Montag, 31. August 2015

Kehrwoche


Der ganze Tag han i putzet, nu back i au no der Kuache für nach der Kirch. Elles muss sauber sein, in Herrgottsname!

Ich kippe den Dreck auf die Straße! So gehört es sich für einen Schmutzpoeten. Ich bin klein, mein Herz ist rein. Meine Fantasie ist schmutzig, also putz ich.

Auf Gedichte voller Unrat und Wollmäuse. Auf Verse, die vor Spinne(r)n und Filzläusen triefen. Auf Romane, die an die niedersten Instinkte des Menschen appelieren. Darauf erhebe ich stolz meinen Besen.

Samstag, 29. August 2015

Die Affenpfote

https://www.flickr.com/photos/macinate/1854488183/
Ich wünschte
wir wären
aufrichtiger
zueinander gewesen
ich wünschte
wir hätten uns
weniger angeschrien
ich wünschte
wir hätten uns nicht geprügelt
eine Welt voll knallender Türen
ich wünschte
wir hätten
mehr miteinander geredet.

Ich war mies zu dir
aber warst du
es etwa nicht?

Versuchten wir denn nicht
es uns heimzuzahlen
mit gleicher Münze?

Stellten wir nicht
unsere Soldaten
auf an der Frontlinie
und lachten bitter
wenn die Granaten einschlugen?

Wünschte ich
wir hätten uns nie geliebt?

Donnerstag, 27. August 2015

Meat Me wird zum Thriller

Diesmal war ich mir selbst unsicher, also habe ich auf Facebook eine Kampagne gestartet, um mir Lesermeinungen einzuholen. Das alte Cover war gut, kam aber zu opfermässig. Auch wirkte es mir zu steril.


Das neue Cover soll Frauen und Männer gleichzeitig ansprechen. Die Farbstimmung ist düster und passt zu einem Thriller besser. Trotz Callboy-Story ist es ja kein Erotikroman oder gar eine Liebesgeschichte.


Als Taschenbuch und Ebook im Handel. Und selbstverständlich auch für Tolino.

Dienstag, 25. August 2015

Genosse hört mit

https://www.flickr.com/photos/honestreporting/15423478806/
Pass auf was du sagst
pass auf was du postest
pass auf was du likest
hüte dich
vor freier Meinungsäußerung
der Blockwart lauert
auf den kleinsten Verstoß!

Wir brauchen keine Stasi
wir brauchen keine Gestapo
in einer Diktatur
der Gutmenschen
wer aus der Reihe schert
hat ausgedient!

Zittere du Pariah
ob man dir
die Lehrstelle wegnimmt
den Parteivorstand
oder deiner Frau
das Recht zugesprochen bekommt
die Ehe zu annullieren.

Wen hat es früher gekümmert
welche Meinung du
am Stammtisch von dir gabst
egal wie dumm
diese war
jedem Menschen stand es zu
eine eigene Meinung zu haben.

Heutzutage
kostet es dich alles
deine verfluchte Existenz.

Sonntag, 23. August 2015

Ausschnitt aus "Christoffer IV Der Lippensammler"


