Dienstag, 11. Dezember 2018

Ittenbach: Der Stadtkannibale


Der Roman „Der Stadtkannibale“ von Thomas Reich handelt, wie der Name schon verrät, von einem Menschenfresser. Es ist allerdings kein Horror oder Thriller in dem Sinne, sondern mehr eine fiktive Biographie.

Erzählt wird der Lebenslauf von Andreas, angefangen bei dessen Kindheit. Als Sohn einer Metzgerfamilie wird er von seinem Vater früh dazu gedrängt sein erstes Schwein selbst zu töten. Nun ist er ein richtiger Mann und die Lust auf Fleisch ist geweckt! Ein paar Jahre später, als Jugendlicher, reicht ihm die tierische Nahrung nicht mehr. Er möchte etwas Neues probieren, er hat Appetit auf Menschenfleisch. Und als Metzger möchte er natürlich auch leckere Gerichte und Wurstwaren daraus herstellen…

Der Roman ist generell schön geschrieben, wobei Thomas Reich einen ganz eigenen, sehr individuellen Schreibstil hat und meist besonders tolle Metaphern findet, um das Geschehen bildhaft an den Leser zu vermitteln. Besonders in den Tötungs- und Verwurstungsszenen wird es da schön eklig und brutal. Dazu ist das Buch durchzogen von schwarzem Humor und sarkastischen, gesellschaftskritischen Kommentaren. Das geht los beim Pfarrer Klopfstock (toller Name!) mit dem Andreas schon als Kind diskutierte, ob das Gebot „Du sollst nicht töten“ eigentlich auch für Tiere gilt, über Penner die für Andreas leichte Opfer sind, da sie eh keiner vermisst, bis hin zur Geliebten, die fürs Fremdgehen bestraft (und gegessen) wird. In einer Szene schlägt Andreas seiner Freundin vor, beim Sex mal was neues auszuprobieren:
„Ich würde mich gerne mit dir in Schweinemett wälzen.“ „Okay aber ohne Zwiebeln.“ Herrlich!

Die Krönung des bösen Humors, sind aber die Menschenfleisch-Rezepte am Ende des Buches. Nachkochen kann aber mit Zuchthaus bestraft werden, warnt der Autor.

Man sollte sich nur bewusst machen, dass der Roman wie eingangs erwähnt weder Horror noch Thriller ist. Weder wird es gruselig noch spannend. Zum Beispiel spielt es im kompletten Roman keine Rolle, ob denn nun die Polizei eigentlich dem Kannibalen auf der Spur ist. Die vielen verschwundenen Menschen bzw. Leichen müssten doch schon längst mal aufgefallen sein. Andreas geht unbehelligt seinem psychopathischen Treiben nach. Das Ende des ziemlich kurzen Romans kommt dann wiederum sehr plötzlich – schade. Wenn man sich aber darauf einlässt, dass man es eher mit einer schwarzhumorigen Erzählung zu tun hat, kann man seine Freude mit dem Buch haben. Wer interessiert ist, sollte dem Roman einfach mal eine Chance geben, die rund 120 Seiten sind ja auch schnell mal durchgelesen.

Fazit: Unterhaltsame und bitterböse fiktive Biographie eines ganz normalen Kannibalen von Nebenan. Sehr schön aber nicht unbedingt appetitanregend.

Im Original nachzulesen unter Ittenbachs Fans.

Wer die Rezepte nachkochen möchte, kaufe das Buch😃.

Samstag, 8. Dezember 2018

Welt ohne Worte


In einer Welt ohne Worte
schläfst du alleine
und deckst dich
mit einer leeren Decke zu.

In einer Welt ohne Worte
krampft der Magen
nichts geht mehr
ein Schmerzballon
schwillt unter dem Brustbein.

In einer Welt ohne Worte
zählst du
die Tassen im Schrank
nachdem
das gute Geschirr zerbrochen wurde
von dem du
keinen Teller mehr
bekommst
was zerschlagen wurde
kommt nicht wieder.

In einer Welt ohne Worte
gelten keine Werte
sondern Angst
was übrig bleibt
und ob die Worte
wieder kommen.

