich. Knusprige Hühnerflügel mit jungem Gemüse. Würde dir eh nicht schmecken. Aber ich habe noch eine Flasche Ketchup da.“
Ohne zu zögern stand das Mädchen auf, und schulterte ihren Schulrucksack. Wilhelm war kein Wildfremder, vor denen ihre Mutter sie immer gewarnt hatte. Was sollte ein Nachbar ihr schon Böses wollen? Wie Schlachtvieh trippelte sie hinter ihm her. Der offene Aufzug verschluckte sie wie der Rachen einer Bestie.

*

In der Wohnung roch es schlecht nach muffigem Hundefell. Darunter lag noch eine weitere Note: der erdige Geruch tierischer Ausscheidungen. Wenn ein Herrchen sein Tier vernachlässigt, und das Gassigehen vergisst. Cheyenne bereute dem Fremden gefolgt zu sein. Gelegentlich hatte sie ihn in der Wohnanlage gesehen, aber wie gut kannte sie Diehl wirklich? Wilhelm verstaute die Lebensmittel in der Küche. Klapperte mit Schubkästen und hantierte mit schwerem Küchengerät.
„Fühle dich wie zuhause.“
Unschlüssig stand sie im Flur. Gerahmte Fotografien des alten Manns an der Seite einer lächelnden Dame mit dicken Brillengläsern an einer goldenen Schmuckkette zierten die Wände. Dazwischen schimmernde Ikonenbilder von Bibelszenen, die sie aus dem Kindergottesdienst kannte. Die finsteren Mienen der Erzengel machten ihr Angst.
„Gefallen dir die Engel?“
„Geht so.“
„Der mit dem flammenden Schwert heißt Uriel. Wenn die Welt untergeht, wird er die Gerechten von den Ungerechten trennen.“
Von all den Dingen verstand das Mädchen wenig. Kalte Schauer liefen über ihren Rücken, der Flur war eindeutig nichts für sie. Der alte Mann hatte ihr angeboten, sich wie zuhause zu fühlen. Durch das Reliefglas ahnte sie das Wohnzimmer in vagen Schemen. Naserümpfend hielt sie den Griff in der Hand. Die Quelle des widerwärtigen Gestanks musste dahinter liegen.

*

Blaubarts Frau war um das verbotene Zimmer geschlichen wie eine Maus um den Käse. Und ein Leib Käse roch bestimmt besser als ein verwesender Leib Mensch. Schmierig aber waren sie beide. Das Mädchen stieß einen spitzen Schrei aus, und schlug die Hand vor den Mund. Wie ein Käfigvogel, dem die böse Miezekatze nachgestiegen war. Erstarrte sie, die Flügel fest gegen die Gitterwand gepresst. Auf dem gefliesten Boden lag der Körper eines kleinen Jungen. Die dünne Jacke mit dem Fußabdruck im Rücken kam ihr vom Sandplatz bekannt vor. War es der sanfte Max, der das Schäufelchen mit ihr geteilt hatte? Oder doch der garstige Frederick, der sie auf der Rutsche geschubst hatte? Weiße Äste wuchsen aus dem Leib. Mit Grausen registrierte sie, dass es gebrochene Rippen waren, die durch den Stoff der Jacke stachen. Dann spürte sie einen heftigen Schlag gegen den Hinterkopf, und ihre kleinen Lichter gingen für immer aus. Knochenfragmente perforierten ihre zarte Hirnhaut und lösten einen irreparablen Kurzschluss aus. Mit dem Gesicht voraus krachte sie auf den harten Fliesenboden und ihre Schneidezähne brachen knirschend, hinterließen dabei eine waagerechte Linie auf der Oberlippe. Mit ihrem letzten Atemzug verschluckte sie die Überreste ihres einst unbeschwerten Lächelns. Milchzähne wuchsen nicht mehr nach, wenn man dem Kind frühzeitig die Lichter ausknipste.
„Alleine schmeckt es sowieso besser. Den Rest kann ich einfrieren. Nicht wahr, Erika?“
Seine Hand mit dem Nudelholz zitterte. Gefangen im Schwung des Schlags rotierte die Walze auf ihrer Achse. Blut und Haare wurden in die Luft geschleudert und zauberten irre Muster auf die Wand. Hirn war auch dabei, schaumig geschlagen und rosa wie ein Erdbeer-Milchshake. Was sehr gut zum Steckrosendekor der Tapete passte. Jede Blume musste gegossen werden um in der Wildnis einer Schlachterwohnung zu überleben. Zwei übel zugerichtete Kinder lagen ausgestreckt vor der Anrichte. Wotan schnupperte am Neuzugang, und leckte ihr das Blut aus den Haaren. Unter Cheyenne breitete sich eine gehörige Lache aus. Das Blut des Jungen war getrocknet.