„Was haben Sie mit mir vor?“
„Dir die Behandlung zukommen lassen, die du mir angedacht hattest.“
Mit Grausen erkannte Schambeck sein eigenes Werkzeug in Christoffers Händen. Das Skalpell. Die Neglifräse.
„Fachlich dürftest du mir überlegen sein. Ich bin ein unbedarfter Quereinsteiger, der von Gerichtsmedizin keine Ahnung hat. Meine Schule waren die dunklen Gassen und Waldwege. Bei Mondschein lernte ich woraus der menschliche Körper besteht. Was mir an Präzision fehlte, machte ich durch rohe Kraft wieder wett. Ich zog. Ich zerrte. Ich biss. Schnitt mir den Weg frei. Du hast es also mit einem blutigen Amateur zu tun.“
Schambeck weinte. Sein Schicksal war der Scherenschnitt der Spurenfahnder, mit dem man Tatorte markiert.
„Es könnte weh tun.“
Der Serienmörder wählte eine Verbandsschere mit stumpfer Spitze, um Schambeck aus seiner Kleidung zu schälen. Stoffstreifen um Stoffstreifen landete auf dem Teppichboden. In Unterwäsche lag sein Opfer da. Obwohl die Heizung auf höchster Stufe stand, zitterte der Pathologe wie Espenlaub.
„Du bist mir vollkommen ausgeliefert. Weißt du dass ich dich schlagen könnte? Glühende Zigaretten auf dir ausdrücken? Dich mit einer rostigen Schere zur Frau machen?“
Christoffer markierte den ersten Schnitt mit dem Skalpell. Als Fleisch bist du in die Welt gekommen, und in kleinen Brocken scheidest du aus ihr. Wie ein roter Mund klaffte es auseinander. Schambeck schrie wie am Spieß. Dabei hatte der Spaß erst begonnen.
„Nichts von alledem werde ich tun. Ich führe eine Autopsie durch am lebenden Objekt.“
Als erstes öffnete er den Bauchraum. Rollte Schambecks Darm auf wie eine Wäscheleine. An manchen Stellen riss der Schlauch und eine übelriechende Masse sickerte heraus. Christoffer lernte mehr über den menschlichen Verdauungsapparat als ihm lieb war. Hielt seine Beobachtungen auf einem Notizblock fest, dessen Seiten zusehends unter den Blutmassen zerfaserten. Der Pathologe war ein Haufen Scheiße, wie auch schon die beiden Polizisten. Christoffer sah sich genötigt, die Musik lauter zu drehen. Er hasste Schlager. Und vor allem hasste er Roland Kaiser. Dafür würde Schambeck ihm büßen. Eine normale Obduktion konnte sich über zweieinhalb Stunden ziehen. Christoffer wollte sein Opfer gründlich leiden lassen.
„Mal sehen: Der Patient hatte zum Frühstück nur Kaffee und Zigaretten. Das ist gar nicht gut. Mit dieser Ernährungsweise kommt er nicht weit.“
Weiter und weiter schnitt er den Leib auf. Nun den Brustkorb. Irgendwo musste doch die Seele wohnen? Schambecks Schreie stiegen zu einem schrillen Crescendo an. Christoffer drehte die Anlage lauter um ihn zu übertönen. Kind, was sollen nur die Nachbarn von uns denken?
„Nun weißt du wie es ist. Wenn du auf dem kalten Tisch liegst, und der Fischhändler nimmt dich aus wie einen frisch gefangenen Karpfen.“
Jeder Mensch hat Angst vorm Zahnarzt. Die einen mehr, die anderen weniger. Besonders das Geräusch des Bohrers versetzte sie in Panik. Allein die Vorstellung, jemand fuhrwerkt mit diesem Gerät in deinem Mund, wie ein Bauarbeiter auf der Suche nach der defekten Wasserleitung. Schambeck warf seinen Kopf hin und her, als er die Neglifräse hörte.
„Halt still du Sau!“
Christoffer kniete auf seiner geöffneten Brust. Rippenstücke stachen ihm in den Hintern. Mit seinen Knien klemmte er Schambecks Kopf ein. Mit diesem Tonnengewicht auf den Lungen drohte der Pathologe vorzeitig zu ersticken. Wenn er das Finale nicht mehr mitbekam, hatte er sich diesen Umstand selbst zuzuschreiben. Wer bockig ist, wird früher ins Bett geschickt. Ohne Abendbrot und ohne Schlaflied.
„Möchtest mir bestimmt in die Eier beißen. Ich wusste, dass du pervers bist. Alle Pathologen ficken mit Leichen. Soll ich deinen Kadaver auch ficken, hm? Würde dich das antörnen?“
Über die Schädeldecke laufen erstaunlich wenig Blutbahnen. Gerade genug um die Haare mit Sauerstoff und Energie zu versorgen. Schambeck blutete kaum, als Christoffer seine Fontanelle aufsägte. Knochensplitter spritzten schaumig auf die Kissen wie erdbeerfarbene Gischt. Unter ihm begann der Pathologe konvulsivisch zu zucken. Ein Auge geschlossen, das andere fixierte seinen Peiniger. Es würden die letzten Bilder sein, die es mitnahm. Bevor Schambeck in die Hölle einfuhr.
„Hirn für den Meister!“
Christoffer griff zur wie einer Eiskelle gebogenen Hirnzange. Schambeck lag in den letzten Zügen. Noch lebte er. Dann zog Christoffer sein Hirn heraus. Ein roter Strang hing daran wie der Kabelbaum eines Mittelklassewagens, letzte Muskelverbindungen zur Wirbelsäule. Schnalzend gab er nach. Christoffer sah auf die Uhr. Schambecks Todeskampf hatte zwei Stunden gedauert. Selbst den Rindern im Schlachthof hatten sie mehr Sanftmut erwiesen. Denen hatte er schnell einen mit dem Bolzenschussgerät verpasst, genau zwischen die Augen. Kein Tier hatte jemals so gelitten wie Pathologe Wilfried Schambeck, Gott sei seiner Seele gnädig.

