Dienstag, 27. Dezember 2011

Blutmond


Scherenschnittschatten über Häuserschluchten die Menschen ausspucken wie ein Nadelhaufen im Wald einen Schwall giftroter Feuerameisen. Dampfende Gassen, die Gullideckel klappern; Officer werfen sich mit dem gesamten Gewicht ihrer Körper auf die rostigen Stahlscheiben, um die Monster wieder in die Kanalisation zurück zu drücken. Schaulustige Gaffer drücken sich die Nasen an den Schaufenstern der Arkaden platt wie Hundeschnauzen. Kalt und feucht, der Nebel zieht in alle Glieder. Baumwollfetzen = die 2.te Haut auf ihren fahlen Knochen. Saugt es auf, schmatzend wie eine ausgewogene Mahlzeit. Die Straßen nun ausgedörrt wie die Sahelzone, ausgemergelte Hungerleider zieren ihren Weg. Tumbleweeds ziehen daher wie Obdachlose, denen man noch keine Tritt-mich-Plakette in=den !Arsch gerammelt hat. Unter tief eingefallenen Sichtscharten die Augen((ringe zum ersten Mal eine physische Angelegenheit, tief in die schmerzstarre Haut gegraben; violetter Lichtschimmer auf einer Leinwand aus Asche.

Über der charakterlosen Skyline wie ein König in den Himmel gestanzt der rote Taler, zu dem sich Menschen wie Viecher zu Boden werfen & im Dreck suhlen als könnte ein schmutzstarrender Panzer gegen die Parasiten helfen, die sich in ihren Speckfalten eingenistet haben. Doch nicht einmal das verzehrende Feuer einer Beichte könnte sie freisprechen!

Der Regen hat eingesetzt. Ungläubig sperren neugierige Kinder die Münder auf um jeden Tropfen Blut aufzunehmen, der vom Himmel tropft.

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