Samstag, 28. November 2009

Das leere Herz


Ich dachte
meine Straßen zu kennen
doch nun finde ich
nicht einmal mehr im Hellen nach Hause.

Der Asphalt ist morsch
durchzogen von Rissen
& bröckelt an mehreren Stellen
die großen Plätze
wo ich immer im Kreis lief
vor Bombenkratern
nicht mehr zu erkennen
wer sein Königreich
auf Sand gebaut...

erkennt die Natur
erkennt das unberechenbare Element
das zwischen den Spalten ausbricht
vom Versuch
alles zu planen
ich muß funktionieren um jeden Preis
habe keine Planierraupe
die das Elend eindämmen könnte
aber Bergstiefel
mit denen ich über die Schlaglöcher stolpere
nichts würde mich glücklicher machen
als wenn ich weinen könnte
damit aus meinen Tränen
neues Leben entsteht
doch ich stehe nur stumm da;

und zittere.

Die Litfaßsäulen
nur abgerissene Papierschnipsel
keine Nachrichten mehr
alle meine Brieftauben
hat man erschossen
ich sehe nur noch Sackgassen.

Sag mir
wo ich zu Hause bin
in meinem Herzen
ist kein Platz mehr

für mich.

Kommentare:

  1. Als Ganzes zutiefst beeindruckend. Ein überzeugender "Kandidat" für das "Gedicht des Tages". Da verzeiht man sogar das "als wenn". Allerdings solltest du den Titel überdenken. Es bedürfte einer lyrischen Begründung, warum in etwas Leerem "kein Platz mehr"(!) ist ...

    AntwortenLöschen