Nach diesem Kinderbuch schlafen die Kleinen. Für immer. Und immer. Und immer.
Als Taschenbuch und Ebook im Handel. Demnächst auch für Tolino.

Sonntag, 14. Juni 2015

Freitag, 12. Juni 2015

Tote Kinder spielen nicht


Das ultimative Buch für Kinderhasser. Hart an der Grenze, teilweise darüber. Wer Szenen ertragen kann, wo es den lieben Kleinen explizit an den Kragen geht, nur zu. Hiermit erkläre ich die Spielplatzsaison offiziell für eröffnet...

Als Taschenbuch und Ebook im Handel. Demnächst auch für Tolino.

Mittwoch, 10. Juni 2015

Marx mein Engels lecken?


Brüder! Schwestern! Und Genosse Lenin, der im Grab rotiert wie ein Würstchenspieß!

Ich verkünde euch das sexistische Manifest. Alle Pimmel stehen still. Wenn kein starker Arm mehr will. Nieder mit Frauenparkplätzen und Salatbuffet. Fahrt sie auf die dicken Schnitzel vom Rost und das frische Bier vom Faß. Wir Männer lassen uns nicht länger in die Enge drängen. So gerne wir es auch eng mögen. Und unsere Salami ncht in den Hausflur werfen wollen.

Lasst uns die Faust zum Gruße heben, auch dem Genossen Brüderle. Lasst uns Busen wegstarren, bis kein Nippel mehr auf dem anderen bleibt. Pfeift ihnen hinterher, wo ihr sie findet. Und strafft ihre Ketten zum Herd.

Dienstag, 9. Juni 2015

Der Geruch deiner Jacke

https://www.flickr.com/photos/bearpark/2600776202/
Still rauche ich
dem Fenster zu
deine Finger berühren nur
die Tastatur
öffnen Chatfenster
und sinnlose Spiele
die dir
die Zeit mit mir
vertrieben
weil wir es
nicht mehr miteinander aushalten.

Wolltest du etwas sagen
nein ich
ach auch egal.

Die Asche verbrennt mir
die Finger
den Bauch gestopft
bis zur Übelkeit
bis zum Platzen
mit bitteren Worten
doch meine Kehle
bleibt stumm
ringt um Luft.

Dann platzt es heraus
wie ein Gewitter
dicke Tropfen platzen auf dem Asphalt
wie Tränen
Türen knallen
Koffer werden gepackt
du bist
bei einer guten Freundin
die mir
die Tür verwehrt
wie einem Sünder
der in der heiligen Messe
um Vergebung fleht.

Vom Himmel fallen die Engel
Federn regnen herab
ich küsse deine Jacke
sie riecht nach dir
nur nach dir.