Freitag, 30. November 2018

Gehetzte Tiere

https://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Gedichte_(Rilke)#/media/File:Rainer_Maria_Rilke,_1900.jpg

Ich rechnete nicht mit Sex
ich rechnete auch nicht
damit
dass du mich verstehst
ich rechnete mit gar nichts
und das Licht
der Straßenlaternen
fiel auf uns.

Ich war einsam
und atmete
ein und aus
neben mir tat dein Leib
es mir nach
einander
täuschten wir den Schlaf vor
und waren doch zu wütend

trafen einander in der Küche
wo wir nicht mehr
rauchen wollten
und es doch taten
wortlos.

Du fürchtest meine Wut
das Animalische
was du einst
an mir liebtest
und ich verabscheute.

Sonntag, 11. November 2018

Bei der Begattung

https://www.flickr.com/photos/38485387@N02/3570278232/

...spielt die Gattung keine Rolle!

Samstag, 10. November 2018

Tierart egal

https://www.flickr.com/photos/nostri-imago/3036797914/
...Hauptsache Schwanz!

Mittwoch, 17. Oktober 2018

Was fährt ein Frauenarzt?

https://www.maxpixel.net/static/photo/1x/Car-Erotic-Sexy-Model-Woman-Bentley-Legs-813231.jpg

...einen Vulvo!

Montag, 3. September 2018

Gemaule


Man kann miteinander reden
muss es aber nicht.

Ich kann nichts sagen
ohne dass es
ein Gemaule gibt
es ist zu viel verlangt
dass du zuhörst
oder mich ausreden lässt
das Mindestmaß an Respekt
geht dir auch noch flöten
zwischen verkrampften Händen
und ausgeholten Gegenständen
der kleinste Funke
und wir wälzen uns
prügelnd über den Boden
wie Hunde.

Nein
man muss nicht miteinander reden
ich würde dir so gern
das Maul einschlagen.

Mittwoch, 15. August 2018

Menstruationskünstler Daniel Berger


Ich beschloss, das neue Cover aus Tampons und Kunstblut selbst zu basteln. Eine Idee, die aus der kranken Seele meiner neuen Hauptfigur kommen könnte. Wieder habe ich eine Grenze überschritten. Ich habe Angst.

Der Besuch im Drogeriemarkt blieb nicht ohne Produktfragen; ich wollte wissen, ob die Dinger mit Motiven bedruckt sind.
"Wissen Sie, ich brauche es für eine Fotoserie mit Kunstblut."
"Ahja."
Dem Gesichtsausdruck der Kassiererin nach zu urteilen, kann ich mich hier nie wieder blicken lassen.
"Ich will Wörter damit nachstellen."
"Nä, Sachen gibbet...!"

Ich fühlte mich schmutzig. Ich würde etwas Verbotenes tun. Etwas abartigst Perverses. Und es erregte mich. Ich glaube zu wissen, wer Daniel Berger ist.

Sonntag, 4. März 2018

Über das Wesen der Perversion

https://www.flickr.com/photos/stikone/5013187628/
In letzter Zeit fällt es vielen Fans schwer, meinen Gedanken zu folgen. Anscheinend stößt das lustige Schlachthaus der Grausamkeiten auf Verständnis. Solche Abartigkeiten kann und will man nachvollziehen.

Mich persönlich aber langweilt das lustige Schlachthaus. Ich suche nach neuen Perversionen. Rotze. Nasenficken. Wundfetisch. Fotzenkäse. Diese Sonderfomen der Erotik erschließen sich vielleicht nicht beim ersten Leseversuch. Aber wenn man sich darauf einlässt, entführen Sie dich in eine absonderliche Welt. Folge mir ins Kaninchenloch. Und ich gewähre dir einen Blick unter Alices ranzigen Schlüpfer. Splatter ist nicht statisch, auch dieses Genre kann sich weiterentwickeln.

Mal ehrlich, wo zieht ihr die Grenze? Abschlachten ist ok, das findet ihr noch sexy. Aber Rotze und Naseficken ist pervers? Wir diskutieren lange darüber, was normal ist. Lasst uns darüber sprechen, was pervers ist und noch sein kann.