Als Taschenbuch und Ebook um Handel erhältlich. Natürlich auch für Tolino.

Freitag, 21. August 2015

Baby will spielen


"Ach ist der niedlich. Duz, duz, duz..."

Teddy her, sonst klatscht es gleich! Mich kannst du nimmer mehr erziehen, die Tschuff-Tschuff-Lokomotive ist abgefahren!

Die bunten Bilderbücher waren nicht mehr gut genug. Die Tante hat mir neue gebracht, jetzt ist das Baby zufrieden. In meinem Nuckel ist genügend Kaffee für eine lange Nachtschicht drin. Stundenlang wird das Baby schreien, bis es seine dreckige Geschichte auf dem Papier hat.

Fressen kacken wickeln. Fressen kacken wickeln. Fressen kacken wickeln. Da bleibt wenig Zeit für die wichtigen Dinge. Die Manuskripte habe ich vernachlässigt, dafür wird die Tante mich bestrafen.

Wäh!

Donnerstag, 20. August 2015

Mondliebe

https://www.flickr.com/photos/mysciencecenter/16774816687/
Nachts wenn ich
alleine bin
mit dem Mond
und dir
lausche ich deinen
gleichmäßigen Atemzügen
und stelle dem Mond
stille Fragen.

Nachts wenn ich
alleine bin
schlägt dein Herz
nur für mich
und ich traue mich
dir zu sagen
wie ich dich liebe.

Wenn der Wecker klingelt
sind manche Fragen beantwortet
aber nicht alle
ich finde dich still
wie den Mond.

Mittwoch, 19. August 2015

Montag, 17. August 2015

Der Lippensammler


Totgesagte leben länger! Schwerverletzt wacht Christoffer in der Leichenkammer auf. Wer immer ihn aus der Bahn räumen wollte, sollte einen langsamen und schmerzhaften Tod erleiden! Christoffer schlägt sich durch. Nahrung, Obdach, eine neue Identität. Wie ein Tier haust er in einer heruntergekommenen Gartenlaube, die er nur zur Menschenjagd verlässt. Seine hilflosen Opfer liest er er in den Parks der Hauptstadt auf. Christoffer besinnt sich dabei ganz auf seine Urtugenden und reißt ihre schönen Münder in Fetzen. Doch die Spuren der Vergangenheit drohen ihn einzuholen. Seine alten Widersacher sind ihm dicht auf den Fersen. Wer kennt ihn besser als sein ehemaliger Psychiater Doktor Sommerberg?

Als Ebook und Taschenbuch im Handel erhältlich. Und demnächst auch für Tolino.


Samstag, 15. August 2015

Donnerstag, 13. August 2015

Rollercoaster


Hereinspaziert, hereinspaziert! Nehmen Sie eine Runde mit dem Dirty-Dichter-Express. Für Frauen und Kinder ist es umsonst, die müssen hinter der Absperrung warten.