Montag, 8. Juni 2015

Die Nacht wacht über dich

https://www.flickr.com/photos/h-k-d/4723723929/
Wenn dir die ganze Brut
den letzten Nerv raubt
und du
keinen Menschen mehr sehen kannst
dir das Essen
aus dem Gesicht fällt
noch bevor die Nachtluft
dich umfängt
tiefschwarz und sanft
wie der Mantel zu deinen Schultern

wenn du alleine bist
unter Menschen
glücklich
alleine aus eigener Wahl
und nicht Verdammnis
einer degenerierten Gesellschaft
wenn du die Striche zählst
auf einem Bierdeckel

wenn du einen alten Bekannten triffst
der dir hilft
deinen Schal zu finden
weil du gerade noch
gerade genug stehst
um deinen Deckel zu zahlen

dann
wacht die Nacht über dich.

Gott liebt sie alle
die Verrückten und Gescheiterten
die Liebenden wie die Hassenden
die seine Schöpfung ausspeien
wie eine bittere Medizin
die er uns
zu trinken gibt.

Gott wacht über die Betrunkenen
und sendet ihnen
einen Schutzengel.

Samstag, 6. Juni 2015

Basilikum

https://www.flickr.com/photos/cyclonebill/2222405645/
Bei aller Liebe zu Zimmerpflanzen sollte man stets überlegen, ob nicht ein oder zwei Töpfe für Küchenkräuter reserviert bleiben sollten. Sieht nicht schöner oder schlechter aus als Kakteen, riecht aber besser. Und als echte Nutzpflanze wächst es nach!

Gehen wir einen Raum weiter, in die Küche. Ich müsste mal was für die Figur tun. Sonst stehe ich nackt in der Küche und mache Spiegeleier mit dem Spiegel. Aber noch sehe ich die beiden klar und deutlich.

Doch zurück zur frischen Küche. Das Simpelste und Leckerste was man machen kann, sind Tomaten mit Mozzarella. Abwechselnd in Scheiben schichten, Balsamico drüber in feinen Streifen (Daumen auf den den Flaschenhals!) und frisch geschnittenes Basilikum drüberstreuen. Wer mag, kann Brot dazu essen.

Donnerstag, 4. Juni 2015

Schwules Irland

https://www.flickr.com/photos/joseanavas/5984942462/
Liebe katholische Kirche
es ist natürlich
vollkommen natürlich
und gottgewollt

wenn ihr Messdiener schändet
wenn ihr Kinder schlagt
wenn Frauen
bei euch keine Karriere machen
wenn erwachsenen Menschen
das Zölibat aufgezwungen wird
wenn vergewaltigte Mädchen
nicht abtreiben dürfen.

Ihr wart immer schon
die besten Missionare
besonders in der Missionarsstellung
soll der Neger doch verrecken
wenn er frei nach dem alten Testament
ohne Gummi vögelt
Aids verbreitet
und sein neues Testament machen kann.

Ihr habt mit den Nazis paktiert
mit dem Ablassbrief verdient
und Kreuzzüge veranstaltet
für den einzig wahren Glauben.

Aber zwei Menschen
die sich lieben
müssen erst
nach dem Geschlecht bemessen werden
ob sie normal sind.

Jesus predigte Nächstenliebe
davon seid ihr
weiter entfernt
als vor zweitausend Jahren!

Dienstag, 2. Juni 2015

Ich bin der neuer Snowden


Passt nur auf, ich habe noch beim KGB gelernt, und unter Putin gedient! All eure Ängste eure Sorgen sind mir wohlbekannt. Des nächtens tippe ich sie einsam in eine vom Pfandhaus geliehene Schreibmaschine, als ob sie eines Tages einen materiellen Wert hätten.

Gedichte sind der schlimmste Feind des kapitalistischen Klassenfeindes. Wenn das Volk nicht mehr spurt, trinkt es Joghurt. Um es kurz zu machen:

Liebe Genossen und Genossinnen, liebe Ostern und Ostinnen,

der volkseigene Betrieb greift zur flotten Hacke und verteidigt seine hehren Ideale. Lebt in Furcht! Die Geheimdienste wissen mehr über euch als der Weihnachtsmann oder eure eigenen Eltern...