Sonntag, 25. Februar 2018

Leseprobe aus "Wundgeil"


Er faltete seinen provisorischen Spritzschutz zusammen, und schaffte ihn in Großmutters Schlafzimmer. Nur für den Fall der Fälle. Dass er ihrer Eiterflut nicht Herr wurde. Auf dem Nachtisch schwamm ein Gebiss in milchiger Brühe.
„Da bin ich wieder.“
„Du wolltest mir Erleichterung verschaffen.“
„Mir auch.“
Ihre schwachen Augen erkannten keine Erektion mehr. Vielleicht war es besser, dass der Mensch seine Sexualität vergaß. Litt Friede an Alzheimer? Konnte sie ihre Situation nicht mehr einschätzen? Oder warum wusste sie die Avancen ihres Enkels nicht mehr zu würdigen? Im Alter verlor der Mensch das Interesse an Sexualität in jeglicher Form. Seinen Zungenkuss genoss sie als reines Zeichen der Zärtlichkeit. Torsten hielt ein Skalpell in der Hand.
„Ich werde dich anritzen. Es könnte wehtun.“
Friede schluckte. Mit brüchiger Stimme fand sie die richtigen Worte:
„Nimm den Stab und versammle die Gemeinde, du und dein Bruder Aaron, und redet zu dem Felsen vor ihren Augen; der wird sein Wasser geben. So sollst du ihnen Wasser aus dem Felsen hervorbringen, die Gemeinde tränken und ihr Vieh.“
Torsten erkannte das Bibelzitat. Erst zögerte der Messias, dann fühlte er sich heimisch in den aramäischen Zeilen.
„Da nahm Mose den Stab, der vor dem Herrn lag, wie er ihm geboten hatte. Und Mose und Aaron versammelten die Gemeinde vor dem Felsen, und er sprach zu ihnen: Höret, ihr Ungehorsamen, werden wir euch wohl Wasser hervorbringen können aus diesem Felsen?“
Schorf zückte das Skalpell. Wollte seiner Oma nicht mehr wehtun als nötig, um seine Wundgeilheit zu befriedigen.
„Ich bin dieser Felsen. Schlage an, und das Wundwasser wird fließen.“
Das Skalpell ritzte ihre Haut. Zarter Schmelz umspielte die Einschnittstelle. Dann blubberte es heraus. Ein zartgelber Tropfen nässte die Edelstahlspitze seiner medizinischen Instrumente.
„Kommt es schon?“
„Keine Ahnung, vielleicht muss ich drücken. Wie ein Pickel.“
Mit einer Hand vergrößerte er Omas Wunde. Mit der anderen quetschte er entzündetes Gewebe, ignorierte stumme Schmerzensschreie. Tränen in den Augen, wie beim Schälen einer Zwiebel.

*

Omas Vanillegeheimnis wurde gelüftet, es gab kein Halten mehr. Erst kam nur ein dünner Strahl. Dann gab das geschundene Gewebe nach, und eine körnige Pampe floss wie Haferbrei. Flutete sein Gesicht, flutete seinen Mund. Rann aus Torstens Mundwinkeln. Jeder vernünftige Mensch hätte sein Antlitz abgewendet, um ja nichts abzubekommen. Torsten öffnete seinen Mund, um ihren eitrigen Sturzbach zu trinken. Gott gab reichlich. Mehr als ein Mensch trinken konnte oder essen, die Paste war dick und gehaltvoll. Torsten schluckte und trank. Verdaute, wo es dickflüssig wurde. Schloss die Augen, wo es seine Sicht vernebelte. Verrieb es auf der Haut, dick und sämig wie das Gruppenejakulat einer Orgie. Wann hatte er sich seiner Kleidung entledigt? Torsten konnte sich nicht erinnern.
„Den Pimmel kenne ich doch. Dein Vater hatte genauso einen.“
„Ist nicht wahr.“
„Brauchst mir nicht erzählen. Ich habe den Kleinen immer gewaschen. Bis Heinz die Aufgabe selbst übernahm. Dann aber war er sehr eifrig davon erfüllt. Weit über das Pflichtsoll hinaus schrubbte er seinen Pillermann.“
Eiter füllte Torstens Backen, mehr als er je hätte trinken können. Es floss in die fernen Winkel seiner Lippen. Es färbte seinen Gaumen mit einer olfaktorischen Signatur. Ranzig und verdorben wie ihre Seele. Was wusste Friede schon von Gott? Sie verfaulte am eigenen Leibe. Ihr Nektar nährte ihren Enkel, Gelee royale einer Königin.

