Montag, 26. Oktober 2015

Unter Tieren

https://www.flickr.com/photos/alyssafilmmaker/4420756668/
Ich wandte mein Antlitz und sah in die Sonne bis ich blind wurde für die Welt. Das Pack stinkt aus allen Poren und siecht so vor sich dahin. Es gab Zeiten wo ich ihnen vertraute. Wo ich Menschen in ihnen sah. Erleuchtung, oh grausige Erleuchtung. Was unterscheidet sie von den Tieren? Was unterscheidet sie von billigem Schlachtvieh, das tausendfach in den Supermärkten landet?

Ich blickte in den Mond, meinen dunklen Bruder. Ich erzählte ihm von meinen Nöten und Ängsten. Von meiner Einsamkeit unter den fahlen Tieren. Von den Nächten wo Ebbe und Flut an mir zerren wie Hunde an einem Knochen. Ich wälzte mich und schrie in ihren Exkrementen. Sie sind es nicht wert. Immer wieder sage ich mir es auf wie einen Abzählvers. Bis keiner mehr übrigbleibt.

Ich suchte die Sterne ab am Horizont, ob sie mir freundlich gesinnt sind. Ich suchte das Schicksal im Zelt einer Zigeunerin. Ich suchte einen brennenden Busch in der Wüste. Mag sein ich suchte Erlösung von meiner Qual. Ich fand einen wasserspuckenden Satyr auf der Kante eines hohen Dachs, der mir von den Frauen am Brunnen erzählte. Sie tragen die Last ihres Wassers auf den Schultern bis zu ihrer Hütte aus Lehm. Ich rieb eine Lampe, und der Geist erfüllte mir drei Wünsche. Keiner von ihnen vermochte es, mich glücklich zu machen. Also lief ich weiter in die Wüste.

Ich sah in die Sonne. Ich breitete meine Schwingen aus. Der Teufel ist nur einer von vielen Engeln, und er spricht in fremden Zungen. Er spricht zu den Tieren. Er hasst die Menschen.

1 Kommentar:

  1. In mir cranken die Gedanken und tauchen mich abfällig in ein Verderben; Grauen ummantelt mich und stempelt mich zum cranken, Geschwüre wachsen auf meinen Schultern, meine Nase eine faulende Knolle, ich ekele mich vor mir selbst, ich lecke den Eiter, atme fötide stinkende Ausdünstungen.
    …Ich brauche eine Tierfrau, die mich anstiert, so wie ich es mit den anderen Menschen tue; sie soll mir mit blanken Begehren in die Augen schauen.
    Lese Nietzsche und in den Lesepausen komme ich mir eklatant überflüssig auf der Welt vor - mich hätte es nicht zu geben brauchen, mir werde ich egal. Ich habe auf Wickipedia „Wahn“ recherchiert, danach hatte ich Wut auf die Psychiater.

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