Dienstag, 4. Dezember 2012

Schreibgefieder


Wir sind Brüder, mein kleiner stählerner Freund, verstehst du? Während du an einer friedvollen Aue auf Spaziergänger lauerst, schärfe ich meine Stahlschwingen an in kerzenumleuchteter Stunde. Rasiermesserscharf müssen sie sein, wenn ich ein guter Racheengel sein will. Man hat uns beide hinausgeworfen aus dem sanften Garten Eden, weil wir uns für die Sünde entschieden.

Was schmeckt süßer als die Sünde? Gegen die Gesellschaft zu verstoßen wie der dunkle Engel, der Gott einst herausforderte? Es gibt soviele Wege, die man einschlagen könnte. Ein einfacher Park entpuppt sich als ein Labyrinth, Dornen treiben durch das Federkleid der Träume. Eine Realität die willens vor dir flieht. Oder auch mehrere. Der verwitterte Grenzstein, wo dir die Übersicht verlorenging.

Meine Stahlschwingen will ich einschmieden lassen für den Krieg. Schreibfedern, die über das Papier ziehen.

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