Mittwoch, 15. August 2018

Menstruationskünstler Daniel Berger


Ich beschloss, das neue Cover aus Tampons und Kunstblut selbst zu basteln. Eine Idee, die aus der kranken Seele meiner neuen Hauptfigur kommen könnte. Wieder habe ich eine Grenze überschritten. Ich habe Angst.

Der Besuch im Drogeriemarkt blieb nicht ohne Produktfragen; ich wollte wissen, ob die Dinger mit Motiven bedruckt sind.
"Wissen Sie, ich brauche es für eine Fotoserie mit Kunstblut."
"Ahja."
Dem Gesichtsausdruck der Kassiererin nach zu urteilen, kann ich mich hier nie wieder blicken lassen.
"Ich will Wörter damit nachstellen."
"Nä, Sachen gibbet...!"

Ich fühlte mich schmutzig. Ich würde etwas Verbotenes tun. Etwas abartigst Perverses. Und es erregte mich. Ich glaube zu wissen, wer Daniel Berger ist.

Sonntag, 4. März 2018

Über das Wesen der Perversion

https://www.flickr.com/photos/stikone/5013187628/
In letzter Zeit fällt es vielen Fans schwer, meinen Gedanken zu folgen. Anscheinend stößt das lustige Schlachthaus der Grausamkeiten auf Verständnis. Solche Abartigkeiten kann und will man nachvollziehen.

Mich persönlich aber langweilt das lustige Schlachthaus. Ich suche nach neuen Perversionen. Rotze. Nasenficken. Wundfetisch. Fotzenkäse. Diese Sonderfomen der Erotik erschließen sich vielleicht nicht beim ersten Leseversuch. Aber wenn man sich darauf einlässt, entführen Sie dich in eine absonderliche Welt. Folge mir ins Kaninchenloch. Und ich gewähre dir einen Blick unter Alices ranzigen Schlüpfer. Splatter ist nicht statisch, auch dieses Genre kann sich weiterentwickeln.

Mal ehrlich, wo zieht ihr die Grenze? Abschlachten ist ok, das findet ihr noch sexy. Aber Rotze und Naseficken ist pervers? Wir diskutieren lange darüber, was normal ist. Lasst uns darüber sprechen, was pervers ist und noch sein kann.

Sonntag, 25. Februar 2018

Leseprobe aus "Wundgeil"


Er faltete seinen provisorischen Spritzschutz zusammen, und schaffte ihn in Großmutters Schlafzimmer. Nur für den Fall der Fälle. Dass er ihrer Eiterflut nicht Herr wurde. Auf dem Nachtisch schwamm ein Gebiss in milchiger Brühe.
„Da bin ich wieder.“
„Du wolltest mir Erleichterung verschaffen.“
„Mir auch.“
Ihre schwachen Augen erkannten keine Erektion mehr. Vielleicht war es besser, dass der Mensch seine Sexualität vergaß. Litt Friede an Alzheimer? Konnte sie ihre Situation nicht mehr einschätzen? Oder warum wusste sie die Avancen ihres Enkels nicht mehr zu würdigen? Im Alter verlor der Mensch das Interesse an Sexualität in jeglicher Form. Seinen Zungenkuss genoss sie als reines Zeichen der Zärtlichkeit. Torsten hielt ein Skalpell in der Hand.
„Ich werde dich anritzen. Es könnte wehtun.“
Friede schluckte. Mit brüchiger Stimme fand sie die richtigen Worte:
„Nimm den Stab und versammle die Gemeinde, du und dein Bruder Aaron, und redet zu dem Felsen vor ihren Augen; der wird sein Wasser geben. So sollst du ihnen Wasser aus dem Felsen hervorbringen, die Gemeinde tränken und ihr Vieh.“
Torsten erkannte das Bibelzitat. Erst zögerte der Messias, dann fühlte er sich heimisch in den aramäischen Zeilen.
„Da nahm Mose den Stab, der vor dem Herrn lag, wie er ihm geboten hatte. Und Mose und Aaron versammelten die Gemeinde vor dem Felsen, und er sprach zu ihnen: Höret, ihr Ungehorsamen, werden wir euch wohl Wasser hervorbringen können aus diesem Felsen?“
Schorf zückte das Skalpell. Wollte seiner Oma nicht mehr wehtun als nötig, um seine Wundgeilheit zu befriedigen.
„Ich bin dieser Felsen. Schlage an, und das Wundwasser wird fließen.“
Das Skalpell ritzte ihre Haut. Zarter Schmelz umspielte die Einschnittstelle. Dann blubberte es heraus. Ein zartgelber Tropfen nässte die Edelstahlspitze seiner medizinischen Instrumente.
„Kommt es schon?“
„Keine Ahnung, vielleicht muss ich drücken. Wie ein Pickel.“
Mit einer Hand vergrößerte er Omas Wunde. Mit der anderen quetschte er entzündetes Gewebe, ignorierte stumme Schmerzensschreie. Tränen in den Augen, wie beim Schälen einer Zwiebel.