*

Friede machte ihren Eierlikör selbst. Keine Ostertafel ohne ihren Sud aus Eigelb und Schnaps, wochenlang hochgezogen in einem Gärfass. Zu Weihnachten ausgeschenkt in traditionellen Porzellanbechern unterm Baum. Was aus ihrem Körper kam, schmeckte anders als der beliebte Punsch. Cremeschichten deckten ihr Schlafzimmer zu. Klebten am Schrank, und sickerten in die Laken. Als hätte man einen Feuerwehrhydranten aufgedreht.
„Mein schöner Teppich!“


Fiebrig geworden? Dann hol dir schnell das Kurativ aus der Fachapotheke! Empfohlene Darreichungsformen:

Freitag, 23. Februar 2018

Wundgeil


Rettungswagenfahrer Torsten Schorf hat unbegrenzten Zugriff auf entzündete Pusteln und fiebrige Geschwulste. Alles Kranke regt seine Phantasie, ob offen oder abgeheilt. Im streng religiös geprägten Haus seiner Großmutter lernt er Thrombosestrümpfe lieben und ranzige Pflaster. Wie ein Mensch verschwindet zwischen Katheter und Saftbeutel. Gewicht verliert und Lebensfreude. Offene Infekte gewinnt und neue Liebhaber. Jede Fotze ist eine offene Wunde, Eiter ihr süßer Nektar. Ist er der neue Messias?

Dieses Buch wird als Taschenbuch und Ebook verschrieben, und darf in keiner gut sortierten Hausapotheke fehlen!

Freitag, 9. Februar 2018

Fahrradfahren

https://pixabay.com/de/fr%C3%B6sche-abschied-fahrad-trolley-1701047/
Man verlernt miteinander zu reden
wie war dein Tag
man verlernt gemeinsame Momente
und gibt sich
der Spiellust hin
grausame Spiele
mit Menschen und echten Emotionen
mit Hass und Wut
mit alten Rechnungen
die nie beglichen werden können.

Man verlernt die Aufmerksamkeit
kleine Geschenke
Blumen und Teelichter
das aufgeschüttelte Kissen
der massierte Nacken.

Man verlernt miteinander zu ficken
die Haut wird so fremd
dass es aufregend wäre
wärs nicht so traurig
ich habe vergessen
was die Bienen
mit den Blumen machen.

Am Ende
verlernt man das Fahrradfahren.

Freitag, 2. Februar 2018

Die Ware Mensch


Du willst mich nicht
könntest
etwas Besseres abstauben
doch ich verkaufe dir
meine Schwächen als Stärken
musst ja nicht mitkommen
brauchst nur tun
was dir gefällt
ich bin das totale Produkt
ich erzähle dir
eine schöne Geschichte
ich greife dir
unter die Arme
und trage dich
zur Kasse.

Teste meine Haut
ich bin Teflon
suche meine Gefühle
sie sind längst verschwunden
ich weiß nicht mehr
wozu die kleinen Plagegeister
mir je nützlich waren.

Berühre mich
und deine Hand findet
eine Wanderdüne
trocken und heiß.

Ich trage keinen Namen
ich trage einen Preis.

Sonntag, 28. Januar 2018

Käsefotze Käsefresse


Wer möchte an Tante Edeltrauds Achsel schnuppern? Oder einen alten Belag abschaben. Als Nachschlag gibt es einen würzigen Kellerkäse dazu.

Als Ebook und Taschenbuch erhältlich. Und wieder drin in vielen Tolinoshops.