Hier oben bin ich der König der Welt! Und in der Kurve kann ich meine eigene Kotze überholen. So sieht es aus, das Leben ist nämlich kein Kinderkarussell. Kaufen Sie lieber noch eine Zuckerwatte bevor es zum Ausgang geht. Amüsieren Sie sich hemmungslos, die feine Moral bringt am Ende gar nichts.

Ich bin Schausteller von Beruf, ich stelle mich zur Schau. Für euer Vergnügen, für die Kunst, für den Blog. Und wenn euer Magen einen Looping machen soll, wie wäre es mit einem von meinen Büchern?

Dienstag, 11. August 2015

Der verlängerte

https://www.flickr.com/photos/e-coli/16235557282/
...Selfie-Arm der Gerechtigkeit!

Sonntag, 9. August 2015

Mein frisch rasierter Bär

Das alte Cover war ja gar nicht mal so schlecht. Der alberne Teddybär war gut, aber es fehlte der letzte Pep.

Nun wird das Ganze mit einer sexy Lady verpackt. Könnt ihr euch vorstellen, wie ihr der Bär geschoren wird? Ich schon. Als Wortspiel funktioniert dieses Cover wesentlich besser:



Als Ebook und Taschenbuch im Handel. Und selbstverständlich auch für Tolino.

Freitag, 7. August 2015

Mittwoch, 5. August 2015

Sommerpalais


Ach diese Hitze bringt mich noch um! Mühsam fächere ich mir frische Luft mit einem gebrauchten Herrenmagazin, aber auch das mag keine Kühlung bringen. Die Seiten sind verklebt wie das Meisterstück eines mittelalterlichen Buchbinders.

Also ergehe ich mich im Lustgarten, schnuppere an den Blümchen, werde von den BIenchen gestochen, und erledige meine Staatsgeschäfte hinter dem nächsten Busch. Ich kehre erst nach Hause zurück, wenn des Doktors Schergen mich fangen. Bis dahin variiere ich die verordnete Dosis nach eigenem Gutdünken. Wenn ich am Farbspektrum zweifle, so halte ich ein buntes Glas gegen die Sonne, bis ich Sternchen sehe. Erschöpft sinke ich auf die Wiese. Es ist nicht leicht, einen wirren Geist zu zerstreuen.

Im Herbst gehe ich zur Jagd, renne ich mit den Hunden und klaue ihnen das Stöckchen vor der Nase weg. Es möchte eine muntere Gesellschaft sein, mich zu unterhalten, und meinen Hofstaat hinzu.

Montag, 3. August 2015

Der neue Wächter

Seit langem schwebt mir ein bestimmtes Bild vor, was in keiner fertigen Form zu kriegen war. Bislang behalf ich mir mit einer, sagen wir mal Norlösung. Es spricht für die Einsamkeit in der Wächterzelle, aber mehr auch nicht.


Nun habe ich zwei Bilder fusioniert, und siehe da, der alte Mann in seinem Gefängnis hoch über der Stadt wacht über die verblendeten Anhänger des Wächterkults. Die in seinem Namen Unschuldige auslöschen, und er ist hilflos bis auf einen letzten Ausweg. Aber wird er es wagen?


Als Ebook und Taschenbuch erhältlich. Natürlich auf für Tolino.

Samstag, 1. August 2015

Warum ich kein Lyriker bin

https://www.flickr.com/photos/pedrosimoes7/16368304084/
Ich bin kein Lyriker
die an Bistrotischen sitzen
und Tee schlürfen
sanfte Worte wählend
über knospende Bäume
und liebliche Blumenkelche.

Nicht mit mir
meine Freunde
ich schreibe Gedichte
die nach Zigaretten riechen
und dem ehrlichen Achselschweiß
harter Arbeit
über Nutten
Barkeeper und Säufer.

Ein Blütenkelch ist eine
bis zum Anschlag offenstehende Fotze
und es ist meine Aufgabe
als Gedichteschreiber
jedes einzelne Haar um ihren Rand
zu beschreiben.