*

Omas Vanillegeheimnis wurde gelüftet, es gab kein Halten mehr. Erst kam nur ein dünner Strahl. Dann gab das geschundene Gewebe nach, und eine körnige Pampe floss wie Haferbrei. Flutete sein Gesicht, flutete seinen Mund. Rann aus Torstens Mundwinkeln. Jeder vernünftige Mensch hätte sein Antlitz abgewendet, um ja nichts abzubekommen. Torsten öffnete seinen Mund, um ihren eitrigen Sturzbach zu trinken. Gott gab reichlich. Mehr als ein Mensch trinken konnte oder essen, die Paste war dick und gehaltvoll. Torsten schluckte und trank. Verdaute, wo es dickflüssig wurde. Schloss die Augen, wo es seine Sicht vernebelte. Verrieb es auf der Haut, dick und sämig wie das Gruppenejakulat einer Orgie. Wann hatte er sich seiner Kleidung entledigt? Torsten konnte sich nicht erinnern.
„Den Pimmel kenne ich doch. Dein Vater hatte genauso einen.“
„Ist nicht wahr.“
„Brauchst mir nicht erzählen. Ich habe den Kleinen immer gewaschen. Bis Heinz die Aufgabe selbst übernahm. Dann aber war er sehr eifrig davon erfüllt. Weit über das Pflichtsoll hinaus schrubbte er seinen Pillermann.“
Eiter füllte Torstens Backen, mehr als er je hätte trinken können. Es floss in die fernen Winkel seiner Lippen. Es färbte seinen Gaumen mit einer olfaktorischen Signatur. Ranzig und verdorben wie ihre Seele. Was wusste Friede schon von Gott? Sie verfaulte am eigenen Leibe. Ihr Nektar nährte ihren Enkel, Gelee royale einer Königin.

*

Friede machte ihren Eierlikör selbst. Keine Ostertafel ohne ihren Sud aus Eigelb und Schnaps, wochenlang hochgezogen in einem Gärfass. Zu Weihnachten ausgeschenkt in traditionellen Porzellanbechern unterm Baum. Was aus ihrem Körper kam, schmeckte anders als der beliebte Punsch. Cremeschichten deckten ihr Schlafzimmer zu. Klebten am Schrank, und sickerten in die Laken. Als hätte man einen Feuerwehrhydranten aufgedreht.
„Mein schöner Teppich!“


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Freitag, 23. Februar 2018

Wundgeil


Rettungswagenfahrer Torsten Schorf hat unbegrenzten Zugriff auf entzündete Pusteln und fiebrige Geschwulste. Alles Kranke regt seine Phantasie, ob offen oder abgeheilt. Im streng religiös geprägten Haus seiner Großmutter lernt er Thrombosestrümpfe lieben und ranzige Pflaster. Wie ein Mensch verschwindet zwischen Katheter und Saftbeutel. Gewicht verliert und Lebensfreude. Offene Infekte gewinnt und neue Liebhaber. Jede Fotze ist eine offene Wunde, Eiter ihr süßer Nektar. Ist er der neue Messias?

Dieses Buch wird als Taschenbuch und Ebook verschrieben, und darf in keiner gut sortierten Hausapotheke fehlen!

Freitag, 9. Februar 2018

Fahrradfahren

https://pixabay.com/de/fr%C3%B6sche-abschied-fahrad-trolley-1701047/
Man verlernt miteinander zu reden
wie war dein Tag
man verlernt gemeinsame Momente
und gibt sich
der Spiellust hin
grausame Spiele
mit Menschen und echten Emotionen
mit Hass und Wut
mit alten Rechnungen
die nie beglichen werden können.

Man verlernt die Aufmerksamkeit
kleine Geschenke
Blumen und Teelichter
das aufgeschüttelte Kissen
der massierte Nacken.

Man verlernt miteinander zu ficken
die Haut wird so fremd
dass es aufregend wäre
wärs nicht so traurig
ich habe vergessen
was die Bienen
mit den Blumen machen.

Am Ende
verlernt man das Fahrradfahren.

Freitag, 2. Februar 2018

Die Ware Mensch


Du willst mich nicht
könntest
etwas Besseres abstauben
doch ich verkaufe dir
meine Schwächen als Stärken
musst ja nicht mitkommen
brauchst nur tun
was dir gefällt
ich bin das totale Produkt
ich erzähle dir
eine schöne Geschichte
ich greife dir
unter die Arme
und trage dich
zur Kasse.

Teste meine Haut
ich bin Teflon
suche meine Gefühle
sie sind längst verschwunden
ich weiß nicht mehr
wozu die kleinen Plagegeister
mir je nützlich waren.

Berühre mich
und deine Hand findet
eine Wanderdüne
trocken und heiß.

Ich trage keinen Namen
ich trage einen Preis.

Sonntag, 28. Januar 2018

Käsefotze Käsefresse


Wer möchte an Tante Edeltrauds Achsel schnuppern? Oder einen alten Belag abschaben. Als Nachschlag gibt es einen würzigen Kellerkäse dazu.

Als Ebook und Taschenbuch erhältlich. Und wieder drin in vielen Tolinoshops.